Brasilien: Campo und Vida Ativa

Brasilien ist ein reiches Land. Dennoch lebt ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut. Die brasilianische Nichtregierungsorganisation CAMPO – Centro de Assessoria ao Movimento Popular – widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1987 der Armutsbekämpfung in den Favelas.

 

 

Brasilien: Campo und Vida Ativa

Brasilien ist ein reiches Land. Dennoch lebt ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut. Die brasilianische Nichtregierungsorganisation CAMPO – Centro de Assessoria ao Movimento Popular – widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1987 der Armutsbekämpfung in den Favelas.

 

 

Menschen beim Schauspielen. Zur Armutsbekämpfung in den Favelas gehören nicht nur Kurse zur schulischen und beruflichen Bildung sondern auch zahlreiche Aktivitäten, die das Selbstwertgefühl der Favelabewohner und -Bewohnerinnen stärken und ihnen helfen, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken.

Zur Armutsbekämpfung in den Favelas gehören nicht nur Kurse zur schulischen und beruflichen Bildung sondern auch zahlreiche Aktivitäten, die das Selbstwertgefühl der Favelabewohner und -Bewohnerinnen stärken und ihnen helfen, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken.

Brasilien ist ein reiches Land. Dennoch lebt ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut. Die brasilianische Nichtregierungsorganisation CAMPO – Centro de Assessoria ao Movimento Popular – widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1987 der Armutsbekämpfung in den Favelas. Zu der Vielzahl von Angeboten gehören zum Beispiel Kurse zur schulischen und beruflichen Bildung, Kinderbetreuung und Umweltschutzprojekte – vor allem aber auch zahlreiche Aktivitäten, die das Selbstwertgefühl der Favelabewohner und -Bewohnerinnen stärken und ihnen helfen, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken.

Zu den Arbeitsprinzipien von CAMPO gehört es, die mit der Organisation verbundenen Basisgruppen dahingehend zu beraten, dass sie ihre Projekte schon nach kurzer Zeit selbst verwalten und langfristig den Erhalt der Projekte und deren Nachhaltigkeit sichern können.

Eigene Fähigkeiten entfalten

Zusammen mit CAMPO führt der WFD in São Gonçalo, einer Elendsstadt im Einzugsbereich von Rio de Janeiro, das Projekt Vida Activa durch, ein Projekt der Armutsbekämpfung. Ziel es ist, einigen Tausend BewohnerInnen zu helfen, durch Maßnahmen der Schul- und Berufsausbildung, durch Aufbau einer regionalen Arbeitsvermittlungsagentur sowie durch Stärkung der Zivilgesellschaft sich beruflich zu qualifizieren und als mündige BürgerInnen zum Wohl ihres Viertels zu engagieren. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Projektregion hat im April 2008 der Bau eines petrochemischen Megaprojekts begonnen, das 2012 in Betrieb gehen soll. Es sollen mehrere 10.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Für die BewohnerInnen ist dies Chance, aber auch Bedrohung. Sofern es ihnen nicht gelingt, sich schulisch und beruflich zu qualifizieren, werden sie den Folgen des Zuzugs und der Beschäftigung einer großen Anzahl von auswärtigen Arbeitskräften, meist Familienväter ohne Familie, schutzlos ausgeliefert sein. Die Lebenshaltungskosten werden drastisch steigen, Prostitution, auch Kinderprostitution, Gewalt, Drogen und Umweltzerstörung werden zunehmen.

Nachhaltige Förderung in den Favelas

CAMPO möchte zusammen mit den lokalen Gruppen der Projektregion dafür sorgen, dass die BewohnerInnen die sich bietende Chance nutzen können und verhindern, dass der geplante Industriepark zu einer ‚Kathedrale in der Wüste‘ wird, wofür es leider im Bundesstaat Rio de Janeiro bereits abschreckende Beispiele gibt. Ab Juni 2009 ist eine Junior Nachwuchskraft des WFD an der Seite vom Campo und eines weiteren WFD Kooperanten für ein Jahr in São Gonçalo tätig.

