Curry-Huhn-Teigtaschen aus Simbabwe
Kochen nach Saisonkalender im März

Der Frühling kommt und das erste Grün sprießt, zur Feier gibt es simbabwische Teigtaschen mit Frühlingszwiebeln. Weil das Gericht mit Fleisch zubereitet wird, fragen wir uns natürlich: Wie ist das eigentlich mit dem Fleisch und dem Klima? Mit Ressourcenschutz und nachhaltiger Landwirtschaft kennen sich unsere Partnerorganisationen in Simbabwe aus, wie ihr weiter unten sehen werdet. So schmeckt Zukunft – mit gerecht verteilten Ressourcen.

Zutaten

Teig

  • 250 g Mehl
  • 125 g Butter
  • 75 ml Wasser
  • 1 Prise Salz

Füllung

  • 2 EL Butter
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 TL Curry
  • 1 Möhre
  • 4 Champignons
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 30 g Mehl
  • 1 gekochte Hühnerbrust
  • 150 ml Brühe
  • Pfeffer, Salz
  • 1 Eigelb

Anleitung

Dieses Rezept braucht einige Zeit und ist am besten zu zweit zuzubereiten. Die Füllung lässt sich auch am Vortag schon vorbereiten. Die Menge reicht für 3 bis 4 Personen (12 Teigtaschen).

Für den Teig das Mehl mit der kalten Butter verreiben und mit Salz und Wasser zu einem Teig kneten. Dann für eine Stunde kühlstellen.

Zwiebel und Knoblauch pellen und kleinschneiden. Die Möhren schälen oder abbürsten und kleinwürfeln, die Pilze putzen und ebenfalls würfeln. Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Auch das Hühnerfleisch wird in Würfel geschnitten.

Die 2 EL Butter bei niedriger Hitze in einem Topf schmelzen und darin Zwiebel und Knoblauch glasig andünsten. Das Currypulver darüber streuen, gut rühren, und das gesamte Gemüse dazugeben. Jetzt das Mehl in den Topf geben und rühren, bis alles Gemüse gut mit Mehl bedeckt ist. Dabei unbedingt weiter auf geringer Hitze bleiben, sonst brennt es sofort an.

Als nächstes kommt die Brühe dazu, die mit dem Mehl andickt. Etwa 10 Minuten köcheln lassen, damit das Gemüse etwas gar wird. Ganz wichtig: immer wieder abrühren.

Das Fleisch in die Füllung geben, mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Füllung sollte abkühlen, bevor sie in den Teig kommt.

Den Backofen auf 170° C bei Umluft vorheizen, ein Backblech fetten oder mit Backpapier auslegen.
Den Teig etwa 3 mm dick ausrollen und in (12) Rechtecke schneiden. Ein bis zwei Esslöffel der Füllung auf eine Seite des Rechtecks geben, den Rand etwas mit Wasser einstreichen. Die Teigtasche schließen und an der Kante mit einer Gabel festdrücken, damit sie nicht wieder aufgeht. Oben in die Teigtaschen ein kleines Loch zur Entlüftung stechen, mit Eigelb einpinseln und ab in den Backofen.

Nach 20 Minuten sollten die Taschen gold-braun und fertig sein.

Vegane Version: Den Teig einfach mit Margarine herstellen. Zum Andünsten Öl statt Butter verwenden und Hühnerbrühe durch Gemüsebrühe ersetzen. Anstelle von Fleisch wahlweise Tofu oder Gemüse in die Füllung geben.

Klimakiller Fleisch?

Fleisch wir oft als Klimakiller betitelt. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern durchaus begründet. Um Fleisch zu produzieren, wird viel Wasser verbraucht, eine große Menge CO₂ und andere Treibhausgase freigesetzt. Dazu wird viel mehr Land benötigt, als für den Gemüseanbau.

