Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

Bildung und Aufklärung sind die wichtigsten Faktoren zur Überwindung von Armut und Gewalt. Die gemeinnützige Organisation Grupo AdoleScER bildet Jugendliche in den Favelas von Recife zu sogenannten Peer Educators aus. Sie sollen Lernen, Verstehen und das Erlernte an ihr Umfeld weitergeben.

Aktuelle Publikation: Handbuch “Für eine Gemeinde ohne Gewalt”

Als Teil eines der Jugendprojekte von AdoleScER hat unsere Partnerorganisation ein Handbuch veröffentlicht. Es erklärt die pädagogischen Methoden sozialer Transformation. Mithilfe dieser Methoden wurden positive Veränderungen in den Gemeinden, in denen die Organisation arbeitet, angestoßen. So zum Beispiel die Reduzierung von Gewalt durch Jugendliche in den Schulen. Zudem soll das Handbuch auch als Anleitung für Andere dienen: So können die Methoden auch bei Jugendlichen in anderen sozial schwachen Gemeinden angewendet werden.

Hier kann der Leitfaden heruntergeladen werden (auf Portugiesisch): Guia Por Uma Comunidade Sem Violência

Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

Bildung und Aufklärung sind die wichtigsten Faktoren zur Überwindung von Armut und Gewalt. Die gemeinnützige Organisation Grupo AdoleScER bildet Jugendliche in den Favelas von Recife zu sogenannten Peer Educators aus. Sie sollen Lernen, Verstehen und das Erlernte an ihr Umfeld weitergeben.

Aktuelle Publikation: Handbuch “Für eine Gemeinde ohne Gewalt”

Als Teil eines der Jugendprojekte von AdoleScER hat unsere Partnerorganisation ein Handbuch veröffentlicht. Es erklärt die pädagogischen Methoden sozialer Transformation. Mithilfe dieser Methoden wurden positive Veränderungen in den Gemeinden, in denen die Organisation arbeitet, angestoßen. So zum Beispiel die Reduzierung von Gewalt durch Jugendliche in den Schulen. Zudem soll das Handbuch auch als Anleitung für Andere dienen: So können die Methoden auch bei Jugendlichen in anderen sozial schwachen Gemeinden angewendet werden.

Hier kann der Leitfaden heruntergeladen werden (auf Portugiesisch): Guia Por Uma Comunidade Sem Violência

Besser Vorbeugen als heilen

Musik ist eine Sprache, die in Brasilien jede*r versteht. Mit dem Video „Schützt euch!“ betreiben Jugendliche einer Favela in Recife singend und tanzend Corona-Prävention. Produziert haben es die Jugendlichen unserer Partnerorganisation AdoleScER selbst.

Brasilien ist mit aktuell mehr als 100.000 Toten (Stand 14.8.) trauriger Corona-Hotspot in Lateinamerika. Der Virus ist mittlerweile in den armen Gemeinden angekommen. Und wie befürchtet, treffen Hunger, Arbeitslosigkeit, Ansteckungen und Todesfälle gerade die Favela-Bewohner*innen mit voller Wucht. Dort hat sich der Staat längst aus seiner Verantwortung für die Garantie der grundlegenden Menschenrechte zurückgezogen.

Unsere Partnerorganisation, die Grupo AdoleScER, die in armen Gemeinden der Stadt Recife arbeitet, suchte nach neuen Wegen, um „ihre“ Gemeinden zu schützen – mit dem Projekt „Covid-19-Nothilfe ”.

AdoleScER kennt die Favela-Bewohner*innen aus fast 20 Jahren Basisarbeit und konnte deshalb schnell die bedürftigsten Familien ermitteln. An diese sowie an die Freiwilligen, die sich als Konfliktlotsen in ihrer Nachbarschaft engagieren, wurden Hygienekits, Desinfektionsmittel, Grundnahrungsmittel sowie Obst und Gemüse aus der organisationseigenen Familienfarm verteilt. Indem AdoleScER die Lebensmittel in kommunalen Gemeindemärkten erwarb, kurbelte die Organisation zudem die lokale Wirtschaft an. Mitarbeiter*innen installierten an strategischen Punkten Wasserstationen und verteilten Tausende Masken, die Frauen und Männer aus den Gemeinden genäht hatten. Lokale Händler konnte auch gewonnen werden: AdoleScER verteilte deren gespendete Schutzhandschuhe.

