Aktuelles

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Im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) suchen wir zum nächstmöglichen Termin eine

Fachkraft für psychosoziale Begleitung & Friedensarbeit mit Jugendlichen in Burundi
Standort: Gitega

 

Das ZFD-Programm des Weltfriedensdienstes in Burundi besteht bereits seit 2005 . Aufbauend auf den Erfahrungen der Partnerorganisation seit der Bürgerkriegszeit der neunziger Jahre, widmeten sich die beiden ersten Kooperationsphasen mit der Nichtregierungsorganisation MIPAREC der Beratung und Fortbildung von Friedenskomitees zur Mediation in Bodenrechtskonflikten und der Aufarbeitung der gewaltsamen Vergangenheit. Später baute das ZFD-Programm kommunale Advocacy-Foren zu strukturellen Konfliktursachen wie politisch motivierte Vergabe von Landtiteln, geschlechterbasierte Gewalt, Instrumentalisierung arbeitsloser Jugendlicher als Parteimilizen auf.

Ein zentraler Arbeitsbereich des ZFD-Programms ist die Begleitung, Ermächtigung und soziale Integration Tausender Traumatisierter, die ihre Angehörigen durch Gewalttaten verloren haben. Hierzu hat MIPAREC ein vierköpfiges psycho-soziales Team aufgebaut, das durch WFD-Fachkräfte qualifiziert und begleitet wird. Ausgebildete Ehrenamtliche in den Kommunen unterstützen es.

Das Team Jugenddialog mit drei Mitarbeitenden begleitet Jugendliche und junge Erwachsene dabei, ihre Anliegen gewaltfrei zu vertreten und sich gegen Gewalt und Drogenmissbrauch zu engagieren. Beide Teams unterstehen direkt der einheimischen Projektkoordination. Vor Ort arbeitet bereits eine WFD-Fachkraft zu den Themen Projektmanagement und Advocacy.

Ihre Aufgaben

Sie beraten beide Teams des Partners, deren Mitarbeiter*innen dezentral von Regionalbüros aus arbeiten (Gitega, Makamba, Ruyigi). Im Einzelnen arbeiten Sie zu folgenden Themen:

 

  • Kapazitätsaufbau bei Partner, Teams und Ehrenamtlichen in der psychosozialen Begleitung traumatisierter Menschen
  • Unterstützung des psychosozialen Teams bei der Entwicklung, Umsetzung, Monitoring und Evaluation von Strategien gegen geschlechtsbasierte Gewalt und Drogenmissbrauch
  • Begleitung des Teams Jugenddialog beim Kapazitätsaufbau von Jugendgruppen zur Vermeidung politisch motivierter Gewalt und gewaltfreier Interessenvertretung sowie des Monitoring und Evaluierung ihrer Strategien
  • Beratung beider Teams zur Entwicklung pädagogischer Konzepte und Instrumente (Schulungshandbücher, Informations- und Sensibilisierungsmaterial u. ä.)
  • Unterstützung der Teams bei der Organisation von Sensibilisierungs-, Informations- und Schulungsaktivitäten

 

Das bringen Sie mit

  • Einschlägiger Abschluss (Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Pädagogik, Erziehung, Psychologie usw.) und Weiterbildung zur Arbeit mit Traumatisierten
  • Berufserfahrung in den Bereichen Trauma-Arbeit, Jugendarbeit und zivile Konflikttransformation
  • Kenntnisse oder Erfahrung in Projektmanagement, wirkungsorientierten Planungs-, Monitoring- und Evaluierungsverfahren sowie Strategieentwicklung
  • Teamfähigkeit, Flexibilität und Empathie
  • Wertschätzende Haltung und Anpassungsfähigkeit in einem multikulturellen Arbeitsumfeld
  • Sehr gute Französischkenntnisse und Bereitschaft, Kirundi zu lernen
  • Eigenverantwortlicher und effizienter Arbeitsstil
  • Bereitschaft, in ländliche Gebiete zu reisen
  • Gültiger Führerschein und Fahrerfahrung

 

