In dürren Zahlen liest sich die Bilanz nach den ersten beiden Projektphasen von 1999 bis 2007 wie folgt: Von rund 300 COAJ-Gemeinden haben sich die meisten inzwischen mit ihren Nachbargemeinden auffrauen-zeigen-faust ihre Grenzen geeinigt. 200 von ihnen haben eine Anerkennung als juristische Person erwirkt und etwa 50 Gemeinden haben es geschafft: Sie sind im Besitz eines kollektiven Landtitels. Was diese Zahlen jedoch nicht widerspiegeln: In der Provinz Jujuy kommt inzwischen niemand mehr an den Ureinwohnern vorbei!

 

Gemeinschaftliches Vorgehen gegen Landraub

Die mit COAJ zusammen arbeitenden Gemeinden werden sich zunehmend ihrer kollektiven Identität bewusst und vertreten ihre Interessen in der Öffentlichkeit. So nahmen 2005 am Gipfeltreffen der indigenen Völker Amerikas in Buenos Aires 70 VertreterInnen aus Jujuy teil.

Die Gemeindebesuche und die Workshops zu Landrecht, Berg- und Umweltrecht sind auf fruchtbaren Boden gefallen. Die gewählten Gemeindevertreter kennen die nötigen Schritte für den Erwerb kollektiver Eigentumstitel.

Workshop zu Landrraub von und mit Indigenen in Argentinien

Workshop zu Landrecht von und mit Indigenen in Argentinien

Zunächst muss jede interessierte Gemeinde ihre Anerkennung als juristische Person erwirken – Voraussetzung dafür ist, dass sie anhand der Gemeindechronik ihre Geschichte dokumentieren und sich mit den Nachbargemeinden bei eventuellen Grenzstreitigkeiten auf ihr angestammtes Territorium geeinigt haben.

Erst dann kann die Landvermessung vorgenommen werden. Inzwischen lässt keine der COAJ-Gemeinden sich mehr widerspruchslos vertreiben. Beobachten sie Fremde dabei, auf ihrem Territorium Bodenproben zu entnehmen oder gar mit Bautätigkeiten zu beginnen, fordern sie die entsprechenden Genehmigungen bzw. Umweltgutachten von ihnen. Oft reicht dies schon, um Landraub zu verhindern, anderenfalls benachrichtigen sie die COAJ-Geschäftsstelle. Diese kann inzwischen auf einige unbestechliche und zu sehr günstigen Bedingungen arbeitende Anwälte zurückgreifen, die unverzüglich die nötigen Schritte einleiten. Sie überprüfen Bau- und Abbaugenehmigungen, und falls diese (widerrechtlicherweise) schon rechtskräftig sind, nehmen sie Entschädigungsverhandlungen zugunsten der betroffenen Kommunen auf.

Die Workshops zur besseren Bewältigung des Alltags mit den Themen Rechnungswesen, Gründung von Kleinstunternehmen, Anbau- und Tierhaltungstechniken werden übrigens ebenso gut angenommen und erhöhen die Akzeptanz des Projekts.

27.05.2016

Gepostet in: Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

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