Zuckerrohrplantage nach der Ernte.

Industrialisierte Landwirtschaft: Kein Land für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Kein Platz für Vielfalt.

70 Prozent der weltweit Hungernden leben dort, wo Nahrungsmittel produziert werden – in ländlichen Gebieten.
Der industrialisierten Landwirtschaft gelingt es trotz Überproduktion seit Jahrzehnten nicht, diese Menschen vom Hunger zu befreien. Stattdessen trägt sie mit ihrer auf kurzfristige Profite ausgerichteten Ausbeutung natürlicher und endlicher Ressourcen zur Zunahme von Hunger und Armut bei.
Sehr deutlich zeigen das die technischen Lösungsvorschläge der Agrarindustrie, wie Mechanisierung,  chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel, genetisch verändertes oder hybrides Saatgut. Sie sind energie- und kostenintensiv und bedrohen Bodenfruchtbarkeit, Wasser und Artenvielfalt. Hohe Erträge bringen sie nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Hände mit Getreide

Mehr als die Hälfte der Weltgetreideproduktion wird verfüttert, verheizt, zu Treibstoff und anderen Industrieprodukten verarbeitet.

Beispielsweise ist industriell hergestelltes Saatgut in der Regel nicht an lokale Bodenverhältnisse, Schädlinge und Klima angepasst und eignet sich nach der Ernte nicht zur Wiederaussaat. Dafür benötigt es jedoch weitere kostspielige Erzeugnisse wie chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel.

In Entwicklungsländern wird dieses Saatgut oft im Paket mit kostenloser Beratung an Kleinbäuerinnen und -bauern und sogar in Form von Nothilfe verteilt. Sind sie damit einmal abhängig vom Saatgut der Konzerne, müssen sie es jedes Jahr nachkaufen und notwendige Kunstdünger und Pestizide bezahlen. Diese Abhängigkeit ist Teil des Geschäftsmodells der Agrarindustrie. Einer wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen, angepassten Landwirtschaft wird damit die Grundlage entzogen.

Auch der Agrarhandel hält nicht, was die Agrarindustrie verspricht. Gerade in Ländern, die durch Überseehäfen an den Weltmarkt angebunden sind,  sind Kleinbäuerinnen und -bauern der Konkurrenz billiger und zum Teil subventionierter Massenware aus den Industrieländern ausgesetzt. In der Regel haben sie keine Chance und verlieren damit eine unverzichtbare Einkommensquelle. Die EU verschärft dieses Problem, indem sie in meist bilateralen Verhandlungen einzelne Entwicklungsländer zur Öffnung ihrer Märkte drängt.

 

28.12.2015

Gepostet in: Nachhaltige Landwirtschaft

Schlagwörter: , ,

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×