 

AdoleScER verteilt Hygienekits, Desinfektionsmittel, Grundnahrungsmittel sowie Obst und Gemüse aus der organisationseigenen Familienfarm. © AdoleScER

 

Große Aufmerksamkeit gilt auch den Kommunikationsmaßnahmen. Denn der beste Schutz gegen Covid-19, da ist sich das AdoleScER-Team sicher, sind Aufklärung und Verbeugung.

• AdoleScER produzierte Aufklärungslieder, die ein eigens dafür entwickeltes „Soundbike“ in den Straßen der Gemeinden ausstrahlte.
• Mitarbeiter*innen hingen weithin sichtbar Werbetafeln auf und verteilten Aufkleber, Poster, Kühlschrankmagnete und Flyer.
• Die Jugendlichen von AdoleScER diskutierten mit der Nachbarschaft, um das Bewusstsein für die Gefahr des Corona-Virus zu verstärken.

 

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„Wir helfen uns selbst, indem wir anderen helfen! Corona ist unsichtbar, aber Empathie ist für alle sichtbar. Wir versetzen uns in die Lage anderer, helfen auf unsere Weise. Ich habe Masken genäht“, sagt Lourdes Clímaco, Freiwillige bei AdoleScER.

 

Alle Foto sind der Website und dem Social Media Auftritt von © AdoleScER entnommen

14.08.2020

Gepostet in: Aktuelles, Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

Bildung und Aufklärung sind die wichtigsten Faktoren zur Überwindung von Armut und Gewalt. Die gemeinnützige Organisation Grupo AdoleScER bildet Jugendliche in den Favelas von Recife zu sogenannten Peer Educators aus. Sie sollen Lernen, Verstehen und das Erlernte an ihr Umfeld weitergeben.

Aktuelle Publikation: Handbuch “Für eine Gemeinde ohne Gewalt”

Als Teil eines der Jugendprojekte von AdoleScER hat unsere Partnerorganisation ein Handbuch veröffentlicht. Es erklärt die pädagogischen Methoden sozialer Transformation. Mithilfe dieser Methoden wurden positive Veränderungen in den Gemeinden, in denen die Organisation arbeitet, angestoßen. So zum Beispiel die Reduzierung von Gewalt durch Jugendliche in den Schulen. Zudem soll das Handbuch auch als Anleitung für Andere dienen: So können die Methoden auch bei Jugendlichen in anderen sozial schwachen Gemeinden angewendet werden.

Hier kann der Leitfaden heruntergeladen werden (auf Portugiesisch): Guia Por Uma Comunidade Sem Violência

Aus der Facebook-Gruppe von Adolescer: Wascht Eure Hände! © Grupo AdoleScER

Das größte Land in Lateinamerika hatte 474 Todesfälle durch das Coronavirus innerhalb von 24 Stunden registriert (Stand 29.4.2020). Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Mit einer Gesamtzahl von 5017 Todesopfern hat Brasilien damit China offiziell übertroffen.  Während Krankenhäuser und Friedhöfe des Landes bereits an ihre Grenzen gerieten, hatte der rechtspopulistische Präsident Bolsonaro das Coronavirus stets verharmlost und die Auflösung von Einschränkungen gefordert. Momentan sind im Projektgebiet alle Läden, Schulen und Unis geschlossen. Ausgenommen sind Supermärkte und Apotheken.

“Was mir Mut macht”, berichtet unsere Kollegin Christina Schug aus Recife, “ist die große Solidarität, die wir gerade erleben. Normalerweise interessieren sich die Vermögenden in Brasilien wenig für die arme Bevölkerungsmehrheit. Das ändert sich gerade: Kampagnen, um den Ärmsten zu helfen, werden durch immer mehr Menschen unterstützt. Auch finde ich es bewunderungswürdig, dass viele in den armen Gemeinden sich trotz widriger Umstände freiwillig an die Verhaltensregeln halten und zuhause bleiben.”

