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Auch im Jahr 2016 wurde der Weltfriedensdienst wieder von zahlreichen engagierten SchülerInnen, LehrerInnen und anderen SympathisantInnen unterstützt. Sie sind es, die work4peace erst möglich machen. Daher wollen wir die Fortschritte, die mit Hilfe ihrer Unterstützung gemacht werden konnten, mit ihnen teilen.

Pronat im Senegal: Umweltbildung und Ausbildung zum ökologischen Landwirt

 „Wir wollen, dass unsere Kinder von ihrer Arbeit auf dem Land leben können, statt auf der Suche nach einer ungewissen Zukunft in die Städte auszuwandern.“ Mamadou Sy, Mitglied des Bauernverbands in Guédé

An den Grund- und Mittelschulen des ökologischen Schulnetzwerks von Guédé und in Schulen anderer Regionen Senegals gehört dank Pronat praxisnaher Unterricht zu den Themen Umwelt, Ernährung und Gesundheit inzwischen zum Lehrplan. So lernt jedes Kind im Unterricht, wie man Müll trennt und Kompost herstellt oder warum Abfälle nicht ins Wasser gehören. In Schulgärten haben die Mädchen und Jungen Gelegenheit, das Gelernte praktisch anzuwenden. Besonders stolz sind die SchülerInnen, wenn sie ihr frisch erworbenes Wissen zuhause weitergeben können. 120 elterliche Haushalte wurden im letzten Jahr durch Pronat bei der praktischen Umsetzung begleitet und beraten.

In den letzten Monaten hat Pronat auch das Thema gesunde Ernährung aufgegriffen. Dafür werden LehrerInnen fortgebildet, um das Thema in den Unterricht zu integrieren. LehrerInnen und Mütter erwerben in den „Küchenschulen“ Kenntnisse über gesunde Ernährung und deren Zubereitung.

SchülerInnen sitzen auf dem Boden und essen

Schulkantine auf senegalesisch: Gegessen wird auf dem Boden, die SchülerInnen sitzen um die großen Schüsseln herum und bedienen sich

Seit Neuestem arbeiten  Pronat-MitarbeiterInnen, jeweils unterstützt vom lokalen Elternverband und vom Bauernverband, daran, an den Schulen Kantinen einzurichten, die eine warme Mahlzeit anbieten. Ziel ist es, zunächst drei Schulkantinen zu eröffnen. 

Schließlich konnte die Pilotphase der Ausbildung von sechs Jungbauern und deren ökonomisch tragfähiger Einstieg in die nachhaltige Landwirtschaft abgeschlossen werden.  Der Koordinator des ökologischen Schulnetzwerks von Guédé hatte bei seinem Deutschlandbesuch in Bonn und Berlin im September 2014 wesentliche Anregungen zur Gestaltung von Unterricht und Ausbildung sammeln können.

 

 

 

Ein Vertreter von Pronat an einer berliner Grundschule

Ein Vertreter von Pronat an einer berliner Grundschule

Vom 5. bis 9. Dezember haben uns zwei Vertreter Pronats in Bonn und Berlin besucht und Einblicke in die Projektarbeit gegeben. Gemeinsam waren wir an Schulen, Universitäten und Veranstaltungen und es wurde ein reger Erfahrungsaustausch zwischen Süd und Nord ermöglicht. Besonders die Thematiken des Land- und Wasserraubes und die Advocacy-Arbeit Pronats im Senegal standen im Fokus und haben SchülerInnen, StudentInnen und JournalistInnen zum Diskutieren und Nachdenken angeregt.

 

 

 

 

TSURO in Simbabwe – Ernährungssicherung durch nachhaltige Ressourcennutzung

„Früher hatten wir Regenschirme, um uns vor Regen zu schützen.  Heute brauchen wir sie, damit die Sonne uns nicht verbrennt“ beschreibt ein Ältester die Folgen des Klimawandels.

Das politische Geschehen in Simbabwe ist stark von gewalttätigen Fraktionskämpfen innerhalb der Regierungspartei ZANU-PF,  von Vetternwirtschaft und Korruption  geprägt.  Immer wieder kommt es deshalb trotz staatlicher Repression zu politischen Unruhen.  Das Land – einst die Kornkammer Afrikas – ist seit Jahren von Nahrungsmittelimporten abhängig. Die bisher stärkste Ausprägung des Wetterphänomens El Niño führte  im vergangenen Jahr zu  besonders verheerenden Dürren und somit zu Hunger und Migrationsbewegungen in ganz Simbabwe.

