Etwa 30 AktivistInnen aus Ländern des südlichen Afrika und Deutschland posieren lachend für ein GruppenbildDie Änderung individueller Einstellungen ist der Anfang auf dem Weg zum Sozialen Wandel. Der zweite Schritt ist die Änderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Dabei sind die Partnerorganisationen des STEPS-Netzwerkes durch den Einsatz von Dokumentarfilmen bereits weit gekommen, wie konkrete Beispiele zeigen.

Freitag, 13. April

Egal, aus welchem Land ein Film kam. Viele der Organisationen haben die Filme in ihren eigenen Ländern und Zusammenhängen erfolgreich einsetzen können. “Das liegt daran, dass ein guter Dokumentarfilm in den Menschen Gefühle auslöst“, erklärt uns Don Edkins, ein vielfach ausgezeichneter, internationaler Filmemacher und Produzent von Dokumentarfilmen. “Nicht die Nabelschau der Organisation darf im Fokus stehen. Sondern: Die Geschichte muss berühren. Sie muss universell sein. Dabei können wir ganz unterschiedliche Themen ansprechen. Und das gelingt in Kombination mit der moderierten Diskussion nach dem Film. Das ist das Geheimnis eines guten Dokumentarfilms.”

Und genau das zeichnet die Arbeit von STEPS seit Langem aus. In den mehr als zehn Jahren der Zusammenarbeit mit dem Weltfriedensdienst haben sich die Ziele Schritt für Schritt erweitert: Angefangen hat alles mit der Änderung von individuellen Einstellungen,  wofür z.B. die Filme über jugendliche Change Agents am dritten Tag der Konferenz stehen. Solange der einzelne Mensch aber in den schlechten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gefangen bleibt, wird sich nicht viel ändern. Deshalb begannen STEPS und seine Partner, Filme auch für gesellschaftlichen Wandel einzusetzen.

Der Austausch mit den Partnerorganisationen aus den verschiedenen Ländern hat gezeigt, dass wir dabei bereits viel weiter sind als im Vorfeld angenommen. Alle Organisationen wussten von ganz konkreten Beispielen für sozialen Wandel zu berichten: Gemeindevorsteher und Selbsthilfegruppen junger Mütter in Malawi, die sich aktiv dafür einsetzen, dass alle Kinder in ihrer Gemeinde zur Schule gehen; Demokratie-Schulungen für Oppositionsparteien in Botswana; die Festschreibung des Verbots von Kinderheiraten in der neuen Verfassung von Simbabwe.

Mit dem neuen Projekt wollen wir Erfolge wie diese ganz gezielt wiederholen.

„Das müssen wir bei uns auch machen.“

8 AktivistInnen aus Ländern des südlichen Afrika sitzen um einen Tisch und diskutieren.Die Neulinge im STEPS-Netzwerk von Kruger2Canyon (K2C), TSURO und CELUCT waren sehr beeindruckt, wie erfolgreich es den Dokumentarfilmen gelang, soziale Probleme anzusprechen, die auch ihr eigenes Arbeitsumfeld stark beeinflussen. Die Umweltschutz-AktivistInnen von K2C kündigten noch auf der Konferenz an, diese Themen in ihre eigenen Projekte zu integrieren.
Auch die Weltfriedensdienst-Partner TSURO und CELUCT waren Feuer und Flamme für den Einsatz von Filmen in ihrer Arbeit. Mit Beauty Nyamwanza vom National Aids-Council Simbabwe (NAC) wurden sofort erste Verabredungen getroffen. NAC setzt die Filme und die Methode von STEPS seit 2005 im ganzen Land ein. Dafür haben sie tausende Youth Facilitators (jugendliche VermittlerInnen)  trainiert.

Die jungen AktivistInnen von Sesotho Media & Development (SM&D) in Lesotho waren wiederrum beeindruckt von der Präsentation von TSURO. Sie haben gleich nach Möglichkeiten gesucht, um TSURO für Trainings in nachhaltiger Landwirtschaft und Ressourcenschutz nach Lesotho einzuladen.

In Zusammenarbeit mit dem Weltfriedensdienst und der renommierten Psychotherapeutin Jane Fischer hat CELUCT gerade erst das Handbuch „Journey to Healing“* fertiggestellt. Die AktivistInnen der Partnerorganisationen rissen ihnen die mitgebrachten Exemplare buchstäblich aus der Hand.

Gleichermaßen begehrt war auch die englischsprachige Version des KOMPASS “Frieden gestalten – Die Zukunft der Prävention”.

Next STEPS

Enthusiasmus und gegenseitige Inspiration von der Konferenz sollen allen Partnerorganisationen  möglichst lange Kraft für ihre Aufgabe spenden. Wo die direkte Zusammenarbeit nicht möglich ist, soll der fachliche Austausch über Social Media gefestigt werden. Das wurde noch auf der Konferenz eingeübt.

Wichtige lokale Akteure, wie z.B. traditionelle GemeindevorsteherInnen, AmtsträgerInnen, LehrerInnen, Polizei, PolitikerInnen und Unternehmen werden ganz gezielt in die Arbeit einbezogen. Mit ihrer Unterstützung kann ausgehend von der individuellen Einstellungsänderung  sozialer Wandel erfolgen.

Im Einsatz von Filmen für die Förderung von Demokratie, Frieden und Armutsbekämpfung sollen weitere Erfahrungen gesammelt und im Netzwerk geteilt werden.

Wir bitten Sie, diese zukunftsweisende Arbeit mit einer Spende zu unterstützen.

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Weitere Beiträge zur STEPS-Regional-Konferenz “Filme als Mittel für Sozialen Wandel” (9.-13. April 2018):
Montag: 15 Menschenrechts-Organisationen am Kap der Guten Hoffnung
Dienstag: Filme für Inklusion
Mittwoch: Jugendliche Change Agents: Denkmuster ändern
Donnerstag: Ressourcenkonflikte mit Filmen zur Sprache bringen
Freitag: Filme als Mittel für Sozialen Wandel

*„Journey to Healing“ beschreibt die drei Kreise des Wissens (indigen-traditionell, analytisch-schulmedizinisch, spirituell), auf dem Weg zur Heilung oder Behandlung von Traumata, psychischen Erkrankungen, aber auch von persönlichen Krisen. 

16.04.2018

Gepostet in: Aktuelles, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

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