Wir bieten Ihnen

  • Einen Entwicklungshelfer*innen-Vertrag für drei Jahre mit umfassenden Sozialleistungen und Perspektive auf Verlängerung
  • Eine anspruchsvolle Tätigkeit in einem vielfältigen friedenspolitischen Programm bei einer renommierten Partnerorganisation
  • Die Mitarbeit in einem lernfähigen, eingespielten und kooperativen Team vor Ort und Vernetzungsmöglichkeiten mit ZFD-Programmen anderer Träger im Land
  • Fachliche sowie psychosoziale Begleitung bei der Projektumsetzung und Unterstützung bei Vertragsfragen durch die WFD-Geschäftsstelle in Berlin
  • Eine Vorbereitungsphase (bis zu drei Monate) mit ergänzenden Qualifizierungsmöglichkeiten
  • Die Möglichkeit zu Supervision und Fortbildungen während der Auslandstätigkeit
  • Unterstützung bei der beruflichen Reintegration nach der Auslandstätigkeit durch Beratungsangebote der Arbeitsgemeinschaft der Entwicklungsdienste e.V. (AGdD)

 

Vielfalt ist uns wichtig. Daher freuen wir uns über qualifizierte Bewerbungen von allen Personen, unabhängig von Geschlecht, Konfession oder Herkunft. Aufgrund der Bestimmungen des deutschen Entwicklungshelfergesetzes (EhfG) können wir nur Bewerbungen von Bürger*innen der EU und der Schweiz berücksichtigen.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung (Motivationsschreiben, Lebenslauf, relevante Zeugnisse und Referenzen) in einem PDF-Dokument (max. 5 MB) unter Angabe Ihrer Verfügbarkeit bis zum 11.02.2022 mit dem Betreff: Bewerbung „Fachkraft für psychosoziale Begleitung & Friedensarbeit mit Jugendlichen in Burundi“ an auslandsbereich@weltfriedensdienst.de und in Kopie an die zuständige Programmkoordinatorin für Burundi, Michaela Balke: balke@weltfriedensdienst.de. Bitte geben Sie auch an, wie Sie von der Stellenausschreibung erfahren haben.

Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich als Videokonferenz statt. Eingeladene Bewerber*innen erhalten vor dem Termin genaue Informationen zum Ablauf.

 

Weltfriedensdienst e.V.

Der Weltfriedensdienst arbeitet seit 1959 weltweit mit Partnern der lokalen Zivilgesellschaft für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung. Solidarische Fachleute mit internationaler Erfahrung stärken unsere Kooperationen. Im Fokus steht dabei ein gewaltfreier und gerechter Umgang mit Ressourcen. Als einer der sieben anerkannten Entwicklungsdienste und Träger des Zivilen Friedensdienstes unterstützen wir eine basisnahe, kritische Entwicklungszusammenarbeit.

Unser Profil finden Sie hier. Weitere Informationen über den Weltfriedensdienst finden Sie hier:
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Standortinformationen Gitega

Sie arbeiten in Gitega im Zentrum des ostafrikanischen Binnenstaates; es fallen Dienstreisen im Landesinneren zu den Regionalbüros in Ruyigi im Osten und Makamba im Süden an.

 

  • Sicherheit: Burundi hat eine demokratische Verfassung. Nach den Präsidentschaftswahlen von 2020 herrscht aktuell eine von Militärs dominierte Regierung unter Führung des Präsidenten Evariste Ndashimyidaye. Die umstrittene Präsidentschaft seines Vorgängers war gekennzeichnet von Boykottmaßnahmen seitens der internationalen Gemeinschaft und dem Wiederaufleben einer bewaffneten Opposition. Die neue Regierung strebt offenbar eine Politik des Dialogs an. Vor allem nachts besteht in den Städten und auf Überlandstraßen ein Risiko bewaffneter Überfälle, Ausfahrten sind daher nur tagsüber vorgesehen.
  • Klima: In Gitega und im zentralen Hochland ist das Klima je nach nach Jahreszeit eher milder mit Tagestemperaturen von 17-25 Grad. Im tiefergelegenen Bujumbura herrscht meist feuchtwarmes tropisches Klima mit Tagestemperaturen um die 30 Grad. Die Regenzeit dauert von Oktober bis April, die Trockenzeit von Mai bis September.
  • Lebenshaltung: Unterhaltsgeld und weitere Vertragsleistungen erlauben eine Grundversorgung nach europäischen Standards. Importierte Konsumgüter sind teuer, die burundische Küche, lokale Produkte und Dienstleistungen dagegen günstig. Alle Artikel des täglichen und gehobenen Bedarfs werden angeboten.
  • Verkehr: Gitega ist eine Kleinstadt und mit relativ geringem Kfz-Verkehr. Das Straßennetz im Landesinneren ist in überwiegend schlechtem Zustand. Die Fahrzeit nach Ruyigi beträgt eine Stunde, nach Makamba und Bujumbura (größtes und wirtschaftlich bedeutendstes Zentrum) zwei Stunden.
  • Gesundheitsversorgung: Im Vergleich zu Europa ist die dokumentierte Corona-Inzidenz zurzeit deutlich niedriger. Der Qualitätsstandard des Gesundheitssystems ist niedrig, in Gitega gibt es ein größeres Krankenhaus, zwei größere Privatkliniken und ein von amerikanischen Missionaren unterhaltenes Krankenhaus in der näheren Umgebung. Bessere Gesundheitsversorgung erhalten Sie in Bujumbura. Im Rahmen des Dienstvertrags besteht Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherungsschutz, in akuten Fällen auch medizinische Serviceleistungen durch die Rettungsflugwacht.
  • Schulen: In Gitega gibt es eine internationale Schule mit Unterrichtssprache Französisch. Das Lehrpersonal ist kompetent, die Ausstattung allerdings begrenzt. Die American International Academy bietet Kindergarten, Grund- und Sekundarschule mit Englisch als Unterrichtssprache.

 

 

10.12.2021

Gepostet in: Aktuelles, Stellenangebote

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Das Konsortium Ziviler Friedensdienst sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Referent*in für Finanzadministration und Verfahren

Standort: Berlin, 20 Wochenstunden

 

Das Konsortium Ziviler Friedensdienst ist ein Netzwerk von neun deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen, die Projekte im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) weltweit umsetzen. Seine Aufgaben sind die politische Interessensvertretung, die Abstimmung über die inhaltliche und administrative Gestaltung des ZFD und die Durchführung von Gemeinschaftsaufgaben. Finanziert wird der ZFD vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

Ihre Aufgaben

  • Koordinierung, Steuerung und Begleitung der Fachgruppe „Finanzadministration und Verfahren“ des Konsortiums ZFD
  • Koordinierung der Prozesse zur Bearbeitung von Themen und Aspekten im Bereich Finanzadministration und Verfahren, bei denen Diskussions- oder Handlungsbedarf besteht
  • Förderung des kollegialen Austauschs, Identifikation von Good Practices und Koordination von Weiterbildungen in der Fachgruppe
  • Verantwortung für das Wissensmanagement zu finanzadministrativen Aspekten und Besonderheiten im ZFD
  • Mitwirkung am Dialog mit BMZ und Engagement Global zu finanz- und verfahrenstechnischen Angelegenheiten im Konsortium.

 

Das bringen Sie mit

  • Einschlägiges Fachhochschul- oder Hochschulstudium
  • Vertrautheit mit der Bewirtschaftung öffentlicher Mittel (Bundeshaushaltsordnung etc.)
  • Gute Sprachkenntnisse in Englisch
  • Interkulturelle Kompetenz und Teamfähigkeit
  • Selbständige Arbeitsweise
  • Ausgezeichnete EDV-Kenntnisse in den gängigen Office-Anwendungen.

 

Wir bieten Ihnen

  • Eine Mitarbeit in einem interessanten institutionellen Umfeld mit Einblicken in sehr unterschiedliche weltweit tätige entwicklungspolitische Institutionen.
  • Sie erhalten eine Vergütung nach Haustarif analog Entgeltgruppe 11 TVöD Bund. Der Arbeitsort ist Berlin (Büro des Konsortiums im Berlin Global Village, Neukölln). Für Home-Office Regelungen sind wir offen.
  • Die Stelle ist momentan bis Ende 2022 bewilligt. Eine Fortsetzung wird angestrebt und ist bereits zur Finanzierung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beantragt.

 

Bewerberinnen und Bewerber mit anerkannter Behinderung werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung in einem PDF-Dokument (max. 5 MB) bis zum 07.02.2022 mit dem Betreff „ZFD-Finanzadministration“ an den Weltfriedensdienst e.V. unter Allenberg@weltfriedensdienst.de.

Der Weltfriedensdienst e.V. ist einer der neun deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen, die den ZFD gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen durchführen. Weitere Informationen über das Konsortium Ziviler Friedensdienst finden Sie auf der Website: ziviler-friedensdienst.org/de.

 

 

08.12.2021

Gepostet in: Aktuelles, Stellenangebote

Aktuelles

 

WFD-Stellungnahme

Israel hat sechs palästinensische Menschenrechtsorganisationen zu „Terrororganisationen“ erklärt. Betroffen sind auch unsere Partner Al-Haq und Defense for Children International-Palestine.
Der Weltfriedensdienst steht an ihrer Seite: Menschenrechtsarbeit darf nicht kriminalisiert werden.

