Wir suchen zum 01. Januar 2019 eine/n Kollegin/Kollegen als Elternzeitvertretung für die

Projektadministration (mehr …)

18.10.2018

Gepostet in: Aktuelles, Stellenangebote

 

Wir suchen zum 01. Januar 2019 eine/n Kollegin/Kollegen für die

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18.10.2018

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Unser Jahresbericht zeigt, wie vielfältig sich zivilgesellschaftliche Initiativen im globalen Süden für Frieden einsetzen. Dabei haben wir sie in 22 Ländern und 45 langfristigen Projekten unterstützt. 29 Fachkräfte des Weltfriedensdienst e.V. standen ihnen beratend zur Seite. Rund 4,4 Millionen Euro flossen in die Friedensarbeit vor Ort und werden das Leben der Menschen nachhaltig verbessern. Ihre Spenden kommen an – dort, wo sie etwas bewirken.

Kenia, Argentinien & Myanmar: Einblicke in unsere Arbeit vor Ort

Friedensarbeit messen in Kenia: Unsere Fachkraft vor Ort erläutert, warum Friedensarbeit manchmal auch bürokratisch sein muss.

Indigene stärken in Argentinien: Wir erklären, wie unsere Partnerorganisation indigene Gemeinschaften in ihrem Überlebenskampf und dem Erhalt ihrer Kulturen unterstützen.

DemokratInnen unterstützen in Myanmar: Unsere Fachkräfte berichten von unserer Friedensarbeit in Myanmar.

Diese und viele weitere Beispiele aus unserem Jahres- und Finanzbericht 2017 zeigen: Gemeinsam konnten wir die Welt friedlicher machen. Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen weltweit ist unsere Vision und dafür setzen wir uns ein. Mit Engagement und Expertise.

Jahresbericht 2017 lesen & herunterladen

Download: Jahresbericht 2017 (pdf)

Printausgaben bestellen: info@weltfriedensdienst.de

28.09.2018

Gepostet in: Aktuelles, Der Jahresbericht des Weltfriedensdienst

Unsere Fachkräfte Bernhard Ortmann und Lukas Nagel berichten im Jahresbericht 2017, wie unsere Projekte zu einem nachhaltigen Frieden in Myanmar beitragen: wir stärken kritische DemokratInnen und bilden sie aus.

Die Welt schaut nach Myanmar. Doch tut sie das wirklich? Nach der ursprünglichen Euphorie der demokratischen Öffnung, den ersten freien Wahlen unter der Ikone Aung San Suu Kyi und dem Entsetzen des Westens über die Verfolgung der Rohingya sowie Berichten über rigorose Menschenrechtsverletzungen bleibt wenig Raum für andere Themen. Massiver Landraub und rücksichtsloser Ressourcen-Extraktivismus vertiefen alte Konflikte unter den zahlreichen Minderheiten Myanmars noch weiter.

Minderheiten von Rohstofferschließung und Infrastrukturprojekten betroffen

So bedeutsam Rohstofferschließung und Infrastrukturprojekte für Myanmars Entwicklung sind, so zerstörerisch sind stellenweise deren Folgen: Ganze Dörfer müssen wirtschaftlichen Großprojekten weichen und Familien das Land verlassen, von dem sie seit Generationen leben. Menschenrechtsstandards werden dabei so gut wie nie eingehalten. Besonders betroffen sind die ethnischen Minderheiten, die in den rohstoffreichen, wirtschaftlich wenig erschlossenen Gebieten nahe der Landesgrenzen leben.

Engagement für Frauenrechte und gegen Land Grabbing

Gemeinsam mit Partnerorganisationen arbeitet der Weltfriedensdienst in eben diesen Regionen: Entlang des Thanlwin, einem der letzten großen weitgehend freifließenden Flüsse Südostasiens, sieht sich die Bevölkerung mit den Folgen von geplanten Dammbauten, Bergbau- und anderen Großprojekten konfrontiert. Die Partnerorganisation Mong Pan Youth Association vermittelt im Shan State jungen Menschen die Kompetenz, sich gegen den grassierenden Landraub zu wehren. Sie lernen, belastbare Informationen zusammenzutragen, aufzubereiten und sie etwa durch Videodokumentationen ebenso breitenwirksam wie zielgerichtet publik zu machen.

Datenerhebung durch unseren Partner in Shan.

