🔎 Suchen
☎ Kontakt ✉ Newsletter

Bananenpflanzen in Chimanimani © Florian Klassen

Schon im Ende 2019 zeichnete sich landesweit eine Hungerkatastrophe ab. Auf Zyklon Idai im März  folgte die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Die Vereinten Nationen prognostizierten, dass 8 Millionen Simbabwer*innen im Jahr 2020 allein aufgrund der Ernteausfälle um ihr Überleben würden kämpfen müssen (Vereinte Nationen, 30.12.2019). Jetzt verschärft die Corona-Krise diese Situation noch einmal um ein Vielfaches.

Wirtschaftskrise, Zyklon, Dürre und jetzt Corona

Vom Corona-Virus ist Simbabwe bisher kaum betroffen. Doch das Gesundheitssystem war schon vor Ankunft des Virus in einem desolaten Zustand. Es fehlt an Krankenhausbetten. Für Ärzte und Schwestern steht selten Schutzkleidung zur Verfügung. Die Regierung hat ähnlich wie in Südafrika Ausgangssperren verhängt, die das Militär und die Polizei rigoros durchsetzen. Bereits jetzt sind die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Epidemie zu spüren.

Simbabwes Ärmste sind schon „infiziert“

Besonders hart trifft die Ausgangssperre die Ärmsten im Land. Der informelle Sektor macht etwa 80 % der Wirtschaft aus. Viele Menschen in Simbabwe stehen vor der Wahl zwischen Hunger und COVID-19. Die Angst vor dem Corona-Virus tritt hinter die Frage, woher die nächste Mahlzeit für die Familie kommt. Wegen der Ausgangssperre können Kleinbäuer*innen ihre Erzeugnisse nicht verkaufen. Tonnenweise verrotten Tomaten, Bananen und Kohl, während sie auf den Märkten fehlen. Am härtesten trifft das kindergeführte Haushalte, alleinerziehende Mütter mit Kindern oder von HIV/AIDS betroffene Haushalte.

TSURO klärt auf, berät und verteilt Hygieneartikel

Im abgelegenen Projektgebiet Chimanimani klärt unsere Partnerorganisation TSURO die Familien über die COVID-19-Prävention auf und schickt SMS und WhatsApp-Nachrichten an besonders gefährdete Menschen. Mitarbeitende leisten psycho-soziale Telefonhilfe. Als Teil der Civil Protection Unit beteiligt sich TSURO an der Verteilung von Hilfsgütern und stellt Hygieneartikel an strategischen Positionen bereit.

Sehen Sie das Video-Interview mit unserem Kollegen Ulli Westermann in Chimanimani hier:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

27.04.2020

Gepostet in: Aktuelles, Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität