Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

In Chimanimani im östlichen Hochland Simbabwes arbeiten der Weltfriedensdienst und die Kleinbauernorganisation TSURO zusammen für gemeinschaftlichen Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität.

Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

In Chimanimani im östlichen Hochland Simbabwes arbeiten der Weltfriedensdienst und die Kleinbauernorganisation TSURO zusammen für gemeinschaftlichen Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität.

Der Hausberg des Dorfes Chikukwa in Chimanimani, Simbabwe Anfang der 90er Jahre verödet und 20 Jahre später fruchtbar.

Eine andere Welt ist möglich. Die Kleinbäuerinnen und -Bauern von Chimanimani zeigen, dass gemeinschaftlicher Ressourcenschutz funktioniert.

Simbabwe galt einst als Kornkammer Afrikas. Heute ist das Land auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die politische, wirtschaftliche und soziale Situation ist angespannt. Ein Drittel der Menschen haben das Land verlassen.

Unangepasste Landwirtschaft und der Klimawandel sind die Probleme

In Chimanimani im östlichen Hochland arbeitet der Weltfriedensdienst mit der Kleinbauernorganisation TSURO zusammen am gemeinschaftlichen Ressourcenschutz. Brandrodung, Überweidung und unangepasste Bodenbearbeitung führen weit verbreitet dazu, dass Wind und Regen den ungeschützten Boden verwehen oder fortspülen. Weitere Folgen sind sinkende Grundwasserspiegel, versiegende Quellen und vertrocknende Flussbetten. Der Klimawandel verstärkt die Auswirkungen spürbar. Immer häufiger kam es in den letzten Jahren in großen Teilen des Distriktes zu kompletten Ernteausfällen. In vielen der abgelegenen Dörfer ist die Ernährung der Menschen nicht mehr gesichert.

Lösungsansätze zur Wiederherstellung der Ernährungssouveränität

Ein wichtiges Anliegen des Projektes ist der gemeinschaftlich organisierte Schutz der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Wald und Grasland. Das Anlegen von Terrassen, eine ganzjährige Bodenbedeckung durch Gräser und Bäume sowie Aufklärungsarbeit gegen das Legen von Bränden spielen eine wichtige Rolle. 

Besonders wichtig für den Wasserhaushalt in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels sind die sogenannten Wassereinzugsgebiete von Quellen und Flüssen.  Die Gemeinden werden daher unterstützt, diese Gebiete gemeinsam wieder herzustellen und langfristig zu schützen. Vermittelt werden auch Wasserernte“-techniken als Grundlage für stabile Erträge bei Feldfrüchten. Regenwasser versickert auf dem Feld anstatt einfach abzufließen. 

Weidemanagement = Ressourcenschutz

Rinderherde mit Hirte vor Baobabs

Die gemeinsamen Viehherden müssen unter den schwierigen Umweltbedingungen planvoll und sorgfältig geführt werden.

Eine bedeutende Rolle spielt auch der Kampf gegen Überweidung. Dafür wird ein ganzheitliches System der Weidehaltung eingeführt. Bäuerinnen und Bauern legen ihre Rinder zu einer kollektiven Herde zusammen und lernen Weidegebiete und Herden nachhaltig zu managen. Nach einem festen Rotationsprinzip werden die Tiere von einem Weidegebiet zum nächsten geführt. Ist das Gras in einem Abschnitt abgefressen, bekommt es so viel Zeit wie nötig, um nachzuwachsen und Samen  auszubilden. Erst dann dürfen die Tiere wieder zurückkehren.
Wenn sich das Grasland auf diese Weise erholt hat, schützt eine dichte Pflanzendecke den Boden vor Austrocknung. Regenwasser kann wieder versickern und die Tiere finden immer ausreichend und gutes Futter. Die Rinder werden vom Problem für das Land und seinen Wasserhaushalt zu Landschaftspflegern“.

Besonders in den trockenen Regionen Chimanimanis leisten Hühner und Ziegen einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssouveränität. Mit dem Erlös aus ihrem Verkauf können Lebensmittel beschafft und Schulgeld bezahlt werden.

Unsere Partnerorganisation

TSURO bedeutet „Für eine nachhaltige Ressourcennutzung“. Gleichzeitig steht das Wort in der lokalen Sprache und Kultur der Shona für den Hasen als listenreiches Fabeltier. TSURO wurde 1999 gegründet, hat über 5.000 Mitglieder und ist basisdemokratisch organisiert. Ein wichtiges Prinzip ist ihre Unparteilichkeit. So wird TSURO nicht zum Spielball in politischen Auseinandersetzungen und kann glaubwürdig gemeinsame Interessen der Menschen vertreten. Ganz nebenher bringt sie dabei zerstrittene Gemeinden wieder zusammen.

27.01.2017

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

In Chimanimani im östlichen Hochland Simbabwes arbeiten der Weltfriedensdienst und die Kleinbauernorganisation TSURO zusammen für gemeinschaftlichen Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität.

