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Friedensfilmpreis 2026

Konflikte bearbeiten
22. Februar 2026

Geschichten verändern, wie wir die Welt sehen

Am Sonntag, 22. Februar 2026, wurde im Rahmen der Berlinale der unabhängige Friedensfilmpreis verliehen. Der Friedensfilmpreis zeichnet Filme aus, die sich mit Frieden, Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit und einem solidarischen Miteinander auseinandersetzen – und die filmische Mittel in den Dienst von Verständigung und gesellschaftlichem Engagement stellen.

Der Friedensfilmpreis 2026 geht an „TUTU“

Dokumentarfilm | Vereinigtes Königreich 2026 | Regie: Sam Pollard | 101 Minuten

Der Film würdigt den südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu als eine moralische Stimme im Kampf gegen Apartheid und Rassismus – und zeigt ihn zugleich als Menschen voller Humor, Glauben und Mitgefühl.

Jurybegründung

In der Begründung der Jury heißt es:

Sam Pollard gelingt mit seinem eindrucksvollen Dokumentarfilm ein feinfühliges, zugleich politisch kraftvolles Porträt des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu.
Mit bislang unveröffentlichtem Filmmaterial entfaltet der Film ein packendes Zeugnis menschlicher Größe: Er zeigt Tutu als zentrale Figur im Kampf gegen Apartheid und Rassismus ebenso wie als privaten Menschen voller Humor, Glauben und Mitgefühl.
In der Verbindung von intimer Nähe und historischer Dimension entsteht ein universelles Plädoyer für den Mut, sich unerschütterlich für Menschlichkeit und Freiheit einzusetzen.

Warum ein Friedensfilmpreis?

Friedensarbeit beginnt nicht erst in politischen Verhandlungen oder internationalen Programmen. Sie beginnt dort, wo Menschen bereit sind, ihre Perspektive zu verändern, zuzuhören und die Realität anderer wahrzunehmen.
Filme können genau das ermöglichen: hinschauen lassen, Zusammenhänge sichtbar machen und Empathie schaffen – über Grenzen hinweg.
Deshalb verleihen die Heinrich-Böll-Stiftung und der Weltfriedensdienst e.V. seit 1986 gemeinsam den Friedensfilmpreis auf der Berlinale.

Was das mit unserer Friedensarbeit zu tun hat

Was Filme sichtbar machen, erleben unsere Partnerorganisationen weltweit im Alltag:
Menschen bringen verfeindete Gruppen ins Gespräch, stärken zivilgesellschaftliche Räume, fördern Beteiligung und arbeiten daran, Gewaltkonflikte dauerhaft zu entschärfen.
Der Friedensfilmpreis verbindet diese praktische Friedensarbeit mit kulturellen Perspektiven – und macht sichtbar, dass Frieden nicht nur politisch verhandelt, sondern gesellschaftlich gelernt wird.

Der Preis

Der Friedensfilmpreis ist ein unabhängiger, sektionsübergreifender Berlinale-Preis. Alle Filme des Festivals – vom Wettbewerbsbeitrag bis zum Kinderfilm – können berücksichtigt werden.
Der Preis wird getragen von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst e.V., ist mit 5.000 Euro dotiert und wird in Form einer von Otmar Alt gestalteten Bronzeplastik übergeben.

Die Jury 2026

Über den Preisträgerfilm entschied eine unabhängige, rein weiblich besetzte Jury:

  • Mahdiye Agahi
  • Jasmina Barckhausen
  • Therese Berg
  • Jakobine Motz
  • Christiane Mudra

Mit Jasmina Barckhausen war auch eine Friedensfachkraft des Weltfriedensdienstes vertreten. Sie arbeitet seit vielen Jahren in Guinea-Bissau zu ziviler Konfliktbearbeitung, Dialogprozessen und Friedensjournalismus.

 

Preisverleihung

Sonntag, 22. Februar 2026 | Hackesche Höfe Kino, Berlin

Die Preisverleihung fand mit anschließender Vorführung des ausgezeichneten Films und Gespräch statt.

 

Eine Auszeichnung mit Tradition

Seit 1986 würdigt der Friedensfilmpreis Filme, die gesellschaftliche Verantwortung, Menschenrechte und gewaltfreie Veränderung sichtbar machen.
Zu den ausgezeichneten Werken der vergangenen Jahre zählen unter anderem Filme wie Khartoum, Sieben Winter in Teheran oder The Look of Silence.

Jasmina Barckhausen arbeitet seit 2009 als Friedensfachkraft in einer WFD-Partnerorganisation in Guinea-Bissau und engagiert sich in zivil-militärischen Dialogen, der friedlichen Konflikttransformation und im Friedensjournalismus. Sie ist Mitglied der unabhängigen Jury des Friedensfilmpreises 2026.

Bildnachweis: Bronzeplastik von Otmar Alt: Bodo Gierga (Lizenz:CC-BY-SA 2.0); Jasmina Barckhausen (privat)