Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Junge Menschen und unter ihnen besonders junge Frauen werden im Südlichen Afrika vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. In der Regel bleibt ihnen die aktive Teilhabe an persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen verwehrt.  Ihnen eine Stimme zu geben und Chancen ihre Zukunft mitzugestalten ist das Ziel der südafrikanische Organisation STEPS. Mit einem regionalen Netzwerk von NGOs nutzen sie öffentliche Vorführungen von  Dokumentarfilmen, um erfolgreich Sozialen Wandel anzustoßen.

Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Junge Menschen und unter ihnen besonders junge Frauen werden im Südlichen Afrika vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. In der Regel bleibt ihnen die aktive Teilhabe an persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen verwehrt.  Ihnen eine Stimme zu geben und Chancen ihre Zukunft mitzugestalten ist das Ziel der südafrikanische Organisation STEPS. Mit einem regionalen Netzwerk von NGOs nutzen sie öffentliche Vorführungen von  Dokumentarfilmen, um erfolgreich Sozialen Wandel anzustoßen.

Jungen Menschen im südlichen Afrika wird soziale und wirtschaftliche Teilhabe verwehrt

Das südliche Afrika ist die Region mit der jüngsten Bevölkerung auf der Welt. 35% seiner BewohnerInnen sind zwischen 15 und 24 Jahren alt.

Diese Generation ist überdurchschnittlich von Armut, Krankheit (besonders HIV/Aids), schlechten Bildungschancen und Arbeitslosigkeit betroffen. Ihre Lebensgrundlage ist direkt durch Umweltzerstörung und die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen bedroht.

Jugendliche und unter ihnen besonders Mädchen und junge Frauen werden vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. Ein hoher Prozentsatz, der im südlichen Afrika lebenden jungen Frauen hat bereits sexuelle Gewalt erfahren müssen.

Auch junge Homo- und Bisexuelle, Transgender und Intersexuell orientierte Menschen sind Diskriminierung und gezielten Übergriffen ausgesetzt. Vergewaltigungen und Morde an jungen lesbischen Frauen, geschehen beispielsweise beinahe täglich. In Malawi, Zimbabwe oder Sambia können sexuelle Minderheiten bis zu 11 Jahren Haft erhalten.

Ein ausgeprägtes gesellschaftliches Senioritätsprinzip verhindert, dass Erfahrungen, Eindrücke und Sichtweise junger Menschen Gehör finden, sowohl in persönlichen Lebensentscheidungen als auch in gesellschaftlichen Prozessen. Damit wird auch ihr Potential für die Entwicklung in der Region unterdrückt.

Folgen sind eine weit verbreitete Perspektivlosigkeit und Frustration unter jungen Menschen und ihre Migration besonders in die Armutsviertel von Städten mit all ihren Problemen im Bezug auf Gesundheit, Lebensumstände und Lebenschancen und Gewalt. Dabei greifen soziale, politische und familiäre Gewalt ineinander.

Dokumentarfilme für sozialen Wandel im südlichen Afrika

STEPS bearbeitet diese Probleme junger Menschen in sieben Ländern des südlichen Afrika (Lesotho, Botswana, Sambia, Simbabwe, Malawi, Uganda und Südafrika) mit einem regionalen Netzwerk von Selbsthilfeinitiativen junger Menschen und Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Belange junger Menschen einsetzen. Dabei setzt STEPS regional produzierte Dokumentarfilme ein, damit junge Menschen in ihren Gemeinden mit Gleichaltrigen aber auch  EntscheidungsträgerInnen offen diskutieren über Ursachen und Lösungsmöglichkeiten ihrer Probleme.

Diese Diskussionen zielen auf die Aktivierung junger Menschen im Wirkungskreis der Selbsthilfeinitiativen und NGOs und stärken deren Wissen und Bewusstsein über Rechte und Verantwortung als BürgerInnen. Sie lernen ihre Meinung frei zu vertreten und erfolgreich Beteiligungsrechte einzufordern und erhalten den dafür notwendigen Raum. Dabei werden sie bestärkt, nach Lösungen für ihre Probleme und die ihrer Gemeinden zu suchen sowie eigenständige informierte Entscheidungen zu treffen, die ihr eigenes Leben und das der Gemeinschaft angehen.

13.04.2018

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Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Junge Menschen und unter ihnen besonders junge Frauen werden im Südlichen Afrika vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. In der Regel bleibt ihnen die aktive Teilhabe an persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen verwehrt.  Ihnen eine Stimme zu geben und Chancen ihre Zukunft mitzugestalten ist das Ziel der südafrikanische Organisation STEPS. Mit einem regionalen Netzwerk von NGOs nutzen sie öffentliche Vorführungen von  Dokumentarfilmen, um erfolgreich Sozialen Wandel anzustoßen.

12. April

Jeden Tag donnerten mit Sand beladene Lastwagen über die Straßen in der UNESCO-Biosphäre Kruger to Canyons in Südafrika. Was machen die hier, fragten sich zuerst nur einige AnwohnerInnen. Sie fanden ihre Flussläufe in Tagebaue verwandelt. Ihnen wurden Konzessionen gezeigt, die sich später als Fälschungen erwiesen. Die AnwohnerInnen blockierten die LKWs. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch Schüsse fielen.

„Was können wir tun? Sie haben das Geld. Wir nicht.“, fragte sich eine Induna (traditionelle Dorfvorsteherin). Die AktivistInnen der Umweltschutz-Organisation Kruger2Canyons (K2C) haben durch das Projekt von STEPS und Weltfriedensdienst eine Antwort auf ihre Frage.

Shoki Mafogo und Vusi Tshabalala von Kruger2Canyon (Südafrika) sitzen an einem Tisch und planen, wie sie Ressourcenkonflikte zur Sprache bringen können.

Shoki Mafogo und Vusi Tshabalala von Kruger2Canyon (Südafrika)

Bisher nutzen die Partner aus dem STEPS-Netzwerk moderierte Filmvorführungen meistens, um zwischenmenschliche Konflikte zum Positiven zu wenden. K2C setzt die Methode ein, um die Beziehung zur Umwelt, in der Menschen leben, zu verändern.
Der Film „Our Sand“ feierte auf der STEPS-Partnerkonferenz Premiere. Mit ihm wollen sie die Menschen in der Biosphären-Region unterstützen, Verantwortung für ihren Naturreichtum und ihre Ressourcen zu übernehmen.

 

Raubbau an Naturreichtümern beenden

K2C will den Film einsetzen, um lokale traditionelle Autoritäten zu informieren. Mit solchen Erscheinungen der Moderne hatten ihre Vorgänger nie zu tun. Überliefertes Wissen fehlt. Was ist Sandabbau? Was bedeutet der Verkauf einer Konzession im Vergleich zum Preis, den der Sand erzielt, und dem angerichteten Umweltschaden?
Schilfgras und Bäume an den Ufern verschwinden und damit der Lebensraum für viele andere Pflanzen und Tiere. Boden geht durch Erosion verloren. Der Grundwasserspiegel sinkt. Verschmutzungen werden nicht mehr gefiltert. Die Fließgeschwindigkeit der Gewässer erhöht sich. Die Gefahr von Fluten steigt.

Die Antwort? Mehr Fragen stellen.

Darüber will K2C auch staatliche Behörden aufklären. Ihnen soll die Dimension des (illegalen) Abbaus von Flusssand verdeutlicht werden und was die Folgen davon sind. In einem zweiten Schritt werden sie aufgefordert, klare Regeln aufzustellen. Wo darf wieviel Sand auf welche Weise abgebaut werden? Wie sind die Abbaustellen hinterher zu rehabilitieren? Welche Gebiete sind wegen ihrer ökologischen Bedeutung unbedingt davon auszuschließen?

Eine weitere Absicht der AktivistInnen ist es, den in der Region lebenden Menschen vor Augen zu führen: Lastwagen um Lastwagen wird ihr Flusssand abtransportiert und ihnen z.B. in Form von Zementblöcken zum Hausbau wieder verkauft. Ihre Umwelt wird damit zerstört, und doch brauchen die Menschen Häuser, Fensterscheiben und Straßen, Mikrochips und Kosmetika. Wie können diese Interessen ausbalanciert werden? Was sind Alternativen?

 

Weitere Beiträge zur STEPS-Regional-Konferenz “Filme als Mittel für Sozialen Wandel” (9.-13. April 2018):
Montag: 15 Menschenrechts-Organisationen am Kap der Guten Hoffnung
Dienstag: Filme für Inklusion
Mittwoch: Jugendliche Change Agents: Denkmuster ändern
Donnerstag: Ressourcenkonflikte mit Filmen zur Sprache bringen

2015 produzierte STEPS zusammen mit K2C den Film „Our Rhino“ über Nashornwilderei.

13.04.2018

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Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Junge Menschen und unter ihnen besonders junge Frauen werden im Südlichen Afrika vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. In der Regel bleibt ihnen die aktive Teilhabe an persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen verwehrt.  Ihnen eine Stimme zu geben und Chancen ihre Zukunft mitzugestalten ist das Ziel der südafrikanische Organisation STEPS. Mit einem regionalen Netzwerk von NGOs nutzen sie öffentliche Vorführungen von  Dokumentarfilmen, um erfolgreich Sozialen Wandel anzustoßen.

11. April

Es macht einen Unterschied, einen Text zu lesen, oder mit den Handelnden eines Dokumentarfilms in einem Kino zu sitzen, gemeinsam ihre Filme zu gucken und Fragen stellen zu können. Filme berühren unsere Gefühle, wie es geschriebene Worte nicht so schnell können – das weiß jede/r SchülerIn aus eigener Erfahrung. Jugendliche spielen bei der Arbeitsweise von STEPS und der Zusammenarbeit mit dem Weltfriedensdienst eine zentrale Rolle. Auch hier auf der Konferenz sind viele der AktivistInnen Anfang 20.
Am dritten Tag stehen diese Youth Change Agents, also jugendlichen Vermittler eines (sozialen) Wandels, im Fokus.

Meinen Freund HIV teile ich mit niemanden

Die Jugendlichen aus den Partnerorganisationen in Malawi, Lesotho, Südafrika, Uganda, Sambia, Simbabwe und Botswana haben durch die STEPS-Trainings bemerkenswerte Kompetenzen aufgebaut. Sie haben heute die Fähigkeiten und Erfahrung, Diskussionen zu schwierigen Themen zu moderieren. Das wird greifbar bei der 21 Jahre alten Pinky von Sesotho Media & Development (Lesotho). Ganz offen spricht sie nicht nur über ihren HIV-Status, sondern auch über ihre Verantwortung ihrem Partner gegenüber. Pinky ist eine der handelnden Personen der beiden Filme, die wir aus Lesotho sehen. Die Filme handeln von der Wichtigkeit, den eigenen HIV-Status zu kennen und wie schwierig es ist, sich ein Herz zu fassen und einen HIV-Test zu machen.

In der anschließenden Diskussion fordert Pinky das Publikum mit ihrem HIV-Status heraus. Sie nimmt uns mit ihrem Humor, ihrer Direktheit und Stärke sofort für sich ein. Sie lässt uns dabei aber auch ihren Schmerz fühlen. Offen erzählt sie, was es bedeutet hat, mit dem Testergebnis „HIV-positiv“ umzugehen. Was sie durchmachen musste, um das Ergebnis und seine Tragweite zu akzeptieren. Sie hat HIV zu ihrem „Freund“ gemacht, den sie mit niemandem teilen will. Diese Verantwortung heißt für sie: Jeder Junge, dem sie seither näher kam, ist davongerannt, als sie ihren Status offenbarte. Trotzdem hält sie an ihren Prinzipien fest und ist voller Hoffnung, dass eines Tages der Richtige bleiben wird.

Sprechen über Tabus

Die erstaunlich fröhliche Stimmung fällt auch bei „Boys Diaries“, einem Film des Jugendnetzwerkes vom National AIDS Council in Simbabwe auf. Die Vorführung wird von dem jungen Aktivisten Joseph (22 Jahre) moderiert. Der Film über ihn und drei Freunde erzählt von den Ängsten, sexuellen Erfahrungen und gesellschaftlichen Erwartungen an junge Männer in Simbabwe – und wohl auch weltweit. Sie offenbaren in dem Film intime Details, zeigen ihre Verletzlichkeit, über die man als junger Mann nicht spricht und schon gar nicht öffentlich. Woher nehmen sie den Mut, es trotzdem zu tun? Joseph und seine Freunde fragen zurück: Wie kann sich etwas ändern, wenn wir nicht anfangen miteinander zu sprechen?

 

Weitere Beiträge zur STEPS-Regional-Konferenz “Filme als Mittel für Sozialen Wandel” (9.-13. April 2018):
Montag: 15 Menschenrechts-Organisationen am Kap der Guten Hoffnung
Dienstag: Filme für Inklusion
Mittwoch: Jugendliche Change Agents: Denkmuster ändern
Donnerstag: Ressourcenkonflikte mit Filmen zur Sprache bringen

12.04.2018

Gepostet in: Aktuelles, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Junge Menschen und unter ihnen besonders junge Frauen werden im Südlichen Afrika vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. In der Regel bleibt ihnen die aktive Teilhabe an persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen verwehrt.  Ihnen eine Stimme zu geben und Chancen ihre Zukunft mitzugestalten ist das Ziel der südafrikanische Organisation STEPS. Mit einem regionalen Netzwerk von NGOs nutzen sie öffentliche Vorführungen von  Dokumentarfilmen, um erfolgreich Sozialen Wandel anzustoßen.

Dienstag, 10. April

Ein weiterer Tag, der zeigt, wie machtvoll Filme als Mittel für sozialen Wandel und die Verwirklichung von Menschenrechten sein können.

Im Mittelpunkt stand der von Weltfriedensdienst und Brot für die Welt geförderte und von STEPS produzierte Film „Music Activists“ über Inklusion aus Sambia. Er begleitet den bekannten sambischen Musiker John Chiti bei den Vorbereitungen eines Konzertes mit einem Chor taubstummer Menschen. Etwa jede/r zehnte AfrikanerIn lebt mit einer Behinderung. Dennoch, so John, ist „unsere Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen taub.“

 

Isolation und Diskriminierung von Menschen mit Behinderung

In Sambia gilt John als Mensch mit Albinismus nicht nur als behindert, sondern lebt auch mit der ständigen Gefahr von Übergriffen. Den Körperteilen von Menschen mit Albinismus werden besondere Kräfte zugeschrieben, vergleichbar dem Horn von Nashörnern. In den letzten zehn Jahren wurden in 27 Ländern südlich der Sahara Menschen mit Albinismus Opfer von Angriffen und sogar Morden. Daher gehen Kinder mit Albinismus oft nicht zur Schule. Das gilt auch für viele andere Kinder mit Behinderungen. Ihre besonderen Bedürfnisse werden nicht berücksichtigt. Selbst einfachste Hilfsmittel wie Brillen oder Medikamente sind nicht verfügbar. Sie werden isoliert und diskriminiert. Ohne Bildung haben sie später wenig Chancen auf einen Job und sind damit einem besonders hohem Armutsrisiko ausgesetzt.

Mann mit Albinismus und Frau mit Krücke aus Sambia während einer Diskussion zu einem Film über Inklusion bei der STEPS-Konferenz "Filme als Mittel für Sozialen Wandel"

John Chiti (Albinism Foundation, Sambia) und Musola C. Kaseketi (Vilole Image and Productions, Sambia)

Mit den Menschen, statt für die Menschen

STEPS und die sambische Partnerorganisation Vilole Images and Production unterstützten die ProtagonistInnen von „Music Activists“ durch Trainings in der Produktion von Filmen. Das Skript konnten sie so selbst schreiben, selbst Regie führen. Wenn der Film heute an Schulen und in Gemeinden gezeigt und mit dem Publikum diskutiert wird, ist immer ein taubstummer Mensch als geschulte/r ModeratorIn dabei. Auf diese Weise wird garantiert, dass Menschen mit Behinderung selbst für sich sprechen.
Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in alle Lebensbereiche ist das Ziel der sambischen AktivistInnen. Sie fordern Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, gleiche gesellschaftliche Teilhabe, die Möglichkeit sich frei zu bewegen ohne Angst vor Übergriffen und ohne überall auf Barrieren zu stoßen.

Unmöglich?

„Music Activists“ zeigt taubstumme Menschen, die singen und tanzen

Er wurde inzwischen von vier sambischen TV-Sendern gezeigt. Im Anschluss wurden jeweils Fragen von ZuschauerInnen diskutiert, die sich über Telefon live einbringen konnten. Mit einem der Sender konnte sogar eine Diskussionsrunde mit VertreterInnen von verschiedenen Organisationen von Menschen mit Behinderungen und der Polizei ausgestrahlt werden.

Der 14. Juni wurde von der sambischen Regierung als Tag der Menschen mit Albinismus eingeführt.

Mit Hilfe des Films starteten die AktivistInnen einen Dialog mit verschiedenen Unternehmen. Eine Minengesellschaft beschäftigte daraufhin 6 Menschen mit Albinismus, eine Supermarktkette mehrere Taubstumme.

John wurde auf eine Afrika-Konferenz über Albinismus in Kenia eingeladen. Dort wurden regionale Aktionspläne entwickelt. Die Regierungen in Süd- und Ostafrika werden damit aufgefordert, auf die Übergriffe zu reagieren und endlich konkrete Maßnahmen zur Prävention und Strafverfolgung zu ergreifen.

Er hat außerdem von der renommierten Young African Leaders Initiative ein Stipendium erhalten, das eine intensive Schulung an einer Universität in den USA beinhaltet.

 

Weitere Beiträge zur STEPS-Regional-Konferenz “Filme als Mittel für Sozialen Wandel” (9.-13. April 2018):
Montag: 15 Menschenrechts-Organisationen am Kap der Guten Hoffnung
Dienstag: Filme für Inklusion
Mittwoch: Jugendliche Change Agents: Denkmuster ändern
Donnerstag: Ressourcenkonflikte mit Filmen zur Sprache bringen

11.04.2018

Gepostet in: Aktuelles, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

Junge Menschen und unter ihnen besonders junge Frauen werden im Südlichen Afrika vielfältig politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell diskriminiert. In der Regel bleibt ihnen die aktive Teilhabe an persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen verwehrt.  Ihnen eine Stimme zu geben und Chancen ihre Zukunft mitzugestalten ist das Ziel der südafrikanische Organisation STEPS. Mit einem regionalen Netzwerk von NGOs nutzen sie öffentliche Vorführungen von  Dokumentarfilmen, um erfolgreich Sozialen Wandel anzustoßen.

Montag, 9. April

Etwa 30 Menschen aus Ländern des Südlichen Afrika und aus Deutschland bilden einen Kreis auf der STEPS-Konferenz Filme als Instrument für Sozialen Wandel in der Nähe von Kapstadt

Über 30 Medien-AktivistInnen aus 7 Ländern des südlichen Afrika treffen sich diese Woche in Kapstadt. Sie wollen sich darüber austauschen, wie Dokumentarfilme sozialen Wandel bewirken können und dabei von- und miteinander lernen. Die Konferenz ist der Auftakt zum neuen Projekt von STEPS und dem Weltfriedensdienst „Gemeinschaften zusammenbringen – Mediengestützte Advocacy für Menschen- und Bürgerrechte im südlichen Afrika“.
Helge Swars und Stefanie Wurm vertreten den Weltfriedensdienst und erzählen an dieser Stelle von ihren Eindrücken von der Konferenz.

„Wandel braucht Hoffnung, auch wenn die Situation noch so hoffnungslos erscheint.“

Hoffnung ist nur eine von vielen Voraussetzungen für sozialen Wandel, die von den AktivistInnen zu Beginn der Konferenz gesammelt wurden. Sie begegnete uns wieder in L. aus Kongo.

Für seinen Einsatz für Frieden in Kongo wurde er von Militärs verhaftet und misshandelt. Nur mit knapper Not konnte er seine Haut retten und ins Nachbarland Uganda fliehen. Er lebt jetzt dort als einer von 1,6 Millionen Flüchtlingen (Zum Vergleich: In der gesamten EU leben etwa 2 Millionen). Das Refugee Law Project unterstützt diese Flüchtlinge, ihre Rechte gegenüber Behörden wahrzunehmen, sich Perspektiven zu erschließen und Traumata zu verarbeiten. Dabei setzen sie auf Filmvorführungen mit moderierter Diskussion, eine Methode, die von STEPS entwickelt wurde.

3 Männer auf der STEPS-Konferenz "Film als Mittel für Sozialen Wandel": John (Albinism Foundation, Sambia), Moses (Direktor Refugee Law Project, Uganda), Blessing (TSURO, Simbabwe)

v.l.n.r. John Chiti (Albinism Foundation, Sambia), Moses A. Nsubuga (Refugee Law Project, Uganda), Blessing Fulani (TSURO, Simbabwe)

Mit der gleichen Methode arbeiten John und seine MitstreiterInnen aus Sambia. Nach einem brutalen Ritualverbrechen an einem jungen Mädchen mit Albinismus haben sie eine Kampagne organisiert. Ziel ist es, am Ort des Verbrechens die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und lokale Regierung und Polizei zu konkreten Schritten zu bringen, Attacken wie diese zu stoppen.

Filme eröffnen Chancen für Mädchen

Bereits seit langer Zeit arbeitet STEPS mit SASO in Malawi zusammen. Die NGO kämpft für Aufklärung, gleiche Rechte für Frauen und Mädchen und Bildung. Im letzten Weltfriedensdienst-Projekt hat SASO mit STEPS den partizipativen Film “Mother at fifteen” gedreht. Was damit in Bewegung gebracht wurde, lesen Sie hier im Beitrag „Filme eröffnen Chancen in Malawi“. Diesen Film setzen inzwischen fast alle Partnerorganisationen im STEPS-Netzwerk ein, zum Teil mit durschlagendem Erfolg, wie z.B. AktivistInnen von CEYOHO in Botswana berichteten. Ihre auf dem Film aufbauende Kampagne führte dazu, dass 2 von 3 Mädchen nach der Geburt ihres Kindes wieder zur Schule gegangen sind. In der 2016 verabschiedeten Verfassung von Simbabwe ist ein Verbot von Kinderheiraten verankert. Dazu leistete der Film in einer Kampagne des National AIDS Council einen wichtigen Beitrag.

Herausforderungen in der Menschenrechtsarbeit

Der Austausch von Erfahrungen wie diesen, ist ein Ziel dieser Konferenz. Ein anderes ist die gemeinsame Suche nach Antworten auf Herausforderungen in der Praxis der Menschenrechtsarbeit.
Wie können individuelle Einstellungen verändert werden? Wie können in einem nächsten Schritt politische Akteure zum Schutz und zur Umsetzung von Rechten junger Menschen bewegt werden? Wie können Dokumentarfilme zielgerichtet eingesetzt werden?
Bei der Suche nach Antworten auf diese Frage unterstützt Anne-Doerthe Beer vom Weltfriedensdienst als Moderatorin die KonferenzteilnehmerInnen. Dabei kann sie auf ihre langjährige Erfahrung in der Begleitung von WFD-Partnerorganisationen in der Planung und Gestaltung wirkungsorientierter Friedensprojekte bauen. 

Weitere Beiträge zur STEPS-Regional-Konferenz “Filme als Mittel für Sozialen Wandel” (9.-13. April 2018):
Montag: 15 Menschenrechts-Organisationen am Kap der Guten Hoffnung
Dienstag: Filme für Inklusion
Mittwoch: Jugendliche Change Agents: Denkmuster ändern
Donnerstag: Ressourcenkonflikte mit Filmen zur Sprache bringen

10.04.2018

Gepostet in: Aktuelles, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

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