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Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Starkes Krisenmanagement

Aufklärung und hygienische Versorgung
Eigentlich kämpft unsere Partnerorganisation Pronat zusammen mit der Landbevölkerung für eine Agrarwende. Pronat zeigt, wie Kleinbäuer*innen Ressourcen nachhaltig nutzen. Auch in der Corona-Krise stellt sich Pronat an die Seite der Kleinbäuer*innen – schnell und vorausschauend.

  • Pronat informierte Vertreter*innen der Gemeinden schnell über die Corona-Vorbeugung
  • Familien bekamen Seife und Desinfektionsmittel
  • Pronat arbeitet in den Krisenkomitees der Gemeinden


Schuldenfalle droht
Seit Anfang März die ersten Covid-19-Fälle im Senegal auftraten, hat der Staat schnell und konsequent reagiert. Er verhängte den Ausnahmezustand, eine Ausgangssperre, Versammlungsverbot und schloss die meisten Märkte. Die Ausgangssperre ist mittlerweile gelockert, das landesweite Reiseverbot aufgehoben.

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie treffen vor allem kleine Familienbetriebe auf dem Land. Ausgangssperre, Reiseverbot und die Schließung der Märkte bedeuteten: kein Einkommen.

Bäuer*innen konnten ihre Ernte nicht verkaufen. Wegen des Reiseverbots fehlten Erntehelfer. Familien auf dem Land verlieren die Einnahmen durch Jobs von Familienmitgliedern im informellen Sektor der Städte. Und auch die Viehzucht wird durch die massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit beeinträchtigt.
Sind aus Not die Reserven an Saatgut und Viehbeständen erst aufgebraucht, droht den Familien eine gefährliche Schuldenfalle.

 

Pragmatismus & Solidarität
Pronats Expert*innen sorgten deshalb für schnelle Saatgut- und Futtermittelhilfen. Mehrere Gemeinden erhielten bereits Geräte wie Ölpressen, Motorpumpen und Sämaschinen, die sie gemeinsam nutzen können.

Bereits im März entwickelte Pronat mit den Bauernfamilien zahlreiche Ideen, um der Situation zu begegnen.

  • Sie verarbeiteten die Erdnüsse zu Paste
  • Sie organisierten den gemeinsamen Transport von Mangos nach Dakar
  • Sie planten den Gemüseverkauf oder die Lagerung von Zwiebeln in den Nachbarschaften
  • Und sie stellten die Produktion auf schnell reifende Gemüsesorten wie Okraschoten um

Die Solidarität der Kleinbäuer*innen untereinander macht macht unseren Kolleg*innen bei Pronat Mut.

 

Lesen Sie hier weiter über den Pronat-Krisenmanager El Hadji:
Gemeinsam gegen mächtige Gegner

 

Foto © Enda Pronat

 

 

13.06.2020

Gepostet in: Aktuelles, Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Oberstes Ziel von Pronat, unserer Partner-NGO in Senegal, ist die landesweite Ernährungssouveränität. Der „Aktionsplan für eine agrarökologische Wende“ ist ein Meilenstein auf diesem Weg. Entwickelt haben diesen die kleinbäuerlichen Gemeinden selbst, Forschungsinstitute und NGOs. Dieses „Bündnis zur agrarökologischen Transformation“, das von Pronat initiiert wurde, wird die Planung und Umsetzung der agrarökologischen Wende in Senegal weiter vorantreiben.

Agrarwende als Chefsache?

Über die Hälfte der rund 16 Millionen Senegales*innen leben auf dem Land und hängen direkt von der meist familiären Landwirtschaft ab. Der landwirtschaftliche Sektor ist der größte Arbeitgeber und beschäftigt etwa ¾ der Bevölkerung. Dennoch leidet nach wie vor jede*r Fünfte unter chronischer Unterernährung und Senegal muss mehr als 70 Prozent seines gesamten Nahrungsbedarfs importieren. Die Ernährungskrise hat ihre Ursachen im Klimawandel, aber auch in Wasserknappheit und ausgelaugten Böden als Folgen der industriellen Landwirtschaft.

Agrarökologie – die langfristige Umstellung der Landwirtschaft auf einen ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Anbau – ist die einzige Möglichkeit, um der Ernährungskrise zu begegnen und das Überleben der ländlichen Gemeinschaften und ihrer Umwelt zu sichern.  Nötig sind eine Diversifizierung der Anbau-Systeme und lokal produziertes Saatgut für Sorten, die widerstandsfähig und den klimatischen Bedingungen angepasst sind. Nötig sind auch eine natürliche Schädlingsbekämpfung und die Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit.

Techniker von Pronat bei agrarökologischer Beratung eines Bauern.

Schon beim Präsidentschaftswahlkampf hatten Pronat und verbündete NGOs dafür gesorgt, dass jeder Kandidat seine Haltung zur Agrarökologie öffentlich macht. Nach seiner Wiederwahl erklärte Staatspräsident Macky Sall die agrarökologische Wende zu einem der zentralen Themen seiner Amtszeit.

Damit den Wahlversprechen Taten folgen

Die zivilgesellschaftliche Organisation Pronat setzt sich seit langem für Agrarökologie und Ernährungssouveränität sowie eine Interessenvertretung der kleinbäuerlichen Produzent*innen auf nationaler Ebene ein. Damit den präsidialen Worten Taten folgen, schmiedete die Organisation im Frühjahr 2019 ein „Bündnis zur agrarökologischen Transformation“. Ihr gehören nationale und internationale NGOs, Forschungsinstitute und politische Akteure wie das Netzwerk von 30 grünen Gemeinden und Städten an.

