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Mit einer fairen Pause beteiligte sich die Hildesheimer Elisabeth-von-Rantzau-Schule an der Fairen Woche, die jährlich stattfindet. Initiatoren und Köche waren die Schüler*innen einer Berufsschulklasse, die gerade die Ausbildung als Sozialpädagogische Assistenten begonnen haben.

Als die Idee aufkam, Mitschüler*innen und Lehrer*innen in einer Pause mit frisch zubereiteten Gerichten aus fairem Handel zu verwöhnen und die Einnahmen zu spenden, waren alle Feuer und Flamme. Aber wo sollte die Spende hingehen?

Schüler*innen der Hildesheimer Elisabeth-von-Rantzau-Schule sammeln Spenden für unsere lokale Partner-NGO in Simbabwe.

Schüler*innen unterstützen lokale Partner-NGO des Weltfriedensdienst in Simbabwe

Der Vorschlag, das Projekt WFD-Projekt TSURO zu unterstützen, kam von einer Schülerin, der Bekannte davon erzählt hatten. Das Hamburger Spender-Paar wiederum ist dem Weltfriedensdienst seit langem verbunden. Von ihnen erhielt die Klasse Informationen aus erster Hand über die Arbeit der simbabwischen Organisation. Spätestens als sie von den Folgen des Wirbelsturms Idai für die Menschen in der Projektregion erfuhren, stand ihr Entschluss fest: Wir kochen für Simbabwe!

Mit Produkten aus dem Weltladen EL PUENTE zauberten die Mädchen und Jungen Schichtjoghurt, Skyrbrötchen, Wraps, Bananenkuchen, Möhren-Kokossuppe und Obstspieße. Dazu gab es faire Getränke: Kakao, Kaffee und selbstgemachte Limonade.

„Dass unser Angebot so gut angenommen wird, hätten wir nie gedacht.“

„Wir hatten die Arbeit gut verteilt: einige hatten Rezepte herausgesucht, andere hatten die Zutaten besorgt, wieder andere die benötigten Küchengeräte. Natürlich musste das Ganze auch mit der Schulleitung abgesprochen und unser Angebot bekannt gemacht werden. Dann war es soweit. Gekocht und geschnippelt haben wir alle zusammen – dabei haben wir uns besser kennengelernt. Dass unser Angebot so gut angenommen wird, hätten wir nie gedacht. Nach zwei Pausen war alles verkauft! Und wir erhielten viele Komplimente – sowohl für unsere Kochkunst, als auch für die solidarische Idee dahinter. Schließlich konnten wir eine dreistellige Summe an den Weltfriedensdienst spenden“, erzählt die Initiatorin, Merle Limmer.

Fragen zur eigenen Schulaktion?

Katrin SteinitzWir unterstützen Dich gerne bei der Planung Deiner eigenen Schulaktion.

Bitte wende Dich an Katrin Steinitz:
Mail: steinitz@weltfriedensdienst.de
Tel: 030-253990-22

03.11.2019

Gepostet in: Aktuelles

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29.10.2019 Straßenproteste und Generalstreik: Rund eine Woche nach der Präsidentenwahl in Bolivien und dem umstrittenen Sieg des Amtsinhabers Evo Morales formiert sich massiver Widerstand.

Die politische Situation nach den Präsidentschaftswahlen stellt sich als sehr unübersichtlich dar. Am Wahlabend des 20. Oktobers 2019 sah noch alles nach einer Stichwahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Evo Morales und dem Kandidaten der Opposition mit den zweitmeisten Stimmen, Ex-Präsident Carlos Mesa, aus. Doch dann wurde die Auszählung der Stimmen unerwartet gestoppt. Als der Prozess 24 Stunden später fortgeführt wurde, verfügte Morales plötzlich über eine hauchdünne Mehrheit, die einen zweiten Wahldurchgang obsolet machte.

Opposition ruft zu Protesten auf

Nachdem es schon während der Wahl Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben hatte, schürte die Pause bei der Stimmenauszählung weitere Gerüchte, bei dieser sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Als dies auch von einer Beobachtermissionen der Organisation Amerikanischer Staaten bestätigt wurde, rief die Opposition ihre Anhänger zu Protesten auf. Bei diesen kam es in den acht größten Städten des Landes zu teilweise gewalttätigen Ausschreitungen, bei denen Gebäude der Wahlbehörde oder Wahlbüros der Regierungspartei MAS angezündet wurden, es kam zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei, die Provinz Santa Cruz rief zum Generalstreik auf.

