Im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) suchen wir zum nächstmöglichen Termin eine

Fachkraft für psychosoziale Begleitung & Friedensarbeit mit Jugendlichen in Burundi
Standort: Gitega

 

Das ZFD-Programm des Weltfriedensdienstes in Burundi besteht bereits seit 2005 . Aufbauend auf den Erfahrungen der Partnerorganisation seit der Bürgerkriegszeit der neunziger Jahre, widmeten sich die beiden ersten Kooperationsphasen mit der Nichtregierungsorganisation MIPAREC der Beratung und Fortbildung von Friedenskomitees zur Mediation in Bodenrechtskonflikten und der Aufarbeitung der gewaltsamen Vergangenheit. Später baute das ZFD-Programm kommunale Advocacy-Foren zu strukturellen Konfliktursachen wie politisch motivierte Vergabe von Landtiteln, geschlechterbasierte Gewalt, Instrumentalisierung arbeitsloser Jugendlicher als Parteimilizen auf.

Ein zentraler Arbeitsbereich des ZFD-Programms ist die Begleitung, Ermächtigung und soziale Integration Tausender Traumatisierter, die ihre Angehörigen durch Gewalttaten verloren haben. Hierzu hat MIPAREC ein vierköpfiges psycho-soziales Team aufgebaut, das durch WFD-Fachkräfte qualifiziert und begleitet wird. Ausgebildete Ehrenamtliche in den Kommunen unterstützen es.

Das Team Jugenddialog mit drei Mitarbeitenden begleitet Jugendliche und junge Erwachsene dabei, ihre Anliegen gewaltfrei zu vertreten und sich gegen Gewalt und Drogenmissbrauch zu engagieren. Beide Teams unterstehen direkt der einheimischen Projektkoordination. Vor Ort arbeitet bereits eine WFD-Fachkraft zu den Themen Projektmanagement und Advocacy.

Ihre Aufgaben

Sie beraten beide Teams des Partners, deren Mitarbeiter*innen dezentral von Regionalbüros aus arbeiten (Gitega, Makamba, Ruyigi). Im Einzelnen arbeiten Sie zu folgenden Themen:

 

  • Kapazitätsaufbau bei Partner, Teams und Ehrenamtlichen in der psychosozialen Begleitung traumatisierter Menschen
  • Unterstützung des psychosozialen Teams bei der Entwicklung, Umsetzung, Monitoring und Evaluation von Strategien gegen geschlechtsbasierte Gewalt und Drogenmissbrauch
  • Begleitung des Teams Jugenddialog beim Kapazitätsaufbau von Jugendgruppen zur Vermeidung politisch motivierter Gewalt und gewaltfreier Interessenvertretung sowie des Monitoring und Evaluierung ihrer Strategien
  • Beratung beider Teams zur Entwicklung pädagogischer Konzepte und Instrumente (Schulungshandbücher, Informations- und Sensibilisierungsmaterial u. ä.)
  • Unterstützung der Teams bei der Organisation von Sensibilisierungs-, Informations- und Schulungsaktivitäten

 

Das bringen Sie mit

  • Einschlägiger Abschluss (Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Pädagogik, Erziehung, Psychologie usw.) und Weiterbildung zur Arbeit mit Traumatisierten
  • Berufserfahrung in den Bereichen Trauma-Arbeit, Jugendarbeit und zivile Konflikttransformation
  • Kenntnisse oder Erfahrung in Projektmanagement, wirkungsorientierten Planungs-, Monitoring- und Evaluierungsverfahren sowie Strategieentwicklung
  • Teamfähigkeit, Flexibilität und Empathie
  • Wertschätzende Haltung und Anpassungsfähigkeit in einem multikulturellen Arbeitsumfeld
  • Sehr gute Französischkenntnisse und Bereitschaft, Kirundi zu lernen
  • Eigenverantwortlicher und effizienter Arbeitsstil
  • Bereitschaft, in ländliche Gebiete zu reisen
  • Gültiger Führerschein und Fahrerfahrung

 

Wir bieten Ihnen

  • Einen Entwicklungshelfer*innen-Vertrag für drei Jahre mit umfassenden Sozialleistungen und Perspektive auf Verlängerung
  • Eine anspruchsvolle Tätigkeit in einem vielfältigen friedenspolitischen Programm bei einer renommierten Partnerorganisation
  • Die Mitarbeit in einem lernfähigen, eingespielten und kooperativen Team vor Ort und Vernetzungsmöglichkeiten mit ZFD-Programmen anderer Träger im Land
  • Fachliche sowie psychosoziale Begleitung bei der Projektumsetzung und Unterstützung bei Vertragsfragen durch die WFD-Geschäftsstelle in Berlin
  • Eine Vorbereitungsphase (bis zu drei Monate) mit ergänzenden Qualifizierungsmöglichkeiten
  • Die Möglichkeit zu Supervision und Fortbildungen während der Auslandstätigkeit
  • Unterstützung bei der beruflichen Reintegration nach der Auslandstätigkeit durch Beratungsangebote der Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste e.V. (AGdD)

