Karte und Infokasten Südafrika

Von Marianne Gysae-Edkins und Naima Sebe (Veröffentlicht im KOMPASS #6 Migration anders denken)

Die AutorInnen arbeiten bei STEPS, einem Medienprojekt in Kapstadt, das Dokumentarfilme für die Menschen- und Bürgerrechtsarbeit einsetzt.

Im Mai 2008 erschüttert Südafrika eine Welle der Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit) und der brutalen Gewalt gegen Flücht­linge und EinwanderInnen. Die Mitarbeite­rInnen von STEPS entschließen sich spontan, zusammen mit der neu gegründeten Initiative Filmmakers against Racism (FAR) die Lage mit der Kamera zu begleiten.

Dokumentarfilm „Baraka“ – ein Laden wird gelyncht

Zwei Tage nach den gewalttätigen Attacken in Kapstadt entschuldigen sich die Gemein­devertreter des Armenviertels Masiphumele öffentlich bei Vertriebenen in dem nahe gele­genen Soetwater Flüchtlingscamp. Sie bitten ausländische Ladenbesitzer, zurückzukehren und ihre Läden wieder aufzubauen. In dem Film dokumentieren wir ihre Rückkehr in das völlig überfüllte Armenviertel.

Die Dreharbeiten gleichen einer Achterbahnfahrt: Zuerst kommen einheimische und ausländische HändlerInnen wieder zusammen, kleine Läden werden wieder instandgesetzt und neu eröffnet. Das normale Leben scheint weiterzugehen. Unsere Hoffnungen werden allerdings schnell enttäuscht:

Einer unserer Protagonisten ist Abdi aus Äthiopien.

(mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Karte und Infokasten Senegal

Von Cathy Kopp (Veröffentlicht im KOMPASS #6 Migration anders denken)

Seit 2003 begleitet der Weltfriedensdienst e.V. die lokale senegalesische Organisation USOFORAL („Tun wir uns zusammen!“) als strategischer Partner in ihrem Programm „Förderung lokaler Friedenspotenziale“. Cathy Kopp berät die Organisation. Im KOMPASS gibt sie den Rückkehrerin­nen aus Gambia eine Stimme. Die Frauen möchten nicht namentlich genannt werden.

Die Region Casamance ist 28.350 km² groß und liegt im Süden Senegals zwischen Guinea Bissau und Gambia. Durch Gambia ist sie vom restlichen Senegal getrennt – eine Folge der Kolonial­mächte, die weder Bevölkerungsgruppen noch lokale geografi­sche Begebenheiten berücksichtigten, als sie willkürliche Gren­zen durch die Regionen Afrikas zogen und unter sich aufteilten. Der Konflikt zwischen der Unabhängigkeitsbewegung MFDC (Bewegung der demokratischen Kräfte der Casamance) und der senegalesischen Regierung um die Unabhängigkeit der Casa­mance schwelt seit 1982. Damit ist er inzwischen der älteste ungelöste Konflikt Afrikas, der viele Tote gefordert hat. Heute gibt es kaum noch bewaffnete Auseinandersetzungen. Viele Geflüchtete kehren zurück in ihre Heimat.

Im Jahr 2014 wurde die Zahl der Binnenflüchtlinge in der Casamance auf 52.800 und die Zahl der in die Nachbarländer Geflüchteten auf 20.000 geschätzt. Die Dunkelziffer der nicht registrierten Flüchtlinge liegt jedoch weit höher. Ein schwerwiegendes Folgeproblem des Konflikts ist die hohe Anzahl ungeborgener Landminen, von denen es heute noch Tausende in der Casamance gibt. 2014 waren dreihundert Dörfer als vermint registriert. Bereits 824 Menschen wurden Opfer von Landminen, 150 davon starben. Allerdings konnte die Regie­rung mit der MFDC zu keiner Einigung weiterer Entminungs­zonen kommen. Damit wurden die Minenräumungsarbeiten 2013 gestoppt. Es fehlt ein nationaler Aktionsplan, ohne den die Geldgeber der Minenräumungsarbeiten keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. (mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst, Senegal: Frauen engagieren sich für Frieden in der Casamance

Karte und Infokasten Simbabwe

Von Vivien Martens (Veröffentlicht im KOMPASS #6 Migration anders denken)

Vivien Martens lebt seit 2008 in Simbabwe und arbeitet dort seit 2015 für den Weltfriedendienst e.V. als Beraterin bei der Frauenrechts-NGO Musasa für Planung, Monitoring, Evalua­tion und Wissensmanagement. Sie erklärt, wie Migration auch eine Chance sein kann, um Frauen zu stärken.

