In Zeiten massiver gewaltsamer Konflikte, von Terroranschlägen und Amokläufen, ist Prävention ein Fokus für Politik, Weltgemeinschaft wie auch den Zivilen Friedensdienst geworden. Deshalb haben wir Prävention zum Thema der fünften Ausgabe des KOMPASS gemacht. Prävention will Negatives verhindern, und zu Gewalt und Terror braucht es tatsächlich ein klares Nein der Gesellschaft. Gleichzeitig bleiben wir hinter unseren Möglichkeiten zurück, wenn wir bei einem Nein bleiben. Es geht aus unserer Sicht um mehr, als nur darum, etwas zu verhindern. Es geht darum, die Welt, in der wir leben und leben wollen, zu gestalten. Dafür brauchen wir eine Vision davon, wie Gemeinschaft aussehen soll und welche Strukturen wir dafür brauchen. Die Zukunft der Prävention liegt aus unserer Sicht darin, dass wir Handlungsräume schaffen, in denen Frieden immer wieder neu entstehen kann. Damit wir aus dem Nein des herkömmlichen Präventionsbegriffs heraus kommen, haben wir ihn aufgebrochen und erweitert. In diesem Heft wenden wir uns vor allem einem Ja zu. Wir haben die AutorInnen gebeten, ausgehend von den Analysen und dem Aufzeigen der derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen einen Blick in die Zukunft zu riskieren. Alle Texte wurden exklusiv für den KOMPASS geschrieben und entwerfen ein Bild, wie Prävention über sich hinauswächst und zu einem Teil von Gesellschaftsgestaltung wird.

Wie Prävention über sich hinauswächst und zu einem Teil von Gesellschaftsgestaltung wird

Welche Werte wollen wir? Wie Prävention jenseits von sicherheitsfixiertem Denken funktionieren kann und auf welcher Ethik wir unser Zusammenleben erreichen wollen, darüber spricht Hans Jörg Friedrich vom Weltfriedensdienst auf den Seiten 6 bis 7. Mit welchen Werkzeugen wir arbeiten können, stellen Friedensarbeiter in diesem Themenheft vor. So berichtet Martina Fischer von den Global Playern, die für lokalen Frieden sorgen sollen (S.14-16). Wolfgang Heinrich untersucht die Agenda 2030 der Vereinten Nationen auf ihre Implikationen und Chancen für Regierungen und Zivilgesellschaft (S. 32-34). Unsere Beilage „Extrablatt“ vertieft die Impulse, indem es Fußnoten und zusätzliche Quellen aufführt. Wie unsere Gesellschaft aussehen soll, ist ein Diskurs, dem wir uns immer wieder neu stellen müssen. Entscheidend ist aus unserer Sicht, eine Haltung zu finden und einzuüben, die ein friedliches Miteinander möglich macht. Einige Menschen, die in der Prävention arbeiten, machen das vor. Wir nennen sie Peace Punks. Denn sie sind bereit, für ihre Überzeugung einzustehen und leben sie oft auf eine ungewohnte, radikale Weise. Wir würdigen ihre Erfahrungen, die sie mit uns teilen. Sie geben uns damit wertvolle Impulse für die Arbeit.

Die Zukunft gestalten, das öffnet neue Sichtweisen und lädt ein zur Kreativität – alle Autoren dieser Ausgabe sind ihrem speziellen Weg in eine Prävention der Zukunft gefolgt und entwerfen ein vielschichtiges Bild, in dem deutlich wird, wie umfassend wir in kommenden Debatten den Präventionsbegriff dekonstruieren und erweitern müssen. Wir freuen uns auf eine Diskussion, die weiter führt.

Kompass Nr. 5 – Inhaltsverzeichnis

Titelbild des KOMPASS Nr. 5 Frieden gestalten. Die Zukunft der Prävention

Kompass Nr. 5 – Frieden gestalten

Das Herz der Prävention

06 HANS JÖRG FRIEDRICH – „WERTE SIND DER KERN UNSERER ARBEIT“

32 HAGEN BERNDT  – VON WECHSELWIRKUNGEN UND VERBINDUNGEN

 

Roadmap

08 DR. SCILLA ELWORTHY  – EINE STRATEGIE FÜR FRIEDEN

Peace Punks

04 MOSSARAT QADEEM  – „WIR BRAUCHEN EINE VISION“

11 PASCAL HUBATKA  – „GERECHTIGKEIT IST DIE BESTE PRÄVENTION“

20 MARTIN ZINT  – „ES MUSS DOCH MEHR ALS ALLES GEBEN …“

30 BART WEETJENS  – „GESELLSCHAFTLICHER WANDEL BRAUCHT EINE NEUE KULTUR“

 

Prävention erweitern

12 HEIDI MEINZOLT  – KRIEG KENNT EIN GESCHLECHT, FRIEDEN AUCH

14 LUKAS RÜTTINGER  – EIN NEUES KLIMA FÜR FRIEDEN

16 HELGE SWARS  – PRÄVENTION DURCH INKLUSION

18 DR. MARTINA FISCHER  – LOKALER FRIEDEN BRAUCHT EIN GLOBALES NETZ

22 DR. CHRISTINE SCHWEITZER  – JENSEITS DER KONFLIKTZYKLEN

24 EMMANUEL LETOUZÉ  – EINE VIRTUELLE EVOLUTION

27  DR. WOLFGANG HEINRICH  – EINE CHANCE FÜR TIEFGREIFENDEN WANDEL

 

02.12.2016

Gepostet in: Aktuelles, Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

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