Geschlossene Schulen und Panikkäufe

Mittlerweile hat der Ausnahmezustand auch auf die drei Regionen Chuquisaca, Potosí und Tarija, in denen der Weltfriedensdienst in Bolivien tätig ist, übergegriffen. Das öffentliche Leben steht hier seitdem weitgehend still: Es kommt zu Panikkäufen an Tankstellen und in Supermärkten, vielerorts ist Bargeld nur noch eingeschränkt zu erhalten, Schulen und Universitäten sind geschlossen und die Proteste nehmen in ihrer Intensität eher zu, als dass sich eine friedliche Konfliktlösung abzeichnet.

Menschenrecht Kandidatur?

Nachdem nunmehr alle Stimmen ausgezählt sind und sich der notwendige Vorsprung von 10 Prozent des Amtsinhabers für eine erneute Präsidentschaft bestätigt hat, haftet der Wahl neben den vermuteten Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung ein weiterer Makel an, der wohl nur schwer zu beseitigen sein wird. Viele Bolivianer vertrauen ihrem Präsidenten nicht mehr, weil schon dessen Kandidatur höchst umstritten war: Da die bolivianische Verfassung nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten zulässt, hatte Morales seine Landsleute Anfang 2016 zu einem Referendum aufgerufen, um die Begrenzung aus der Verfassung zu streichen. Doch die Bolivianer verweigerten ihm die dafür notwendige Verfassungsänderung. Dennoch stellte sich Morales in diesem Jahr erneut zur Wahl, entgegen seinem Versprechen, den Willen des Volkes zu respektieren. Das bolivianische Verfassungsgericht hatte ihm eine erneute Kandidatur zugebilligt mit der Begründung, es handele sich dabei um ein „Menschenrecht“.

Es spitzt sich weiter zu

Die Oppositionsparteien sowie die mit diesen verbündeten comités civicos (eine Art Bürgervertetung) haben die Bevölkerung bereits zu weiteren Protesten aufgerufen. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften, die sich mit der Regierung solidarisieren, riefen ihrerseits zu Demonstrationen auf. Auch wenn beide Seiten ihre Anhänger zu gewaltfreiem Protest anhalten, sind weitere Ausschreitungen und Konfrontationen zu befürchten.

Dialog statt Gewalt: Was die lokalen Partner-NGOs des Weltfriedensdienst jetzt tun

In den drei Projekten des Weltfriedensdienst haben die aktuellen Ereignisse einen unmittelbaren Einfluss auf die Projektarbeit:

  • Konfliktsensitive Berichterstattung

Beim Radio des Projektes Acción Cultural Loyola (ACLO) in Sucre wird versucht, durch eine konfliktsensitive Berichterstattung die Auseinandersetzungen nicht noch zusätzlich medial anzuheizen, für eine gewaltfreie Lösung des Konfliktes zu werben und über konstruktive Beispiele der Konflikttransformation zu berichten. Weil das Radio im gesamten Süden Boliviens zu empfangen ist, hat dieser Ansatz das Potenzial, überregional für ein Umdenken bei den Konfliktakteuren zu sorgen. Auch in den ländlichen Projekten von ACLO wird versucht, im Bereich der zivilen Konflikttransformation zu einer friedlichen Lösung beizutragen.

  • Aufruf zur Gewaltfreiheit

Im ebenfalls in Sucre ansässigen Centro Juana Azurduy (CJA) versucht das Team von Radio Encuentro, seine Hörerschaft dafür zu sensibilisieren, ihren Protest gewaltfrei auszutragen, sowie unabhängig und deeskalierend über die aktuellen Ereignisse zu informieren. Im Arbeitsschwerpunkt „Politische Bildung von weiblichen Führungskräften“ musste das CJA die geplanten Aktivitäten leider aussetzen, um die Teilnehmerinnen während ihrer An- und Abreise sowie ihres Aufenthalts in Sucre nicht unnötig zu gefährden.

  • Appell zum Dialog

In der Minenstadt Potosí, in der das Projekt Investigación Social y Asesoramiento Legal Potosí (ISALP) wirkt, hat die politische Polarisierung zum Stillstand des öffentlichen Lebens geführt. Inzwischen haben neben dem Projektpartner auch die meisten anderen Institutionen ihre Büros aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Multiplikatoren des Projektes – Voluntarios de Paz genannt – sind zwar zum Teil selbst Mitglieder oder Kandidat*nnen verschiedener politischer Parteien, verbreiten aber über die sozialen Medien Botschaften, die zu Dialog und gewaltfreiem Handeln über die Parteigrenzen hinweg einladen.

