Offenes Fachgespräch  am 22. November 2018, 10:30-12:30 Uhr

Forum Umwelt und Entwicklung, Marienstraße 19-20 (3. Stock, Hinterhaus), 10117 Berlin

Drei Viertel der weltweit ärmsten Menschen leben in Regionen, die unter Wasserstress stehen. Die meisten von ihnen leben auf dem Land. Obwohl sie zum Beispiel als Kleinbäuerinnen und -bauern und HirtInnen selbst Nahrungsmittel produzieren, machen sie den Großteil der Hungernden aus. Notwendige Produktions- und damit Lebensbedingungen für sie sind der freie Zugang zu lokalen Wasserressourcen und stabile Ökosysteme mit intakten Wasserkreisläufen.

Die Vereinten Nationen gehen aktuell davon aus, dass zur Jahrhundertmitte jeder zweite Mensch in seiner Heimat von Wasserknappheit bedroht sein wird. Es sei denn, es gelingt, den Druck auf die globalen Wasserressourcen zu verringern und die Degradation der natürlichen Umwelt aufzuhalten.

Zu Diskussion und Erfahrungsaustausch, wie das gelingen kann, laden der Weltfriedensdienst und das Forum Umwelt und Entwicklung ein.

Dr. Backson Muchini, Direktor der Kleinbauernorganisation TSURO in Chimanimani, Simbabwe, wird dabei aus seiner erfolgreichen Praxis als Agrarökologe berichten.

Jahrzehntelang wurden in Simbabwe die natürlichen Ressourcen übernutzt. Die Region ist seit der Jahrtausendwende schwer vom Klimawandel betroffen. Dennoch zeigen die Kleinbäuerinnen und -bauern, wie durch gemeinschaftlich organisiertes Ressourcenmanagement Ökosysteme rehabilitiert und die Produktion von Nahrungsmitteln nachhaltig sichergestellt werden können. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem innovativen System der kollektiven Weidehaltung zu.

„Mein Lebensziel ist es, die Ernährungsnot in Chimanimani, ja in Simbabwe, zu beenden. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel mit agrarökologischen Methoden.“ Dr. Backson Muchini, Simbabwe.

Ausgehend von ihren Erfahrungen wurde 2017 in Chimanimani die erste simbabwische „District Policy“ zu Klimawandel und Management von Wassereinzugsgebieten verabschiedet. Diese Policy legt verbindliche Richtlinien zur Landnutzung in Wassereinzugsgebieten fest und gibt angemessene Antworten auf Klimawandel und Ressourcenraubbau. In den kommenden Jahren ist die Region als Pilotdistrikt für die Gestaltung einer nationalen Strategie zur Klimawandelanpassung vorgesehen. Bei erfolgreicher Umsetzung sind wegweisende Impulse für partizipatorische Governance-Ansätze auf nationaler Ebene möglich.

In der aktuellen Diskussion um die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele sind es genau diese Ansätze, die nicht nur im Globalen Süden, sondern auch in der Europäischen Union gehört und geteilt werden müssen.

Das Projekt von TSURO und dem Weltfriedensdienst wird im Report der deutschen Zivilgesellschaft zur Agenda 2030 vorgestellt:
(Re)kommunalisierung von Wasser als gemeinschaftliches Management von Ökosystemen.

Am Donnerstag, 22. November 2018, 10:30 – 12:30 Uhr, beantworten Dr. Backson Muchini und Fachleute der Mitgliedsorganisationen des Forum Umwelt und Entwicklung Ihre Fragen in einem offenen Gespräch in den Räumen des Forum Umwelt und Entwicklung, Marienstraße 19-20 (3. Stock, Hinterhaus), 10117 Berlin.

Wir freuen uns sehr auf Ihre Teilnahme.

Bitte melden Sie sich an bei:

 Kontakt:

Stefanie Hess, Weltfriedensdienst: hess@weltfriedensdienst.de, +49 30 253 990 21

Marijana Todorovic, Forum Umwelt und Entwicklung: todorovic@forumue.de, +49 30 678 1775 907

 

 

12.11.2018

Gepostet in: Aktuelles, Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

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