Guinea-Conakry-Friedensaktivistin-Vertreter-Sicherheitskräfte-im-Dialog

veröffentlicht im Querbrief 1/2018

Freie Wahlen allein machen noch keine Demokratie. Berechtigter Unmut macht sich breit.  Straßenproteste münden immer häufiger in Gewalt. Wir vermitteln zwischen den Fronten.

Wo brennt’s?

Im Kampf um freie Wahlen und Demokratie kam es immer wieder zu schweren Zusammenstößen in Guinea. Der traurige Höhepunkt der Gewalt war das Massaker im Stadion von Conakry im September 2009. Streiks und Demonstrationen der Bevölkerung führten tatsächlich zu freien Wahlen und zur Bildung der ersten zivilen Regierung im Dezember 2010. Seitdem hat sich die Lage etwas entspannt. Dennoch kommt es weiterhin zu Ausschreitungen.
Zentrum des Protests ist die Hauptstadt Conakry. Hier begehren überwiegend junge Männer auf, die nichts zu verlieren haben. Wenn gewaltbereite Demonstranten auf nicht minder gewaltbereite Sicherheitskräfte prallen, eskaliert die Situation schnell.

Was wirkt?

Trotz allem gibt es Hoffnung. Damit der Unmut nicht in Gewalt umschlägt, braucht es mehr Demokratie, mehr Dialog, mehr wirtschaftliche Entwicklung. Es braucht auch Strategien, die Gewalt vorbeugen. Hier wurde schon viel erreicht, denn im Zentrum der Projektarbeit steht der Dialog zwischen Sicherheitskräften und Zivilgesellschaft.

Das „Intelligente Bajonett“Logo des Baionette Intelligente

Die guineischen Organisationen „Nationale Koalition für den Frieden“ (CNPG) und die „Plattform junger Führer der Achse für Demokratie und Entwicklung“ (PJDD) arbeiten daran, das Gewaltpotenzial auf beiden Seiten zu entschärfen. Das Projektbüro liegt mitten im Zentrum der Konfrontation in der Hauptstadt Conakry. Es steht so in direktem Kontakt zu den Protestgruppen. Junge Oppositionelle werden
beraten, wie sie demokratischen Protest gewaltfrei und wirksam in die Öffentlichkeit tragen können. Gleichzeitig arbeiten landesweit ehrenamtliche Friedenskomitees an den vielfältigen Konfliktursachen. Das „Intelligente Bajonett“ geht aber auch offensiv auf die Sicherheitskräfte zu. Regelmäßige Fortbildungen verdeutlichen dem Militär, der Gendarmerie und der Polizei ihre Verantwortung für den Rechtsstaat. Sie lernen, Konflikte zu deeskalieren, anstatt sie anzuheizen.

Mit Dialog deeskalieren

„Gendarmerie und gewaltbereite Jugendliche standen sich mit Pistolen und Steinschleudern gegenüber. Beim „Intelligenten Bajonett“ sitzen sie jetzt gemeinsam am Tisch und reden miteinander“, berichtet ZFD­Fachkraft Susanne Souaré. „Erst wenn dieser Schritt erreicht ist, kann es um den Kern der Konflikte gehen.“ Nun soll ein regelmäßiges Dialogforum entstehen, das Gewalt verhindert und den Weg für die demokratische Entwicklung Guineas ebnet.

10.04.2018

Gepostet in: Aktuelles, Guinea: Stärken von Demokratie und Bürgerrechten für Frieden

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