Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

In den letzten zehn Jahren wurden im Senegal schätzungsweise 650.000 Hektar Land an ausländische Konzerne verkauft oder verpachtet. Das entspricht rund 17 Prozent der Ackerfläche des Landes.

Demo-gegen-Landraub--ProNat--Senegal

„Wir werden uns gegen diejenigen wehren, die uns unser Land nehmen wollen. Es ist das Land unserer Vorfahren, eine Fläche von 26.000 Hektar mit Dörfern, Tausenden Tieren, Moscheen und Friedhöfen.“ (Oumar Ba aus dem Dorf Ndiael)

Den Plan des italienisch-senegalesischen Konzerns Senethanol/Senhuile, weitere 26.000 Hektar in Beschlag zu nehmen, durchkreuzte erst 2011 eine Initiative des WFD-Partners ENDA ProNat. Bei einer Auseinandersetzung um die Ausweisung der Flächen starben zwei Menschen. Das Vorhaben wurde daraufhin vorläufig gestoppt.

Im August 2012 unterzeichnete der neue Präsident Senegals Macky Sall ein Dekret, das den Investoren an anderer Stelle zunächst 20.000 Hektar Land zusichert, um Sonnenblumen und Süßkartoffeln für die Produktion von Agrartreibstoffen anzubauen. Auch hier protestieren Bäuerinnen und -bauern sowie die Tierhalter im Flusstal.
Und auch hier gelang es einem breiten Bündnis an senegalesischen Organisationen, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, lokalen Verwaltungsangestellten und Forstarbeitern mit Demonstrationen, Radiosendungen und Streiks das Vorhaben zu kippen.

„Sie brauchen ihr Land, um auf nachhaltige Weise Nahrung produzieren zu können“, sagt Mariam Sow, die Koordinatorin von ENDA ProNat. „Wie sollen sich die Menschen ernähren, wenn ihnen ihre Lebensgrundlage genommen wird?“

26.10.2012

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

Die globale Ernährungskrise aus der Froschperspektive entwicklungspolitischer Basisarbeit

Von HANS JÖRG FRIEDRICH, Projektkoordinator (veröffentlicht im Querbrief 4/2008)

Im ersten Globalen Milleniums-Entwicklungsziel (MDG) wird gefordert, die Zahl der Armen und Hungernden bis 2015 zu halbieren. Dabei kommt der Landwirtschaft eine doppelte Bedeutung zu: Einerseits werden die Armutseinkommen überwiegend für Nahrungsmittel ausgegeben; es bedarf also eines Angebots, das für die Armen bezahlbar und zugänglich ist; Andererseits stammt auch ein erheblicher Teil der Armutseinkommen aus der Landwirtschaft, und zwar aus einer kleinbäuerlichen mit mehr oder minder großem Subsistenzanteil.

Dieser Zusammenhang gilt noch einmal in besonderem Maße für das ländliche Afrika, wo es kaum Alternativen zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft gibt – sei es als Nahrungsmittellieferant, sei es als Einkommensquelle. Diesen Funktionen kann sie jedoch immer weniger gerecht werden. Globalen Szenarien zufolge könnte der Klimawandel dazu führen, dass der Regenfeldbau in seiner vorherrschenden Form schon in zwölf Jahren nur noch die Hälfte der heutigen Ernten hervorbringt. Dieses Schreckensszenario passt zu den Nachrichten aus den Projektregionen des WFD, in denen die Regenfälle insgesamt geringer und zeitlich unzuverlässiger werden. Besonders Letzteres macht die Wahl des richtigen Zeitpunktes für die Aussaat in WFD-Projektregionen wie Boé (Guinea-Bissau), Koussanar (Senegal) oder der Präfektur Mali (Guinea- Conakry) jedes Jahr aufs Neue zu einem Vabanquespiel.

(mehr …)

21.12.2008

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

In einem neuen Projekt zur Ernährungs- und Einkommenssicherung wurde mit der Umwelterziehung an Schulen ein neuer Schwerpunkt geschaffen. Die Begründung dafür liefert Demba Bâ, Vorsitzender der Bauernunion von Guédé:

“Wir möchten nicht, dass unsere Jugend auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa abwandert, um dort zu stranden. Wenn die Kinder von klein auf lernen, wie man von der Landwirtschaft leben kann, ohne die natürlichen Ressourcen zu zerstören, ist das ein Pfand auf eine bessere Zukunft. Für sie und für unser Land.”Kinderzeichnung- ProNat-Wasser

12.06.2008

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Senegal ist politisch zwar weitgehend stabil. Erst 2012 hat es nach freien und fairen Wahlen einen friedlichen Machtwechsel gegeben. Dennoch müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar am Tag auskommen. Jeder fünfte Senegalese ist sogar unterernährt. Die meisten Menschen leben von einer Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivität.

 

„Ganz gleich, auf welchem senegalesischen Markt ich einkaufen gehe, überall stoße ich auf europäische Produkte: Holländische Tomaten, Obst aus Griechenland, spanische Zwiebeln. Für die senegalesischen Kleinbauern, wie die Familie von Ibrahim Bâ, die bei glühender Hitze von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ihr Zwiebelfeld bestellt, bedeutet das die Vernichtung ihrer Existenz. Früher hat der Verkauf der Zwiebeln die ganze Familie ernährt. Heute können sie mit den Produkten aus Europa, die aufgrund EU-Exportsubventionen für den halben Preis verkauft werden, nicht mehr konkurrieren.“ Jörg John (Kooperant des WFD bei Pronat).Eine-Frau-erntet-Petersilie--Pro-Nat--Senegal

Dabei ist die Gemüse- und Obstproduktion für den heimischen Markt oft das einzige Zusatzbrot für die meisten senegalesischen KleinbäuerInnen. Mit den Einnahmen gleichen sie den Rückgang der Getreideproduktion aus und kaufen importierte Grundnahrungsmittel zu. So trifft der drastische Anstieg des Weltmarktpreises für Reis, das Grundnahrungsmittel der Senegalesen, bäuerliche Familien wie die von Ibrahim Sy besonders hart. Der Preis für einen Sack Reis ist im letzten Jahr um fast 70% gestiegen! Damit verschlingt allein der Reiskauf fast die Hälfte des Haushaltsbudgets.

Die „Proteste gegen das teure Leben“, die es im vergangenen Jahr in Niger und Burkina Faso gab, wurden im Senegal genau registriert. In Dakar wurde eine Demonstration der Vereinigung der Senegalesischen Verbraucher gegen die Lebensmittelteuerung von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Man diskutiert über die Hungerrevolten in Ägypten und Haiti und viele befürchten, dass es auch im Senegal zu ähnlichen Verzweiflungsaufständen kommt.

Seit vielen Jahren schon unterstützt der Weltfriedensdienst, gemeinsam mit seiner senegalesischen Partnerorganisation ENDA Pronat, Kleinbauern dabei, ihre Produkte besser zu vermarkten. Und er berät sie dabei, auf ökologische Anbaumethoden umzusteigen. Durch den Verzicht auf teure Kunstdünger und Pestizide ist diese Anbauweise deutlich kostengünstiger und verspricht langfristig weitaus höhere Erträge.

12.06.2008

Gepostet in: Senegal: Umweltbildung und Ernährungssouveränität

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Informationen über die Arbeit des Weltfriedensdienst e.V.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet.