DAS BABY BEDEUTET ALLES FÜR MICH

Der Warteraum in der Kinderklinik ist voller schwangerer Frauen. Die Luft steht vor Hitze, Kleinkinder streiten, aber etwas ist anders als sonst: Alle schauen gebannt auf einen großen Bildschirm. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Mother to Child“ über Pinkie und Patience. Beide sind HIV-positiv. Werden sie das Virus an ihre Babys weitergeben? „Das Baby bedeutet alles für mich. Ich darf es nicht verlieren!“ sagt Pinkie im Film.   Einige der Frauen im Publikum wissen, dass sie selbst HIV-positiv sind, der Film erzählt auch ihr Schicksal. Viele aber haben sich gar nicht erst testen lassen – aus Angst vor dem Ergebnis. Dabei ist der Test die Voraussetzung, damit ihnen und ihrem Kind geholfen werden kann.   Elaine Maane führt den Film vor. Anschließend diskutiert sie darüber mit den Frauen. Niemand weiß so gut wie sie, was sie durchgemacht haben und welcher Weg noch vor ihnen liegt. Sie selbst hat als junge Mutter erfahren, dass sie mit HIV lebt. Lange konnte sie mit niemandem darüber reden. Das gesellschaftliche Tabu, die Angst vor Schande und vor familiärer wie gesellschaftlicher Ausgrenzung wogen zu schwer. In einer Selbsthilfegruppekonnte sie schließlich ihre Erfahrungen und Ängste mit anderen Betroffenen teilen.

WIR KÖNNEN HIV BESIEGEN

In mehr als 20 Jahren Engagement für die Rechte HIV-infizierter Menschen hat sie gelernt, dass nicht das Virus tötet, sondern das Schweigen. „Nur wenn die Gesellschaft, wenn wir alle unsere Einstellung ändern, können wir HIV/AIDS besiegen.“ Ihren persönlichen Ansatz führt Elaine seit 2005 als Koordinatorin und Trainerin im Programm von STEPS fort. Mit Hilfe der Geschichten Betroffener ermöglicht die Organisation in Südafrika und zehn Nachbarländern das Gespräch über Themen, die sonst beschwiegen werden und fördert so einen offeneren Umgang damit.

ES WIRD LEBEN

Die letzte Szene aus dem Film „Mother to Child“: Pinkie sitzt mit ihrem Neugeborenen im Arm einem Arzt und einer Psychologin gegenüber. Sie schaut beide an, als wären sie ihre Scharfrichter. Seit Wochen fürchtet sie diesen Augenblick, trägt diese untragbare Last. Das Baby schläft satt und zufrieden in seiner Wolldecke mit rosa und gelben Teddys. Es sieht gesund aus. Ist es gesund? Oder wird es bald sterben? „Negativ. Dein Baby hat kein HIV!“ Pinkie bricht in Tränen aus, drückt ihre Tochter fest an sich. Die Kleine streckt sich, seufzt und gähnt. Sie wird leben.

Auch diesmal löst der Film eine lebhafte Diskussion aus. Die Geschichte von Pinkie und Patience macht Mut! Viele haben zum ersten Mal davon gehört, dass HIV kein Todesurteil ist und auch die Übertragung von der Mutter auf das Kind verhindert werden kann. Elaine sorgt dafür, dass die Frauen mit dem Wissen nach Hause gehen: Ich muss mich testen lassen. Wenn sich herausstellt, dass ich HIV positiv bin, kann ich behandelt werden. Und auch für mein Baby gibt es Medikamente – es kann gesund auf die Welt kommen. Ich habe es in der Hand, was aus mir und meinem Kind wird!

Den Film über Pinkie und Patience zeigen Elaine und ihre KollegInnen von STEPS in Kliniken, Kirchen, Schulen, aber auch Restaurants und Polizeistationen des südlichen Afrika. Die Verbindung aus Filmen und anschließenden moderierten Gesprächen hilft Vorurteile zu überwinden, Wissen zu verbreiten, Einstellungen zu ändern… sie hilft Leben zu retten.

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12.04.2017

Gepostet in: Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

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