Aktuelles

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Palästina: Kinderrechte verteidigen

Die Geschichte des 16-jährigen Ismail, der vor ein Militärgericht kam, hat Defence for Children öffentlich gemacht. Wie wir die Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen in Palästina verteidigen?

Simbabwe: Bäume als Friedensbotschafter

Den Streit um Wasser und Wald zwischen zwei politisch verfeindeten Verwaltungsbezirken hat COTRAD nachhaltig entknotet. Wie Bäume in Simbabwe zu Friedensbotschaftern werden?

Laos: Ziegen gegen Armut

In abgelegenen Dörfern von benachteiligen ethnischen Gruppen stärkt GLAD Selbsthilfekräfte und verbessert so Ernte, Einkommen und Gesundheit. Wie Ziegen in Laos gegen Armut helfen?

Wie das alles geht? Das erfahrt Ihr im Querbrief „Projekterfolge des Weltfriedensdienst e.V.“
Download hier (PDF, 4 MB)

 

 

 

10.12.2020

Gepostet in: Aktuelles, Das Mitgliedermagazin Querbrief

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Erstmals hat der Beirat der Bundesregierung für Zivile Krisenprävention und Friedensförderung eine Studie in Auftrag gegeben – nun ist sie fertig. Was als Kohärenz bezeichnet wird, hat es in sich: Es geht um die friedenspolitische Ausrichtung deutscher Afrikapolitik.

Studie hier lesen:
Friedenspolitische Kohärenz deutscher Afrikapolitik
Eine Analyse anhand der afrikabezogenen Leitlinien und Strategiepapiere der Bundesregierung
(PDF, 862 KB)

Das Ergebnis der umfassenden wissenschaftlichen Analyse ist für Eingeweihte nicht überraschend: Die fortschrittlichen friedenspolitischen Grundsätze der Regierung – 2017 unter breiter Beteiligung aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ausgearbeitet – spielen in den afrikabezogenen Strategien der Schlüsselministerien keine Rolle. Die Vermutung liegt nahe, dass die Praxis nicht überzeugender ist. Die Studie fordert demgegenüber einen durchdachten, strategischen Einsatz von Mitteln der Krisenprävention in einem gemeinsamen Ansatz der politischen Ressorts.

 

Spannend ist, dass diese Botschaften nicht von einer fernen Zivilgesellschaft stammen, sondern aus dem institutionellen Umfeld der Regierung: Die Autor*innen arbeiten beim Deutschen Institut für Entwicklungspolitik. Die Auftraggeber vom Beirat haben Beraterstatus gegenüber der Bundesregierung; ihre Expertise wird darüber hinaus auch vom Parlament genutzt, etwa im Unterausschuss Zivile Krisenprävention. Bis vor kurzem begnügte man sich dort mit eher folgenlosen Expert*innen-Anhörungen zu wechselnden tagesaktuellen Themen. Die Studie bietet nun erstmals eine Grundlage, Strategieentwicklung und Praxis in der Friedensförderung systematischer und längerfristig zu begleiten – im Dialog mit den Ministerien. Der Ressortkreis der dafür wichtigsten Ministerien zeigt sich interessiert.

Der nächste Schritt ist bereits eingespurt: Ausgehend von der Studie plant der Beirat vergleichende Länderfallstudien zum politischen Handeln.

Lesen Sie auch folgenden Blogbeitrag auf Peacelab.blog

 

Konsortium Ziviler Friedensdienst und der Weltfriedensdienst waren an Konzeption und Lektorat der Studie beteiligt.

Hans Jörg Friedrich, WFD-Programmkoordinator

03.12.2020

Gepostet in: Aktuelles, Allgemein

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Eigentlich vermittelt unsere Partnerorganisation PJDD zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften. Mit Auftreten des Corona-Virus haben die Mitarbeitenden ihr Arbeitsfeld kurzfristig erweitert: Derzeit leisten sie zusätzlich gesundheitliche Aufklärung – im persönlichen Kontakt auf der Straße, aber auch mittels Street-Art.

Darüber hinaus verteilen unsere Kolleg*innen Schutzmasken und Hygienekits. Dabei wird auch gegen Gerüchte und Fehlinformationen eingewirkt, um zu verhindern, dass die Pandemie zum Nährboden wird für weitere Konflikte und Gewalt.

Mit Street Work und Street Art Corona stoppen

Der Street-Art-Künstler Omar Chimère Diaw arbeitetet als lokale Fachkraft in der Öffentlichkeitsarbeit des ZFD-Projekts „Démocratie Sans Violence“ („Demokratie ohne Gewalt“). Gerade ist er vor allem mit der Sensibilisierungskampagne zum Schutz vor Covid-19 beschäftigt. Hier bringt der Senegalese seine Kreativität ein, um auf die Übertragungswege des Corona-Virus aufmerksam zu machen. In mehreren Städten Guineas hat Chimère mit Unterstützung befreundeter Künstler Wände mit Graffiti versehen, die die erforderlichen Schutzmaßnahmen aufzeigen.

Graffiti ist ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie“, sagt Chimère über seinen Ansporn. „Die Sensibilisierung durch Graffiti ist einfacher, da sie auf die Straße gerichtet ist. Wer Graffiti sagt, sagt Sichtbarkeit. Aus diesem Grund realisieren wir sie an Orten, die sehr frequentiert sind. Die Menschen schätzen die übermittelten Botschaften und reagieren daher sensibler darauf.“ Sein Ziel ist, mindestens zweihundert Wandbilder zu schaffen, nicht nur in den Städten, sondern auch in entlegenen Dörfer auf dem Land. Chimère kommt aus dem Senegal, wo er auf der renommierte Hochschule für digitale Kunst SUP’IMAX war und sich als Street-Art-Künstler in Dakar bereits einen Namen gemacht hat.

Mit Auftreten des Coronavirus hat unsere Partnerorganisation ihr Tätigkeitsspektrum adhoc erweitert:
Lesen Sie weiter auf dem Corona-Portal des Zivilen Friedendienstes (ZFD)

Weitere Arbeiten von Omar Chimère Diaw finden Sie in unserem Beitrag vom 28.04.2020.

 

Alle Fotos ©  Omar Chimère Diaw

 

 

24.10.2020

Gepostet in: Aktuelles, Guinea: Stärken von Demokratie und Bürgerrechten für Frieden

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Am Sonntag den 18.10.2020 finden die mehrfach verschobenen nationalen Präsidentschaftswahlen in Bolivien statt. Nach den Wahlen vom Oktober 2019 haben die politischen und gesellschaftlichen Spannungen, auch durch die Corona-bedingten Quarantänebestimmungen und des Lockdowns, in den vergangenen Monaten weiter an Brisanz zugenommen. Bei zahlreichen Wahlkundgebungen kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Attacken der unterschiedlichen Anhänger der großen Parteien, die um die politische Macht kämpfen*. Auch der Rückzug der Übergangspräsidentin Jeanine Áñez (Partei Juntos) aus dem Wahlkampf konnte die stark gespaltene und hochpolarisierte Gesellschaft nicht beruhigen. Daher ist zu befürchten, dass es während und nach den Wahlen zu weiteren Unruhen und Gewaltausbrüchen kommt.

Illustration zur Kampagne „¡Eres mejor que eso! Reconciliemos Bolivia con diálogo.” (reconciliemosbolivia.org / Weltfriedensdienst e.V.)

Im Kontext dieser angespannten Situation ruft der Weltfriedensdienst e.V. mit den bolivianischen Partnerorganisationen Investigación Social y Asesoramiento Legal de Potosí (ISALP), Centro Juana Azurduy und Fundación Acción Cultural Loyola (ACLO) zur Gewaltfreiheit und Dialog auf. Die Medienkampagne „¡Eres mejor que eso! Reconciliemos Bolivia con diálogo.” („Du kannst das besser! Versöhnen wir Bolivien durch Dialog.”) möchte zur Gewaltprävention und zu einem konstruktiven friedlichen Dialog innerhalb der Bevölkerung im südlichen Bolivien beitragen. Neben verschiedenen Videos und Informationsgrafiken wird auch eine Radionovelle „La Maestra pacífica“ in unterschiedlichen Medien und sozialen Kanälen veröffentlicht. Um die Reichweite und Relevanz der Medienkampagne zu steigern, wurden die Videos und die Novelle zudem in den drei verschiedenen Sprachen, Spanisch, Quechua und Guaraní, produziert. Auf reconciliemosbolivia.org können sich interessierte Leser*innen über die Medienkampagne informieren.

