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+++Weltfriedensdienst: 60 Jahre Kampf für den Frieden

Berlin Mit Musik, couragierten Vorträgen und gutem Essen feierten wir unseren 60. Geburtstag. Wir danken vor allem unseren Partnerorganisationen. Ohne deren Professionalität und Durchhaltevermögen hätten wir keine Chance, so viele Menschen in der Umsetzung ihres Wunschs nach friedlicherem Leben zu unterstützen. Besonders geehrt fühlten wir uns durch den Besuch von Mariam Sow, Direktorin von Enda Pronat (Senegal) und Lucila Pautrat, Direktorin von Kené (Peru).

+++ Kené: Unglaublicher Erfolg gegen illegale Abholzung

Peru Im Amazonas-Regenwaldgebiet dokumentiert und verfolgt die Umweltorganisation Kené seit Jahren den illegalen Raubbau gerichtlich. Durch akribische Arbeit, große Ausdauer und Mut hat Kené es geschafft, ein Gerichtsverfahren gegen die Firma Tamshi SAC bis zum Ende durchzusetzen. Diese musste 4 Millionen Euro Schadensersatz an Peru zahlen und 3 Mitarbeiter wurden zu Haftstrafen verurteilt. Ohne die herausragende Arbeit von Kené wäre dieses historische Urteil nicht zustande gekommen.

+++ Enda Pronat: Ernährungssicherung für 150 Dörfer im Senegal

Senegal Im Senegal spitzt sich die  Ernährungskrise zu: 2/3 der Ackerflächen sind degradiert, illegale Abholzung, Landkonflikte und Klimakrise verschärfen die Situation. Die Landwirtschafts- und Entwicklungsorganisation Enda Pronat setzt sich seit Jahrzehnten erfolgreich für eine Agrarwende und für nachhaltige Landwirtschaft ein und bekämpft so Wasserknappheit und Mangelernährung.

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06.01.2020

Gepostet in: Aktuelles, Das Mitgliedermagazin Querbrief

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Im Herbst 2011 besuchte Helge Swars, Programmkoordinator beim WFD, Projekte in Simbabwe. Sabine Künzel sprach mit ihm über die Reise. (veröffentlicht im Querbrief 1/2012)

Welchem Zweck diente die Reise?

Es ging darum, Partner kennenzulernen und die Arbeit vor Ort zu begutachten, da ich neu in diesem Arbeitsbereich bin. Unsere Kommunikation mit Partnern ist geprägt von Berichten und Finanzabrechnungen. Der Projektinhalt erschließt nur aus dem Studium der Berichte. Durch die Reise bekommen die Zielgruppe und die Mitarbeiterinnen vor Ort Gesichter, genau wie der WFD ein Gesicht für die Menschen vor Ort bekommt. Dieser Kennenlernaspekt ist auch unseren Partnern sehr wichtig, weil sie mit jemandem aus Fleisch und Blut verhandeln können und nicht mit einer Adresse im fernen Deutschland. Und nicht zuletzt können die Partner ihre Arbeit sehr lebendig jenseits von Jahresberichten präsentieren.

Das konnte ich besonders gut bei dem Projekt TSURO im Osten des Landes, im Chimanimani-Distrikt, feststellen. Ich habe dort in vier verschiedenen Dörfern intensiv mit Bäuerinnen und TSURO Mitarbeiterinnen gesprochen. Während der Autofahrten über verstaubte Landstraßen bekam ich auch einen Eindruck davon, wie vielfältig die Landschaft in dem Distrikt ist und vor welche unvorstellbaren Herausforderungen dies die Bevölkerung stellt. Nach einer Woche bin ich dann mit einer Ladung leckerem Chimanimani-Honig auf dem Rücken nach Harare und zu weiteren WFD-Projekten in Südafrika gefahren.
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24.05.2012

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

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„Guten Tag, ich heiße Pamela Mwateta,

Ich bin 25 Jahre alt und lebe mit meiner Mutter und zwei jüngeren Brüdern im Dorf Kubatana. Kubatana bedeutet in unserer hiesigen Shona Sprache Zusammenarbeiten. Das Dorf befindet sich im Bezirk Chikwakwa. Das ist eine sehr trockene Gegend im Chimanimani Distrikt. Wir leben weit weg von geteerten Strassen und es gibt hier keine öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Auto brauchen wir etwa eine Stunde bis zur nächsten größeren Strasse, aber da es hier fast keine Autos gibt, bleiben wir da wo wir sind.

