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Kurz vor Jahresende erhielten wir grünes Licht für ein neues Projekt zur Einkommens- und Ernährungssicherung in Sambia! Damit können wir an die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der lokalen NGO Environment Africa (EAfrica) Sambia anknüpfen.

Dank Honigproduktion und Kleintierzucht kamen in den Familien der Begünstigten zum Ende des Vorgängerprojekts täglich drei Mahlzeiten statt einer auf den Tisch. Die Mehreinnahmen ermöglichten den Kindern, zur Schule zu gehen.

Das neue Projekt wird klimafreundliche Landnutzungsmethoden verbreiten, um die Einkommen weiter zu erhöhen und die Qualität der Ernährung für Mütter und Kinder durch Gartenbau und Gesundheitsschulungen nachhaltig zu verbessern. Schulische Umweltaktionsgruppen stärken Umweltbewusstsein und rehabilitieren degradierte Flächen.

Umweltzerstörung und Armut erschweren das Leben im Projektgebiet

In Sambia wird die Umwelt massiv durch Kleinbergbau zerstört. Das Land hat zudem eine der höchsten Entwaldungsraten der Welt. Schließlich sind Brennholz und Holzkohle die wichtigsten Energiequellen für die Mehrheit der Bevölkerung und deren Herstellung schafft überlebenswichtige Einkommen. Wissen und Verständnis für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen sind gering ausgeprägt.

Im Projektgebiet, den Bezirken Kabwe und Chibombo, gibt es besonders schwerwiegende soziale und ökologische Probleme. Hier leben fast 80 Prozent der ländlichen Bevölkerung in Armut, in 42 Prozent der Haushalte sind Nahrungsmittel knapp. Die unausgewogene Ernährung wirkt sich besonders bei Kindern negativ auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebenserwartung aus. Kabwe ist eine der meistverschmutzten Städte der Welt, in Chibombo führt die lokale Holzkohleproduktion zu Waldrodungen in großem Maßstab. Dazu kommen unregelmäßige Niederschläge und wiederkehrende Überschwemmungen infolge des Klimawandels.

Umweltaktivist*innen des Livingstone Youth Network nehmen an Fridays for Future teil.

20 Schulen als Zentrum des Wandels

Vermüllte Schulgebäude, tiefe Abwasserkanäle auf Schulhöfen, Dächer, die nicht wind- und wetterfest sind… der Handlungsbedarf an Schulen ist nicht zu übersehen. Schulische Umweltaktionsgruppen an 20 Schulen sollen das ändern – Lernen durch Handeln. Pflanzt man jungen Menschen frühzeitig Liebe und Respekt vor Bäumen, Wasserläufen, Boden, Pflanzen und Tieren ein, wird das ihr Leben ändern. Wenn sie verstehen, wie wichtig eine intakte Umwelt ist und dass alle Verantwortung dafür tragen, können sie die Erwachsenen – Familien und Dorfgemeinschaften – mitnehmen.

Mit dieser Methode hat das Vorgängerprojekt bereits beeindruckende Erfahrungen gemacht: Die Mitglieder der Umweltaktionsgruppen erwarben Kenntnisse über Entwaldung, nachhaltige Landwirtschaft, Klimawandel und Abfallwirtschaft. Dem theoretischen Teil der Ausbildung folgte der praktische. Mädchen und Jungen pflanzten Bäume und legten Schulgärten an. Am Weltumwelttag und zu anderen Gelegenheiten lenkten sie mit selbst verfassten Gedichten, Theateraufführungen und Plakaten die Aufmerksamkeit auf einen nachhaltigen und rücksichtsvollen Umgang mit der Umwelt. Spielerisch und kreativ klärten sie über Mülltrennung, die Nachteile der traditionellen Brandrodung und die Möglichkeiten alternativer Waldnutzung, etwa durch Bienenzucht, auf.

Mehrere Schulen organisierten Müllsammelaktionen in ihren Gemeinden, an denen sich sogar Vertreter*innen lokaler Behörden beteiligten. All dies trug dazu bei, dass die Beteiligten besser verstanden, warum ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen überlebenswichtig und wie er realisierbar ist.

Auch im neuen Projekt werden motivierte Lehrer*innen zu Themen des Umweltmanagements fortgebildet. Diese regen die Gründung von Schüler-Umweltaktionsgruppen an, die sie begleiten. Die beteiligten Mädchen und Jungen vertiefen ihr Umweltwissen und planen und realisieren im Ergebnis eigene Umweltsanierungsaktivitäten an ihrer Schule. Sie organisieren Umwelttage, zu denen Eltern und Schulumfeld eingeladen werden. Vorgesehen sind Aktionsmonate und die Teilnahme am Kabwe Youth Network. Die Jugend-Umweltbewegung wird Kabwe und Chibombo weiter verändern, denn Veränderung tut not!

Bildung für Nachhaltige Entwicklung in einer Grundschule im Distrikt Chisamba.

Was das Projektteam in 3 Jahren erreichen will:

Im Laufe der dreijährigen Laufzeit sind folgende Hauptaktivitäten vorgesehen:

  • 60 Lehrer*innen werden ausgebildet, um Umweltaktionsgruppen anzuleiten.
  • 4.000 Schüler*innen werden zu besserem Umweltmanagement geschult und aktiviert.
  • 200 Mütter von stark mangelernährten Kindern unter 5 Jahren werden zu Ernährungsfragen geschult.
  • 450 Kleinbäuer*innen werden zu nachhaltigen Anbaumethoden fortgebildet.
  • 6 lokale Regierungsvertreter*innen im Bereich Landwirtschaft werden zu Berater*innen für klimaangepasste Landwirtschaft und ausgewogene Diät weitergebildet.

Ihre Spende ermöglicht, dass durch die Verbreitung von Methoden nachhaltiger Landnutzung Tausende Menschen ihre Einkommens- und Ernährungssituation verbessern. Schüler*innen verändern ihr Umfeld und werden zu Pionieren für einen bewussten und schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

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13.02.2020

Gepostet in: Aktuelles