Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

Gemeinsam mit der Partnerorganisation Isiolo Peace Link engagiert sich der Weltfriedensdienst dafür, dass Menschen Herausforderungen wie Ausschreitungen, Terror und Korruption gemeinsam begegnen. Nur durch die Zusammenarbeit aller Ethnien können eine gerechte Landverteilung und eine friedliche Zukunft erreicht werden.

Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

Gemeinsam mit der Partnerorganisation Isiolo Peace Link engagiert sich der Weltfriedensdienst dafür, dass Menschen Herausforderungen wie Ausschreitungen, Terror und Korruption gemeinsam begegnen. Nur durch die Zusammenarbeit aller Ethnien können eine gerechte Landverteilung und eine friedliche Zukunft erreicht werden.

Tanzende Samburu Frauen während der Feierlichkeiten zum internationalen Tag der Menschenrechte in Isiolo.

Samburu Frauen während der Feierlichkeiten zum internationalen Tag der Menschenrechte in Isiolo

Kenia war lange Zeit als Safariland bekannt. In den letzten Jahren waren die Schlagzeilen jedoch oftmals negativ. Ausschreitungen zwischen Ethnien nach den Wahlen 2007, islamistischer Terror und Korruption sind nur einige der Schlagworte. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Isiolo Peace Link engagiert sich der Weltfriedensdienst dafür, dass Menschen den Herausforderungen gemeinsam begegnen.

Landverteilung und ethnische Konflikte

Im nordkenianischen Isiolo kooperiert der Weltfriedensdient mit der Partnerorganisation Isiolo Peace Link. Im wüstenhaften Norden des Landes brechen regelmäßig gewaltsame Konflikte zwischen unterschiedlichen Ethnien aus. Dabei geht es oft um den Zugang zu Wasser und Weideland, Viehdiebstahl oder die Besetzung politischer Positionen. Landrechte sind vielfach unklar und strittig. Wer Land besitzen darf, wird häufig durch Korruption entschieden und durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie begünstigt. Raumgreifende Infrastruktur- und Umweltschutzprojekte und wiederkehrende Dürren tragen weiter zur Verknappung der verfügbaren Landfläche bei. Hinzu kommen Exportgüter wie etwa Rosen, deren wasserintensive Bewirtschaftung die Wasserknappheit der Bevölkerung weiter verstärken. Nomadische Hirtengesellschaften sehen sich Investoren und Spekulanten gegenüber, die ihre Interessen mit Hilfe der Regierung und teilweise Sicherheitsorganen durchsetzen.

Verfeindete Ethnien an einen Tisch bringen

Eines der zentralen Ziele des Projektes ist es daher, oftmals langjährig verfeindete Ethnien an einen Tisch zu bringen, um zukünftige Konflikte, wie etwa bei der Landverteilung, zu verhindern. Isiolo Peace Link unterstützt traditionelle Schlichtungsverfahren, in denen sich traditionelle Autoritäten gemeinsam für eine nachhaltige Nutzung der schwindenden Ressourcen einsetzen. In indirekter Diplomatie zwischen unterschiedlichen Gruppen und unter dem Einsatz von Mediationsmethoden versucht Isiolo Peace Link eine zentrale Plattform zu schaffen, wo sich traditionelle Autoritäten unterschiedlicher Gruppen austauschen können. Die im Jahre 2014 in Kraft getretene neue Verfassung sieht ebenfalls den Einsatz traditioneller Konfliktschlichtung vor und so plant Isiolo Peace Link, Gerichte, Friedenskomitees und Ältestenräte über die jeweiligen Ansätze aufzuklären und so deren Zusammenarbeit zu stärken.

Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung: Die MitarbeiterInnen der Partnerorganisation Isiolo Peace Link, v.l.n.r. Hassan Abdullahi, Emma Akai Abong, WFD-Kooperant Tim Bunke, Abdia Mohamud, Hussein Mursal, Rose Mwari und Weltfriedensdienst-ZFD-Regionalkoordinatorin Andrea Case.

Die MitarbeiterInnen der Partnerorganisation Isiolo Peace Link, v.l.n.r. Hassan Abdullahi, Emma Akai Abong, WFD-Kooperant Tim Bunke, Abdia Mohamud, Hussein Mursal, Rose Mwari, WFD ZFD-Regionalkoordinatorin Andrea Case

Gemeinsam seine Rechte einfordern

Die Zusammenarbeit der vielen Ethnien in Isiolo County soll auch im Angesicht der voranschreitenden Infrastrukturprogramme gestärkt werden. Dieser Tage werden in Isiolo eine Eisenbahnlinie, eine Pipeline und ein Flughafen errichtet. Die unterschiedlichen Ethnien im trockenen Norden Kenias sind traditionell Kamel-, Rinder und Ziegenhirten, die nomadisch durch die trockene Landschaft ziehen und nur lose eher traditionelle Landansprüche kennen. Investoren und Spekulanten nutzen diese traditionelle Landnutzung immer häufiger aus und enteignen oder übervorteilen Einwohner.

Isiolo Peace Link betreibt Aufklärungsarbeit über die Risiken und Chancen der voranschreitenden Investitionsprojekte in betroffenen Gemeinden. Darüber hinaus fördert die Organisation die Bildung von lokalen Interessengruppen in betroffenen Gebieten und versucht, direkten Kontakt zwischen Betroffenen und Investoren herzustellen.

Isiolo Peace Link als gemeindebasierte Organisation geht hier als Vorbild vorneweg und zeigt durch seine multiethnische und multireligiöse Zusammensetzung, dass eine friedliche Zukunft nur gemeinsam erarbeitet werden kann.

22.02.2017

Gepostet in: Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×