Von 1962 bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma) unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Das Militär setzte 2011 ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt ein und leitete damit eine vorsichtige Öffnung und Demokratisierung des Landes ein. Jedoch bekämpfen sich noch immer zahlreiche bewaffnete Milizen sowohl untereinander als auch mit dem Militär – angeheizt von einer fortbestehenden Kriegsökonomie.

Zwei Kinder tragen Feuerholz in einem Flüchtlingslager für Binnenvertriebene in Myanmar

Folge der Gewalt im Land sind viele Binnenvertriebene wie diese Kinder in einem Flüchtlingslager in Myanmar.

Hinzu kommt, dass die BewohnerInnen Myanmars keine gemeinsame Identität haben. Neben den BurmesInnen (ca. 70% der Gesamtbevölkerung) gibt es sieben weitere größere Volksgruppen, die offiziell anerkannt sind, sowie zahlreiche ethnische Minderheiten mit ausgeprägten eigenen Identitäten. Selbst die birmanische Mehrheit ist – vor allem in ihrem Verhältnis zu dem weiterhin dominanten Militär – politisch gespalten. Um den mit dem Ende der Militärdiktatur einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

Konfliktbearbeitung in benachteiligten Gemeinden

Ohne eine Konfliktbearbeitung mit dem Ziel nationaler Versöhnung ist jederzeit mit dem Aufbrechen bewaffneter Konflikte zu rechnen. Besonders ethnische Minderheiten fühlen sich von der Regierung systematisch vernachlässigt – eine Gefahr für den Friedensprozess. Die Friedensarbeit des Weltfriedensdienst im Land zielt daher zunächst darauf, dass sich die Bevölkerung in den Projektregionen Kachin State, südlicher Shan State und perspektivisch Mon State auf ihre wichtigsten Anliegen, Bedürfnisse und Rechte verständigt.  Dafür werden in Gemeinden verankerte Organisationen unterstützt, regionale Friedensprozesse zu moderieren und zu begleiten.
Friedensfachkräfte des Weltfriedensdienst mit Kenntnissen um Konfliktanalyse, gewaltfreie Kommunikation und Konflikttransformation beraten sie vor Ort. Perspektivisch werden die Menschen in die Lage versetzt, ihre Interessen gegenüber der Regierung und dem noch immer machtvollen Militär eigenständig zu vertreten und Einfluss auf Entscheidungsprozesse nehmen.

Bildungsprogramme in Myitkyina, Kachin State

Ein Beispiel aus unserer Arbeit in Myanmar: Junge Leute, welche sonst in der Region keine ausreichende Berufsperspektive haben, werden zu Führungskräften in Themen wie Konfliktbearbeitung, Politik oder gemeindeorientierter Arbeit ausgebildet. Zum Teil wird ihre Weiterbildung im In- oder Ausland mit Stipendien unterstützt. Dadurch sind sie befähigt einen Beitrag zum Friedensaufbau, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung zu leisten, statt abzuwandern. Viele der rund 1000 Alumni des Naushawng Development Institute (NDI) sind miteinander vernetzt. Gemeinsam arbeiten sie auf ein friedlicheres Leben in Kachin State zu.

28.06.2018

Gepostet in: Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

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