*Luis Arce tritt als Kandidat für die Partei Movimiento para el Socialismo (MAS) von Ex-Präsidenten Evo Morales an; der Vorgänger von Evo Morales Carlos Mesa für die Partei Comunidad Ciudadana und Luis Camacho tritt als Kandidat für die Partei Creemos an.

15.10.2020

Gepostet in: Aktuelles

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Not macht erfinderisch

Obst und Gemüse-Lieferungen für das Immunsystem, einem Brotrezept aus Marula-Mehl und neuen Produkten im Handwerkszentrum – mit kreativen Ideen stärkt unsere Partnerorganisation alleinerziehende Mütter und ihre Familien.

Lockdown mit verheerenden Folgen

Namibias Regierung hat nach einem starken Anstieg der Covid-19-FälIe für Hotspots wie Windhoek und Swakopmund wieder weitreichende Beschränkungen verhängt. Besonders betroffen sind die Bewohner*innen der Townships. Schon während des ersten Lockdowns verloren Tausende von ihnen ihre Arbeit und damit die einzige Einkommensquelle. Zusätzlich sind sie aufgrund von Vorerkrankungen wie TBC und HIV/Aids besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Und an die Einhaltung der Hygiene-und Abstandsregeln ist hier aufgrund der beengten Wohn- und Lebensverhältnisse nicht zu denken. Der Verein Katutura-Projekte unterstützt seit vielen Jahren arme Gemeinden von Windhoek und Swakopmund. Er hat Wege gefunden, der Krise zu begegnen.

Abwehrkräfte stärken

Gesunde Ernährung, so analysierten die Mitarbeiter*innen, kann das Risiko einer Infektion mit Covid-19 zumindest verringern. Seit März versorgen sie die bedürftigsten 260 Familien zweier Townships wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse. Jeden Dienstag packen sie Lebensmittelpakete mit Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfeln, Orangen, Kürbissen, Karotten und Kohl sowie Maismehl, Reis und Nudeln und verteilen sie an die Familien. Monatlich sind das 5,6 Tonnen Gemüse und 2,6 Tonnen Trockennahrung.

Mitarbeiter*innen versorgen 260 Familien zweier Townships wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse. (Quelle: Katatura Projekte/facebook.com)

Die Jüngsten im Fokus

Corona-bedingte Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten führten zum Wegfall der kostenlosen Mahlzeiten, zu Drogenmissbrauch, Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeit, häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch. Viele Eltern leiden unter emotionaler Erschöpfung, Depressionen und Angst.

Obwohl die meisten Wirtschaftszweige und auch Schulen wieder in den Normalbetrieb zurückgekehrt sind, bleiben Kinderkrippen und Kindertagesstätten geschlossen. Damit Eltern ihre Kleinkinder nicht allein zuhause lassen müssen, um die Familie zu ernähren, bekommen sie vom Verein „Katutura-Projekte“ wöchentlich ein Lebensmittelpaket und Hausaufgaben für die Jüngsten.

Mit neuen Produkten Einkommen schaffen

Marula ist ein einheimischer Baum, dessen Frucht nicht nur bei Elefanten, sondern auch bei Menschen beliebt und zudem sehr nahrhaft ist. Die Frauen einer vom Verein unterstützen Handwerkerstätte haben eine Technik entwickelt, um Brot aus Marula-MehI in geschlossenen Feuerfässern zu backen. Anschließend werden die Brote zusammen mit den Lebensmittelpaketen an die bedürftigsten Familien der Gemeinde verteilt – sehr zur Begeisterung von Groß und Klein.

Seit Neuestem recyceln andere Frauen die Beutel, in denen die wöchentlich ausgelieferten Lebensmittel transportiert werden und weben aus den Fasern Körbe. Deren Verkauf ist eine zusätzliche Einnahmequelle – in Corona-Zeiten von besonderem Wert.

 

Die Einnahmen durch den Verkauf von Körben aus Recycling-Material bilden eine wichtige Einkommensquelle in Corona-Zeiten. (Quelle: Katatura Projekte/facebook.com)

 

 

08.09.2020

Gepostet in: Aktuelles, Namibia: Katutura-Kinderprojekte