Im Mon State, wo der Thanlwin schließlich in die Andamanensee mündet, nimmt die Mon Women’s Organization die besonders leidtragenden Frauen und Kinder in den Blick: Mittels eines breiten Netzwerks lokaler Frauengruppen erhebt sie Informationen zur lokalen Problemlage. In Schulungen erlangen Frauen ein Bewusstsein für ihre Rechte und wie sie diese gemeinsam einfordern können.

Perspektiven für marginalisierte Jade-Sammler im Norden Myanmars

Im Norden Myanmars zwischen China und Indien befindet sich der Kachin State. Der seit Jahrzehnten währende Konflikt hier kann nur verstanden und bearbeitet werden, wenn man auch die Kriegsökonomie und die daraus entstehende Ressourcenverteilung berücksichtigt. Sie beruht auf der Ausbeutung von Jademinen, mit deren Profit sich die Kriegsparteien finanzieren. Hier engagiert sich unsere Partnerorganisation Naushawng Development Institute (NDI) mit Bildungsarbeit, Dialogprozessen und Forschung für Frieden. Junge, gut ausgebildete AbsolventInnen des einjährigen Programms setzen sich anschließend in den Kommunen für den Friedensprozess, Recht und staatliche Transparenz ein.

Im Rahmen dieser Ausbildung führen die Studierenden ihr eigenes kleines Forschungsprojekt durch. In Hpakant befinden sich die größten Jademinen der Welt. 2017 interviewten dort fünf NDI-Studierende 49 der extrem marginalisierten Jade-Sammler, die für einen kleinen Obolus in den aufgelassenen Minen nach kleineren Jadestücken suchen. Drangsalierung durch Sicherheitskräfte, sexuelle Gewalt, Mord, Drogenabhängigkeit und die Gefahr, in Erdrutschen begraben zu werden, gehören zum Alltag.

In ihrem wissenschaftlichen Bericht machen die ForscherInnen auf die Zustände hier aufmerksam und geben Politikempfehlungen. Die Gruppe entschied sich für dieses Thema, weil einer von ihnen, La Ja, seit dem 14. Lebensjahr ein Jade-Sammler gewesen war. Mit 21 Jahren bewarb er sich bei NDI und hat nun zum ersten Mal eine Perspektive. „Vor meiner Ausbildung bei NDI hatte ich kein Ziel im Leben, nur meinen Tageslohn in den Minen. Aber durch NDI habe ich mein Ziel gefunden. Besonders die LehrerInnen haben mich inspiriert.“ Seit Januar 2018 ist er ein vollangestellter Englischlehrer.

Bernhard Ortmann & Lukas Nagel, Myanmar – Unsere Mitarbeiter im Projekt Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

28.09.2018

Gepostet in: Aktuelles, Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Unsere Fachkraft Alicia Rivero und Marcela Roldán von unserer Partnerorganisation „ProSoCo“ erklären im Jahresbericht 2017, wie sie indigene Gemeinschaften durch die Förderung von KleinunternehmerInnen in ihrem Überlebenskampf und dem Erhalt ihrer Kulturen unterstützen.

Während in Argentinien insgesamt nur ca. 2 % der Gesamtbevölkerung Indigene sind, lebt in unserer Projektregion, dem Department General San Martín der Provinz Salta im Norden Argentiniens, eine relativ große indigene Bevölkerungsgruppe, insbesondere der Völker Guaraní, Chané und Wichí. Der Mangel an Arbeitsplätzen, die sich ausbreitende Plantagenwirtschaft (insbesondere Sojaanbau) und die damit einhergehende Landvertreibung, die Abholzung der Wälder und die Effekte des Klimawandels haben zu schwindenden Lebensgrundlagen dieser indigenen Gemeinschaften geführt und verschlimmern ihre Marginalisierung. Beträgt die Armutsrate in Argentinien insgesamt nur 12,5 % liegt sie bei den indigenen Gemeinschaften in der Projektregion bei 60-70 %.

Auf Erdöl sitzend und trotzdem arm

Riesige Erdgasrohre führen durch Campo Durán, einer indigenen Gemeinschaft, 20 km von der bolivianischen Grenze entfernt. Hier ist der wichtigste Verteilerknoten für alle fossilen Brennstoffe, die im Norden Argentiniens gefördert werden. Doch die BewohnerInnen selbst haben keinen Zugang zum dort geförderten Gas. Bis zu ihrer Privatisierung in den 1990er Jahren waren die Ölraffinerien der Region immerhin ein bedeutender Arbeitgeber. Seitdem nahm die Arbeitslosigkeit enorm zu. 55 % der Jugendlichen des Departements sind arbeitslos. Landflucht in die großen Städte Argentiniens ist für die junge indigene Bevölkerung daher oft der einzige Ausweg. Ihre Gemeinschaften verlieren damit ihren produktiven Nachwuchs, die Sorge um die Alten und das Land. Und sie verlieren die Fortexistenz ihrer Kultur. Viele Familien sprechen nicht mehr in ihrer Muttersprache mit den Kindern, sondern in Spanisch, da sie vor Ort keine Perspektiven mehr für sie sehen.

