Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 200 Gemeinden ein.

Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 200 Gemeinden ein.

Die Stiftung die schwelle setzt sich mit ihren Partnern für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein. Daher initiieren und unterstützen wir Projekte, die gesellschaftliche Veränderungen gewaltfrei gestalten und sich für soziale Gerechtigkeit, die Einhaltung und Verwirklichung von Menschenrechten sowie für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt einsetzen.

Die Stiftung verleiht den Bremer Friedenspreis. In der Kategorie “Unbekannte Friedensarbeiterin” wird in diesem Jahr Natalia Sarapura, die Präsidentin von COAJ, ausgezeichnet. Vorgeschlagen wurde sie von der ai-Gruppe Bergisch Gladbach. Der Preis wird ihr am 29. November überreicht. Zur Begründung der Stiftung die schwelle >>

26.05.2016

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Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 200 Gemeinden ein.

Fortbildungsprogramm für indigene Frauen, Hüterinnen traditionellen Wissens

Die Anerkennung und Stärkung weiblicher Positionen ist das Hauptanliegen des von COAJ initiierten Fortbildungsprogramms. Die Rolle der Frauen für die Revalorisierung traditionellen indigenen Wissens wird dabei in den Vordergrund gestellt. Das Fortbildungsprogramm umfasst u.a. theoretische Kurseinheiten zu verschiedenen Gewaltformen und ihrem Bezug zu patriarchalischen Strukturen und dem Kolonialismus. Es werden multiple Diskriminierungsformen, denen Frauen oft in der Gemeinschaft ausgesetzt sind, thematisiert: familiäre Gewalt, Ungerechtigkeit im Arbeitsleben, etc. Gleichzeitig wird über die Rechte der Frauen, sich dagegen zu wehren informiert. Außerdem gibt es Einheiten zum „buen vivir“ Ansatz (dt.: Gutes Leben), zu kosmologischen Prinzipien wie der Dualität von Mann und Frau und ihrer Komplementarität. Das Programm wurde von COAJ und der lateinamerikanischen Organisation für Justiz und Gender (Equipo Latinoamericano de Justicia y Género – ELA) erarbeitet.

ProduzentInnen aus der Hochwüste Puna tauschen sich über traditionelles Wissen aus

Ein buntes Treiben begleitete die zweitägige Ausstellungsmesse: Es gab Veranstaltungen zu traditioneller Medizin und Wettbewerbe in traditionellen Handwerksdisziplinen wie spinnen, weben und verschiedenen Jagdmethoden. Die Menschen konnten ihr Können im  Entkörnen von Mais oder im Kochen regionaler Spezialitäten – z.B. Quinoa Eintopf oder der traditionellen Maissuppe, Kalapurca – beweisen. TierhalterInnen, LandwirtInnen und KunsthandwerkerInnen der Region La Intermedia kamen dazu zum 17. Mal im nördlichsten Zipfel Argentiniens zusammen. Das Gemeinschaftsleben soll dadurch gestärkt und der traditionelle Tauschhandel und andere damit verbundene indigene Traditionen belebt werden. Dabei wird von den OrganisatorInnen der Messe, einem Nachbarschaftskreis der teilnehmenden Gemeinden, die Wichtigkeit des kulturellen Erbes der Ahnen betont. Es geht ihnen darum, in Würde als Teil ihrer Erde und Umwelt zu leben.

Interkultureller Workshop zum Thema „Revalorisierung indigenen Wissens“

Circa 50 ProduzentInnen verschiedener indigener Volksgruppen (Ocloya, Tilián, Quechua, Kolla  und Guaraní) reflektierten in verschiedenen Gesprächsgruppen über altes Wissen in der land- und tierwirtschaftlichen Produktion und setzten sich kritisch mit der Einführung moderner Technologien auseinander. Es gibt eine steigende Nachfrage nach natürlichen Produkten aus den Anbauregionen der indigenen Gemeinden. Dies wird sowohl als Chance, als auch als potentielle Gefahr wahrgenommen. Die gemeinschaftlichen natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen ist dabei wichtig, um die Lebensbedingungen in den indigenen Gemeinschaften zu verbessern: die Produktion soll Einkommen generieren und stabilisieren, ohne jedoch die eigene Versorgung mit Nahrungsmitteln zu bedrohen. Fragen rund um Ernährungssouveränität und die Position besonders der weiblichen Produzentinnen wurden im Rahmen dieses Workshops diskutiert.

26.05.2016

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Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 200 Gemeinden ein.

