Gemeinsam gegen mächtige Gegner
Ohne Land können Bäuer*innen nicht leben

In der Gemeinde Dodel in Senegal hat eine Unternehmensgruppe 100 Quadratkilometer Land gekauft. Von dem Land leben mehr als 3.000 Familien. Sie wurden nicht einmal über die Planungen informiert. Über Nacht sollen sie ihr fruchtbares Land sowie den Zugang zu Wasser und Weideflächen verlieren, obwohl ihre Rechte daran unverkäuflich sind. Der Fall ist zusätzlich politisch brisant, da Präsident Sall die Landnahme per Dekret bestätigt hat. Kein Einzelfall.

„Die Politik lässt zu, dass sich die Stärksten die Ressourcen der Schwächsten aneignen. Aber nur wenn mein Land, mein Wasser und mein Wald gesichert sind, kann ich als Bauer überleben.“ (El Hadji Faye)

Das Recht auf Land durchsetzen

Unsere Partnerorganisation Pronat kämpft für die Bäuer*innen: Der Experte für Landrechte, El Hadji Faye, reist in den folgenden Monaten etliche Male nach Dodel. Er berät die Vertreter*innen der 23 betroffenen Dörfer. Pressearbeit und Demonstrationen schaffen Öffentlichkeit. Mit einem Protestschreiben an Behörden und den Innenminister sowie einer Klage beim Obersten Gerichtshof kommt Dodel bis in die nationalen Nachrichten. Das Gericht erklärt den Verkauf des Landes für ungültig, denn er verstößt gegen das geltende Bodenrecht.

Nach neun Monaten erbitterten Kampfes gegen einen übermächtigen Gegner ist die Regierung gezwungen, das Dekret über den illegalen Verkauf zurückziehen. Die Kleinbäuer*innen von Dodel können bleiben! In vielen Gemeinden fängt dieser Kampf gerade erst an.

Notwendigkeit

Immer wieder wird in Senegal Bauernland an Investoren verkauft. Ohne Land können die Bäuer*innen nicht leben.

Aktivität

Pronat klärt Bäuer*innen über ihre Rechte auf und organisiert den gewaltfreien Widerstand.

Ergebnis

Bäuer*innen treten Landraub geschlossen entgegen. Öffentlicher Druck und Gerichtsurteile sorgen dafür, dass sie ihr Land behalten können.

Vision

Eine Bodenreform sichert die bäuerlichen Rechte an Land, Wasser und Wald. Die Politik erkennt die Rolle von Kleinbäuer*innen zur Lösung der Ernährungskrise an.

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Exportieren statt essen?

Seit Jahrzehnten kopiert Senegal die Agrarpolitik Europas. Der Staat fördert den Einsatz von lizenziertem Saatgut, chemischen Düngemitteln und Pestiziden. Beim Einsatz dieser Agrartechnologien und von Landmaschinen sind große Betriebe scheinbar effizienter als viele kleine Bauernhöfe. Allerdings produzieren sie nicht, um die hungernde Bevölkerung zu versorgen, sondern für den Markt. EU-Subventionen für Biosprit sorgen dafür, dass Nahrungsmittel wie Süßkartoffeln oder Sonnenblumen nicht mehr auf den Tisch kommen sondern Großkonzerne noch reicher machen. Politische Entscheidungsträger*innen in Senegal argumentieren, wenn sie dem Landraub zustimmen, dass er zu wirtschaftlicher Entwicklung führt. Doch wem nützt die? 20 Prozent des Ackerlandes in Senegal wurden bereits an Investoren verkauft. Gleichzeitig ist jede fünfte Familie in Senegal mangelernährt oder hungert.

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Weltfriedensdienst e.V.

Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützen wir Menschen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Als gemeinnütziger Verein sind wir in mehr als 20 Ländern rund um den Globus aktiv.

Pronat

Enda Pronat ist eine senegalesische Basisorganisation, die sich für eine agrarökologische Transformation zugunsten von Bäuer*innen, Bauern und Umwelt einsetzt. Dafür arbeitet sie auf Dorfebene wie auch in höchsten politischen Kreisen.

Senegal

Senegal ist eine politisch stabile Demokratie. Die Wirtschaft wächst, aber das Land ist zunehmend von der Klimakrise bedroht und steckt in einer Ernährungskrise fest. Drei Viertel der 16 Millionen Einwohner*innen sind von der Landwirtschaft abhängig.

Mit Ihrer Spende stärken Sie eine nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft in Senegal. Geben wir gemeinsam eine Antwort auf Klima- und Ernährungskrise!

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30 Euro betragen die Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten für die Teilnahme an einem Workshop über Landrecht, Landraub und gewaltfreien Widerstand.
150 Euro beträgt das Tageshonorar für einheimische Trainer*innen.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht

 

Carola Gast

Carola Gast

Spenderkommunikation

gast@weltfriedensdienst.de

Tel.: +49 (0)30 253 990-11

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Der Weltfriedensdienst e.V. ist unter der Steuer-Nr. 27/681/51497 als gemeinnützig anerkannt und von der Körperschaftssteuer befreit.

Titelbild © Enda Pronat