Nachdem der Menschenrechtsaktivist und Dokumentarfilmer Peter Steudtner wegen angeblichen Terrorismusverdachts 113 Tage in türkischer Haft saß, ist er nun für uns Teil der Jury zur Vergabe des 33. Friedensfilmpreises der Berlinale 2018.

Peter Steudtner. Foto: Gregor Zielke

Peter Steudtner. Foto: Gregor Zielke

Neben Steudtner wurden der Drehbuchautor Miraz Bezar, die Filmemacher Matthias Coers, Lena Müller und Burhan Qurbani, die Betreiberin des Bali-Kinos Helgard Gammert sowie der Regiestudent Florian Hoffmann in die Jury berufen. Die 7-köpfigen Jury wird über 40 Filme aller Kategorien  für den mit 5.000 Euro dotierten Preis sichten. Getragen wir der Preis vom Weltfriedensdienst, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedensinitiative Zehlendorf.

Preisverleihung: 25. Februar 2018, 17 Uhr, im Hackeschen Höfe Kino Berlin
Karten können ab Anfang Februar direkt über das Kino reserviert werden.

Steudtner ist Berater für gewaltfreie Konfliktlösung und berät Menschenrechtsaktivisten in Sicherheitsfragen. Als Fotograf hat er im südlichen Afrika die Arbeit des Weltfriedensdienst dokumentiert. Er hat mehrere Kurzfilme über Themen wie Landgrabbing und Menschenrechte gedreht.
Nach Steudtners Meinung sollte ein Friedensfilm den Zuschauenden Fragen stellen und diesen dazu bringen die eigenen Vorurteile zu hinterfragen. Der Film sollte auf der einen Seite Konflikte auf neue initiative Weise beleuchten, auf der anderen Seite aber auch gute Beispiele aufzeigen – Beispiele in denen unter schwierigsten Bedingungen Frieden erreicht wurde, vielleicht durch ganz unscheinbare Heldinnen und Helden und auf für uns unerwartete Weise.

Was ein Friedensfilm darf, sollte und kann erzählt Peter Steudtner im Interview auf der Seite des Friedensfilmpreises.

Aktuelles über den Friedensfilmpreis und die Arbeit der Jury erfahren Sie während er Berlinale auf Facebook und Twitter.

 

15.01.2018

Gepostet in: Aktuelles, Berlinale Friedensfilmpreis

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Gewalt spielt eine große Rolle in den Filmen des Vorsitzenden der internationalen Jury bei der 67. Berlinale, Paul Verhoeven. In einem Interview wurde er gefragt, warum das so ist. „Die Welt ist auf Macht gegründet – und Macht bedeutet Gewalt. Es gibt zwar auch die Liebe, die braucht man um Kinder zu machen. Aber die Gewalt dominiert“, war die Antwort des lebenserfahrenen Cineasten. Ich hätte ihm mehr Phantasie zugetraut. Aber wenn ich mich umschaue kommt mir der Verdacht, er könnte Recht haben. Er ist zumindest nicht der einzige, der so denkt. Schon Karl May hat sich Gedanken über genau diese Frage gemacht. In seinem Roman Ardistan unterhält sich der Reisende Kara Ben Nemsi mit der Königin Marah Durimeh über Krieg & Frieden.
»Ich sage dir, mein Freund, der stolze Krieg steigt nie zum Frieden herab, um ihm die Hand zu reichen, sondern der Friede muss zu ihm empor, um ihn, der ewig widerstreben wird, herabzuschmettern. Hat der Krieg eine eiserne Hand, so habe der Friede eine stählerne Faust! Nur die Macht imponiert, die wirkliche Macht. Will der Friede imponieren, so suche er nach Macht, so sammle er Macht, so schaffe er sich Macht.“ (Aus: Karl May, Ardistan, 1910),
Merke: Friede kann niemals wirklich Friede sein. Er ist es nur so lange, als er die Macht besitzt, es zu sein.

11.02.2017

Gepostet in: Berlinale Friedensfilmpreis

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Die Friedensfilmpreisjury hat es schwer – sie soll suchen, ohne genau zu wissen, was. Kein Mensch weiß, was einen Friedensfilm auszeichnet. Trotzdem wurden bereits 31 Friedensfilme prämiert. Ich habe mir vorgenommen, bei dieser Berlinale mal genauer darauf zu achten, was Kriterien für friedensfördernde Filme sind. Praxis kann ja durchaus theoriebildend sein. Wikipedia beschreibt Frieden als einen heilsamen Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung und besonders von Krieg. Frieden ist das Ergebnis der Tugend der „Friedfertigkeit“. Film und friedfertig? Ich höre schon das Schnarchen aus den Kinosälen. Obwohl, das Wort „Friedfertig“ gefällt mir. Fertig für Frieden! Alle Störungen und Gründe der Beunruhigung sind beseitigt. Das ist zwar eine Sisyphusaufgabe, Aber Sisyphus ist ein passendes Bild für Frieden. Ein Stein der immer gerollt sein will und nicht liegenbleibt, wo man ihn gerne hätte. Merke: ein Friedensfilm rollt störende Steine!

10.02.2017

Gepostet in: Berlinale Friedensfilmpreis

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