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Was ist Frieden?

Frieden bedeutet, dass Menschen sicher, gerecht und ohne Gewalt zusammenleben können. Der Friedensforscher Johan Galtung unterscheidet zwei Formen: den negativen Frieden – die bloße Abwesenheit von Krieg und den positiven Frieden, der auch strukturelle Ursachen von Konflikten wie Armut, Hunger und Ungleichheit überwindet.

Der Weltfriedensdienst setzt sich seit über 65 Jahren für genau diesen positiven Frieden ein – weltweit und gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen.

Frieden verständlich erklärt – mit Beispielen aus dem Alltag

Negativer und positiver Frieden: ein großer Unterschied

Die meisten Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als in Frieden zu leben. Doch was genau sie darunter verstehen, kann sehr unterschiedlich sein. Eine Minimaldefinition von Frieden ist die Abwesenheit von kriegerischer Gewalt. Der Friedensforscher Johann Galtung spricht von einem „negativen Frieden“. Keine Frage: Für alle Menschen, die heute in Kriegsgebieten leben, wäre das schon eine große Errungenschaft. Aber ein solcher Frieden schließt nicht aus, dass Menschen weiterhin unter Gewalt und Diskriminierung leiden.

Deshalb zielt unser Engagement weiter: auf einen „positiven Frieden“. Dieser geht weit über die Abwesenheit von Krieg hinaus. Positiver Frieden bedeutet, dass alle Menschen in Würde leben können – mit Zugang zu Bildung, Gesundheit und wirtschaftlicher Teilhabe. Um diesen zu erreichen, nehmen wir auch die strukturellen Ursachen von Konflikten in den Blick – zum Beispiel Armut, Hunger oder soziale Ungleichheit. Denn wo Menschen in extremer Armut leben oder ihre Grundrechte nicht wahrnehmen können, ist echter Frieden nicht möglich.

Frieden und Gewalt

Gewaltfreiheit in einer von Gewalt geprägten Welt zu praktizieren, ist oft eine Herausforderung. Aber wir wissen, welche Erfolge damit erzielt werden können. Wir übernehmen Verantwortung, indem wir zivile Alternativen zu militärischen Konzepten einfordern: Unsere Friedensarbeit basiert auf der Haltung der aktiven Gewaltfreiheit.

Frieden in der Geschichte – ein Menschheitstraum

Frieden ist ein Schlüsselbegriff in allen fünf Weltreligionen, dessen älteste Überlieferungen bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen – zur Naturphilosophie des I Ging. Viele religiöse Schriften fordern die Gläubigen zu friedfertigem Verhalten auf oder entwerfen Vorstellungen von einem paradiesischen Zustand, in dem Mensch und Tier in allumfassendem Frieden leben. Dennoch sind Religionen bis heute eine der Hauptursachen für kriegerische Auseinandersetzungen.

Mit der Frage, was Frieden ist, haben sich im Laufe der Jahrhunderte auch viele Philosoph*innen beschäftigt, darunter Epikur, Augustinus und Thomas von Aquin. Bis heute relevante Ideen zur Förderung des Friedens stammen von Thomas Hobbes, der einen starken Staat als elementare Voraussetzung für Frieden ansah, und Immanuel Kant, der Frieden als moralische Pflicht definierte. Auf seine Schrift „Vom ewigen Frieden“ geht die Idee eines Völkerrechts, eines Bürgerrechts und universeller Menschenrechte zurück.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Entwicklung, Menschrechte und Ressourcen mit Frieden zusammenhängen, sind Sie hier genau richtig. Im Folgenden zeigen wir Ihnen auch, wie Friedensarbeit konkret funktioniert und warum der Friedensdienst gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist.

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