Nach vielen Jahren der Misswirtschaft und Korruption in Simbabwe steckt die einstige Kornkammer Afrikas in einer steten Abwärtsspirale der Rezession. Das Land befindet sich momentan auf Rang 154 (von 188) des Human Development Index (2016). Die Wirtschaftskraft ist enorm gesunken, Produktivität und Wettbe­werbsfähigkeit haben einen Tiefststand erreicht, viele Unterneh­men schließen. Die Arbeitslosenrate wird auf 80 bis 95 Prozent geschätzt. Die Mehrheit der Bevölkerung ist im informellen Sektor beschäftigt und versucht sich zum Beispiel als Straßenverkäu­fer über Wasser zu halten. Auf dem Land betreiben die meisten Menschen Subsistenzlandwirtschaft, kleine Überschüsse werden zum Verkauf oder Tauschhandel angeboten. Die Qualität des Bil­dungswesens ist stark gesunken. Viele Kinder verlassen die Schule, da ihre Eltern sich die Schulgebühren nicht mehr leisten können. Auch im Gesundheitswesen sieht es ähnlich düster aus. Darüber hinaus befindet sich das Land in einer extremen Bargeldkrise.

Die derzeitige Entwicklung Simbabwes trägt dazu bei, dass breite Bevölkerungsteile zunehmend verarmen. Ein Großteil der Bevölkerung ist auf der Suche nach Antworten auf die existen­zielle Frage, wie sie sich und ihre Familien versorgen können. Sie sehen nur noch eine Lösung: ihr Glück woanders zu versu­chen. Seit der Krise ab 2000 migrieren alleine über 3 Millionen Menschen in das Nachbarland nach Südafrika. (mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst, Simbabwe: Unterstützung für Überlebende von geschlechterbezogener Gewalt

Von Wolf-Ullrich Westermann (Veröffentlich im KOMPASS #6 Migration anders denken)

TSURO: Frauen in Simbabwe bewässern ein Kohlfeld mit Wassereimern

Kleinbäuerinnen in Simbabwe bei der Feldarbeit, Foto: Ulli Westermann

Auch das Land Simbabwe teilt eine Geschichte von Migration. Vor allem das im östlichen Hochland gelegene Gebiet des heuti­gen Chimanimani wurde in den letzten 200 Jahren von verschie­denen Wanderungsbewegungen geprägt. Darunter zählen die Nguni-Invasionen in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die koloni­alen Vertreibungen zwischen 1890 und 1900 und die rassistische rhodesische Siedlungspolitik im Zuge des Land Apportionment Acts von 1930. In den Jahren zwischen 1977–1992 flüchteten tausende von Menschen vor dem Bürgerkrieg in Mosambik und fanden in Chimanimani eine neue Heimat. Umgekehrt wander­ten aber auch viele junge Menschen in dieser Phase als Binnen­flüchtlinge aus dem ländlichen Chimanimani in die Stadt ab, um der Gewalt im Grenzgebiet zu Mosambik zu entfliehen. (mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst, Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

Karte und Infokasten Simbabwe

Von Eli Westermann (Veröffentlicht im KOMPASS #6 Migration anders denken)

Eli Westermann, Kooperantin des Weltfriedensdienst e.V. berichtet von den Konfliktpotenzialen zwischen neuen und alteingesessene EinwohnerInnen in Chitsaa.

Der Chikukwa-Clan, der heute im Chimanimani-Distrikt im Osten Simbabwes ansässig ist, blickt auf eine 400-jährige Geschichte zurück. In der Kolonialzeit war ihm alles Land genommen worden. Als in den 1950er Jahren dann eine Forst­wirtschaft im Chimanimani-Distrikt aufgebaut wurde, dienten die Mitglieder des Chikukwa-Clans als Arbeitskräfte. Dabei wurden ihnen Wohngebiete zugewiesen, die jedoch regelmäßig wechselten. In den 1970er Jahren wurden die Chikukwaner in die von der rhodesischen Regierung gegründeten Tribal Trust Lands abgedrängt. Die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung wurde zwangsumgesiedelt, ähnlich wie in den Homelands unter der südafrikanischen Apartheidpolitik.

Chitsaa liegt südlich des Chikukwa-Gemeindelandes, gehört jedoch zum traditionellen Einflussbereich des Stammesober­hauptes von Chikukwa. Vor der simbabwischen Unabhängigkeit im Jahr 1980 war hier die Hauptgemeinde des Chikuwa-Clans ansässig. Es gab eine Grundschule und einen Dip Tank [Anm. d. Red.: eine Veterinäranlage – ein Tauchbecken mit Chemikalien gegen Zecken und andere Viehparasiten]. Ab den 1960er Jahren expandierte auch hier die Forstwirtschaft, und die halbstaat­liche Forstkommission pflanzte Pinien. Heute heißt sie Allied Timbers und bildet zusammen mit anderen privaten Liegen­schaften eine einflussreiche Forstindustrie, die etwa ein Viertel des Chimanimani-Distrikts okkupiert. (mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst, Simbabwe: Kampf gegen politisch motivierte Gewalt

Nächste Seite »
Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×
Newsletter abonnieren

×

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Informationen über die Arbeit des Weltfriedensdienst e.V.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet.