Schüsseln mit verschiedenem Saatgut

Samenfestes Saatgut aus kleinbäuerlicher Produktion: Vielfalt auf dem Acker bedeutet Vielfalt auf dem Teller.

Hybridsaatgut ist eine Errungenschaft der modernen Landwirtschaft. Es entsteht durch die Kreuzung auf besondere Merkmale hin gezüchteter Elternpflanzen. Die erste Generation der so erzeugten Nachkommen vereint die guten Eigenschaften der „reinerbigen“ Elternlinien und kann auf diese Weise bemerkenswerte Ertragszuwächse liefern.

Allerdings sind die Ansprüche dieser Hybridpflanzen an Klima, Boden, Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel sehr viel höher als bei sogenannten samenfesten Pflanzen, die am Standort durch offene Bestäubung vermehrt wurden und weniger spezialisiert sind. Hybridpflanzen sind nur eingeschränkt und teilweise gar nicht zur Wiederaussaat, (Nachbau) geeignet. Bereits in der zweiten Generation gehen viele der guten Eigenschaften durch Vermischung der Genotypen wieder verloren. Um dieser Ertragseinbuße zu entgehen, muss das Saatgut vor jeder Aussaat neu gekauft werden. Für die großen Saatguthersteller ist das ein gutes Geschäft, die Bauern – nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern auch bei uns – geraten schnell in Abhängigkeit und verschulden sich oft hoffnungslos.

Die hohen Ansprüche der Hybridpflanzen machen sie gerade in Entwicklungsländern anfällig für klimatische Schwankungen, wie unregelmäßige Regenfälle. Die hohen Folgekosten nach der Anschaffung des Saatgutes für Schädlingsbekämpfung und Düngung machen die Verwendung für die Bauern im Süden zum eigentlich untragbaren Risiko. Gerade bei den wirtschaftlichen Verhältnissen in Simbabwe fehlt dafür das Geld.

Im Rahmen unseres Projekts TSURO in Simbabwe konnten wir im vergangenen Jahr an viele Familien samenfestes Saatgut verteilen. Zusammen mit guten Regenfällen in den letzten Monaten des vergangenen Jahres wurde so eine Katastrophe abgewendet. Von der Ernte wird ein Teil für die neue Aussat zurückgehalten, ein Teil wird an andere Bauernfamilien weitergegeben. Einheimische und an die klimatischen Verhältnisse angepasste Sorten liefern vielleicht keine Rekordernten alle Jubeljahre, aber sie erlauben eine Jahr für Jahr nachhaltige Landwirtschaft und stehen damit für Ernährungssicherheit.

01.12.2009

Gepostet in: Nachhaltige Landwirtschaft

Schlagwörter:

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Informationen über die Arbeit des Weltfriedensdienst e.V.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet.