Veröffentlicht im Querbrief 4/2017

Der Projektpartner Isiolo Peace Link setzt sich gemeinsam mit Tim Bunke dafür ein, dass die Menschen im Isiolo County besser in die für diese Region geplanten Investitionsprojekte eingebunden werden. Konflikte zwischen unterschiedlichen Ethnien um den Zugang zu Wasser und Weideland, Viehdiebstahl oder die Besetzung politischer Ämter werden häufig durch Korruption gesteuert und durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie beeinflusst. Auf Fingerspitzengefühl kommt es an, wenn es darum geht, verfeindete Gruppen an einen Tisch zu bringen, um weitere Konflikte zu verhindern. Aus seinem Arbeitsalltag erzählt der promovierte Ethnologe in diesem Interview. Hier berichtet Tim Bunke von den Wahlen 2017:

Kenia im Wahljahr 2017

Von der turbulenten Wahl in Kenia berichtet Tim Bunke, Kooperant des Weltfriedensdienst

Feierlichkeiten zur Eröffnung des Response-Center

Feierlichkeiten zur Eröffnung des Response-Center, Kenia, Foto: Archiv Isiolo Peace Link

Bei Wahlen in Kenia droht immer Gewalt. Rund um die Präsidentschaftswahl 2007 gab es mehr als 1.200 Tote. Die Menschen befürchteten, dass sich ein solches Drama wiederholt. Bei der Präsidentschaftswahl im August 2017 blieb es verhältnismäßig ruhig. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Auszählung erklärte der Oberste Gerichtshof diese jedoch in einer historischen Entscheidung für ungültig. Sie wurde Ende Oktober wiederholt. Der Boykott der Neuwahl durch die Opposition stürzte Kenia in eine beispiellose Verfassungskrise.
Geringe Wahlbeteiligung, gegenseitige Anschuldigungen und endlose Verhandlungen ob der Legitimität der Präsidentschaftswahlen haben Kenia stark zugesetzt und zeugen von einer zutiefst zerrissenen Gesellschaft. Unsere Projektregion in Isiolo ist ethnisch und politisch gemischt. Zusammen mit anderen NGOs, Polizisten, Ältesten und der Lokalregierung hat Isiolo Peace Link für die Wahlperiode ein „Response Centre“ etabliert. Eine gemeinsame Einsatzzentrale von NGOs und Polizei kombinierte Frühwarnsysteme mit schnellen Reaktionsmöglichkeiten. Das ist bislang einzigartig in Kenia. Radiostationen informierten und sensibilisierten die EinwohnerInnen.
Die Bevölkerung erhielt Notfallnummern, so dass bei Zwischenfällen schnell eingegriffen und geschlichtet werden konnte: Mediatoren, Sanitäter und Polizisten waren im Einsatz. Gewaltausbrüche in Isiolo County konnten daher schnell und nachhaltig bearbeitet werden. Wir glauben, dass wir potenzielle, langanhaltende Konflikte verhindert haben.

10.12.2017

Gepostet in: Aktuelles, Das Mitgliedermagazin Querbrief, Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

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