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„Die Menschen in den Townships benötigen dringend Nahrungsmittel und Hygieneprodukte. Und für unsere ehrenamtlichen Partner*innen brauchen wir unbedingt Guthaben für Mobiltelefone, damit wir in Kontakt bleiben können“, sagt unsere Fachkraft Marianne Gysae, die mit unserer südafrikanischen Partnerorganisation STEPS zusammenarbeitet.

In Südafrika gilt seit dem 26.03.2020 ein striktes Ausgangsverbot, das gerade noch einmal um 14 Tage verlängert wurde. Präsident Cyril Ramaphosa hat schnell und entschlossen reagiert und die Fallzahlen wachsen noch langsam. Doch es wird befürchtet, dass die Maßnahmen eine rasante Ausbreitung des Virus nicht verhindern können.

Zwar steht das Land als Afrikas stärkste Wirtschaftsmacht immer noch besser da als die meisten anderen Ländern des Kontinents. Die Situation des Gesundheits- und Sozialsystems gibt indes keinerlei Anlass zu Optimismus.

Die Townships trifft es am Härtesten

Für 56 Millionen Südafrikaner*innen gibt es nur rund 90.000 Krankenhausbetten, davon nicht einmal 1.000 Intensivbetten. Weniger als die Hälfte der Südafrikaner*innen in ländlichen Regionen und Townships hat Zugang zu fließendem Wasser. Zum Wassermangel hinzu kommen oft unhaltbare hygienische Zustände. Vom Lockdown ist der informelle Sektor besonders betroffen: Millionen Straßenhändler, Taxifahrer, Müllsammler haben ihre einzige Einkommensquelle verloren.

„Menschen in einem Township haben nicht die geringste Chance, sich physisch zu isolieren, selbst wenn sie sich noch so sehr vor dem Virus fürchten. Das Leben hat keine andere Wahl als weiter zu pulsieren auf staubigen Höfen und von Müll strotzenden Straßen, weil vier oder sechs oder vielleicht noch mehr Menschen in einem Raum leben. Und irgendwie muss irgendjemand die nächste Mahlzeit auf den Tisch bringen”, schrieb Jacques Marais am 10.April im Daily Maverick.

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise hat die Regierung kaum Handlungsspielraum, die angekündigten Maßnahmen umzusetzen, um die gesundheitlichen und sozialen Folgen der Pandemie abzufangen.

STEPS verbreitet Mut und gibt Tipps

Unsere Partnerorganisation STEPS stärkt mit medienpädagogischen Mitteln die Eigeninitiative und Problemlösungskompetenz junger Menschen. Sie verfügt über ein ausgedehntes Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen und Aktivist*innen in Südafrika und den Nachbarländern Zimbabwe, Malawi, Lesotho, Botswana, Sambia und Uganda. In Zeiten von Ausgangssperre und physischer Distanzierung bewähren sich die eingespielten WhatsApp-Gruppen. STEPS-Mitarbeiter*innen machen Mut und geben Ratschläge zur Bewältigung der Corona-Krise auch unter prekären Bedingungen. Zur Veranschaulichung hier eine Nachricht der letzten Tage aus dem STEPS-Office:

„COVID 19 bedroht unsere Lebensmittelsicherheit. Die Pandemie zeigt, wie wichtig nachhaltige Landnutzung ist. Ein kleiner Hausgarten ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wer nur wenig Platz hat, kann auch Pflanzsäcke nutzen. In unserer Bibliothek aus STEPS-Filmen gibt es den Kurzfilm MORRIS’ BAG  – eine Geschichte über Resilienz, nachhaltige Landnutzung und kommunale Lebensmittelsicherheit. Wenn ihr noch Filme vorführen könnt, nutzt diesen Film, um das Thema zu diskutieren. Wer zu Hause bleiben muss, kann ihn mit der Familie teilen und einen Garten anlegen. Wer schon einen Garten hat, schickt uns bitte Fotos.“

Gartenarbeit im Township.

Angesichts geschlossener Märkte und gähnender Leere in den Haushaltskassen ist jeder Beitrag zur Selbstversorgung willkommen.

Cape Town Together

Unsere Mitarbeiterin Marianne Gysae engagiert sich auch privat im Rahmen der Aktion Cape Town Together. Zusammen mit Nachbar*innen unterstützt sie die Initiative in Zwelitsha im Kayelisha Township. Sie berichtet, dass schon nach einigen Tagen die ersten 43 Hilfspakete in der Partnergemeinde verteilt werden konnten.

Nachbarschaftsinitiative beschafft Hilfspakete für Partnergemeinde. Quelle: https://www.facebook.com/TamboerskloofCAN/

Dass viele Bewohner*innen aus privilegierten Stadtteilen jetzt mit Initiativen in armen Gebieten zusammenarbeiten, macht ihr Mut! Und erinnert an die vielen Nachbarschaftsinitiativen, die sich bei uns gebildet haben, an Lebensmittelspenden an Zäunen und an Migrant*innen, die für Obdachlose kochen.

So einfach können Sie jetzt helfen!

50 Euro Spenden Mobiltelefon-Prepaid-Karten für 35 Kolleg*innen zur Corona-Aufklärung.
150 Euro Spenden 60 Flaschen Desinfektionsmittel, 160 Papierhandtuchboxen und 10 Flaschen Reinigungsmaterial.

Weitersagen und globale Solidarität stärken!

Einen Link zu teilen, kann viel bewirken! Mit nur wenigen Klicks teilen Sie unseren Aufruf mit ihrer Familie, Freunden und Kolleg*innen. Einfach kopieren und weitersagen:

https://weltfriedensdienst.de/corona-gemeinsam-stoppen

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Der Weltfriedensdienst e.V. ist unter der Steuer-Nr. 27/681/51497 als gemeinnützig anerkannt und von der Körperschaftssteuer befreit.

Das DZI-Spendensiegel bescheinigt uns den transparenten und sparsamen Umgang mit Ihren Spendengeldern. Selbstverständlich stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

Sie erreichen uns per E-Mail an info@weltfriedensdienst.de oder per Telefon unter +49-30-253-9900. Unsere Adresse lautet: Weltfriedensdienst e.V., Am Borsigturm 9, 13507 Berlin.

 

17.04.2020

Gepostet in: Aktuelles, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten