Jungen Menschen im südlichen Afrika wird soziale und wirtschaftliche Teilhabe verwehrt

Das südliche Afrika ist die Region mit der jüngsten Bevölkerung auf der Welt. 35% seiner BewohnerInnen sind zwischen 15 und 24 Jahren alt.

Diese Generation ist überdurchschnittlich von Armut, Krankheit (besonders HIV/Aids), schlechten Bildungschancen und Arbeitslosigkeit betroffen. Ihre Lebensgrundlage ist direkt durch Umweltzerstörung und die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen bedroht.

Jugendliche und unter ihnen besonders Mädchen und junge Frauen werden vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. Ein ausgeprägtes gesellschaftliches Senioritätsprinzip und bestehende Geschlechternormen wirken hemmend auf die persönliche Entfaltung junger Menschen. In der Regel bleibt ihnen die aktive Teilhabe an persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen verwehrt. Damit wird auch ihr Potential für die Entwicklung in der Region unterdrückt.

Folgen sind eine weit verbreitete Perspektivlosigkeit und Frustration unter jungen Menschen und ihre Migration besonders in prekäre randstädtische Gemeinden mit all ihren Problemen im Bezug auf Gesundheit, Lebensumstände und Lebenschancen sowie Gewalt. Dabei greifen soziale, politische und familiäre Gewalt ineinander.

Wegen der traditionellen, ungleichen Verteilung der Geschlechterrollen sind Mädchen und junge Frauen in der Region häufig von geschlechtsspezifischer Gewalt, Abhängigkeitsbeziehungen, Teenagerschwangerschaften, Schulabbruch und einer hohen HIV-Infektionsrate betroffen. Ein hoher Prozentsatz, der im südlichen Afrika lebenden, jungen Frauen hat bereits am eigenen Leib sexuelle Gewalt erfahren müssen.

Auch junge Homo- und Bisexuelle, Transgender und Intersexuell orientierte Menschen sind Diskriminierung und gezielten Übergriffen ausgesetzt. Vergewaltigungen und Morde an jungen lesbischen Frauen, geschehen beispielsweise beinahe täglich. In Malawi, Zimbabwe oder Sambia können sexuelle Minderheiten bis zu 11 Jahren Haft erhalten.

Dokumentarfilme für sozialen Wandel im südlichen Afrika

STEPS bearbeitet diese Probleme junger Menschen in sieben Ländern des südlichen Afrika (Lesotho, Botswana, Sambia, Simbabwe, Malawi, Tansania und Südafrika) im Sinne der Theorie des Sozialen Wandels. Dabei arbeitet STEPS mit einem regionalen Netzwerk von Selbsthilfeinitiativen junger Menschen und Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Belange junger Menschen einsetzen, zusammen. Es geht um den Aufbau von Medien- und Kommunikationskompetenz insbesondere im Einsatz von regional produzierten Dokumentarfilmen, damit junge Menschen in ihren Gemeinden mit Gleichaltrigen, EntscheidungsträgerInnen und der allgemeinen Öffentlichkeit Diskussionsprozesse über Ursachen und Lösungsmöglichkeiten ihrer Probleme anstoßen können.

Diese Diskussionsprozesse zielen auf die Aktivierung einer breiten Masse junger Menschen im Wirkungskreis der Selbsthilfeinitiativen und NGOs und stärken deren Wissen und Bewusstsein über Rechte und Verantwortung als BürgerInnen. Sie lernen ihre Meinung frei zu vertreten und erfolgreich Beteiligungsrechte einzufordern und erhalten den dafür notwendigen Raum. Dabei werden sie bestärkt nach Lösungen für ihre Probleme und die ihrer Gemeinden zu suchen sowie eigenständige informierte Entscheidungen zu treffen, die ihr eigenes Leben und das der Gemeinschaft angehen.

07.09.2017

Gepostet in: Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Informationen über die Arbeit des Weltfriedensdienst e.V.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet.