In den letzten zehn Jahren wurden im Senegal schätzungsweise 650.000 Hektar Land an ausländische Konzerne verkauft oder verpachtet. Das entspricht rund 17 Prozent der Ackerfläche des Landes.

Demo-gegen-Landraub--ProNat--Senegal

„Wir werden uns gegen diejenigen wehren, die uns unser Land nehmen wollen. Es ist das Land unserer Vorfahren, eine Fläche von 26.000 Hektar mit Dörfern, Tausenden Tieren, Moscheen und Friedhöfen.“ (Oumar Ba aus dem Dorf Ndiael)

Den Plan des italienisch-senegalesischen Konzerns Senethanol/Senhuile, weitere 26.000 Hektar in Beschlag zu nehmen, durchkreuzte erst 2011 eine Initiative des WFD-Partners ENDA ProNat. Bei einer Auseinandersetzung um die Ausweisung der Flächen starben zwei Menschen. Das Vorhaben wurde daraufhin vorläufig gestoppt.

Im August 2012 unterzeichnete der neue Präsident Senegals Macky Sall ein Dekret, das den Investoren an anderer Stelle zunächst 20.000 Hektar Land zusichert, um Sonnenblumen und Süßkartoffeln für die Produktion von Agrartreibstoffen anzubauen. Auch hier protestieren Bäuerinnen und -bauern sowie die Tierhalter im Flusstal.
Und auch hier gelang es einem breiten Bündnis an senegalesischen Organisationen, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, lokalen Verwaltungsangestellten und Forstarbeitern mit Demonstrationen, Radiosendungen und Streiks das Vorhaben zu kippen.

„Sie brauchen ihr Land, um auf nachhaltige Weise Nahrung produzieren zu können“, sagt Mariam Sow, die Koordinatorin von ENDA ProNat. „Wie sollen sich die Menschen ernähren, wenn ihnen ihre Lebensgrundlage genommen wird?“

26.10.2012

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

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