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Shawan Jabarin, General Director unserer langjährigen Partnerorganisation Al-Haq in Palästina (c) Al-Haq

 

Der Beschluss der israelischen Regierung richtet sich auch gegen zwei unserer Partnerorganisationen: Betroffen sind

  • die renommierte Menschenrechtsorganisation Al-Haq, mit der wir seit 2014 zusammenarbeiten. Sie adressiert Verstöße gegen Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten sowohl durch die israelischen Besatzungsorgane als auch durch die palästinensischen Behörden;
  • und Defense for Children International-Palestine, die seit fast 30 Jahren Kinderrechte verteidigt und inhaftierten Kindern Rechtsbeistand bietet.

Wir sehen in dem Vorstoß des israelischen Verteidigungsministers eine systematische Eskalation, um die israelische Vorherrschaft in den besetzten Gebieten zu zementieren, die Arbeit der prominenten zivilgesellschaftlichen Organisationen Palästinas zum Erliegen und die internationale Gemeinschaft mit dem unbelegten Terrorismusvorwurf „auf Kurs“ zu bringen.

Wir beobachten seit Jahren, dass der Handlungsspielraum zivilgesellschaftlicher Akteure massiv eingeschränkt wird. Die De-Legitimierung zivilgesellschaftlicher Gruppen untergräbt die Erfolgsaussicht einer friedlichen Lösung im Nahostkonflikt. Unsere Partner spielen eine entscheidende Rolle bei der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten – ohne ihre Arbeit wäre Strafverfolgung nicht mehr möglich.

Dieser Vorstoß ändert nichts an unserer solidarischen Unterstützung von Al-Haq und Defense for Children International-Palestine und von  anderen Partnerorganisationen des Weltfriedensdienstes in Palästina und Israel.

Wir betrachten es als Privileg, mit unseren palästinensischen und israelischen Partnern zusammenzuarbeiten. Selbstverständlich stehen wir weiterhin solidarisch an ihrer Seite.

Der Weltfriedensdienst verurteilt entschieden die Kriminalisierung der Arbeit palästinensischer Menschenrechtsverteidiger*innen.

 

Hintergrund

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat sechs bekannte palästinensische Menschenrechtsorganisationen zu „Terrororganisationen“ erklärt. Die unbelegte Begründung: die Menschenrechtsorganisationen agierten als Arm der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Alle sechs Organisationen betreiben Menschenrechtsarbeit:

  • Die mit dem französischen Menschenrechtspreis ausgezeichnete Organisation Al-Haq dokumentiert Verstöße gegen Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten.
  • Die palästinensische Sektion von Defense for Children International setzt sich für den Schutz von Kinderrechten ein.
  • Auf Israels Terrorliste stehen zudem Addameer Prisoner Support and Human Rights Association, die politischen Gefangenen Rechtsbeistand bietet, die Frauenrechtsorganisation Union of Palestinian Women‘s Committees, das Bisan Center for Research and Development sowie die Union of Agricultural Work Committees, die sich für palästinensische Landwirt*innen einsetzt.

Die Einstufung als Terrororganisation erfolgt auf der Grundlage eines israelischen Gesetzes von 2016, das die Aktivitäten dieser zivilgesellschaftlichen Gruppen effektiv verbietet. Es ermächtigt die israelischen Behörden, Büros der betroffenen Organisationen zu schließen, ihr Vermögen zu beschlagnahmen und ihre Mitarbeiter*innen zu verhaften, und es verbietet die Finanzierung oder sogar die öffentliche Unterstützung ihrer Aktivitäten.

Die jüngste Entscheidung von Verteidigungsminister Gantz fußt auf Militärrecht. Angeblich vorhandene Beweise werden geheim gehalten. So schafft die israelische Regierung eine Form der Beweisumkehr. Nicht die Vorwürfe müssen bewiesen werden, sondern die Unschuld der Betroffenen.

Der unbelegte Vorwurf terroristischer Aktivitäten folgt der seit Jahrzehnten praktizierten Besatzungslogik, diejenigen zu kriminalisieren, die der Siedlungspolitik und den Menschenrechtsverletzungen die Stirn bieten. Alle betroffenen Organisationen werden seit Jahren permanent durch Teile der israelischen Regierung angegriffen. Dabei werden internationale Geber zunehmend unter Druck gesetzt, die Arbeit dieser palästinensischen Organisationen nicht weiter zu finanzieren.

Gantz‘ Vorstoß vom 22.10.2021 kam aber offensichtlich auch für Teile der israelischen Regierung unerwartet; sie forderten Gantz auf, konkrete Beweise zu vorzulegen, die zu seiner Entscheidung geführt haben. Verkehrsministerin Merav Michaeli kritisierte die Erklärung und sagte: „Der Staat Israel hat nun mit den Konsequenzen zu kämpfen. Es ist ein Schaden, der die Interessen des Staates beinträchtigen könnte und hätte nicht auf diese Weise geschehen dürfen.“

Die Anordnung ist noch nicht in Kraft getreten und die betroffenen Organisationen bereiten sich auf einen langwierigen Rechtsstreit vor.

 

Teilen Sie unsere Stellungnahme auf Facebook:

 

Artikel und weitere Stellungnahmen zur Einordnung des Vorstoßes des Verteidigungsministers:

Stimmen unserer Partner:

Gemeinsame Stellungnahme der betroffenen Menschrechtsorganisationen

Al-Haq

Defense for Children International-Palestine

 

Internationale Stimmen:

UN-Einrichtung für Menschenrechte (OHCHR)

Human Rights Watch & Amnesty International

 

Deutsche Presse:

Der Spiegel

Deutsche Welle

taz

Welt

 

Informieren Sie sich hier über unsere Menschenrechtsarbeit in Palästina und Israel.

 

 

 

28.10.2021

Gepostet in: Aktuelles

Aktuelles

Frieden fördern vor Ort und weltweit: Das ist das Ziel der Bonner Friedenstage, die Ende August starten.
Wir beteiligen uns an der Veranstaltungsreihe mit einem Input zum Thema Klimawandel und Friedensarbeit aus Kenia.

 

Podiumsdiskussion „Klima. Gerecht. Gestalten! Antworten auf die Klimakrise“, 31. August 2021

Trockene, heiße Sommer, Ernteverluste, absterbende Wälder, Starkregen und Waldbrände – die Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels sind auch in Deutschland zu spüren.
Die Menschen im globalen Süden trifft die Erderwärmung noch härter. Dürren, Hungersnöte und der Verlust von Lebensraum sind dort bedrohliche Realität.

Wie kann konsequenter Klimaschutz aussehen, der die ganze Gesellschaft im Blick hat? Wie kann der Umbau zu einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft gestaltet werden?
Um diese Fragen geht es im Gespräch mit Christoph Bals (Germanwatch) und Sophia Morad (Fridays for Future).
Mali Ole Kaunga, Direktor unserer Partnerorganisation IMPACT in Kenia, wird per Zoom zugeschaltet und bringt eine Perspektive aus Kenia ein.

 

Persönlich oder online teilnehmen

Wer sich zur Präsenzveranstaltung „Klima. Gerecht. Gestalten! Antworten auf die Klimakrise“ anmelden möchte, kann eine E-Mail schicken an info@evforum-bonn.de.
Anmeldungen für die digitale Teilnahme sind auf der Website des Evangelischen Forums Bonn möglich.

 

Nutzung und das Management natürlicher Ressourcen

Der Klimawandel hat schon heute Auswirkungen auf die Arbeit unserer Partnerorganisation IMPACT. Dabei geht es vor allem um die Nutzung und das Management natürlicher Ressourcen, wie Wasser und Land. Der Fluss Ewaso Ng’iro in Kenia ist die Lebensader von etwa 3,6 Millionen Menschen. Immer häufiger entzünden sich Konflikte um die Nutzung des knapper werdenden Wassers. IMPACT setzt sich gemeinsam mit Isiolo Peace Link (IPL) für eine nachhaltige Nutzung des Ewaso Ng’iro und die friedliche Koexistenz seiner Anrainerinnen und Anrainer ein.

Regelmäßig findet dazu die „Camel Caravan Campaign“ statt: Bei einer der Aktionen machten sich beispielsweise zwei Karawanen zu einem sechstägigen Marsch nach Archers Post auf, einer kleinen Gemeinde in Zentralkenia, ebenfalls am Fluss Ewaso Ng’iro gelegen. Dort veranstalteten die Teilnehmenden aus sechs Gemeinden ein gemeinsames Kulturfestival und warben für ein nachhaltiges Miteinander. Die diesjährige Camel Caravan Campaign findet vom 16. bis 21. September statt.

Während der Bonner Friedenstage wird Mali Ole Kaunga das Projekt vorstellen und mit den Teilnehmenden diskutieren.

 

Weitere Infos

Für 24 Stunden sollen die Waffen bedingungslos ruhen! Das forderte die Generalversammlung der Vereinten Nationen und erklärte den 21. September zum Internationalen Friedenstag. Seitdem rufen Initiativen und Organisationen am UN Peace Day dazu auf, sich für ein friedliches Miteinander zu engagieren.
Ein ausführliches Programm der Bonner Friedenstage finden Sie unter bonner-friedenstage.de und auf dem Flyer der Veranstaltung.
Veranstaltet wird die Podiumsdiskussion vom Evangelischen Forum, vom Katholischen Bildungswerk, vom Netzwerk Friedenskooperative und vom Konsortium Ziviler Friedensdienst.

Infos zu unserem ZFD-Projekt zur friedlichen und nachhaltigen Ressourcennutzung in Kenia unserer Partnerorganisationen IPL und IMPACT finden Sie hier.
Über die Camel Caravan Campaign können Sie sich außerdem einen Dokumentarfilm auf YouTube ansehen.

 

Unser Tipp

Gut aufbereitete, detaillierte Informationen rund um das Thema „Frieden verbessert das Klima“ finden Sie auf der Website des Konsortiums Ziviler Friedensdienst.

 

 

 

 

 

19.08.2021

Gepostet in: Aktuelles, Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

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Fast zwei Jahrzehnte stand Peter Sohr von 1968 bis 1986 dem Weltfriedensdienst als Geschäftsführer vor. Ein Spagat zwischen Politik, Verwaltung und den Dörfern Afrikas, für die sein Herz schlug. Nun ist Peter Sohr im Alter von 83 Jahren verstorben.

 

Peter Sohr 1974 in Basse, Gambia. Mossebiane Malatzi (links) und Lamin Dibba im Vordergrund. Foto: Ulrich Luig

Wir trauern um Peter Sohr
(* 1. November 1937 – † 20. Juli 2021)

Peter Sohr war der erste Geschäftsführer des Weltfriedensdienst e.V. vom 1. April 1968 bis 31. März 1986. In dieser Funktion war er zentral am Aufbau und an der konzeptionellen Ausrichtung des Weltfriedensdienstes beteiligt, sowie vor allem an seiner finanziellen Absicherung. Die ersten Projekte des Weltfriedensdienstes brachte er mit auf den Weg, wie das friedenspolitische Projekt in Palästina, die regionalen Bildungsprojekte in der Elfenbeinküste, in Gambia und im Senegal sowie die integrierten ländlichen Projekte in Burkina Faso, Cap Verde und in Guinea Bissau.

Peter Sohr wirkte wesentlich mit an der Profilierung des Weltfriedensdienstes als fachkompetente NGO für Gemeinwesenarbeit in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit einheimischen Strukturen und prägte die entwicklungspolitische Diskussion in der BRD wegweisend mit in Richtung der Unterstützung unterdrückter Gruppen und Völker, insbesondere beim Aufbau nach ihrer Befreiung von kolonialer Fremdherrschaft.

Mit dieser Leistung und seiner umsichtigen, menschenrechts- und friedenspolitisch entschiedenen und von hintergründigem Humor geprägten Art bewahren wir ihn in dankbarer Erinnerung.

 

Ulrich Luig, Ursula Reich

Monika Augustin, Hermann Bach, Aldo Benini, Susanne Biberbach, Fred Blaul, Karl Hermann Blickle, Klaus Ebeling, Eckehard Fricke, Herta Friede, Ulrich Frey, Gisela Führing, Dorsi Germann, Gisela Gutmann, Walter Hättig, Joseph Hartmann, Monika Hornig, Uta Gerweck, Karin und Meinolf Hammerschmidt, Rudolf und Monika Heinrichs-Drinhaus, Gerd Hönscheid-Gross, Hilde Keilinghaus, Sophie Kotanyi, Renate Kuchenreuther, Bernd Leber, Helge Löw, Helmut Lübbeke, Hans Peter Mevissen, Theo Mutter, Peter Meyns, Helmut Orbon, Antonio Rodrigues Pires, Monika Pottgiesser, Luiz Ramalho, Traude Reck, Günter und Helga Reichow, Marlene Richter, Mario Rivas, Georg Rohde, Herbert Sahlmann, Reinhild Schepers, Peter Schrage-Aden, Torsten Schramm, Hans-Martin-Schwarz, Thomas Schwedersky, Johannes Spatz, Katrin Steinitz, Folker Thamm, Brigitte Walitzek

sowie das gesamte Team des Weltfriedensdienst e.V.

 

 

01.08.2021

Gepostet in: Aktuelles