Die Nachfrage der europäischen Agrarindustrie nach landwirtschaftlichen Produkten und Rohstoffen nimmt außerhalb Europas riesige Gebiete in Beschlag.

Mann auf dem Weg in ein Dorf im Senegal. Im Senegal ist Landgrabbing ein Problem.

17% des Ackerlandes im Senegal befinden sich 2012 in der Hand ausländischer Konzerne. Jeder fünfte Senegalese ist unterernährt.

Allein die Fläche für den Anbau von Soja, das an europäische Nutztiere verfüttert wird, ist fast doppelt so groß wie die Ackerfläche Deutschlands. Biodiesel, Südfrüchte, aber auch bei uns heimische Kulturen wie Zwiebeln, Tomaten oder Blumen stammen oft aus Ländern, in denen die Bevölkerung Hunger leidet. Um Deviseneinnahmen zu erzielen, verkaufen oder verpachten Regierungen von Entwicklungsländern in großem Stil Ackerflächen an Staaten und private Investoren wie Agrarkonzerne und Investmentfonds.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die fruchtbarsten und wasserreichen Gebiete. Die dort lebenden lokalen Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Nomadenvölker verfügen selten über offizielle Besitztitel für ihr traditionell genutztes Land und werden vertrieben. Dieses Landgrabbing hat in den letzten Jahren gewaltige Ausmaße erreicht: Weltweit waren allein 2009 56 Millionen Hektar Land in Entwicklungsländern betroffen. Das entspricht mehr als der halben Ackerfläche der gesamten EU.

28.12.2015

Gepostet in: Nachhaltige Landwirtschaft

Schlagwörter: ,

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Informationen über die Arbeit des Weltfriedensdienst e.V.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet.