beschlossen am 23.11.2013 von der WFD-Mitgliederversammlung

Wer wir sind

Die Mehrzahl unserer Mitglieder hat eine Zeit in einer anderen Kultur gelebt und gearbeitet und mit viel Unterschiedlichem und menschlich Gleichen Erfahrungen gemacht. Das hat uns zu WeltbürgerInnen werden lassen.

Die Mehrzahl unserer Mitglieder hat eine Zeit in einer anderen Kultur gelebt und gearbeitet und mit viel Unterschiedlichem und menschlich Gleichen Erfahrungen gemacht. Das hat uns zu WeltbürgerInnen werden lassen.

Wir sind eine parteipolitisch und weltanschaulich unabhängige Organisation der Zivilgesellschaft und davon überzeugt, dass alle Menschen weltweit dasselbe Recht haben, friedlich in gerechten Verhältnissen zu leben. Als Weltbürgerinnen und Weltbürger verstehen wir uns als Teil der internationalen Zivilgesellschaft und der weltweit bestehenden, vielfältigen friedenspolitischen Organisationen.

Understanding? Try it!

Understanding? Try it!

Was wir wollen

Wir unterstützen die Idee eines globalen Gesellschaftsvertrages in unserer Einen Welt und leisten einen Beitrag zur Vernetzung zivilgesellschaftlicher Organisationen zum wechselseitigen Nutzen. Dafür engagieren wir uns im eigenen Land und weltweit.

Wir vertrauen auf die Kraft der Kooperation und der Gewaltfreiheit beim Erkennen von Interessensunterschieden und Konfliktursachen, beim konstruktiven Umgang mit Konflikten und bei der Umsetzung der gemeinsamen Ziele.

Was uns leitet

Frieden erfordert soziale Dynamik und Entwicklung, die selbstbestimmte Entfaltung von kreativen und sozialen Potentialen der Menschen zulassen. Frieden braucht gleiche soziale, ökonomische und politische Rechte für alle und die Anerkennung der universellen Menschenrechte.

Friedenspflicht ist unteilbar und nachhaltig, wenn wir Frieden – in Achtung vor dem Leben – auch als Frieden mit unserer Umwelt und für künftige Generationen gestalten. Es geht um die Bewahrung unserer lebensnotwendigen Gemeinschaftsgüter.

 Was wir tun

Mit unseren Partnern im globalen Süden arbeiten wir vor Ort an konstruktiven Konfliktlösungen und am Schutz und der Verbesserung der Lebensgrundlagen.
Im Norden engagieren wir uns im Globalen Lernen und verschaffen den Anliegen unserer Südpartner Gehör.

Beispiele unserer Auslandsarbeit

> Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

> Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

> Burundi: Versöhnung unterstützen

Beispiele unserer Inlandsarbeit
> Kampagnen und Bildungsarbeit
> Kampagnenseite www.wasserraub.de

06.07.2016

Gepostet in: Mitgliedschaft und Vorstand

Schlagwörter: , , , ,

Ich fahre allein nach Bethlehem. Nach dem üblichen Smalltalk über die touristischen Attraktionen des Landes, die ich unbedingt noch sehen sollte, versucht der Taxifahrer vorsichtig mich für das Jerusalem der Checkpoints und illegalen Siedlungen zu sensibilisieren. Ich passiere den verwinkelten Übergang ins palästinensische Bethlehem zu Fuß und laufe Richtung Zentrum. Hier treffe ich S., die eine  Zusammenkunft mit Mahmoud Zwahre arrangiert hat. Mahmoud ist als Bürgermeister der palästinensischen Siedlung al-Ma’sara ein viel beschäftigter Mann. Seit drei Jahren organisieren er und seine Mitstreiter, darunter viele Israelis und sogenannte Internationals, Demonstrationen gegen die Mauer. Noch ist sie nur eine überwachte Zugangsstrasse zur langgestreckten und rapide wachsenden Siedlung Ephrat. Faktisch schneidet sie die Bewohner al-Ma’saras von über 70% ihres Landes ab.

Die Mauer ist nach internationalen Recht illegal

Woche für Woche demonstrieren sie friedlich dagegen, versuchen die Soldaten hinter dem Stacheldrahtverhau mit der Situation zu konfrontieren. Manche zeigen Reaktionen hinter ihren Uniformen, Sonnenbrillen und Waffen, sagt Mahmoud, wenn sie von den israelischen Aktivisten auf hebräisch angesprochen werden. Sie flüstern, dass sie gezwungen werden, hier zu sein, manche, dass sie sogar lieber auf bei ihnen auf der Seite des Zauns stehen möchten. Diese Flüsterer werden von den Offizieren sehr schnell ausgewechselt.

Mahmoud spricht viel von dem Recht, dass sie auf ihrer Seite wissen. Nach internationalen Recht sind die Siedlungen illegal, ist die Mauer illegal. Das ist ihre Waffe.
Leidenschaftlich und voller Hoffnung spricht er von diesem Kampf David gegen Goliath. Er spricht vom Glauben an die Zukunft für die 52% der Palästinenser, die noch nicht einmal 18 sind.  Er erzählt von Theatern, die sie ins Leben rufen, von Spielzeugbibliotheken für die kleinen Kinder, davon Bäume zu pflanzen, die die Israelis im Zuge des Siedlungs-und Mauerbaus zu Tausenden abgeholzt haben, er spricht von der internationalen Unterstützung, von der Berliner Mauer, die schließlich auch gefallen sei, davon sich nicht unterkriegen zu lassen. Und immer wieder betont er das Prinzip der Gewaltfreiheit ihres Widerstandes.

Auf dem Rückweg nach Bethlehem scheint die Mauer nicht mehr so unüberwindlich.
S. führt mich durch ein Flüchtlingslager. 12.000 Menschen leben hier auf einem Quadratkilomter. Kinder werfen mit Steinen nach uns. Sie hören auf als S. mit ihnen redet. Sie leben direkt im Schatten einer israelischen Garnision und der allgegenwärtigen Mauer. Dahinter liegt ein weites Gebiet mit kleinen Wäldchen, das vor dem Mauerbau als Erholungsgebiet und Spielwiese der Kinder diente. Nun ist es unerreichbar.

Kunstwerke des Friedens

Die Mauer selbst ist inzwischen zur Leinwand geworden. Beeindruckende politische Kunstwerke sind entstanden, die ich dokumentiere und dem geneigten Leser sicher bald zugänglich gemacht werden. Hoffnung auf Frieden, auf die Wiederholung der Geschichte der Berliner Mauer, die Sehnsucht nach Ausgleich und einer Rückkehr in die Heimat prägen die Bilder. Kaum eines ruft zur Gewalt auf.

Wir durchqueren Bethlehem zu Fuß, essen auf dem Platz vor dem Bethlehem Peace Center Shawarma. Links liegt eine Moschee, rechts die Geburtskirche. Wir hören den Muezzin zum Gebet rufen. Die Glocken der Kirche  stimmen leise mit ein.

Die Hoffnung wächst

Der Weg führt uns weiter zum Alternative Information Comitee und von da an die Stadtgrenze. Hier haben Tom und ein paar andere Internationals ein Fleckchen Erde in einem kleinen Tal erworben. Sie hätten woanders ein fruchtbares Stück Land mit einer Quelle erwerben können. Aber unter solchen Bedingungen einen  Garten zu erschaffen sei keine Herausforderung.

Felder in Palästina

Auch unter schwierigen Bedingungen ist nachhaltige Landwirtschaft möglich.

Tom will zeigen, dass auch unter schwierigen Bedingungen eine nachhaltige und ertragsfähige Landwirtschaft möglich ist. Wir stoßen zu einer Gruppe Touristen hinzu, die er herumführt. Ich höre und sehe mir Bekanntes und auch viel Neues. Die unbändige Freude am Experimentieren, die einen bei seinen Ausführungen immer wieder anspringt, lässt mein agarwissenschaftliches Herz schneller schlagen. Was für eine Vision, dieses ausgetrocknete Tal zum Leben zu erwecken.

Während ich diese Zeilen schreibe, löst sich zum ersten Mal seit ich hier bin meine Anspannung. Wenn man genug Steine umdreht, findet man am Ende vielleicht doch ein wenig Hoffnung, dass die Wunden, die diesem Land und seinen Bewohnern geschlagen werden, eines Tages verheilen.

05.11.2009

Gepostet in: Der Weltfriedensdienst in Palästina

Schlagwörter: , , , ,

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×