Im Ergebnis regelmäßiger Treffen und Konsultationen mit lokalen Gemeinschaften sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft und Politik entstand der „Aktionsplan für eine agrarökologische Wende“. Er gibt politische Orientierungen für eine umfassende Agrarwende in Senegal.

Lokale Konsultationen in Kedougou im August 2019.

Pronat ebnet den Weg

Doch auch nach der Übergabe des Dokuments bleibt die Koordination der Akteure und die politische Lobbyarbeit eine der drängendsten Herausforderungen. Denn nur in gemeinsamer Anstrengung kann die Landwirtschaft hin zu wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit umgebaut werden. Bis zur Ernährungssouveränität für zukünftige Generationen ist noch viel zu tun. Pronat ebnet den Weg dorthin. „ Ziel ist es, dass der Staat unsere Allianz langfristig als ebenbürtigen Kooperationspartner und Verbündeten ansieht“, sagt Mariam Sow, die Gründerin und charismatische Präsidentin der Organisation.

13.02.2020

Gepostet in: Aktuelles, Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Kleinbäuerin auf einem Gemüsemarkt in Senegal

Gemüsemarkt in Senegal

Das ökologische Gleichgewichts in dem Land am Rande der Sahelzone ist gestört. Fruchtbarkeit und Wasserhaltvermögen der Böden sind gering, Erosion ist weit verbreitet, die Artenvielfalt sinkt, während der Befall mit Schädlingen zunimmt. Der traditionelle Landbau ist klar an seine Grenzen gestossen. Verantwortlich sind aber auch die Förderung von Monokulturen und der intensive Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger in der Vergangenheit. Verschärft wird die Situation durch die weitgehende Beendigung staatlicher Beratung.

Seit 2001 arbeiten die senegalesische Bauernorganisation ENDA ProNat und der WFD zusammen, um eine ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Landwirtschaft im Senegal zu fördern. Die Kleinbäuerinnen und -bauern in den Projektregionen erwirtschaften inzwischen deutlich höhere Erträge. Die Zusammenarbeit zielt darüber hinaus auf eine Änderung der Rahmenbedingungen Außerdem wurde das Thema Umweltschutz in den Unterricht lokaler Schulen aufgenommen.

Der Nord-Süd-Kreis des Amos-Comenius-Gymnasium Bonn, die Realschule in Velen und die Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin tragen die Zusammenarbeit als Partner mit.

Gern können Sie sich auf der Webseite unseres Partners weiter informieren: www.endapronat.org

 

16.05.2018

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Demonstration gegen Landraub im Senegal

Demonstration gegen Landraub

Am 27. November 2017 verkündete Senegals Staatspräsident Macky Sall, dass die einem ausländischen Investor erteilte Konzession für ein 10.000 Hektar großes Reis-Anbaugebiet in der ländlichen Gemeinde Dodel im Norden des Landes zurückgenommen wurde. Dieser Schritt geschah angesichts breiter Proteste aus der bäuerlichen Bevölkerung, die um ihre kleinbäuerliche Lebensweise und Existenz fürchteten.

Nicht zum ersten Mal ist damit im Senegal eine breite Koalition aus örtlicher Bevölkerung, Bauernverbänden, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern erfolgreich im Kampf gegen legalen und illegalen Landraub. (mehr …)

16.05.2018

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Einladung

„Afrika gehört den AfrikanerInnen – Agro-Ökologie, die Alternative zur Agro-Industrialisierung.“

Eine Veranstaltung des Weltfriedensdienst e.V. mit Vertretern der senegalesischen Partnerorrganisation Pronat

Wann: 08.12.16 um 19:00 Uhr

Wo: Afrika Haus Berlin – Bochumer Str. 25 – 10555 Berlin (Moabit) – U-Bahn Turmstraße

Widerstand gegen den internationalen Land- und  Wasserraub sowie Agro-Ökologie als Weg zur Ernährungssouveränität. Das sind für die senegalesische Organisation EndaPronat zwei untrennbare Bausteine, die dazu beitragen, dass die Menschen im Senegal von ihrer eigenen Hände Arbeit (über)leben können (und nicht zur Flucht gezwungen sind).

Über diese Arbeit berichten zwei Aktivisten der Organisation.

Nach der Veranstaltung gibt es die Gelegenheit sich bei einem afrikanischen Buffet mit den Gästen austauschen.

Informationen zu den Gästen

Pape Cheikh Sylla interviewt El Hadji FayeEl Hadji Faye ist Soziologe und hat sich in Theorie und Praxis mit den Folgen von Wasser- und Landraub auf die Ernährungssicherung befasst und den laufenden Prozess der Bodenrechtsreform im Senegal wesentlich beeinflusst.
Pape Cheikh SYLLA ist Journalist und Kommunikationsbeauftragter von ProNat. Er ermöglicht der Organisation ihre Werte, Visionen und die Ergebnisse ihrer Arbeit geeignet darzustellen.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch die „Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen“,  Gefördert von Engagement Global im Auftrag des BMZ,   „Gefördert aus Mitteln des kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst.

03.12.2016

Gepostet in: Aktuelles, Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

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