Dabei sind aber nicht alle Fleischsorten in gleichem Maße umweltschädigend. Rindfleisch ist die schlechteste Alternative, wenn man Wasserfußabdruck und Treibhausgasemissionen betrachtet. Am wenigsten Umweltschäden verursacht noch Geflügelfleisch. Dazu kommt, dass nachhaltig produziertes Fleisch deutlich weniger Wasserverbrauch und Emissionen verursacht. Wer also Fleisch konsumieren möchte, sollte das möglichst selten tun und dann nachhaltig produziertes (Geflügel-) Fleisch auswählen.

Aber fest steht: wer auf Fleisch und Milchprodukte verzichtet, hat einen geringeren Wasserfußabdruck und ist für weniger Treibhausgasemissionen verantwortlich.

ZutatWasserfußabdruck in L/kgCO₂-Emissionen/kg
Rindfleisch15.41520,26
Schweinefleisch5.9887,99
Geflügel4.3254,22
Vergleich: Kartoffeln2870,62
Quellen: Water Footprint Network 1, Water Footprint Network 2 (PDF), WWF Deutschland (PDF)

Schon gewusst?!

  • Das Klima in Simbabwe ist subtropisch bis tropisch. In der Regenzeit von November bis März fällt fast der gesamte Jahresniederschlag von 1.000 mm.
  • Durch den Klimawandel verändert sich das Klima stark. Es fällt insgesamt weniger Regen, dieser unregelmäßiger und vermehrt zu anderen Zeiten. Wetterextreme und Naturkatastrophen wie Dürren, Hitzeperioden oder Wirbelstürme werden häufiger.
  • In Simbabwe stehen etwa 27 % des Staatsgebietes unter Schutz. Das ist deutlich mehr als der internationale Durchschnitt. Wissenschaftler*innen fordern, bis 2030 mindestens 30 % der Erde unter Schutz zu stellen, um den Klimawandel einzudämmen und unsere Natur zu erhalten. Simbabwe hat dieses 30×30-Ziel also schon fast erreicht.

Ressourcengerechtigkeit in Simbabwe

Dem Klimawandel können die Menschen in Simbabwe schon lange spüren. Weit bevor sich die Pandemie erahnen ließ, prognostizierten die Vereinten Nationen, dass 2020 allein durch Ernteausfälle 8 Millionen Simbabwer*innen lebensgefährlich von Hunger bedroht wären. Dann kam im März 2020 Corona dazu, was die Situation verschärfte.

Dass die natürlichen Ressourcen Jahrzehntelang übernutzt wurden, ist in Simbabwe weiterhin problematisch. Jetzt muss sich etwas ändern, unangepasste Landnutzung wie Überweidung, Brandrodung, Abholzung und fehlende Bodenschutzmaßnahmen im Feldbau, müssen durch zukunftsfähige Techniken ersetzt werden. Da kommen unsere Partnerorganisationen TSURO und PORET ins Spiel.

Engagement des Weltfriedensdienst e.V.

TSURO engagiert sich in kleinbäuerlichen Gemeinschaften in etwa 200 Dörfern für den gemeinschaftlichen Schutz der natürlichen Ressourcen. Im Bergland kümmern sich die Dorfgruppen um Quellen, legen Terrassen an, um Regen zu speichern und unterstützen sich gegenseitig bei der landwirtschaftlichen Arbeit.

In der Savanne betreibt PORET einen Waldgarten als agrarökologisches Trainingszentrum für Trockenregionen. Hier können die Menschen voneinander lernen, wie ihre ausgelaugten Felder wieder fruchtbar und widerstandsfähig werden.

Unsere beiden Partnerorganisationen wollen eine Trendwende herbeiführen. Ihre Vision: Eine Gemeinschaft, die die Natur respektiert, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft verbessert und so Armut und Hunger überwindet.
Nach dem Militärputsch 2017 ist die politische, wirtschaftliche und soziale Situation in Simbabwe angespannt. Dort setzen sich unsere Partnerorganisationen dafür ein, dass bestehende und aufkommende Konflikte konstruktiv bearbeitet werden. So kann eine gewaltsame Eskalation verhindert und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden.

Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützen wir Menschen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Als gemeinnützige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit sind wir in mehr als 20 Ländern rund um den Globus aktiv.