Demonstration gegen Landraub im Senegal

Demonstration gegen Landraub

Am 27. November 2017 verkündete Senegals Staatspräsident Macky Sall, dass die einem ausländischen Investor erteilte Konzession für ein 10.000 Hektar großes Reis-Anbaugebiet in der ländlichen Gemeinde Dodel im Norden des Landes zurückgenommen wurde. Dieser Schritt geschah angesichts breiter Proteste aus der bäuerlichen Bevölkerung, die um ihre kleinbäuerliche Lebensweise und Existenz fürchteten.

Nicht zum ersten Mal ist damit im Senegal eine breite Koalition aus örtlicher Bevölkerung, Bauernverbänden, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern erfolgreich im Kampf gegen legalen und illegalen Landraub.

 

 

 

Die Arbeit der Zivilgesellschaft macht sich bezahlt

Die Entscheidung des Präsidenten wäre nicht denkbar ohne den langjährigen Aufbau ökologischer Kleinbauernorganisationen und einen breiten Meinungsbildungsprozess um ein künftiges demokratisches Bodenrecht innerhalb der Bevölkerung. Dieser begann mit basisnahen Workshops und zog sukzessiv Zivilgesellschaft, Wissenschaft und die nationale Bodenrechtskommission mit ein.

Parallel entstanden in den verstreuten Dorf-Gemeinden zum einen Frühwarn-Systeme, die vor drohenden großflächigen Landnahmen warnen und zum anderen ein zivilgesellschaftliches Netzwerk, das auf diese reagieren kann, indem es auf Politik und Öffentlichkeit einwirkt.

Weltfriedensdienst-Partner ENDA-ProNat

Der wohl wichtigste Katalysator dieser Bewegung ist die senegalische Organisation ENDA ProNat (Protection Naturelle des Terroirs), die seit den 1980er Jahren an der Seite der kleinbäuerlichen Bevölkerung ökologische Alternativen zur industrialisierten Landwirtschaft entwickelt. Und dabei zugleich die Selbstorganisation der Bauern und Bäuerinnen unterstützt, aber auch auf nationaler und internationaler Ebene für Ernährungssouveränität kämpft. Und damit gegen eine Politik, die die Landwirtschaft in Abhängigkeit von Hybridsaatgut, gentechnisch veränderten Organismen, chemischen Inputs, ausländischen Investoren und internationalen Großkonzernen bringen möchte.

Der Weltfriedensdient e.V. unterstützt ProNat seit 2001 in diesem Engagement.

16.05.2018

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

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