Mein Vater hatte es geschafft, für unsere Familie ein kleines Ziegelhaus zu bauen, aber als er 1992 unerwartet starb, waren wir überhaupt nicht darauf vorbereitet, uns jetzt alleine durchs Leben schlagen zu müssen. Meine Mutter wurde sehr depressiv, wir hatten nur wenig Nahrung und dazu kam noch eine schlimme Dürrezeit. Wir ernährten uns oft von Mopani Würmern. Das sind eiweißhaltige Raupen, die auf unseren einheimischen Mopani Bäumen leben. Und auch Feldmäuse waren ein beständiger Teil unseres Speisezettels. Die Familie hatte kein Geld, um uns Kinder zur Schule schicken zu können. Von einigen Nachbarn bekamen wir immer mal ein paar Sachen anzuziehen und manche halfen uns mit ihren Ochsen, das Feld zu pflügen. (mehr …)

24.08.2009

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

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In der ersten Hälfte des Jahres 2008 konnte TSURO nur wenige der geplanten Aktivitäten durchführen. Nach den politischen Unruhen im Gefolge der März-Wahlen konnten zum Beispiel Projektmaterialien nicht an die Bäuerinnen und Bauern ausgeliefert und auch Trainingsaktivitäten nur in geringem Maße durchgeführt werden. Die Suspendierung aller ‘Field Operations’ von Nichtregierungsorganisationen durch das Ministerium für Public Service, Labour and Social Welfare Anfang Juni machte die Arbeit von TSURO fast unmöglich.

Nach der Aufhebung der Suspendierung im August entwickelte TSURO im Bereich ‘Nachhaltige Landwirtschaft und Ressourcenschutz’ eine außerordentliche Dynamik. Der ausbleibende Niederschlag in der Regenzeit 2007/08 hatte in Simbabwe zu einer Dürre geführt, die die Getreideernte in weiten Teilen des Chimanimani Distrikts fast völlig vernichtete. TSURO gelang es, angesichts der folgenden landesweiten Nahrungsmittelkrise und schwerer Engpässe in der Versorgung mit Saatgut ein umfangreiches Nichthybridsaatgutprogramm für die bevorstehende Saison zu initiieren. Dies kann zwar nicht unmittelbar den Hunger lindern, aber es wurde ein deutlicher Beitrag geleistet, die Hoffnung auf eine verbesserte Ernährungslage ab März zu erhalten. Dazu trug auch der von November bis zum Jahresende  stetige und effektive Regen bei. (mehr …)

24.04.2009

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

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Seit 2006 berät Ulli Westermann als Kooperant TSURO für den Weltfriedensdienst in Nachhaltiger Landwirtschaft, Ressourcenschutz und Organisationsentwicklung.

“Gestern, am 26. Januar war ich mit meinem Kollegen Johannes Mufakose unterwegs, um vor Ort den Entwicklungsstand des Nichthybridsaatgutprogramms zu begutachten, das von TSURO vor drei Monaten initiiert worden war. TSURO versucht, auch weit abgelegene Dörfer im Distrikt zu erreichen, und entsprechend lange und mühsam war unsere Fahrt in die steinigen Hügel der Gebiete um Nhedziwa und Cashel. Im Chiramba Dorf trafen wir Frau Ndadzungira und ihre Nachbarin, die uns ein sehr gutes Beispiel einer Mischkultur von Mais und Cow Peas zeigten. Ebenso beeindruckend war ihre Entschlossenheit, sich als allein erziehende Mütter mit zwei bzw. vier Kindern trotz akuten Geldmangels ein menschenwürdiges Leben zu erhalten. Frau Ndadzungira konnte auch die Vorteile ihrer Mischkultur so detailliert schildern, dass andere Dörfler davon in anschaulicher Weise lernen können. An diesem Tag sahen wir in fünf weiteren Dörfern Beispiele viel versprechender Hirsefelder und verschiedene andere Anbausysteme. Es ist es wert, solche Anstrengungen zu unterstützen.

TSURO stellt ein Paradebeispiel für Entwicklung von unten dar. Im Verlauf der letzten neun Jahre haben sich immer mehr kleinbäuerliche Familien in diesem gemeindebasierten Verein zusammengeschlossen, um ihr Überleben auf dem Lande zu sichern. Nachhaltiger, sorgfältiger Umgang mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen war ihr Ziel. Daraus ergaben sich diverse ökologische Initiativen: Förderung biologischer Vielfalt; Permakultur Design in Heimstätten, Gärten und Feldern; Integration von Tierhaltung und Ackerbau; Naturschutz für einheimische Wälder und Quelleneinzugsgebiete; Förderung von Saatgutsicherungsprogrammen durch klimatisch angepasste Nichthybridsorten; Bienenzucht, Fischteiche, Kleinviehhaltung und vieles mehr. (mehr …)

27.01.2009

Gepostet in: Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

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