COAJ-Workshop von Indigenen in Argentinien u.a. zum Thema Landrechte mit der Friedenspreisträgerin Natalia Sarapura, Präsidentin von COAJ.

Die Friedenspreisträgerin Natalia Sarapura, Präsidentin von COAJ (Consejo de Organizaciones Aborígenes de Jujuy) gibt einen Workshop von Indigenen in Argentinien.

Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) deshalb für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 200 Gemeinden ein.

Wertvolles Land – notwendige Landrechte

Mineralvorkommen und spektakuläre Naturschönheiten haben in den letzten Jahren die Begehrlichkeiten nationaler und internationaler Investoren für die Regionen Puna und Quebrada de Humahuaca geweckt. Ohne die Organisation COAJ hätten die hier lebenden Kolla deshalb keine Chance, ihr Land zu verteidigen. Das Volk der Guarani hat sein Land schon im 19. Jahrhundert verloren. Die Menschen hoffen, mit Unterstützung von COAJ den großen Zuckerrohrimperien wenigstens wieder so viel Land abzutrotzen, wie sie zum Überleben brauchen.

Wahrnehmung der eigenen Rechte

Bei Dorfbesuchen und auf Fortbildungsveranstaltungen beraten die COAJ-Mitarbeiter die Gemeindevertreter bei der Wahrnehmung ihrer Interessen. In den Dörfern herrscht bittere Armut. Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Strom und Wasser, aber auch der Besuch einer Schule sind fast unerschwinglich. Deshalb ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Gemeinden ein weiterer Schwerpunkt des Rates. Ergänzt wird die Basisarbeit durch Lobbyarbeit auf Provinz- und Landesebene und juristische Vertretung bei Rechtsstreitigkeiten.

Wichtige Erfolge

Der Weltfriedensdienst unterstützt die Partnerorganisation COAJ seit dem Jahr 2000. In dieser Zeit wurde viel erreicht. Die gesetzliche Grundlage für kollektive Landtitel wurde durchgesetzt und in vielen Fällen Landnahme durch Hoteliers und Bergbauunternehmen verhindert. Umweltstudien und Entschädigungen wurden gefordert und in einigen Fällen erreicht. Etwa 170 Gemeinden sind inzwischen als juristische Person registriert, aber erst elf Gemeinden haben ihren kollektiven Landtitel bisher erstritten.Es bleibt noch viel zu tun.

13.04.2017

Gepostet in: Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

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