 

Aktuelle Meldungen auf Facebook: Radio ACLO, Radio Encuentro, Centro Juana Azurduy CJA

 

Jede Spende wirkt

Der Weltfriedensdienst macht Projekte wie in Bolivien auf der ganzen Welt möglich.

29.10.2019

Gepostet in: Aktuelles, Bolivien: Prävention und Konflikttransformation

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Freitag, 1. November 2019, 19:00 Uhr, Trinitatiskirche Berlin-Wilmersdorf
Karl-August-Platz (U7 Wilmersdorfer Straße)

Das diesjährige Programm ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Zu hören sind fünf verschiedene Chöre:

  • Chor par Coeur
  • Fugatonale
  • Kissi-Chor
  • Die Kleine Berliner Chorversuchung
  • Young Voices MDG

Von Renaissance bis Romantik, von Jazz bis Pop erwartet das Publikum wieder ein vielfältiges, spannendes Programm, das einen genussvollen Abend verspricht.

In der Pause gibt es wie jedes Jahr ein buntes Angebot an Kunsthandwerk aus Namibia, z.B. Perlenarbeiten, Postkarten, Stickereien und Puppen, das in Selbsthilfeprojekten in Namibia hergestellt wird. Hier können Sie schon jetzt Ihre Weihnachtsgeschenke besorgen. Die Junge Gemeinde sorgt wie gewohnt für das leibliche Wohl.

Der Erlös kommt benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Namibia zugute. Finanziert werden damit u.a. der Besuch von Kindertagesstätten und Schulen, die tägliche Versorgung der Kinder in diesen Einrichtungen mit warmen Mahlzeiten sowie der Erwerb von Schuluniformen und von Lehr- wie Lernmaterialien. Die Konzertreihe VOICES leistet mit seinen Benefizkonzerten einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung dieser Projekte.

Der Eintritt beträgt 10 €, ermäßigt 7 €.
(Kartentelefon 536 433 54) oder Abendkasse

 

Zum Hintergrund für unser Engagement: 

Namibia ist von der AIDS-Epidemie stark betroffen, die Infektionsrate liegt bei 20 Prozent. Wenn ein Kind seine Eltern verliert – dies betrifft nahezu 10 Prozent der gesamten Bevölkerung –  sind die Möglichkeiten der verbliebenen Familie oft schnell erschöpft. Manche Waisen sind ebenfalls mit HIV infiziert und brauchen deshalb noch dringender eine  Zukunftsperspektive. Hier können Berliner Musikliebhaber etwas bewirken: Der Erlös des Abends geht an die AIDS-Waisen in den Armenvierteln in der namibischen Hauptstadt Windhoek und in Swakopmund. Finanziert werden vor allem der Kindergarten- und Schulbesuch sowie die Verpflegung und schulische Ausstattung der Vorschul- und Schulkinder.  Schon 50 Cent pro Tag erlauben eine warme Mahlzeit für ein Kind. Mit 65 Euro wird der Schulbesuch für ein ganzes Jahr ermöglicht, einschließlich einer neuen Schuluniform und Büchern.

Seit vielen Jahren arbeitet VOICES mit dem Weltfriedensdienst e.V. erfolgreich zusammen. Der seit 1959 aktive Verein sorgt für eine professionelle Betreuung und Begleitung der Kinderprojekte in Namibia und leitet die Einnahmen des Konzertabends zweckgerichtet an diese weiter. Mehr Information über die Kinderprojekte in Namibia. Das Konzert wird von Freiwilligen organisiert und veranstaltet und die Musikerinnen und Musiker verzichten auf ihre Gage.

Kontakt:

Robert Matsuoka, VOICES-Koordinator (Telefon:  0179 478 6643; E-Mail: Robert.Matsuoka@gmx.de)

Carola Gast, Weltfriedensdienst e.V. (Telefon: 030 2539 9011, E-Mail: gast@weltfriedensdienst.de)

15.10.2019

Gepostet in: Aktuelles, Namibia: Katutura-Kinderprojekte

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Unserer Partnerorganisation Kené, die im peruanischen Urwald Menschenrechtsverletzungen und illegale Abholzung im Amazonas unter Lebensgefahr dokumentiert, ist ein historischer Durchbruch gelungen: Wegen illegaler Abholzung im Regenwald musste die Firma Tamshi eine Strafe über 4 Millionen Euro an den peruanischen Staat zahlen.

Sieg für den Regenwald

Die von Kené verklagte Kakaofirma Tamshi hat ohne Genehmigung 20 km² Regenwald abgeholzt. Das Gerichtsurteil wurde Anfang August verkündet: Eine Entschädigungssumme von über 4 Millionen Euro und Gefängnisstrafen für drei ehemalige Firmenmitarbeiter. Der ehemalige Geschäftsführer wurde zu 8 Jahren Haft verurteilt.

