Spendenaktion – Hölderlin-Gymnasium Nürtingen | Weltfriedensdienst

Frieden in verschiedenen SprachenMit einer Chor- und Orchester-Aufführung des Anti-Kriegs-Stück „The Armed Man“ von Karl Jenkins und einer gleichzeitig stattfinden Kunstaustellungen sammelte das Hölderlin-Gymnasium Nürtingen 2000€ für den Weltfriedensdienst. Hier berichtet Cara Bruijmann (Kursstufe 1):

Eine Friedensmesse als gemeinsames Projekt für unseren Kammerchor und das Sinfonieorchester? Als wir von dem Plan unserer Dirigenten für die diesjährigen Sommerkonzerte hörten, waren einige von uns etwas skeptisch, aber die Idee einer Friedensmesse in der heutigen Zeit fanden wir schön.

Der erste Schritt, neben den üblichen Proben für Chor und Orchester, war die Teilnahme unserer Schule mit dem Friedensprojekt an der „Sparda Spendenwahl 2018“. Zum ersten Mal haben wir realisiert, welche enorme Größe das Projekt annehmen kann bzw. wird. Mit dem gewonnenen Geld konnten zum Beispiel Stimmbildner für den Chor oder die Beleuchtung der Konzerte finanziert werden.

Richtig spannend und intensiv wurde es dann in der 3-tägigen Arbeitsphase in Weikersheim: drei Tage voller Konzentration und Proben. Am ersten Abend haben das Orchester und der Chor zum ersten Mal gemeinsam geprobt – die zwei Teile zu einem Ganzen zusammengesetzt: Es war eine unglaubliche Probe! Wir haben eine Vorstellung davon bekommen, wie großartig das Werk klingt, wenn wir es gemeinsam spielen.

Musik mit Bedeutung

Die kleine Einführung in das Werk durch unseren Chorleiter hat für uns nochmals das Spielen und Singen sehr verändert: die Entstehungshintergründe und die Bedeutung der einzelnen Stücke für den Gesamtzusammenhang schufen eine neue Atmosphäre und wir konnten genauer erahnen, was der Komponist mit seiner Friedensmesse erreichen wollte.

The Armed Man“ zeigt einen Krieg mit all seinen Konsequenzen und Opfern. Insbesondere bei dem Stück Nr. 7 „Charge“ (Angriff) hat man als Mitwirkender das Gefühl bekommen, dass man aus dem „Kampf“ nicht mehr rauskommt, man bis zum Ende durchhalten muss, weil es aus dieser irren Situation kein Entkommen gibt; wie auf dem Schlachtfeld – man kann nicht einfach aufhören zu kämpfen, man muss dieses Gefecht durchhalten.

Kriegsgeschichten aus der eigenen Familie

Parallel dazu lief ein Kunstprojekt an unserer Schule. Wir wurden aufgefordert ein Plakat zu erstellen, wenn möglich über ein Kriegsschicksal aus der eigenen Familie. Für die meisten Schüler war es sehr berührend, etwas über die Auswirkungen des Krieges in der eigenen Verwandtschaft zu erfahren. Vielen wurde bewusst, dass Kriege – wie der Zweite Weltkrieg – noch gar nicht so lange her sind, obwohl das den meisten Schülern so erscheint, da wir das Glück haben, in einer Friedensperiode aufwachsen dürfen. Diejenigen, in deren Familien es niemanden mehr gab, der über solche Erfahrungen berichten konnte, sollten im Internet nach Schicksalen forschen und auch hier berührten die Geschichten die Schüler. Häufig durfte man die Plakate in einer Unterrichtsstunde gestalten, was dazu führte, dass man sich austauschen konnte und viel mehr erfuhr. So bekamen auch sehr viele Schüler, die nicht direkt im Konzert beteiligt waren, einen Bezug zu dem großen Friedensprojekt, was für die ganze Schule eine tolle Erfahrung war. Der Projektraum, in dem die Plakate ausgestellt wurden und weitere Projektarbeiten zum Thema Krieg und Frieden, rundeten das Großprojekt ab.

Ein berührendes Konzert

Die Generalprobe in der Kirche mit vollbesetztem Chor und Orchester war vor dem Konzert ein neues Erlebnis. Zum ersten Mal hörten wir auch den Muezzin – für einen Großteil von uns ebenfalls eine neue Erfahrung.

Die Konzerte waren unglaublich! Die Atmosphäre, das aufmerksam lauschende Publikum und die Beleuchtung machten beide Konzerte zu etwas ganz Besonderem. Am Ende des Werkes gab es einen Moment, den viele als einen Moment des Friedens beschrieben. Der Abschlusschoral „Praise the Lord“ war gerade verklungen und es herrschte vollkommene Stille, als wolle niemand glauben, dass es zu Ende war; dieser Moment war einfach wunderschön. Schon an der überwältigenden Menge des Beifalls haben wir gemerkt, dass wir das Publikum erreicht haben. Für viele von uns Mitwirkenden war es besonders schön, dass viele Zuhörer uns nach dem Konzert gratuliert haben und wir sehen konnten, wie tief sie unser Konzert berührt hat. Genau das war es, was wir erreichen wollten. Auch das Kunstprojekt wurde gelobt und für die meisten Konzertbesucher war es ein weiteres Element, das in besonderem Maße zu der Emotionalität beigetragen hat.

Eine Friedensmesse, die die Menschen berührt mit einer Spendenaktion für den Weltfrieden, den wir uns alle wünschen; nach diesen Konzerten mehr denn je.

 

 

01.08.2018

Gepostet in: Aktuelles

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