Sie können sich auch gerne direkt auf der Webseite unseres Partners informieren: www.campo.org/br

03.02.2017

Gepostet in: Brasilien: Campo und Vida Ativa

Brasilien: Campo und Vida Ativa

Brasilien ist ein reiches Land. Dennoch lebt ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut. Die brasilianische Nichtregierungsorganisation CAMPO – Centro de Assessoria ao Movimento Popular – widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1987 der Armutsbekämpfung in den Favelas.

 

 

von LUTZ TAUFER, 2003-09 Kooperant des Weltfriedensdienst in Rio de Janeiro, seit 2010 im Vorstand

Mitten in der schönen Olympiastadt liegt ein großer See namens Lagoa Rodrigo de Freitas. Bis vor ein paar Jahren gab es einen inzwischen zugeschütteten Abfluss zum Meer, den die „Entdecker“ vor 500 Jahren für einen Fluss hielten und da es gerade Januar war, nannten sie die malerische Bucht Rio de Janeiro, Januarfluss. Die Lagoa ist ringsum gesäumt mit Flanier- und Joggingpisten, einem großen Fußballstadion, kleinen Freiluftrestaurants und jeder Menge Kinderspielplätze. Sie ist das Freizeitrevier der wohlhabenden Mittelschicht aus Ipanema und Jardim Botânico. Auch der Strand und die internationalen Touristen sind nicht weit.

Blutiger Frieden

Am Dienstag nach Ostern stellte die brasilianische NGO Rio de Paz (Friedliches Rio) 25 Tafeln an der Lagoa auf. Die Tafeln waren den 25 Kindern gewidmet, die in den letzten neun Jahren von Kugeln, meist Polizeikugeln, getötet wurden, die meisten in den letzten beiden Jahren. Es ist ein Hilferuf, nicht zuletzt an ausländische BesucherInnen und um internationale Solidarität. Die 25. Tafel galt dem 4-jährigen Ryan, der am Ostersonntag bei einer Schießerei zwischen konkurrierenden Drogenbanden in Madureira, Vorstadtregion von Rio, starb. Empörte Jugendliche stürmten daraufhin eine BRT-Station und fackelten zwei der nagelneuen Schnellbusse ab. Das Protestziel war vermutlich nicht blindwütend gewählt – bei den Schnellbuslinien handelt es sich um eines der die Olympischen Spiele umrankenden Prestigeprojekte der öffentlichen Hand. Schicke Omnibusse ja, Sicherheit fürs Leben nein. Wer für die olympischen Spiele bezahlt, bisweilen auch mit dem Leben, sind die Armen. Nicht nur die Buspreise steigen, auch die Todesraten klettern. Der Kleber an den 25 Lagoa-Plakaten von Rio de Paz war noch nicht trocken als die nächste Nachricht für die 26. Tafel eintraf: Am Ostersamstag wurde der fünfjährige Matheus Santos Moraes in Magé beim Spielen an der Haustür von einer Polizeikugel durchbohrt. Die Mutter, eine arme Hausangestellte, bestreitet, dass die Polizei irgendeiner Bedrohung ausgesetzt war. Matheus hatte ein Tag vor seinem Tod seiner Mutter gesagt: “Ich habe hier Angst, lass uns fortgehen”. Man muss sich nur mal vorstellen, was diese Atmosphäre von Waffen, Schießereien und Gewalt mit den Kindern macht.

Berichterstattung? Fehlanzeige!

In derselben Nacht fackelten empörte BewohnerInnen von Magé 12 Omnibusse ab. Das Omnibusunternehmen teilte mit, dass in den letzten 12 Monaten 50 ihrer Busse in Brand gesteckt worden waren. Das sind Proteste aus Ohnmacht und Verzweiflung. Wären solche Entwicklungen vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi oder den Sommerspielen in Peking gelaufen – auf den deutschen TV-Kanälen hätte eine Talkshow die Nächste gejagt. Aber der Tod von brasilianischen Favelados? Schwamm drüber! Sowas kommt halt vor.
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26.08.2016

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