 

Vielfalt ist uns wichtig. Daher freuen wir uns über qualifizierte Bewerbungen von allen Personen, unabhängig von Geschlecht, Konfession oder Herkunft. Aufgrund der Bestimmungen des deutschen Entwicklungshelfergesetzes (EhfG) können wir nur Bewerbungen von Bürger*innen der EU und der Schweiz berücksichtigen.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung (Motivationsschreiben, Lebenslauf, relevante Zeugnisse und Referenzen) in einem PDF-Dokument (max. 5 MB) unter Angabe Ihrer Verfügbarkeit bis zum 11.02.2022 mit dem Betreff: Bewerbung „Fachkraft für psychosoziale Begleitung & Friedensarbeit mit Jugendlichen in Burundi“ an auslandsbereich@weltfriedensdienst.de und in Kopie an die zuständige Programmkoordinatorin für Burundi, Michaela Balke: balke@weltfriedensdienst.de. Bitte geben Sie auch an, wie Sie von der Stellenausschreibung erfahren haben.

Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich als Videokonferenz statt. Eingeladene Bewerber*innen erhalten vor dem Termin genaue Informationen zum Ablauf.

 

Weltfriedensdienst e.V.

Der Weltfriedensdienst arbeitet seit 1959 weltweit mit Partnern der lokalen Zivilgesellschaft für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung. Solidarische Fachleute mit internationaler Erfahrung stärken unsere Kooperationen. Im Fokus steht dabei ein gewaltfreier und gerechter Umgang mit Ressourcen. Als einer der sieben anerkannten Entwicklungsdienste und Träger des Zivilen Friedensdienstes unterstützen wir eine basisnahe, kritische Entwicklungszusammenarbeit.

Unser Profil finden Sie hier. Weitere Informationen über den Weltfriedensdienst finden Sie hier:
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Standortinformationen Gitega

Sie arbeiten in Gitega im Zentrum des ostafrikanischen Binnenstaates; es fallen Dienstreisen im Landesinneren zu den Regionalbüros in Ruyigi im Osten und Makamba im Süden an.

 

  • Sicherheit: Burundi hat eine demokratische Verfassung. Nach den Präsidentschaftswahlen von 2020 herrscht aktuell eine von Militärs dominierte Regierung unter Führung des Präsidenten Evariste Ndashimyidaye. Die umstrittene Präsidentschaft seines Vorgängers war gekennzeichnet von Boykottmaßnahmen seitens der internationalen Gemeinschaft und dem Wiederaufleben einer bewaffneten Opposition. Die neue Regierung strebt offenbar eine Politik des Dialogs an. Vor allem nachts besteht in den Städten und auf Überlandstraßen ein Risiko bewaffneter Überfälle, Ausfahrten sind daher nur tagsüber vorgesehen.
  • Klima: In Gitega und im zentralen Hochland ist das Klima je nach nach Jahreszeit eher milder mit Tagestemperaturen von 17-25 Grad. Im tiefergelegenen Bujumbura herrscht meist feuchtwarmes tropisches Klima mit Tagestemperaturen um die 30 Grad. Die Regenzeit dauert von Oktober bis April, die Trockenzeit von Mai bis September.
  • Lebenshaltung: Unterhaltsgeld und weitere Vertragsleistungen erlauben eine Grundversorgung nach europäischen Standards. Importierte Konsumgüter sind teuer, die burundische Küche, lokale Produkte und Dienstleistungen dagegen günstig. Alle Artikel des täglichen und gehobenen Bedarfs werden angeboten.
  • Verkehr: Gitega ist eine Kleinstadt und mit relativ geringem Kfz-Verkehr. Das Straßennetz im Landesinneren ist in überwiegend schlechtem Zustand. Die Fahrzeit nach Ruyigi beträgt eine Stunde, nach Makamba und Bujumbura (größtes und wirtschaftlich bedeutendstes Zentrum) zwei Stunden.
  • Gesundheitsversorgung: Im Vergleich zu Europa ist die dokumentierte Corona-Inzidenz zurzeit deutlich niedriger. Der Qualitätsstandard des Gesundheitssystems ist niedrig, in Gitega gibt es ein größeres Krankenhaus, zwei größere Privatkliniken und ein von amerikanischen Missionaren unterhaltenes Krankenhaus in der näheren Umgebung. Bessere Gesundheitsversorgung erhalten Sie in Bujumbura. Im Rahmen des Dienstvertrags besteht Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherungsschutz, in akuten Fällen auch medizinische Serviceleistungen durch die Rettungsflugwacht.
  • Schulen: In Gitega gibt es eine internationale Schule mit Unterrichtssprache Französisch. Das Lehrpersonal ist kompetent, die Ausstattung allerdings begrenzt. Die American International Academy bietet Kindergarten, Grund- und Sekundarschule mit Englisch als Unterrichtssprache.

 

 

10.12.2021

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