Wo bleibt die staatliche Nothilfe?

Viele Menschen in den Favelas, in denen wir arbeiten, verkaufen normalerweise Wasserflaschen an der Ampel oder leben von sonstigen kleinen Arbeiten. „Wie kann ich meine Familie ernähren? Wie geht es mit der Bildung meiner Kinder weiter?“, das sind die drängendsten Fragen, die sie sich seit der Ausgangssperre stellen. Die Regierung hatte ein Nothilfepaket beschlossen, das die Zahlung von bis zu 1200 Real pro Familie vorsieht. Allerdings ist davon mehr als zwei Wochen später kaum etwas bei den Bedürftigen angekommen.

Gewalt nimmt zu

Das Leben auf der Straße in den armen Gemeinden geht dem äußeren Anschein normal weiter. Am Wochenende haben sogar Bars geöffnet. Vielen fehlt das Wissen über den Ernst der Lage. Mangels fließendem Wasser und Seife ist Prävention nur in sehr begrenztem Maße möglich.

•In den Favelas ist Abstand halten kaum möglich.

•Zu Hause zu bleiben kann sich kaum jemand leisten.

•Gewalt in den Familien und auf der Straße nimmt zu.

Funktioniert auch in der Krise

Bildung und Aufklärung sind die wichtigsten Faktoren zur Überwindung von Armut und Gewalt. Die gemeinnützige Organisation Adolescer bildet Jugendliche in den Favelas von Recife zu Friedenserziehern aus. „Unsere Methode funktioniert auch in dieser Krise“, berichtet Schug. „Jetzt bilden wir die  jugendlichen Konfliktlotsen online zur Corona-Prävention fort. Sie geben ihr Wissen an Gleichaltrige, Familie und Nachbarn weiter – mit Fotos, Plakaten und Spots.“

Unsere Partnerorganisation

•Hält Vorträge und Chats auf Social Media zur Corona-Prävention

•Näht 900 Masken und verteilt sie in den Gemeinden

•Produziert Straßenplakate mit der Aufforderung zu Hause zu bleiben

•Unterstützt Crowdfunding- Kampagnen, um Familien mit Lebensmitteln zu versorgen

•Klärt mit Lausprechern auf Fahrrädern  über Verhaltensregeln während der Pandemie auf

 

 

 

29.04.2020

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Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

Bildung und Aufklärung sind die wichtigsten Faktoren zur Überwindung von Armut und Gewalt. Die gemeinnützige Organisation Grupo AdoleScER bildet Jugendliche in den Favelas von Recife zu sogenannten Peer Educators aus. Sie sollen Lernen, Verstehen und das Erlernte an ihr Umfeld weitergeben.

Aktuelle Publikation: Handbuch “Für eine Gemeinde ohne Gewalt”

Als Teil eines der Jugendprojekte von AdoleScER hat unsere Partnerorganisation ein Handbuch veröffentlicht. Es erklärt die pädagogischen Methoden sozialer Transformation. Mithilfe dieser Methoden wurden positive Veränderungen in den Gemeinden, in denen die Organisation arbeitet, angestoßen. So zum Beispiel die Reduzierung von Gewalt durch Jugendliche in den Schulen. Zudem soll das Handbuch auch als Anleitung für Andere dienen: So können die Methoden auch bei Jugendlichen in anderen sozial schwachen Gemeinden angewendet werden.

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Eine Gruppe von Jugendlichen von AdolScER in Brasilien

EINMAL FAVELA – IMMER FAVELA…

…mit diesen Worten ist Igor Luan in Brasilien in der Millionenstadt Recife groß geworden. Immer wieder hörte er es von Eltern, Nachbarn, Lehrern. „Ich interessierte mich für nichts, fühlte mich unnütz, hab‘ die Schule geschwänzt und den Unterricht gestört. Zuhause hat mich nie jemand umarmt, nie gab es eine Zärtlichkeit. Stattdessen bekam ich Druck von meiner Mutter, Geld für unseren Unterhalt zu verdienen.“ Doch welcher Arbeitgeber will schon einen halben Analphabeten einstellen oder gar ausbilden? Igors Aussichten auf einen regulären Job waren denkbar schlecht. Jobs im informellen Sektor sind hart umkämpft, Prostitution oder organisierte Kriminalität dagegen versprechen das schnelle Geld. Wie sollte er so dem Kreislauf aus Armut und Kriminalität entkommen?

ENTDECKEN, WAS IN DIR STECKT Igor Multiplikator von AdoleScER in Brasilien

Als Igor 12 war, nahm ihn eine Freundin zu AdoleScER mit, einer Organisation, die Jugendlichen aus Favelas eine kostenfreie Ausbildung anbietet. Als er die Räume betrat, öffnete sich ihm eine andere Welt: „Wir saßen auf Kissen auf dem Fußboden im Kreis. Es gab kein oben und unten, kein vorne und hinten. Das war wichtig für das gegenseitige Vertrauen. Mir gefiel es, so behandelt, so aufgenommen und gehört zu werden. Ich fühlte mich sofort wohl, als wäre es mein Zuhause außerhalb meines Hauses.“

AdoleScER setzt sich in Favelas für eine Kultur des Friedens ein und vermittelt Toleranz und Solidarität. Auf dem Lehrplan stehen Themen wie die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten, Bürgerrechte, Umweltschutz, Familien- und Lebensplanung. Die TeilnehmerInnen erfahren mehr über die Hintergründe von Rassismus, Drogenhandel, Teenagerschwangerschaften und HIV/Aids. Und sie erwerben die Fähigkeit, ihr Wissen anderen zu vermitteln.

Igor bewarb sich erfolgreich für die Ausbildung zum „Friedenserzieher“. „Nach und nach habe ich Zusammenhänge begriffen. Ich habe verstanden: Bildung befreit. Deshalb gebe ich jetzt alles, was ich gelernt habe, weiter. So möchte ich dazu beitragen, dass wir mit weniger Gewalt in einer gerechteren Gesellschaft leben können.“ Längst gehört Igor zum Kernteam von AdoleScER. „Als ich erfuhr, dass ich eine feste Anstellung bekomme, wusste ich, ich würde meine Seele für diese Arbeit geben.“ Heute ist er Jugendgruppenleiter für rund 20 Kids, die er dreimal pro Woche trifft. Er arbeitet außerdem mit Schulklassen und Lehrpersonal, bildet neue FriedenserzieherInnen aus und berät Gemeindemitglieder.

AdoleScER half ihm, zu entdecken, was in ihm steckt. Jetzt ist er es, der seine Hoffnung an Jüngere weitergibt.

 

PERSPEKTIVEN SCHENKEN

Geben Sie benachteiligten Jugendlichen eine lebenswerte Perspektive!

Ein Ausbildungsmodul, z.B. zur Überwindung der gesundheitsgefährdenden Müllprobleme, kostet monatlich 35 Euro pro Jugendlichem. Enthalten sind Unterrichtsmaterial sowie Exkursionen zu Einrichtungen wie Wasseraufbereitungs- oder Mülltrennungsanlagen.
Ein Workshop, bei dem 15 Jugendliche sich auf kreative Weise mit dem alltäglichen Rassismus auseinandersetzen und Respekt vor anderen Kulturen, Lebensweisen und Religionen erwerben, kostet 100 Euro. Enthalten sind das Honorar für eine Fachkraft und Materialien.

 

Mit Ihrer Spende an den Weltfriedensdienst machen Sie Jugendliche stark und zeigen: Sie können sich selbst befreien!

 

26.03.2018

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Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

Bildung und Aufklärung sind die wichtigsten Faktoren zur Überwindung von Armut und Gewalt. Die gemeinnützige Organisation Grupo AdoleScER bildet Jugendliche in den Favelas von Recife zu sogenannten Peer Educators aus. Sie sollen Lernen, Verstehen und das Erlernte an ihr Umfeld weitergeben.

Aktuelle Publikation: Handbuch “Für eine Gemeinde ohne Gewalt”

Als Teil eines der Jugendprojekte von AdoleScER hat unsere Partnerorganisation ein Handbuch veröffentlicht. Es erklärt die pädagogischen Methoden sozialer Transformation. Mithilfe dieser Methoden wurden positive Veränderungen in den Gemeinden, in denen die Organisation arbeitet, angestoßen. So zum Beispiel die Reduzierung von Gewalt durch Jugendliche in den Schulen. Zudem soll das Handbuch auch als Anleitung für Andere dienen: So können die Methoden auch bei Jugendlichen in anderen sozial schwachen Gemeinden angewendet werden.

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Von Christina Schug

Das Projekt PazAMIN – für eine Gemeinde ohne Gewalt! bietet viele Aktivitäten für die Schüler_innen öffentlicher Schulen Recifes, um ihren Protagonismus und ihre Selbstständigkeit zu stärken. Die Teilnahme an dem Projekt ermöglicht den Jugendlichen neue Sichtweisen auf ihr Leben und andere Berufsperspektiven. Gestärkt durch die Erfahrungen in der Gruppe und gewappnet mit neuen Fachkenntnissen, gelingt es den Schüler_innen, in ihren Schulen und Lebensfeldern proaktiv zu intervenieren. Das Ziel ist immer die Reduzierung von Gewalt und Friedensbildung.

In der ersten Hälfte des Jahres 2015 hatten die Teilnehmenden der vier Gemeinden, in denen AdoleScER arbeitet, die Möglichkeit eine künstlerische Ausdrucksform zu wählen. Diese konnten sie während eines Workshops erlernen. Dies stellt eine zusätzliche Bereicherung dar. Neben dem vielen Wissen, welches die Jugendlichen über die Methodik der Gemeindebehandlung (Tratamento Comunitário) erhalten  –  einer Methodik, die in ganz Lateinamerika verwendet werden, um Fälle von sozialen Leidens zu identifizieren und zusammen mit der  Bevölkerung zu reduzieren oder gar zu beseitigen. (mehr …)

12.08.2017

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Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

Bildung und Aufklärung sind die wichtigsten Faktoren zur Überwindung von Armut und Gewalt. Die gemeinnützige Organisation Grupo AdoleScER bildet Jugendliche in den Favelas von Recife zu sogenannten Peer Educators aus. Sie sollen Lernen, Verstehen und das Erlernte an ihr Umfeld weitergeben.

Aktuelle Publikation: Handbuch “Für eine Gemeinde ohne Gewalt”

Als Teil eines der Jugendprojekte von AdoleScER hat unsere Partnerorganisation ein Handbuch veröffentlicht. Es erklärt die pädagogischen Methoden sozialer Transformation. Mithilfe dieser Methoden wurden positive Veränderungen in den Gemeinden, in denen die Organisation arbeitet, angestoßen. So zum Beispiel die Reduzierung von Gewalt durch Jugendliche in den Schulen. Zudem soll das Handbuch auch als Anleitung für Andere dienen: So können die Methoden auch bei Jugendlichen in anderen sozial schwachen Gemeinden angewendet werden.

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Bildung ist eine Grundvoraussetzung zur Überwindung von Armut und Gewalt. Mit AdoleScER lernen die Jugendlichen in den Favelas von Recife alles, was sie als selbstständige Bürger brauchen, in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Bürgerrechte. Die gemeinnützige Organisation Grupo AdoleScER bildet die Jugendlichen zu sogenannten Peer Educators aus. Sie selbst lernen auf interaktive Art und Weise und sollen das Erlernte dann an ihr Umfeld weitergeben – ihre Freunde, Familie, die Schule und ihre Gemeinde. Schwerpunkte der dreijährigen Ausbildung für die 12- bis 17-Jährigen sind Gewaltprävention, Friedenskultur, Aufklärung zu Themen wie Drogen, Teenagerschwangerschaften oder durch Sex übertragbare Krankheiten wie HIV/Aids. Aber auch Bürgerrechte, Umweltschutz, Konfliktmediation, Familien- und Lebensplanung und Methoden der Stressbewältigung stehen auf dem Plan. Das wird eingerahmt von interaktiven Workshops wie Theater, Musik, Graffiti, Gesang und vieles mehr.

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Die Ausbildung stärkt das Selbstwertgefühl der jungen Menschen, bringt ihnen die Werte der eigenen Kultur näher und bereitet sie auf eine Berufswahl vor. Die Jugendlichen können so zu verantwortungsvollen BürgerInnen und jungen Führungspersönlichkeiten in ihren Gemeinden heranwachsen.

Die Erfolge der Peer Education lassen sich sehen

Mit dem vom Weltfriedensdienst unterstützten Projekt seit 2013 setzte AdoleScER auf eine neue, bisher nur in Lateinamerika bekannte Methode: Das „Comunity Based Treatment“. Das bedeutet im Prinzip, dass die Lösung nicht von außen, sondern nur von innerhalb des Systems kommen kann, in diesem Fall die Überwindung von Gewalt und Armut. Dabei ist AdoleScER innovativ und setzt auf die Jugend: Sie sind jung, offen für Veränderung und alles was sie lernen, ann große Auswirkungen auf ihr Leben haben. Über 80 junge Menschen begannen seitdem ihre Geschichten und die ihrer Gemeinden umzuschreiben.

In 2017 hat AdoleScER feste Partnerschaft mit den vier lokalen Schulen, bearbeitet zusammen mit den Jugendlichen kontinuierlich dort die lokale Gewalt, so dass rund 2.000 Mitglieder der Schulen und Gemeinden erreicht werden. In vier Favelas der Stadt gibt es feste Jugendgruppen von 10-20 Jugendlichen, welche als Peer-Educators und junge Führungspersönlichkeiten in ihren Schulen und Stadtvierteln aktiv sind.

Künftige Herausforderungen

Peer Education in Brasilien: Jugendliche Protagonisten des Projekts AdoleScER zu Gemeindeentwicklung und Gewaltreduktion in Recife, Brasilien.

Jugendliche Protagonisten des Projekts AdoleScER zu Gemeindeentwicklung und Gewaltreduktion in Recife, Brasilien

Das Interesse an der Ausbildung zum Peer Educator ist groß. Viele Jugendliche würden gerne durch einen Ausbildungsplatz Verantwortung für sich, ihre Familien, Freundinnen und Freunde übernehmen, ihre Geschichten neu schreiben und etwas in ihren Gemeinden verändern.

Was kann ich tun?

  • 15 Euro stellen einem Jugendlichen Unterrichtsmaterialien für einen Monat zur Verfügung.
  • Ein thematisches Ausbildungsmodul, z.B. Umwelterziehung, Sexualität, Drogen- und Gewaltprävention, kostet monatlich 35 Euro pro Jugendlichen. Dies beinhaltet das Unterrichtsmaterial sowie
    Transport zu Einrichtungen wie Wasseraufbereitungsanlagen,
    Abwasserentsorgungsanlagen, Mülltrennungsanlagen etc.
  • Mit 40 Euro ermöglichen Sie einem Jugendlichen die Mahlzeiten während
    eines ganzen Ausbildungsjahres.
  • Ein Workshop bei dem die Jugendlichen Theater, Graffiti, Tanz oder Gesang lernen und Erfahrungen sammeln können, die ihnen in ihrem Alltag verwehrt bleiben, kostet für eine Gruppe von 15 Jugendlichen pro Monat 100 Euro. Das beinhaltet das Honorar für eine Fachkraft und Materialien.

Ein großes Dankeschön an alle SpenderInnen für Ihre bisherige Unterstützung!

Sie können sich auch gerne direkt auf der Webseite unseres Partners informieren: www.adolescer.org.br

03.02.2017

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