Ein Bericht in Bildern:

31.05.2016

Gepostet in: Aktuelles von work4peace, Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

In Chimanimani im östlichen Hochland Simbabwes arbeiten der Weltfriedensdienst und die Kleinbauernorganisation TSURO zusammen für gemeinschaftlichen Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität.

tsuro-mrsmatirekwe-simbabwe-rinder

Mrs. Matirekwe

Mrs. Matirekwe ist eine der Pioniere von Chisuko und war seit Beginn des Projektes im Juli 2012 die Schatzmeisterin des Kommittees. Sie bezahlte die Hirten und erstellt einen monatlichen Finanzreport. Wegen Problemen mit ihren Augen ist sie inzwischen von der Aufgabe zurückgetreten.
Mrs. Matirekwe ist Witwe und hat niemanden der auf ihre Rinder aufpassen kann. Für gewöhnlich stromerten sie um das Geschäftszentrum des Ortes herum. Da Kühe anders als beispielsweise Pferde oder Ziegen nicht in der Lage sind beim Grasen zu unterscheiden, was sie fressen, verschlucken sie nebenher oft Plastiktüten, Teile von alten Decken und Düngemittelsäcken auf. Eines von Mrs. Matirekwes Rindern ist auf diese Weise gestorben, wie sich bei der Obduktion des Tierarztes herausstellte.
 Jetzt hat sie noch drei Rinder. Sie weiß, das sie gut betreut werden und so etwas nicht noch einmal passieren kann.

Mrs. Matirekwe investierte sehr viel  freiwillige Arbeit,  damit das Chisuko Projekt Realität wurde. Mitglieder des Weideprojekts kamen zu jeder Tages- und Nachtzeit zu ihrem Haus, um ihren Beitrag zu bezahlen oder um sich nach den Ausständen zu erkunden. Am Anfang durften die Leute mit Mais bezahlen, den sie dann in ihrem Haus aufbewahren musste. Zusammen mit dem Sekretär, Mr. Sedha, verteilte sie den Mais an die Hirten.

Das Projekt hat den Menschen in Chisuko noch auf andere Weise geholfen: “Bevor das Chisuko Projekt begann, haben meine Tiere einmal die Maisernte von Mr. Matoro vernichtet. Darüber gab es großen Streit. Ich habe dabei  Bluthochdruck bekommen. Viele von uns mussten zum Gericht des Chiefs und Strafen zahlen, um den durch ihre Tiere angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Das Projekt hat uns Frieden und Ruhe in der Nachbarschaft gebracht.”

09.02.2016

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

Schlagwörter:

Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

In Chimanimani im östlichen Hochland Simbabwes arbeiten der Weltfriedensdienst und die Kleinbauernorganisation TSURO zusammen für gemeinschaftlichen Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität.

Viehhaltung ist in Zimbabwe traditionell in Männerhand. Aufgrund tiefer kultureller und ökonomischer Verwurzelung, betreiben auch heute noch wenige Frauen Viehhaltung.

In Simbabwe macht sich der Klimawandel mit unregelmäßigen Niederschlägen und längeren Trockenphasen bemerkbar. Das hat gravierende Auswirkungen auf den traditionellen Ackerbau. Bodenerosion und versiegende Quellen führen immer wieder zu großflächigen Ernteausfällen. Dadurch ist die Ernährungssouveränität vieler Menschen akkut bedroht. Durch Viehhaltung können diese Herausforderungen für Kleinbauern-Familien leichter bewältigt werden.

Ein Mann und eine Frau sitzen auf eine Zaun umgeben von Rindern, Viehhaltung

Traditionelle Rollenbilder haben beim Kampf gegen die Folgen des Klimawandels wenig Bedeutung

Im Jahre 2011 führte TSURO im Distrikt Chimanimani eine Erhebung durch. Diese ergab, dass 34% der Haushalte mittlerweile von Frauen geführt werden. Das ist vor allem mit massiver Arbeitsmigration und dem HI-Virus zu erklären. Daher ist es wichitg auch Frauen an der Viehhaltung zu beteiligen, um ihre Ernährungssicherheit und Lebensqualität zu sichern.

Die Projektarbeit von TSURO zur Förderung nachhaltiger Weidewirtschaft hat in dieser Hinsicht einiges in Bewegung gesetzt. In der Region Chisuko demonstrieren Frauen eindrucksvoll, dass sie als Viehhalterinnen eine starke Rolle im Prozess der ländlichen Entwicklung spielen.

09.02.2016

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

Schlagwörter: , , , , , ,

Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

In Chimanimani im östlichen Hochland Simbabwes arbeiten der Weltfriedensdienst und die Kleinbauernorganisation TSURO zusammen für gemeinschaftlichen Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität.

hans spendet für Tsuro, DeutschlandHans und internationale Kontakte gehörten an der Staatlichen Gewerbeschule Stahl- und Maschinenbau, G1, in Hamburg immer zusammen. Das zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand als Überraschungsbesuch auch 3 Kollegen (Hans rechts im Bild) der Partnerschule aus Dänemark anreisten, sagt mehr über Hans aus, als viele Worte. Und auch sein letzter Schultag stand im Zeichen internationaler Solidarität. Er rief die Kolleginnen und Kollegen auf, für TSURO zu spenden. 686,50€ sammelten sich in der Spendendose. DANKE Hans, und bleib’ uns noch viele Jahre gesund erhalten!
– von Wulf Schubert

09.02.2016

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

Schlagwörter: , , , , ,

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×