32. Friedensfilmpreis bei der Berlinale geht an El Pacto de Adriana (Adrianas Pact) von Lissette Orozco, Chile 2017, Dokumentarfilm

Lisette Orozco spürt in El Pacto de Adriana auf packende Weise der Rolle ihrer Tante Adriana in der Diktatur unter Pinochet nach und bricht damit den „Pakt des Schweigens“. Ihr Film hat eine klare Haltung, behauptet aber nicht, die Wahrheit zu kennen. Seine Spannung gewinnt der Film aus den wachsenden Zweifeln an der geliebten Tante. Die Regisseurin geht der Wahrheit auf den Grund und erliegt dennoch nicht der Versuchung, vorschnell zu urteilen. Sie überlässt es den Zuschauern, eigene Schlüsse zu ziehen.

Gesellschaftlicher Frieden beginnt mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Diese sehr persönliche und schmerzliche Auseinandersetzung mit ihrer Familie und der Geschichte Chiles beweist außergewöhnliche Courage. 

18.02.2017

Gepostet in: Aktuelles, Berlinale Friedensfilmpreis

Der gestrige Tag war randvoll mit Aktivitäten und als Höhepunkt gab es wieder Mal einen klassischen Fall von Zeitraub. Ein Vergehen das gerade im Kino immer wieder vorkommt. Wenn ich ein Kino besuche, dann spendiere ich damit Lebenszeit. Damit sollten die Filmemacher sorgsam umgehen. Mitfahrten auf dem Führerstand von S-Bahnzügen in Echtzeit mögen für manche interessant sein. Aber eigentlich lebt ein Film davon, dass er sehr große Zeiträume stark verdichtet, aus Jahrzehnten werden Minuten. Ein Film der deutlich über zwei Stunden läuft muss deshalb auch viel zu bieten haben. Inhaltlich und formal. Aber wenn der geneigte Zuschauer in gefühlter Echtzeit an der Aufarbeitung von Kriegstraumata einer ganzen Schulklasse teilnimmt, bleibt zum Bloggen leider keine Zeit!

16.02.2017

Gepostet in: Berlinale Friedensfilmpreis

Die Hälfte der 67. Berlinale ist vorbei. Die Suche nach einem Friedensfilmfilm geht in die zweite Halbzeit. Ein paar Kriterien für die Suche habe ich in den vergangenen Tagen entwickelt. Klassisch, konservativ die Einschätzung von Karl May: Friede kann niemals wirklich Friede sein. Er ist es nur so lange, als er die Macht besitzt, es zu sein. Aber gerade FriedensfreundInnen wollen eigentlich keine Macht für niemand! Da machen sie es eher wie Sysiphus. Sie suchen einen Stein der immer gerollt sein will und nie da liegenbleibt, wo man es gerne hätte. Jetzt muss ich nur noch die entsprechenden Filme finden. Aber ich bin guten Mutes. Heute ist übrigens Valentinstag. Der Tag der Liebenden und der Liebesbeweise. Mitten im Winter werden zig-tausende Rosen verschenkt. Dumm nur, dass im Februar in deutschen Gärten allenfalls Schneeglöckchen wachsen. Aber es gibt Regionen auf dieser Welt, in denen es Sonne und Hitze im Überfluss gibt. Leider fehlt das lebenswichtige Wasser und auf dem fruchtbaren Land ließen sich prima Lebensmittel produzieren. Raten Sie, wer in diesem Fall die knappen Ressourcen nutzen kann. Auflösung hier: www.wasserraub.de/durst/wir-essen-keine-rosen/

 

14.02.2017

Gepostet in: Berlinale Friedensfilmpreis

Gestern schrieb ich noch von kleiner Münze und großen Geschäften und heute war ich plötzlich mitten drin. Und empört. Zumindest ein Restaurant am Potsdamer Platz, dem Herz der Berlinale, hat die Klofrau wieder eingeführt. Dagegen wäre ja nichts einzuwenden, wenn nicht in mehreren Sprachen darauf hingewiesen würde, dass alle Gäste zahlungspflichtig sind. Dies zudem in einem Lokal, das mit der Vielzahl der angebotenen Biere wirbt und damit ein höheres Toiletten Aufkommen provoziert. Soviel Geschäftssinn lenkt mich total von der Suche nach dem Friedensfilm ab. Wobei, über Krieg und Frieden entscheidet oft der Geschäftssinn. Wenn sich mit Frieden für Einzelne mehr verdienen ließe als mit Krieg, sähe unsere Welt friedlicher aus.

13.02.2017

Gepostet in: Berlinale Friedensfilmpreis

… so richtig hat sich bei mir noch keine Berlinale Stimmung eingestellt. Angesichts des Unfrieden in der Welt wiegt der Anspruch einen Friedensfilm zu finden sehr schwer. Wir handeln in sehr kleiner Münze auf einem Markt, auf dem mit dicken Notenbündeln agiert wird. Was können Filme daran ändern, dass die NATO im Baltikum mit Säbeln rasselt? Krieg ist dort wieder eine Option. Oder was suchen amerikanische Soldaten und Panzer in dieser Region? Vergessen scheint der Schwur „Nie wieder“. Ich werde besonders darauf achten, ob es entsprechende Apelle gibt. Ein weiteres Kriterium für einen Friedensfilm.

 

12.02.2017

Gepostet in: Berlinale Friedensfilmpreis

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