„Das Gegenteil von Krieg ist nicht Frieden, sondern Friedensdienst“. Dieses Zitat eines der geistigen Väter des Weltfriedensdienst, Eugen Rosenstock Hussey, benennt ein nicht nur sprachliches Problem: Krieg ist ein Ereignis, es geschieht etwas. Frieden ist ein Zustand der Ruhe und der Harmonie. Aber trotzdem, um diesen Zustand zu erreichen, müssen wir etwas tun. Ihre Initiative zum Ring der Friedensnobelpreisträger ist dazu ein gelungener Beitrag. Sie stellt Friedensarbeit in verschiedenen Facetten vor, zusammen mit ihren Helden/Protagonisten.

Es ist eine Ehre und wir sind sehr stolz, dass uns die Patenschaft der Tafel für Desmond Tutu angetragen wurde. Der Weltfriedensdienst hat eine lange Geschichte mit Südafrika und dem Kampf gegen Apartheid. Bis zum heutigen Tag unterstützen wir dort Versöhnungsarbeit unter verfeindeten Gruppen. Desmond Tutu ist zum Symbol für diese Versöhnungsarbeit geworden. Er war einer der Initiatoren der „Wahrheits- und Versöhnungskommission“, die weltweit als ermutigendes Beispiel für den konstruktiven Umgang mit erlittener und ausgeübter Gewalt, mit Schuld und Vergebung dient. Sein langer Kampf hat ihn aber nicht verhärtet. Geholfen hat ihm dabei sicher sein ausgeprägter Humor.

Tafel des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu Pate Weltfriedensdienst

Tafel des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu

Wir haben viel gelacht als wir ein Zitat von ihm ausgesucht haben, das ihn auf der Tafel in zwei Zeilen charakterisieren kann. Großartig, was der anglikanische Erzbischof über die Ankunft der weißen Missionare in seiner Heimat sagt: „Als sie ankamen hatten sie die Bibel und wir das Land. Dann sagten sie „Lasset uns beten“. Wir schlossen die Augen – und als wir sie wieder öffneten hatten wir die Bibel und sie das Land.“

Das Zitat, das jetzt die Tafel schmückt, zeigt in besonderer Weise seine positive, zutiefst menschliche Grundhaltung. Im Gegenüber sieht Tutu immer den Menschen, selbst Feinde warten nach seiner Überzeugung nur darauf, zu Freunden gemacht zu werden. Konflikte empfinden wir im Allgemeinen als bedrohlich. Desmond Tutu sieht auch die Chancen, die in Konflikten stecken. Es ist typisch für ihn, die Dinge aus ungewohnter Perspektive zu betrachten, so wie in dem Zitat, das wir schließlich ausgewählt haben. Es ist ein Rat an seine schwarzen Landsleute: „Seid nett zu den Weißen, sie brauchen Dich um ihre Menschlichkeit wieder zu entdecken“. Hass und Wut auf die oft als brutale Unterdrücker erlebten Weißen ist ihm fremd. Stattdessen wirbt Desmond Tutu augenzwinkernd um Verständnis. Er benennt gleichzeitig eigene Stärken und die Schwäche seines Gegenübers ohne es zu verletzen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit dem im Entstehen begriffenen Ring der Friedensnobelpreisträger – und Dank für diese friedfertige Initiative!

Ursula Reich
Vorstandsvorsitzende Weltfriedensdienst e.V.

 

Mehr zum Friedensnobelpreisträgerring im Friedenspark.

 

 

 

14.04.2015

Gepostet in: Aktuelles

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×
Newsletter abonnieren

×

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Informationen über die Arbeit des Weltfriedensdienst e.V.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet.