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Alles war still, man hätte eine Stecknadel fallen hören in der Aula der Clay-Schule. Zweihundert SchülerInnen schauten gebannt nach vorne und lauschten einem Vortrag. Nein, das war kein normaler Unterricht! Denn der Vortragende war von weither angereist: Johannes Mufakose, unser zweiwöchiger Gast und Projektpartner aus Chimanimani, Simbabwe.IMG_20151120_124232529_bearbeitet
An diesem Freitag stellte er sein Projekt CELUCT  vor, was auf Deutsch so viel bedeutet, wie „Nachhaltige Landwirtschaft zum Wohl der Gemeinde“. Während der Präsentation bezog er die SchülerInnen direkt mit ein. Zum Beispiel fragte er: „Was ist ein Konflikt?“. Auf die einfache Frage wussten die SchülerInnen viele unterschiedliche Antworten, Meinungen und Kommentare, die sich teilweise auch widersprachen. Genauso könne ein Konflikt entstehen, resümierte Johannes schließlich, weil jeder seine eigene Sicht auf die Situation hatte. Wichtig ist, nicht stur auf die eigene Position zu beharren, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Spannend wurde es, als er erzählte, wie er sich vor einigen Monaten  in einem Dorf in Chimanimani für eine gerechte Verteilung des Quellwassers einsetzte und es, zusammen mit der Gemeinschaft, schaffte einen zehn Jahre lang andauernden Konflikt zum Wohle aller zu lösen.

Johannes Mukafose berichtete nicht nur, lebhaft wurde es, als er Fragen beantwortete. Von „Was hat Sie persönlich zur Friedensarbeit gebracht?“ bis zu „Wie schätzen Sie das Leben in Simbabwe nach dem Diktator Mugabe ein?“ gab es ein breites Spektrum an Nachfragen. Denn nicht nur Johannes hatte sich souverän auf diesen Tag vorbereitet.  Eine tolle Unterstützung gab es auch von Seiten der Englischlehrerinnen, die während der Präsentation übersetzten und die Fragerunde moderierten.
Natürlich stellten wir auch den Weltfriedensdienst mit seinen weiteren Projekten, wie TSURO in Simbabwe vor, sodass die SchülerInnen am Ende ein umfassendes Bild von Johannes Heimatland hatten.

Thematisch konnten wir gut in das Thema „Flüchtlinge“ einsteigen, weil Johannes Projekt CELUCT vor allem auch Fluchtursachen bekämpft, damit niemand sein Zuhause verlassen muss.  Durch seine mitreißenden Erzählweise, seine jahrelange Erfahrung und seine wahren Geschichten gewann er die Aufmerksamkeit der Schüler für sich. Betroffen waren die ZuhörerInnen vor allem, als er von seinem eigenen Schicksal berichtete. Von der Trennung seiner Eltern, seiner Armut oder wie es ist, täglich zehn Kilometer lang barfuß zur Schule zu laufen – für viele SchülerInnen war das unvorstellbar.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Vormittag- die Schule bedankte sich bei uns mit Blumen und Schokolade- und der kommenden Spendenaktion!

30.05.2016

Gepostet in: Aktuelles von work4peace