Die Arbeit unserer Partner in der Region Chimanimani hat dazu beigetragen, dass dort  trotz des besonders heftigen El Niño die meisten Haushalte auch in den letzten Monaten Einkommen und Ernährung sichern konnten.

Bäuerinnen und Bauern bei einem Workshop

Das vor Jahren mit Unterstützung des Weltfriedensdiensts gebaute  Ausbildungszentrum für ressourcenschonende Anbaumethoden (s.Foto) war zunächst  nur für die Leute aus der Umgebung gedacht. Aber schnell sprachen sich die Erfolge herum und heute kommen die KursteilnehmerInnen aus dem ganzen Distrikt, aus ganz Simbabwe und manchmal sogar von weiter her. Bäuerinnen und Bauern lernen voneinander, wie man Saatgut gewinnt, Kräuter anbaut, natürlichen Dünger herstellt. Sie erwerben Kenntnisse über Quellenschutz und Weidemanagement. Die KursteilnehmerInnen lernen auch, eigene Dorfprojekte zu planen und ihr Wissen weiterzugeben.

TSURO sorgt dafür, dass Wissen und Erfahrungen weitergegeben werden und begleitet und berät die Gemeinden und Familien bei der Umsetzung ihrer neu erworbenen landwirtschaftlichen Kenntnisse.  Zusätzlich erweist sich gerade jetzt der Fonds für besonders bedürftige Familien – alleinerziehende Mütter und Haushalte von Waisenkindern – als hilfreich. Diese lernen, wie man Bienenzucht, Ziegen- und Hühnerhaltung betreibt und  erhalten das nötige Equipment. So können auch sie sich eine Lebensgrundlage erarbeiten.

 

 

SINANI in Südafrika – Versöhnungsarbeit in Post-Konflikt Gemeinden

„Es hat lange gedauert, bis ich mich wieder traute, zur Schule zu gehen. Zu Apartheid-Zeiten kamen dorthin Kämpfer, die uns unter Drogen setzten und uns zwangen, schießen zu lernen.“

NN aus KwaZulu Natal

 

Schulen in der südafrikanischen Provinz Kwazulu Natal waren lange Zeit Orte des Schreckens, weil sie von verfeindeten Gruppen als Sammlungs- und Vorbereitungsort für Kämpfer genutzt wurden. Noch heute verbinden Kinder mit den Schulgebäuden die Erinnerung an Grausamkeit und Krieg.

Noch 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid leidet die Provinz an den Folgen eines blutigen Bruderkrieges, den das Regime zum Erhalt der eigenen Macht angezettelt hatte. Benachbarte Dörfer, aber auch Mitglieder ein und derselben Familie standen einander als erbitterte Feinde gegenüber. Die Opfer sind auf beiden Seiten nicht vergessen, Rache für den Tod von Freunden und Angehörigen treibt die Menschen bis heute um.

Jugendliche sitzen um einen Tisch herum

Jugendliche aus Post-Konflikt Gemeinden bei einem Workshop

Wo die tägliche Existenz der Menschen nicht gesichert ist,  herrscht kein guter Nährboden für Frieden und Versöhnung.  Gerade junge Menschen wie NN brauchen eine Perspektive, um aus dem Kreislauf von Armut, Schulabbruch und Kriminalität auszubrechen. Deshalb ist die Förderung von Jungen und Mädchen durch Weiterbildung, Ausbildung und Berufsberatung ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt für SINANI, den lokalen Partner des Weltfriedensdiensts.

Das Projekt startete eine Reihe von Aufklärungskampagnen über Berufsmöglichkeiten, von denen bereits etwa 750 Jugendliche profitierten. Kleinere Gruppen wurden dabei unterstützt,  kleine Gewerbe aufzubauen. 35 Jugendliche erhielten ein Training in Methoden nachhaltiger Landwirtschaft. Für ca. 440 überwiegend weibliche Jugendliche konnte Sinani eine Verbesserung der Haushaltseinkommen durch Nahrungsmittelproduktion, verschiedene Dienstleistungsangebote und Handwerk bewirken.

 

Vieles wurde erreicht

Im Jahr 2016 konnten wir mit eurer Unterstützung einen Unterschied im Leben vieler Jugendlicher und Familien in unseren Partnerprojekten erreichen. Deshalb schauen wir auch hoffnungsvoll auf das kommende Jahr 2017 und freuen uns auf euer weiteres Engagement, denn zusammen mit euch ist es uns möglich – trotz Anbetracht neuer Herausforderungen in unseren Partnerprojekten – auch weiterhin Erfolge zu feiern.

16.12.2016

Gepostet in: Aktuelles von work4peace