Gemeinsam mit SchülerInnen erproben Konfliktlotsen in Rollenspielen die Deeskalation von Konflikten.

Gemeinsam mit SchülerInnen erproben Konfliktlotsen in Rollenspielen die Deeskalation von Konflikten.

„DIE SCHULE IN BRASILIEN IST EINE BRUTSTÄTTE DER GEWALT“

Diese ernüchternde Feststellung machte Miriam Abramovay 2009, als sie über schulische Gewalt für die UNESCO forschte. Es wird geschossen, zum Messer gegriffen, (Drogen-)Schulden werden brutal beglichen.

Kein Wunder, dass die Leistungen von Schülern wie Lehrern stark darunter leiden: 40 % der Kinder im Nordosten Brasiliens schließen die Grundschule nicht ab. Über die Hälfte verlässt zudem die Schule vor dem mittleren Schulabschluss – in der Drogenmafia kann man eben auch so schnell zu Geld kommen. Überforderte Eltern, Polizei und Militär reagieren mit Repression. Die erlebte Gewalt geben die Jugendlichen wiederum an Schwächere weiter. Da sind auch hohe Schulmauern, Gitter und Polizeipatrouillen auf den Schulhöfen keine Lösung.

ENTDECKEN, WAS IN DIR STECKT

Die MitarbeiterInnen von AdoleScER haben eine andere Antwort auf die Gewaltspirale Igor von AdoleScERgefunden: Sie hören zu und wirken durch ihr eigenes Vorbild. Wie Igor, der als Friedenserzieher zum Team gehört. „Wir arbeiten mit Jugendlichen, die, wie ich, von Familie und Schule schon aufgegeben wurden. Wenn diese Jugendlichen zu uns kommen, erleben sie, dass es jemanden gibt, der ihnen zuhört, ohne sie zu verurteilen. Dann beginnen sie, über ihr Verhalten nachzudenken und begreifen, dass es an ihnen liegt, etwas zu ändern“, beschreibt Igor seine tägliche Arbeit.

Durch die Ausbildung von besonders geeigneten Jugendlichen zu neuen Konfliktlotsen wird die Wirkung der Arbeit von AdoleScER vervielfacht. Diese arbeiten in ihren Schulen und Gemeinden. Igor ist mindestens einmal pro Woche vor Ort und hört zu, um herauszufinden, wo aktuell die Probleme liegen. Meist geht es um Drogen, häusliche oder polizeiliche Gewalt, Diskriminierung wegen Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Orientierung. In Projekten und Aktionen werden diese Themen diskutiert und der Grundstein für eine Kultur des Friedens gelegt.

Derzeit arbeitet AdoleScER in vier armen Gemeinden, künftig sollen es 20 sein. In einem städtischen Netzwerk werden diese von den fast 20 Jahren Erfahrung, dem guten Ruf und den etablierten Strukturen der Organisation profitieren.

„Der Weltfriedensdienst hofft auf eine bessere Welt – genau wie wir. Darum unterstützt er uns als Organisation und damit unsere gesamte Gesellschaft und ihren Kampf gegen die Gewalt. So wie sich mein Leben verändert hat, so können wir gemeinsam das Leben vieler anderer Menschen verändern.“
Igor Luan (s. Foto), 21, Friedenserzieher bei AdoleScER

BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNSERE FRIEDENSARBEIT

• Eine Fortbildung in einer der vier armen Kerngemeinden kostet 80 EUR.
• Das Monatsgehalt für eine Nachwuchskraft wie Igor kostet 550 EUR.

Dank Ihrer Spende können Jugendliche dort mitentscheiden, wo es um ihr Leben und um ihre Zukunft geht.

18.06.2018

Gepostet in: Aktuelles

Isiolo, Kenia. VertreterInnen unseres Partners Isiolo Peace Link haben mit einer Video-Dokumentation ihre Arbeit vor, während und nach den allgemeinen Wahlen in Kenia 2017 begleitet. Kenia hat eine traurige Vergangenheit in Bezug auf Gewalt während Wahlen. Daher hat sich Isiolo Peace Link mit anderen Organisationen vernetzt, um vor den Wahlen inter-ethnische Dialoge durchzuführen. Für die eigentliche Wahlperiode organisierten sie ein gemeinsames Kommandozentrum unter Einbezug der Sicherheitskräfte, um entstehende Konflikte bereits im Ansatz friedlich beizulegen.

Nach den Wahlen veranstalteten sie Dialoge direkt in den Gemeinden, um die unterschiedlichen politischen Fraktionen wieder an einen Tisch zu bringen und anhaltenden Konflikten vorzubeugen.