Ohne Job- und Ausbildungsmöglichkeiten ist für die jungen Leute hier, an der Drogenroute nach Bolivien, auch die Versuchung des schnellen Geldes durch Drogenschmuggel groß. Dazu trägt auch die gesellschaftliche Diskriminierung der indigenen Bevölkerung bei, die ihre soziale und berufliche Integration erschwert.

Vor diesem Hintergrund startete unser Projektpartner ProSoCo (Programas Sociales Comunitarios) mit einem an die lokalen indigenen Kulturen angepassten Modul im Lehrplan der von ihr betriebenen Berufsfachschule „Escuela de la Familia Agrícola“ (EFA): Indigene Jugendliche lernen hier, wie sie mittels Kleinunternehmertum selbstbewusst und eigenständig Einkommen erwirtschaften können. Mittlerweile werden die Module auch an weiteren Schulen in der Projektregion unterrichtet.

Neben der Ausbildung der SchülerInnen und der Fortbildung der LehrerInnen baute ProSoCo auch ein BeraterInnenteam auf, das vom KleinunternehmerInnen-Zentrum an der EFA aus berät. Die BeraterInnen begleiten die jungen UnternehmerInnen bei der Entwicklung ihrer Unternehmensidee: Welche Kleinkreditprogramme und Möglichkeiten zur Vernetzung gibt es? Wie können Synergien untereinander bei Beschaffung, Produktion und Vermarktung genutzt werden, auch in Form kollektiver Unternehmen? Wie können wir unsere Produkte hochwertiger und auch jenseits unserer lokalen Märkte vermarkten? Neben den UnternehmerInnen-Kursen und Beratungen organisieren sie Ideenwettbewerbe, lokale Produktmessen, gemeinsame Besuche anderer Messen im Land und Treffen mit staatlichen Behörden oder Unternehmerverbänden für bereits aktive indigene UnternehmerInnen.

Stabileres Einkommen

In Campo Durán realisierte ProSoCo im Jahr 2015 ein erstes Entrepreneurship-Training. Bei dieser Fortbildung lernten die TeilnehmerInnen u.a. die Herstellungskosten einer rituellen Chané-Holzmaske abzuschätzen. Bis dahin hatten die Handwerker z.B. noch nie den Wert ihrer eigenen Arbeitskraft berücksichtigt. Auch andere Kosten der Herstellung lernten sie einzubeziehen. Am Ende konnten die HandwerkerInnen die Preise ihrer Produkte im Verhältnis zu den Herstellungskosten und Marktpreisen kalkulieren und sich in einem zweiten Schritt um eine entsprechende Vermarktung auch jenseits ihrer lokalen Märkte bemühen.

Um das indigene Unternehmertum in der Region nachhaltig zu stärken, hat das Projekt einen Runden Tisch etabliert. Dieser setzt sich zusammen aus den Gemeindeverwaltungen vor Ort, dem Ortsverband der KleinunternehmerInnen, dem Ministerium für Indigene Angelegenheiten der Provinz Salta und VertreterInnen der indigenen UnternehmerInnen. Er trifft sich mindestens vier Mal im Jahr. In diesem Rahmen werden gemeinsame Aktivitäten wie Produktmessen oder die Kooperation mit nicht indigenen UnternehmerInnen geplant und ein erweiterter Zugang zu staatlichen Dienstleistungen ermöglicht. Neben dieser verbesserten regionalen Zusammenarbeit werden die Interessen der indigenen UnternehmerInnen im Austausch mit verschiedenen Ministerien auch überregional eingebracht und vertreten.

Dr. Alicia Rivero, Argentinien – Unsere Mitarbeiterin im Projekt Argentinien: Indigene auf dem Weg in ein besseres Leben
Marcela Roldán, Argentinien – Mitarbeiterin unserer Partnerorganisation ProSoCo

28.09.2018

Gepostet in: Aktuelles, Argentinien: Indigene auf dem Weg in ein besseres Leben

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