(veröffentlicht im Querbrief 2/2018)

Wir wirkt unsere Arbeit? Unsere Friedensfachkräfte Lukas Nagel und Bernhard Ortmann berichten von den friedlichen Protesten in Kachin Anfang Mai 2018.

Unter den Demonstrierenden traf er zahlreiche junge, untereinander gut vernetzte AbsolventInnen von NDI, die sich in der gewaltfreien Lösung von Konflikten geübt haben und ihr Wissen nun praktisch anwenden.

Die Stimmung ist angespannt. Seit Tagen kommen immer mehr Soldaten in die Provinzhauptstadt Myitkyina. Zunächst waren während der Proteste kaum Polizei oder Militär prä¬sent, zumindest nicht in Uniform. Jetzt werden die Protestierenden von Uniformierten mit Maschinengewehren flankiert.

„Es geht um Menschlichkeit“

Mei Awng (Name geändert), eine 24-jährige Demonstrantin und Absolventin des Peace Building Programms von NDI, erklärt: „Eigentlich hat der Ministerpräsident von Kachin zugesagt, die eingekesselten Menschen zu evakuieren. Das Militär aber lässt die Rettungsteams nicht durch.

Myanmar: Frieden Fördern
Myanmar: Frieden Fördern Seit fast 60 Jahren kämpfen die Kachin für mehr kulturelle, religiöse, wirtschaftliche und politische Autonomie. Daher wird dieser Konflikt oft als der am längsten andauernde Bürgerkrieg der Welt bezeichnet.

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Zivilgesellschaft stärken Der Weltfriedensdienst unterstützt engagierte Organisationen in Myanmar, die sich für Demokratie, friedlichen Dialog und die Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen stark machen.

Im Grunde ist das hier keine politische Angelegenheit; denn es ist unsere Pflicht, unschuldige Menschen zu schützen. Es geht um Menschlichkeit.“ Die Demonstrierenden kampieren im Manau-Park, dem größten Park im Zentrum der Stadt. Hier und auf den Hauptstraßen stehen seit Tagen Hunderte, halten Schilder und Transparente. Sie fordern freies Geleit für die eingekesselten Zivilisten. Nachts gegen 23 Uhr legen die meisten der Protestierenden, vor allem die Älteren und die Kinder, ihre Schilder ab. Sie gehen nach Hause. Zurück bleiben die jungen AktivistInnen.

„WIR GEBEN NICHT AUF!“

Die AktivistInnen erinnern an die Studierenden auf dem Platz des Himmlischen Friedens in China 1989: Eingewickelt in synthetische Decken mit Blumenmustern kauern sie auf dem Asphalt. Sie sind jung, kaum jemand ist älter als Mitte 20. Es fällt auf, wie wenig gelacht wird – die Stimmung ist ernst und entschlossen. Als es später zu regnen anfängt, geben noch mehr auf und gehen. „Sie sollten uns nicht im Stich lassen“, flüstert eine Demonstrantin, „Wir werden schwach und sie werden stark“. „Sie“, das sind die bewaffneten Polizisten, die wenige Meter entfernt von den Protestierenden an kleinen Lagerfeuern und in ihren Autos sitzen und warten. Die Lage in Kachin hat sich auch bis zum Redaktionsschluss nicht grundlegend verbessert. Aber die Demonstrierenden von Myitkyina geben nicht auf.Kreativer Protest: Aktivistin überrascht Soldaten mit Rosen

28.06.2018

Gepostet in: Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

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