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„Ganz gleich, auf welchem senegalesischen Markt ich einkaufen gehe, überall stoße ich auf europäische Produkte: Holländische Tomaten, Obst aus Griechenland, spanische Zwiebeln. Für die senegalesischen Kleinbauern, wie die Familie von Ibrahim Bâ, die bei glühender Hitze von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ihr Zwiebelfeld bestellt, bedeutet das die Vernichtung ihrer Existenz. Früher hat der Verkauf der Zwiebeln die ganze Familie ernährt. Heute können sie mit den Produkten aus Europa, die aufgrund EU-Exportsubventionen für den halben Preis verkauft werden, nicht mehr konkurrieren.“ Jörg John (Kooperant des WFD bei Pronat).Eine-Frau-erntet-Petersilie--Pro-Nat--Senegal

Dabei ist die Gemüse- und Obstproduktion für den heimischen Markt oft das einzige Zusatzbrot für die meisten senegalesischen KleinbäuerInnen. Mit den Einnahmen gleichen sie den Rückgang der Getreideproduktion aus und kaufen importierte Grundnahrungsmittel zu. So trifft der drastische Anstieg des Weltmarktpreises für Reis, das Grundnahrungsmittel der Senegalesen, bäuerliche Familien wie die von Ibrahim Sy besonders hart. Der Preis für einen Sack Reis ist im letzten Jahr um fast 70% gestiegen! Damit verschlingt allein der Reiskauf fast die Hälfte des Haushaltsbudgets.

Die „Proteste gegen das teure Leben“, die es im vergangenen Jahr in Niger und Burkina Faso gab, wurden im Senegal genau registriert. In Dakar wurde eine Demonstration der Vereinigung der Senegalesischen Verbraucher gegen die Lebensmittelteuerung von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Man diskutiert über die Hungerrevolten in Ägypten und Haiti und viele befürchten, dass es auch im Senegal zu ähnlichen Verzweiflungsaufständen kommt.

Seit vielen Jahren schon unterstützt der Weltfriedensdienst, gemeinsam mit seiner senegalesischen Partnerorganisation ENDA Pronat, Kleinbauern dabei, ihre Produkte besser zu vermarkten. Und er berät sie dabei, auf ökologische Anbaumethoden umzusteigen. Durch den Verzicht auf teure Kunstdünger und Pestizide ist diese Anbauweise deutlich kostengünstiger und verspricht langfristig weitaus höhere Erträge.

12.06.2008

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

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