Eine Gruppe von Jugendlichen von AdolScER in Brasilien

EINMAL FAVELA – IMMER FAVELA…

…mit diesen Worten ist Igor Luan in Brasilien in der Millionenstadt Recife groß geworden. Immer wieder hörte er es von Eltern, Nachbarn, Lehrern. „Ich interessierte mich für nichts, fühlte mich unnütz, hab‘ die Schule geschwänzt und den Unterricht gestört. Zuhause hat mich nie jemand umarmt, nie gab es eine Zärtlichkeit. Stattdessen bekam ich Druck von meiner Mutter, Geld für unseren Unterhalt zu verdienen.“ Doch welcher Arbeitgeber will schon einen halben Analphabeten einstellen oder gar ausbilden? Igors Aussichten auf einen regulären Job waren denkbar schlecht. Jobs im informellen Sektor sind hart umkämpft, Prostitution oder organisierte Kriminalität dagegen versprechen das schnelle Geld. Wie sollte er so dem Kreislauf aus Armut und Kriminalität entkommen?

ENTDECKEN, WAS IN DIR STECKT Igor Multiplikator von AdoleScER in Brasilien

Als Igor 12 war, nahm ihn eine Freundin zu AdoleScER mit, einer Organisation, die Jugendlichen aus Favelas eine kostenfreie Ausbildung anbietet. Als er die Räume betrat, öffnete sich ihm eine andere Welt: „Wir saßen auf Kissen auf dem Fußboden im Kreis. Es gab kein oben und unten, kein vorne und hinten. Das war wichtig für das gegenseitige Vertrauen. Mir gefiel es, so behandelt, so aufgenommen und gehört zu werden. Ich fühlte mich sofort wohl, als wäre es mein Zuhause außerhalb meines Hauses.“

AdoleScER setzt sich in Favelas für eine Kultur des Friedens ein und vermittelt Toleranz und Solidarität. Auf dem Lehrplan stehen Themen wie die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten, Bürgerrechte, Umweltschutz, Familien- und Lebensplanung. Die TeilnehmerInnen erfahren mehr über die Hintergründe von Rassismus, Drogenhandel, Teenagerschwangerschaften und HIV/Aids. Und sie erwerben die Fähigkeit, ihr Wissen anderen zu vermitteln.

Igor bewarb sich erfolgreich für die Ausbildung zum „Friedenserzieher“. „Nach und nach habe ich Zusammenhänge begriffen. Ich habe verstanden: Bildung befreit. Deshalb gebe ich jetzt alles, was ich gelernt habe, weiter. So möchte ich dazu beitragen, dass wir mit weniger Gewalt in einer gerechteren Gesellschaft leben können.“ Längst gehört Igor zum Kernteam von AdoleScER. „Als ich erfuhr, dass ich eine feste Anstellung bekomme, wusste ich, ich würde meine Seele für diese Arbeit geben.“ Heute ist er Jugendgruppenleiter für rund 20 Kids, die er dreimal pro Woche trifft. Er arbeitet außerdem mit Schulklassen und Lehrpersonal, bildet neue FriedenserzieherInnen aus und berät Gemeindemitglieder.

AdoleScER half ihm, zu entdecken, was in ihm steckt. Jetzt ist er es, der seine Hoffnung an Jüngere weitergibt.

 

PERSPEKTIVEN SCHENKEN

Geben Sie benachteiligten Jugendlichen eine lebenswerte Perspektive!

Ein Ausbildungsmodul, z.B. zur Überwindung der gesundheitsgefährdenden Müllprobleme, kostet monatlich 35 Euro pro Jugendlichem. Enthalten sind Unterrichtsmaterial sowie Exkursionen zu Einrichtungen wie Wasseraufbereitungs- oder Mülltrennungsanlagen.
Ein Workshop, bei dem 15 Jugendliche sich auf kreative Weise mit dem alltäglichen Rassismus auseinandersetzen und Respekt vor anderen Kulturen, Lebensweisen und Religionen erwerben, kostet 100 Euro. Enthalten sind das Honorar für eine Fachkraft und Materialien.

 

Mit Ihrer Spende an den Weltfriedensdienst machen Sie Jugendliche stark und zeigen: Sie können sich selbst befreien!

 

26.03.2018

Gepostet in: Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

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