Friedensfilmpreis 2020

Der Film “Los Lobos” (“Die Wölfe”) gewinnt den Friedensfilmpreis der 70. Berlinale. Poetisch, mutig und kämpferisch zeigt uns der Film aus der Perspektive von zwei Kindern, was es bedeutet, in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen.

Filmdaten:

“Los Lobos” (“Die Wölfe”)
von Samuel Kishi Leopo
mit Maximiliano Nájar Márquez, Leonardo Nájar Márquez, Martha Reyes Arias, Cici Lau, Johnson T. Lau
Mexiko 2019, 95 Min, Spanisch,  Englisch,  Kantonesisch,  Untertitel: Englisch

Der Regisseur Samuel Kishi Leopos nahm den Friedensfilmpreis für “Los Lobos” persönlich entgegen. Foto: Stephan Röhl

 

Die Jury 2020

Aus der Perspektive von zwei Kindern, dem achtjährigen Max und seinem fünfjährigen Bruder Leo, erzählt Samuel Kishi Leopos‘ autobiografisch inspirierter Film „Los Lobos” (“Die Wölfe”) eine Geschichte von Armut, Heimatverlust und Migration. Das Chaos, in das die Familie durch den Länderwechsel gerät, ordnet die Mutter mit sieben Regeln über das Zusammenleben. Regel 5 lautet: Nach jedem Streit umarmen! Am Ende sind es die Kinder, die auf die Einhaltung dieses friedenspolitischen Imperativs bestehen.

Der sensibel und zärtlich erzählte Film schlägt sich radikal auf die Seite der Menschlichkeit. In diesem Film sprechen Kinder zu Kindern und auch die Erwachsenen können nicht anders, als ihnen zuzuhören. Poetisch, mutig und kämpferisch zeigt uns der Film, was es bedeutet, in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen.

Weitere Informationen über die Jury finden Sie hier.

Miraz Bezar (Regisseur), Jean Peters (Peng! Kollektiv), Tamara Erbe (Regisseurin, Produzentin), Gerd Brendel (Journalist und Theologe), Helgard Gammert (Medienpädagogin) Andreas Höfer (Kameramann), Esther Slevogt (Publizistin, Chefredakteurin nachtkritik.de) Foto: Stephan Röhl

Friedensfilmpreis

Der Preis ist ein fester Bestandteil der Internationalen Filmfestspiele Berlin und geht an ein Werk, das die ästhetischen Mittel des Films in besonderer Weise in den Dienst des friedlichen Miteinanders und des sozialen Engagements stellt. Die Berlinale ist das einzige A-Filmfestival weltweit, auf dem ein Friedenspreis verliehen wird. Dieser Friedensfilmpreis wird sektionsübergreifend vergeben – vom Wettbewerb bis zum Kinderfilm. Der Friedensfilmpreis ist mit 5.000 Euro und einer Plastik des Künstlers Otmar Alt dotiert. Das Preisgeld stellt die Heinrich-Böll-Stiftung. Träger des Friedensfilmpreises  sind die Heinrich-Böll-Stiftung, der Weltfriedensdienst e.V. und die Friedensinitiative Zehlendorf.

Die Auszeichnung erhalten Filme, die durch ihren humanistischen, sozialpolitischen sowie friedensfördernden Hintergrund bestechen. In einem zehntägigen cineastischen Marathon schauen sich die Jurymitglieder Filme aus allen Sektionen des Berlinale-Wettbewerbs an. Dabei werden bis zu 40 Werke, vom Drama bis hin zum Kinderfilm, hinsichtlich ihres friedenspolitischen Inhalts sowie ihrer ästhetischen Umsetzung beurteilt.
„Friedensfilme zeigen in großer inhaltlicher und künstlerischer Bandbreite die Probleme dieser Welt“ betont der Trägerkreis des Friedensfilmpreises. Politische Krisen, soziale Konflikte und menschliche Tragödien prägen seit jeher das Miteinander auf dieser Welt. Gegenwärtig ist nicht abzusehen, dass sich daran etwas ändert. Immer wieder gelingt es jedoch Filmemachern, mit bewegenden Geschichten und der erzählerischen Kraft von Bildern diese Probleme aufzunehmen und das Publikum dafür zu sensibilisieren.

 

Friedensfilmpreis 2019

34. Friedensfilmpreis an: “Espero tua (re)volta”

Der Friedensfilmpreis der 69. Berlinale würdigt den Film “Espero tua (re)volta” von Eliza Capai. Der Preisträgerfilm zieht uns in einen hochaktuellen und universellen Konflikt: den Kampf um Bildung für alle.
Friedensfilmpreis 2018

33. Friedensfilmpreis an: “The silence of others”

Der Friedensfilmpreis der 68. Berlinale würdigt den Film „The Silence of Others“ von Almudena Carracedo und Robert Bahar. Nach Jahrzehnten des Schweigens konfrontieren Überlebende der 40-jährigen Diktatur Spaniens die Täter brutaler Verbrechen.

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Bildnachweise:.
Jury Friedensfilmpreis 2020: Stephan Röhl
»Heinrich-Böll-Stiftung Friedensfilmpreis: Bronzeplastik von Otmar Alt«; Autor: Bodo Gierga; licence: CC-BY-SA 2.0

 

 

 

24.01.2020

Gepostet in: Aktuelles