Unsere Partner-NGO Isiolo Peace Link ist seit 2006 in Kenia aktiv und hat seitdem zur Frühwarnung bei Konflikten, für die Versöhnung verfeindeter Gruppen und gegen die Verbreitung von Kleinwaffen gearbeitet. Im Interview mit Abdia Mohamud, der Geschäftsführerin von Isiolo Peace Link, setzt sie sich für Sensibilisierung und Formen traditioneller Konfliktbearbeitung ein.

Abdia Mohamud, die Geschäftsführerin von Isiolo Peace Link, spricht im Interview über die Arbeit ihrer Organisation in Kenia.

Frage: Was hat Eure letzte Aktion, die Camel Caravan auf politischer Ebene gebracht?

Abdia Mohamud: Nach der Aktion berief der Deputy Governor von Samburu County am Oberlauf des Ewaso Nyiro eine große Tagung aller Stakeholder ein, um ein faires Ressourcenmanagement zu fördern. Der gerechte Zugang zu Wasser und Weideland ist gerade zum Ende der Trockenzeit im Oktober ein großes Thema. Wir halten es für sehr wichtig, den Dialog zwischen den Communities am Ober- und Unterlauf zu ermöglichen, um eine gerechte Verteilung des Wassers zu gewährleisten. Wir planen, auch weiterhin mit den zuständigen Wasserbehörden und der nationalen Umweltschutzbehörde zusammenzuarbeiten.

 

Frage: Wie bereitet Ihr Eure Aktivitäten vor?

Abdia Mohamud: Am Anfang unserer Projektarbeit steht eine gründliche Analyse. So haben wir eine Studie über das gemeindebasierte Ressourcenmanagement in Isiolo County in Auftrag gegeben, um zu lernen, wie die verschiedenen Ethnien traditionell den Zugang zu Ressourcen geregelt haben. Dies ist dann die Basis für weitere Aktivitäten. Wir wollen diese traditionellen Mechanismen stärken und das Wissen teilen. Dazu kann auch gehören, dass wir 2019 wieder an der Camel Caravan teilnehmen.

Frage: Wie trägt Isiolo Peace Link zur Beilegung von Konflikten bei?

Abdia Mohamud: Hand in Hand mit der Arbeit zum Ressourcenmanagement geht unser Engagement für traditionelle Rechtsprozesse und gewaltfreie Konfliktbearbeitung. IsioloPeace Link arbeitet schon lange mit Community-Komitees zusammen, um einen Einblick in die Anliegen der Menschen zu gewinnen. Dort versuchen wir, verfeindete Gruppen an einen Tisch zu bekommen.

 

Frage: Was tut Ihr gegen die Radikalisierung in Isiolo County?

Abdia Mohamud: Isiolo County gilt als Brutstätte für gewalttätigen Extremismus. Deshalb haben wir die örtliche Verwaltung dabei unterstützt, einen Aktionsplan zur Bekämpfung des gewalttätigen Extremismus zu entwickeln. Wir konzentrieren uns im Rahmen dieses Aktionsplans auf die Arbeit mit Bildungseinrichtungen. Dabei sensibilisieren wir religiöse Führungskräfte sowie Jugendliche außerhalb der Schule. Außerdem arbeiten wir daran, die Beziehungen zwischen Communities und Sicherheitsbehörden zu verbessern, indem wir versuchen, das Vertrauen der Menschen in die Polizei zu stärken. Gleichzeitig arbeiten wir mit den Sicherheitskräften zusammen, um die Einhaltung der Menschenrechte bei der Polizeiarbeit zu fördern.

 

Frage: Wie arbeitet Ihr zu diesen Themen mit dem Weltfriedensdienst zusammen?

Abdia Mohamud: Ein wichtiger Teil unserer Zusammenarbeit mit dem Weltfriedensdienst ist der Aufbau von Kapazitäten. Dies betrifft sowohl unser Team als auch engagierte Community-Mitglieder. Wir bieten Trainings in Mediation an, aber auch in der konfliktsensiblen Durchführung von Aktivitäten (z.B. mit dem Do-No-Harm-Ansatz) und zu Menschenrechten. Wir haben ein gutes Arbeitsverhältnis mit dem Weltfriedensdienst und hoffen auf eine anhaltende enge Zusammenarbeit.

 

 


Interview von Tim Bunke, promovierter Ethnologe mit Erfahrung in Tansania und Sambia. Er arbeitet seit Oktober 2016 als Kooperant und Friedensfachkraft mit Isiolo Peace Link, wo seine Aufgaben unter anderem Beratung zu Projektplanung und Wirkungsorientierung, Finanzbuchhaltung sowie Dokumentation umfassen.

 

06.11.2018

Gepostet in: Aktuelles, Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

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