Im argentinischen Juyjuy unterstützt der WFD Indigene im Kampf gegen Wasserraub. Ein Bericht zur Wassersituation in Lateinamerika

Der Bürgermeister erhebt die Stimme. Geschlossen protestiert eine argentinische Gemeinde gegen einen internationalen Agrarkonzern, der im ohnehin zu weiten Teilen wasserarmen Land große Anbauflächen für landwirtschaftliche und industrielle Produktion zu erschließen versucht. Das Unternehmen lässt sich von dem Protest nicht beeindrucken. Der Tenor lautet:
„Wir kommen. Wartet ab“.

In Lateinamerika haben immer mehr Regionen mit Wassermangel zu kämpfen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zur Situation in Lateinamerika diskutierten am vergangenen Donnerstag Lutz Philip Hecker von der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus (BTU) und WFD-Programmkoordinator Helge Swars im Lateinamerika-Forum-Berlin.

Der Wasserverbrauch in Mexiko-Stadt übersteigt die Wasserverfügbarkeit in der Region heutzutage um ein Vielfaches. Alle sieben Grundwasserreservoirs sind versiegt. Um den enormen Verbrauch der Bevölkerung zu decken, wird die Mega-City durch ein gigantisches Trinkwasser-Versorgungssystem mit Wasser aus den entferntesten Regionen Mexikos versorgt. Das hat gravierende Folgen für die Menschen in den ländlichen Gemeinden. Während der Verbrauch in der Hauptstadt stetig steigt, haben viele der Landbewohner noch immer keinen Zugang zu fließendem Wasser.

Diese ländliche Unterversorgung führt zu einer zunehmenden Ansiedlung in den ausufernden Armenvierteln rund um Mexiko-City – der Druck auf die urbane Wasserversorgung steigt.

Wer ist Schuld an dieser Entwicklung?

Die Suche nach den Ursachen für den Wassernotstand gestaltet sich kompliziert. Während die Bevölkerung der Global-City einerseits keine Ansätze eines nachhaltigeren Wasserkonsums zeigt, trägt auch die Politik nicht aktiv zu einer Lösung bei. Die kommunalen Wasserwerke in Mexiko arbeiten laut dem Forscher der BTU Cottbus bis heute ineffizient. Auch die bewässerte Landwirtschaft trägt ihren Teil zum Problem bei. Durch die staatliche Subventionierung intensiver und bewässerungsreicher Landwirtschaft (Agrobusiness) sinkt der Grundwasserspiegel in vielen Regionen rapide.

Zukünftig lässt sich das Problem nur lösen, wenn Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft in Mexiko an einem Strang ziehen. Sparsamkeit muss oberstes Ziel sein. Auch ein transparentes und abgestuftes Preissystem kann auf lange Sicht zu einem bedachteren Konsum anregen. Die Bereitstellung und der Zugang zu Wasser müsste in diesem Fall zwingend garantiert sein. Jeder Verbraucher könnte in einem bestimmten Zeitraum eine bestimmte Menge Wasser kostenlos konsumieren. Überschreitet der Konsum die zur Verfügung stehende Menge, müsste proportional zum Mehrverbrauch eine Abgabe gezahlt werden, die wiederum direkt in nachhaltige Versorgungssysteme fließen würde.

Indigene wehren sich

Nach dem wissenschaftlichen Vortrag von Lutz Philip Hecker ergänzte WFD-Programmkoordinator Helge Swars den Vortrag um Beispiele aus der Praxis. Der Weltfriedensdienst unterstützt durch die Kooperation mit der Organisation COAJ Indigene im argentinischen Juyjuy im Kampf gegen internationale Lithium Bergbau-Unternehmen.

In den großen Salzseen der Region befinden sich die weltweit größten, leicht zugänglichen Lithium-Vorkommen. Es ist in der Informationstechnologie nicht zu ersetzen und auch für die Herstellung von Batterien für Hybrid-und Elektroautos unverzichtbar. Einige große internationale Konzerne haben bereits mit dem Abbau des wertvollen Rohstoffes begonnen. Die Fördermethode verbraucht dabei große Mengen an Wasser. Nach der ILO-Konvention 169 sind die Unternehmen zwar verpflichtet, Umweltverträglichkeitsstudien durchzuführen – die lokalen Gemeinden werden jedoch nur selten in die Planungen mit einbezogen. Wenn es um gravierende Eingriffe in die Natur geht, muss die ansässige Bevölkerung zwingend angehört werden. Der Weltfriedensdienst und COAJ ermöglichen der indigenen Bevölkerung, ihr Recht auf Anhörung durchzusetzen. Notfalls auf juristischem Weg.

Darüber hinaus hat COAJ mit Unterstützung des Weltfriedensdienst einen Studiengang entwickelt, der es Gemeindemitgliedern ermöglicht, wissenschaftlich fundierte Entwicklungsprozesse für ihre Region zu erarbeiten. Bildung spielt im Prozess der räumlichen Entwicklung eine entscheidende Rolle. Teil des Studiums war unter anderem ein von Amnesty International in der Provinz Formosa organisierter Workshop zu Landrechten indigener Völker. Den juristischen Prozess gegen die Unternehmen begleitet eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, die sich mit den lokalen Problemen inhaltlich auseinandersetzt.
Nur wer Alternativen aufzeigt, hat die Chance, etwas zu bewirken. In diesem Jahr wird erneut ein voller Jahrgang sein Studium erfolgreich beenden.

Kein Einzelfall

Nach dem Vortragsende äußerten viele Besucher ihre Erfahrungen aus anderen lateinamerikanischen Ländern wie Nicaragua, Kolumbien oder Brasilien. Derartige Probleme in der Region häufen sich. Die Kooperation des WFD mit COAJ zeigt eindrucksvoll, dass es sinnvoll ist, zivilgesellschaftlichen Protest durch finanzielle Unterstützung zu stärken. Hatte der Projektpartner in den vergangenen 20 Jahren in mühsamer Kleinarbeit versucht, die Interessen zahlloser abgelegener Gemeinden zu organisieren, kann der Protest nun gebündelt werden. Unser Engagement findet Gehör – 2011 besuchte gar der UN-Sonderberichterstatter für die Indigene Rechte die Region.

Der Bürgermeister weiß nun:
Er kann warten. Und sich wappnen. Unsere Unterstützung ist ihm sicher.

 

25.05.2016

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Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 200 Gemeinden ein.

11.05.2016

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Argentinien: Indigene kämpfen um ihr Land

Die Andenprovinz Jujuy liegt im Nordwestzipfel Argentiniens, an der Grenze zu Bolivien und Chile. Sie gehört zu den ärmsten Provinzen Argentiniens. Dort leben die indigenen Bevölkerungen der Kolla und Guarani seit Jahrhunderten von Ackerbau und Viehzucht. Aber sie sind nach modernem Landrecht nicht die Eigentümer des Landes, das sie bestellen. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 200 Gemeinden ein.

Lithium ist eine Schlüsselkomponente für moderne Informationstechnologie. Eine Energiewende ist ohne Lithium nicht denkbar. Es ist Bestandteil von Solarzellen, Windrädern und wieder aufladbaren Batterien, wie sie beispielsweise in Elektroautos eingesetzt werden.

Ein großer Teil der weltweiten zugänglichen Lithiumvorkommen ist im Länderdreieck Chile, Bolivien und Argentinien zu finden.

Die Flaggen wehen im Wind. Ein großer Teil der weltweiten zugänglichen Lithiumvorkommen ist im Länderdreieck Chile, Bolivien und Argentinien zu finden. Doch wie steht es um die Energiewende?

Ein großer Teil der weltweiten zugänglichen Lithiumvorkommen ist im Länderdreieck Chile, Bolivien und Argentinien zu finden.

Hier liegt auch Jujuy. Mit einer explizit Unternehmer- und Bergbaufreundlichen Haltung ist Jujuy angesichts der Nationalisierungspolitik im Nachbarland Bolivien ein interessanter Wirtschaftsstandort. Mehrere, darunter auch internationale Unternehmen, haben inzwischen mit dem Lithiumabbau begonnen.

Indigene Gemeinden werden übergangen

Die indigenen Anrainergemeinden bleiben dabei außen vor. Sie befürchten eine Störung des empfindlichen Ökosystems und ein Ende der Möglichkeit nachhaltiger Salzproduktion und Landwirtschaft, eine Beeinträchtigung des Brunnenwassers wegen des erheblichen Süßwasserverbrauchs und nicht zuletzt die Zerstörung einer einzigartigen Landschaft mit ihrer touristischen, aber auch spirituellen und kulturellen Bedeutung. Ein Zusammenschluss von Gemeinden hat vor dem obersten Gericht eine einstweilige Verfügung zum Stopp sämtlicher Bergbauaktivitäten in ihrer Nachbarschaft beantragt.

Die Einbeziehung der Gemeinden und die Anfertigung von wissenschaftlichen Gutachten zu den ökologischen und ökonomischen Folgen sind ihre Minimalforderungen. Zahlreiche Netzwerke und Info-Webpages von Initiativen zur Überwachung und Aufklärung von Bergbau- und Ölförderungsaktivitäten begleiten Prozesse wie diese und geben dem Protest eine Plattform. Beispiele sind No A La Mina, Observatorio Petrolero Sur oder Observatorio de Conflictos Mineros de America Latina.

24.05.2011

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