theater1Zu Besuch beim Yes-Theatre, für uns ein neuer Partner und ein neues Projekt. Wir sehen eine beeindruckende Vorstellung. Etwa 200 Schülerinnen überhäufen das Ensemble hinterher mit Fragen und Vorschlägen. Später bei Tee und Zigaretten stelle ich eine einfache Frage: Warum macht Ihr Theater?

Ein Mensch ohne Hoffnung ist ein gefährlicher Mensch

“Eine schwere Frage: Zunächst, weil ich es mag. Die Menschen mögen es. Und…

Wir versuchen Hoffnung zu geben. Ein Mensch ohne Hoffnung ist ein gefährlicher Mensch.  Gelingt es hingegen, jemanden mit Hoffnung zu erfüllen, auf Morgen, für die eigene Zukunft, wird er keine Gefahr mehr darstellen. Ein Mensch mit Hoffnung wird bereit sein,  mit dir zu reden, dich und deine Ansichten zu tolerieren und Meinungen auszutauschen. Das ist das Fundament. Wenn wir übereinstimmen, einander zuzuhören, haben wir einen Anfang. Wenn wir uns jedoch weigern, das tun, beginnen die Schwierigkeiten.

Die Leute hier leiden, sie sagen, dass sie die ganze Zeit leiden und immer nur leiden. Sie sehen sich als Opfer. Und nun? Soll die Welt ihnen Geld schicken und alles wieder aufbauen? Wenn wir das fordern, werden wir Opfer bleiben, machen wir uns freiwillig zu Opfern. Die Lösung ist, gegen diese Situation zu kämpfen, die Verhältnisse zu ändern. Du kannst die Verhältnisse aber nicht ändern, wenn es dir nicht gelingt, die Menschen und ihre Denkweise zu ändern.

theater2Ich glaube, dass wir als Künstler dazu beitragen können. Wir können etwas ändern und tun es bereits. Wir haben mittlerweile Tausende Leute, die uns kennen, zu den Vorstellungen kommen, die unsere Botschaft verstehen. Sie versuchen jetzt wie wir, die Dinge von verschiedenen Seiten zu betrachten…

Sich gegen etablierte Anführer zu widersetzen erfordert Mut

Wir wollen nicht, dass Leute wie Fotokopien sind, Fotokopien ihrer Väter, nur, weil die es so wollen. Das wollen wir nicht. Wir haben genug von den Älteren, den Anführern, die behaupten, sie würden alle Probleme kennen und für uns lösen. Unsere jungen Leute, können Ihre Probleme selbst lösen. Bereits die kleinen Kinder wissen, was richtig und was falsch ist. Jeder hat das Recht, als alter oder junger Mann, als Frau oder Mädchen NEIN zu sagen. Zu sagen, DAS will ich und DAS nicht. Jeder hat das Recht. Es wahrzunehmen erfordert Mut. Den versuchen wir den Menschen zu geben. Du musst den Mut haben Nein zu sagen. Ich widersetze mich DEM, ich will DAS. Das ist es, was wir versuchen.

Einfach!”

06.11.2009

Gepostet in: Der Weltfriedensdienst in Palästina, Palästina: Theaterpädagogische Friedensarbeit

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