Kämpfen für Gerechtigkeit ist gefährlich und hart

Lucila Pautrat, der Chefin von Kené, ist es zu verdanken, dass mit diesem Urteil ein klares Signal an andere Firmen geht: Regenwaldrodung in Peru bleibt nicht ungestraft. Mit der Unterstützung des Weltfriedensdienstes und Rettet den Regenwald war es Kené durch jahrelange Ermittlungen möglich, Tamshi zu entlarven.

Die ermüdende Zusammenarbeit von Kené und den peruanischen Behörden wird zusätzlich erschwert durch Korruption und Personalmangel. Während auf der einen Seite Aktivisten bedroht und ermordet werden, verschwinden auf der anderen Seite Akten. Nur fünf auf Umweltfälle spezialisierte Staatsanwälte sind zuständig für das gesamte Regenwaldgebiet in der Region Loreto mit einer Fläche so groß wie Deutschland.

Abholzung im Amazonasgebiet © whitcomberd/stock.adobe.com

Das war nur der Anfang

Tamshi gibt sich ein neues Image und verkauft Plantagen dreist als „Aufforstung“. Die Firma bezahlte ihre Arbeiter dafür, vor dem Gerichtsgebäude zu protestieren und der Staatsanwalt Caraza fand sich einer organisierten Verleumdungskampagne ausgesetzt. Kenés unermüdlicher Aktivismus hat gerade erst begonnen. Allein in Peru laufen aktuell 15 weitere Verfahren gegen 26 Firmen mit insgesamt 150 km² Plantagenland.

Doch der kriminelle Rattenschwanz ist lang: die Firmen werden von Hintermännern in Malaysia, Singapur und Europa gesteuert, darunter auch die niederländische TMF-Gruppe. Diese stellte jahrelang den jetzt verurteilten Chef von Tamshi. Im Kampf gegen Firmen mit derart großem internationalen Einfluss sind Indigene und Kleinbauern stark bedroht. Kené fordert deshalb Tamshi und dessen Geldgeber auf, das Land friedlich zu verlassen.

26.09.2019

Gepostet in: Aktuelles, Peru: Prävention und Verminderung der ökologischen und sozialen Folgen der Zerstörung von Regenwald im peruanischen Amazonas

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English Version [PDF, 1.6 MB]

Unser Jahresbericht zeigt, wie vielfältig sich zivilgesellschaftliche Initiativen im globalen Süden für Frieden einsetzen. Dabei haben wir sie in 23 Ländern und über 40 langfristigen Projekten unterstützt. 29 Fachkräfte des Weltfriedensdienst e.V. standen ihnen in 13 Projektländern beratend zur Seite. Fast 5,5 Millionen Euro flossen in die Friedensarbeit vor Ort und werden das Leben der Menschen nachhaltig verbessern. Ihre Spenden kommen an – dort, wo sie etwas bewirken.

Einblicke in unsere Arbeit vor Ort

+++ Simbabwe: Landkonflikte und Politikgestaltung: Lokale Konflikte um Land führen in Simbabwe oft zu Zwangsumsiedelungen. Mit einem Leuchtturmprojekt zeigen wir, wie konfliktsensible Politik möglich ist.

+++ Bolivien: Gleichberechtigung durch Aufklärung: Unsere Fachkraft und ihr bolivianischer Kollege berichten, wie sie die Rechte von Frauen schützen und ihre Fähigkeiten als Friedens-Akteurinnen stärken.

+++ Palästina: Training für Frieden und Menschenrechte: Die unabhängige palästinensische Menschenrechtsorganisation Al-Haq tritt für die Förderung der Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte ein.

Diese und viele weitere Beispiele aus unserem Jahres- und Finanzbericht 2018 zeigen: Gemeinsam konnten wir die Welt friedlicher machen. Alle Menschen haben das Recht, friedlich in gerechten Verhältnissen zu leben. Das ist unsere Vision. Dafür setzen wir uns ein – weltweit und professionell.

Jahresbericht 2018 lesen & herunterladen

Jahresbericht 2018 des Weltfriedensdienst. Cover.

Download: Jahresbericht 2018 (pdf, 6,5 MB)

Printausgabe bestellen: info@weltfriedensdienst.de

26.09.2019

Gepostet in: Aktuelles, Das Mitgliedermagazin Querbrief, Der Jahresbericht des Weltfriedensdienst