Im Video erzählen die MitarbeiterInnen unsere Partnerorganisation und TeilnehmerInnen selbst von Ihren Erfahrungen. Hier können Sie den Trailer sehen – den vollen Film finden Sie auf den Youtube-Channel unseres Partners.

 

17.06.2018

Gepostet in: Aktuelles, Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

Der Weltfriedensdienst fragt die Bundesregierung: Wie kann eine gerechte Welt für alle entstehen?

Ein offener Brief der wichtigsten entwicklungspolitischen Organisationen in Deutschland an die Bundesregierung hinterfragt die Instrumentalisierung der Entwicklungszusammenarbeit als Werkzeug der Migrationskontrolle. Der Weltfriedensdienst, World Vision, OXFAM und acht weitere zivilgesellschaftlich Verbände fordern eine Rückbesinnung auf eine werteorientierte Entwicklungszusammenarbeit.

 

Die ersten Zeilen des offenen Briefes an Merkel

Der offene Brief im Wortlaut.

16.06.2018

Gepostet in: Aktuelles

Jungen Menschen im südlichen Afrika wird soziale und wirtschaftliche Teilhabe verwehrt

Das südliche Afrika ist die Region mit der jüngsten Bevölkerung auf der Welt. 35% seiner BewohnerInnen sind zwischen 15 und 24 Jahren alt.

Diese Generation ist überdurchschnittlich von Armut, Krankheit (besonders HIV/Aids), schlechten Bildungschancen und Arbeitslosigkeit betroffen. Ihre Lebensgrundlage ist direkt durch Umweltzerstörung und die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen bedroht.

Jugendliche und unter ihnen besonders Mädchen und junge Frauen werden vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. Ein hoher Prozentsatz, der im südlichen Afrika lebenden jungen Frauen hat bereits sexuelle Gewalt erfahren müssen.

Auch junge Homo- und Bisexuelle, Transgender und Intersexuell orientierte Menschen sind Diskriminierung und gezielten Übergriffen ausgesetzt. Vergewaltigungen und Morde an jungen lesbischen Frauen, geschehen beispielsweise beinahe täglich. In Malawi, Zimbabwe oder Sambia können sexuelle Minderheiten bis zu 11 Jahren Haft erhalten.

Ein ausgeprägtes gesellschaftliches Senioritätsprinzip verhindert, dass Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweise junger Menschen Gehör finden, sowohl in persönlichen Lebensentscheidungen als auch in gesellschaftlichen Prozessen. Damit wird auch ihr Potential für die Entwicklung in der Region unterdrückt.

Folgen sind eine weit verbreitete Perspektivlosigkeit und Frustration unter jungen Menschen und ihre Migration besonders in die Armutsviertel von Städten mit all ihren Problemen im Bezug auf Gesundheit, Lebensumstände und Lebenschancen und Gewalt. Dabei greifen soziale, politische und familiäre Gewalt ineinander.

Dokumentarfilme für sozialen Wandel im südlichen Afrika

STEPS bearbeitet diese Probleme junger Menschen in sieben Ländern des südlichen Afrika (Lesotho, Botswana, Sambia, Simbabwe, Malawi, Uganda und Südafrika) mit einem regionalen Netzwerk von Selbsthilfeinitiativen junger Menschen und Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Belange junger Menschen einsetzen. Dabei setzt STEPS regional produzierte Dokumentarfilme ein, damit junge Menschen in ihren Gemeinden mit Gleichaltrigen aber auch  EntscheidungsträgerInnen offen diskutieren über Ursachen und Lösungsmöglichkeiten ihrer Probleme.

Diese Diskussionen zielen auf die Aktivierung junger Menschen im Wirkungskreis der Selbsthilfeinitiativen und NGOs und stärken deren Wissen und Bewusstsein über Rechte und Verantwortung als BürgerInnen. Sie lernen ihre Meinung frei zu vertreten und erfolgreich Beteiligungsrechte einzufordern und erhalten den dafür notwendigen Raum. Dabei werden sie bestärkt, nach Lösungen für ihre Probleme und die ihrer Gemeinden zu suchen sowie eigenständige informierte Entscheidungen zu treffen, die ihr eigenes Leben und das der Gemeinschaft angehen.

20.05.2018

Gepostet in: Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Tanzende Samburu Frauen während der Feierlichkeiten zum internationalen Tag der Menschenrechte in Isiolo.

Samburu Frauen während der Feierlichkeiten zum internationalen Tag der Menschenrechte in Isiolo

Kenia war lange Zeit als Safariland bekannt. In den letzten Jahren waren die Schlagzeilen jedoch oftmals negativ. Ausschreitungen zwischen Ethnien nach den Wahlen 2007, islamistischer Terror und Korruption sind nur einige der Schlagworte. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Isiolo Peace Link engagiert sich der Weltfriedensdienst dafür, dass Menschen den Herausforderungen gemeinsam begegnen.

Landverteilung und ethnische Konflikte

Im nordkenianischen Isiolo kooperiert der Weltfriedensdient mit der Partnerorganisation Isiolo Peace Link. Im wüstenhaften Norden des Landes brechen regelmäßig gewaltsame Konflikte zwischen unterschiedlichen Ethnien aus. Dabei geht es oft um den Zugang zu Wasser und Weideland, Viehdiebstahl oder die Besetzung politischer Positionen. Landrechte sind vielfach unklar und strittig. Wer Land besitzen darf, wird häufig durch Korruption entschieden und durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie begünstigt. Raumgreifende Infrastruktur- und Umweltschutzprojekte und wiederkehrende Dürren tragen weiter zur Verknappung der verfügbaren Landfläche bei. Hinzu kommen Exportgüter wie etwa Rosen, deren wasserintensive Bewirtschaftung die Wasserknappheit der Bevölkerung weiter verstärken. Nomadische Hirtengesellschaften sehen sich Investoren und Spekulanten gegenüber, die ihre Interessen mit Hilfe der Regierung und teilweise Sicherheitsorganen durchsetzen.

Verfeindete Ethnien an einen Tisch bringen

Eines der zentralen Ziele des Projektes ist es daher, oftmals langjährig verfeindete Ethnien an einen Tisch zu bringen, um zukünftige Konflikte, wie etwa bei der Landverteilung, zu verhindern. Isiolo Peace Link unterstützt traditionelle Schlichtungsverfahren, in denen sich traditionelle Autoritäten gemeinsam für eine nachhaltige Nutzung der schwindenden Ressourcen einsetzen. In indirekter Diplomatie zwischen unterschiedlichen Gruppen und unter dem Einsatz von Mediationsmethoden versucht Isiolo Peace Link eine zentrale Plattform zu schaffen, wo sich traditionelle Autoritäten unterschiedlicher Gruppen austauschen können. Die im Jahre 2014 in Kraft getretene neue Verfassung sieht ebenfalls den Einsatz traditioneller Konfliktschlichtung vor und so plant Isiolo Peace Link, Gerichte, Friedenskomitees und Ältestenräte über die jeweiligen Ansätze aufzuklären und so deren Zusammenarbeit zu stärken.

Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung: Die MitarbeiterInnen der Partnerorganisation Isiolo Peace Link, v.l.n.r. Hassan Abdullahi, Emma Akai Abong, WFD-Kooperant Tim Bunke, Abdia Mohamud, Hussein Mursal, Rose Mwari und Weltfriedensdienst-ZFD-Regionalkoordinatorin Andrea Case.

Die MitarbeiterInnen der Partnerorganisation Isiolo Peace Link, v.l.n.r. Hassan Abdullahi, Emma Akai Abong, WFD-Kooperant Tim Bunke, Abdia Mohamud, Hussein Mursal, Rose Mwari, WFD ZFD-Regionalkoordinatorin Andrea Case

Gemeinsam seine Rechte einfordern

Die Zusammenarbeit der vielen Ethnien in Isiolo County soll auch im Angesicht der voranschreitenden Infrastrukturprogramme gestärkt werden. Dieser Tage werden in Isiolo eine Eisenbahnlinie, eine Pipeline und ein Flughafen errichtet. Die unterschiedlichen Ethnien im trockenen Norden Kenias sind traditionell Kamel-, Rinder und Ziegenhirten, die nomadisch durch die trockene Landschaft ziehen und nur lose eher traditionelle Landansprüche kennen. Investoren und Spekulanten nutzen diese traditionelle Landnutzung immer häufiger aus und enteignen oder übervorteilen Einwohner.

Isiolo Peace Link betreibt Aufklärungsarbeit über die Risiken und Chancen der voranschreitenden Investitionsprojekte in betroffenen Gemeinden. Darüber hinaus fördert die Organisation die Bildung von lokalen Interessengruppen in betroffenen Gebieten und versucht, direkten Kontakt zwischen Betroffenen und Investoren herzustellen.

Isiolo Peace Link als gemeindebasierte Organisation geht hier als Vorbild vorneweg und zeigt durch seine multiethnische und multireligiöse Zusammensetzung, dass eine friedliche Zukunft nur gemeinsam erarbeitet werden kann.

20.05.2018

Gepostet in: Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

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