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Eigentlich vermittelt unsere Partnerorganisation PJDD zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften. Mit Auftreten des Corona-Virus haben die Mitarbeitenden ihr Arbeitsfeld kurzfristig erweitert: Derzeit leisten sie zusätzlich gesundheitliche Aufklärung – im persönlichen Kontakt auf der Straße, aber auch mittels Street-Art.

Darüber hinaus verteilen unsere Kolleg*innen Schutzmasken und Hygienekits. Dabei wird auch gegen Gerüchte und Fehlinformationen eingewirkt, um zu verhindern, dass die Pandemie zum Nährboden wird für weitere Konflikte und Gewalt.

Mit Street Work und Street Art Corona stoppen

Der Street-Art-Künstler Omar Chimère Diaw arbeitetet als lokale Fachkraft in der Öffentlichkeitsarbeit des ZFD-Projekts „Démocratie Sans Violence“ („Demokratie ohne Gewalt“). Gerade ist er vor allem mit der Sensibilisierungskampagne zum Schutz vor Covid-19 beschäftigt. Hier bringt der Senegalese seine Kreativität ein, um auf die Übertragungswege des Corona-Virus aufmerksam zu machen. In mehreren Städten Guineas hat Chimère in den letzten Wochen mit Unterstützung befreundeter Künstler Wände mit Graffiti versehen, die die erforderlichen Schutzmaßnahmen aufzeigen.

Graffiti ist ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie“, sagt Chimère über seinen Ansporn. „Die Sensibilisierung durch Graffiti ist einfacher, da sie auf die Straße gerichtet ist. Wer Graffiti sagt, sagt Sichtbarkeit. Aus diesem Grund realisieren wir sie an Orten, die sehr frequentiert sind. Die Menschen schätzen die übermittelten Botschaften und reagieren daher sensibler darauf.“ Sein Ziel ist, mindestens zweihundert Wandbilder zu schaffen, nicht nur in den Städten, sondern auch in entlegenen Dörfer auf dem Land. Chimère kommt aus dem Senegal, wo er auf der renommierte Hochschule für digitale Kunst SUP’IMAX war und sich als Street-Art-Künstler in Dakar bereits einen Namen gemacht hat.

Alle Fotos Alle Fotos ©  Omar Chimère Diaw

 

 

29.05.2020

Gepostet in: Aktuelles, Guinea: Stärken von Demokratie und Bürgerrechten für Frieden

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Laurence Dworkin © STEPS

Südafrika ist nach Ägypten das von Corona am meisten betroffene Land Afrikas. Auch eine harte zweimonatige Ausgangssperre konnte die Verbreitung des Virus bisher nicht eindämmen. Am vergangenen Sonntag starb Laurence Dworkin an COVID-19. Er war Filmemacher, Mitgründer und lange Jahre Direktor unserer multinationalen Partnerorganisation STEPS. Ein großer Schock für das Team. Unsere Kooperantin Marianne Gysae schreibt dazu: „Die Medien berichten täglich von steigenden Ansteckungs- und Opferzahlen. Mit Laurences Tod ist das Virus für uns plötzlich zur furchtbaren Realität geworden.“

Umstellung auf Online-Arbeit gelungen

Die Pandemie hat die Arbeitssituation von STEPS grundlegend verändert. Bei den wöchentlichen Videokonferenzen teilen die Mitarbeiter*innen Ideen, wie sie sich auf die neue Realität einstellen und die verschiedenen Netzwerkpartner noch besser unterstützen können. Viele der Aktivitäten lassen sich im Homeoffice bewältigen. So wurden zwei neue partizipatorische Filmprojekte fertiggestellt, die nun online gestartet werden sollen. Gute und völlig neue Erfahrungen sammelte das Team auch bei der virtuellen Projektevaluierung. In der Konzipierung eines Folgeprojekts wird auch die weltweite Corona-Pandemie mit ihren möglichen Langzeitfolgen berücksichtigt.

Mut machen und Austausch befördern

Wie vor dem Ausbruch von Corona, betreuen die STEPS-Mitarbeiter*innen in Kapstadt täglich Netzwerkpartner*innen aus 7 Ländern. Sie machen ihnen Mut und fördern den Austausch untereinander. Sie teilen Informationen zur Prüfung von Krankheitssymptomen auf Covid-19 und Anleitungen zur Herstellung von Masken aus Plastikflaschen bzw. aus Stoffresten. Sie ermutigen die Organisationen des STEPS-Netzwerks, mit der Verbreitung eines Films zu einfachen Gartenbautechniken die Selbstversorgung mit Gemüse zu fördern.

Unterschiedliche Realitäten vor Ort

In Botswana, Südafrika und Uganda gilt eine vollständige Ausgangssperre, so dass alle Filmvorführungen abgesagt werden mussten. In Simbabwe beteiligen sich die STEPS-Netzwerkpartner*innen an einem nationalen Covid-19-Plan. Die Kolleg*innen aus Lesotho berichten, dass sie das Gesundheitsministerium auf dessen Bitte hin dabei beraten, wie die STEPS-Methode bei den Maßnahmen zur Corona-Vorbeugung angewandt werden kann. Die beiden Organisationen in Malawi setzen ihre zielgruppenorientierten Filmvorführungen fort und auch in Sambia gehen die Programmaktivitäten unter Beachtung des Abstandsgebots weiter.

Digitale Filmplattform AfriDocs

Die digitale Filmplattform AfriDocs, ein STEPS-Programm, das von einer Filmstiftung gefördert wird, stellt hochwertige Dokumentarfilme aus Afrika und der ganzen Welt bereit, die Menschen in Quarantäne zur Auseinandersetzung mit wichtigen Themen unserer Zeit animieren.

29.05.2020

Gepostet in: Aktuelles, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

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Unsere Partnerorganisation Defense for Children International dokumentiert Menschenrechtsverletzungen an Kindern in Palästina © Wisam Hashlamoun/Flash90

In den letzten Monaten wurden weltweit Inhaftierte entlassen. In Gefängnissen stellt die Corona-Pandemie eine besondere Gefahr und Belastung dar. Auf Kinder in Palästina scheint das jedoch nicht zuzutreffen: immer mehr Kinder und Jugendliche sind in israelischen Gefängnissen inhaftiert.  Unsere Partnerorganisation Defense for Children International in Ramallah hat von Januar bis April 2020 eine Zunahme um 6% festgestellt. “Die israelischen Behörden müssen alle palästinensischen Kinder in Haft unverzüglich freilassen”, fordert Ayed Abu Eqtaish, Direktor der Rechtsabteilung bei Defense for Children International.

Defense for Children International dokumentiert Menschenrechtsverletzungen an Kindern und Jugendlichen, zieht sowohl israelische als auch palästinensische Behörden zur Rechenschaft und bietet inhaftierten Kindern Rechtsberatung an. Ab Oktober 2020 wird der Weltfriedensdienst die Advocacy-Abteilung mit einer Friedensfachkraft unterstützen.

Mehr Menschenrechtsverletzungen in Palästina

Die Aushöhlung von Menschenrechten unter dem Deckmantel von Krisenbewältigung und Notstandserklärungen ist gerade in Konfliktgebieten allgegenwärtig.
Grundsätzlich gefährdet die Pandemie die  Gesundheit von Palästinenser*innen und Israelis gleichermaßen. Im Gegensatz zu militärischen Kontrollpunkten, Betonmauern und der israelischen Wasserpolitik.
Die Corona-Krise offenbart jedoch die Auswirkungen der Besetzung auf die fragile und überforderte palästinensische Gesundheitsversorgung: Für 2,5 Millionen Menschen gibt es im Westjordanland nur 256 Beatmungsgeräte, im völlig überbevölkerten Gazastreifen weniger als 100.

Nachdem mehrere Covid-19-Infektionen bei Tourist*innen in Bethlehem auftraten, wurde die Stadt fast 3 Monate komplett von israelischem Militär und der palästinensischen Autonomiebehörde abgeriegelt. Für Palästinenser*innen im Westjordanland galt seitdem ein Reiseverbot.
Gleichzeitig nahmen Übergriffe durch das israelische Militär und israelische Siedler*innen zu, die über volle Bewegungsfreiheit verfügen.

 

Völkerrechtswidrige Annexion

Die Spielräume der Menschenrechtsverteidiger*innen in Palästina werden immer weiter eingeschränkt. Gleichzeitig führt der israelische Staat unbeirrt seine Annexionspläne von weiten Teilen des Westjordanlands fort.
Um dieser Bedrohung einer völkerrechtswidrigen Annexion entgegenzuwirken, fordern seit vielen Jahren palästinensische, israelische und internationale Menschenrechtsorganisationen das Ende der Straffreiheit bei Verstößen gegen Internationales Recht.
Der Weltfriedensdienst fördert in Palästina Nichtregierungsorganisationen, die sich für einen positiven und nachhaltigen Wandel der Situation einsetzen.

 

 

28.05.2020

Gepostet in: Aktuelles, Palästina: Law in the Service of Man

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Familienbetriebe bedroht

Kleinbäuerinnen und Kleinunternehmer in der abgelegenen Projektregion haben uns erzählt, wie heftig sie die Ausgangssperre trifft. Sie können praktisch nicht mehr arbeiten, und verdienen damit auch kein Geld mehr.

Jimmy Samson Muganga, 45, Bananenverkäufer in Simbabwe, erzählt: „Wissen Sie, wie üblich habe ich einen großen Laster gemietet und bin in die Stadt gefahren, um dort die Bananen aus unserem Landkreis zu verkaufen. Diesmal räumte die Polizei den Marktplatz, weil die nationale Ausgangssperre in Kraft trat und mir verfaulten die 8 Tonnen Bananen im Laster. Schließlich kehrte ich zu Fuß in unser Dorf zurück. Ich kam verschuldet und mit leeren Händen nach Hause. Die Bananenbauern verlangten ihr Geld, auch der Besitzer des Lasters hatte nur eine Anzahlung bekommen. Fast alle Familien im Landkreis verkaufen Bananen. Es ist wirklich eine schwere Zeit für uns alle.“

Jugendvertreter der Klimawandel-Aktionsgruppe in Gwindingwe © WFD

Kufa Muchadziya, 43:
„Ich bin Witwe und verdiene meinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf meiner Bananen. Davon konnte ich schon bisher kaum leben.
Wegen der Ausgangssperre kann ich nichts verkaufen und so habe ich auch keine Lebensgrundlage mehr. Zucker, Salz und Speiseöl sind sehr teuer geworden. Da ich HIV-positiv bin und Medikamente nehme, muss mich ausgewogen ernähren. Das kann ich mir nicht mehr leisten.“

Grace Ruwiro:
„Covid-19 hat meine 5-köpfige Familie vor viele Herausforderungen gestellt. Uns Kleinbauern verfaulen die Früchte auf den Feldern. Letztes Jahr kam Zyklon Idai über uns.
Wir leben immer noch in Zelten. Mit Covid-19 hat uns erneut ein starker Schlag getroffen.“

Alec Mwadzura, 22:
„Viele Menschen auf dem Land haben keine Fernseher und Satellitenschüsseln, so dass ihnen grundlegende Informationen zur Eindämmung von Covid-19 oft gar nicht bewusst sind.“

Peace Nyakazey:
„Ich bin neu gewählte Vorsitzende unserer TSURO-Dorfgruppe. Wir generieren ein kleines Einkommen durch den Verkauf unserer Produkte aus nachhaltiger Landwirtschaft. Jetzt fehlen uns die Märkte, wir verdienen nichts.
Die Leute sitzen hungrig und gereizt zu Hause. Die Konflikte verstören die Kinder. Häusliche Gewalt nimmt zu. Was ein wenig hilft, das sind die Social Media-Gruppen, die TSURO eingerichtet hat. Hier können wir uns austauschen – auch wenn natürlich nicht alle von uns Smartphones mit Guthaben haben.“

Gondai Gumisai:
„Nachdem ich durch die Ausgangssperre meine Existenz als Bananenverkäufer mit der letzten Lasterladung verloren habe, bin ich sehr besorgt.
Woher soll ich jetzt das Geld nehmen, um wieder einen ins Geschäft einzusteigen?

 

Die O-Töne zeichneten unsere Kollegen von TSURO für uns auf.

 

21.05.2020

Gepostet in: Aktuelles, Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

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Pragmatisch in der Krise

„Die Menschen in Myanmar sind unheimlich flexibel und passen sich super schnell an neue Umstände an“, berichtet Jella Fink, unsere Landeskoordinatorin in Myanmar. „Und sie handeln pragmatisch: sie organisieren sich in gemeinnützigen Organisationen und Freiwilligengruppen. Das „Geben“ ist tief in den sozialen und religiösen Strukturen verwurzelt.“

Fink beobachtet ein sehr solidarisches Verhalten. „Viele bleiben freiwillig zu Hause, fast jede*r trägt in der Öffentlichkeit einen Mund-Nase-Schutz und hält so gut es geht Abstand.“ Denn für alle hätte ein richtiger Ausbruch gravierende Konsequenzen. So entstanden in kürzester Zeit überall in der Öffentlichkeit improvisierte Waschmöglichkeiten – stets mit Seife ausgestattet.

Da die Trainings mit Jugendlichen ethnischer Minderheiten aktuell entfallen, hat unsere Partnerorganisation Mong Pang Youth Association (MPYA) im Shan-Staat Video-Anleitungen in mehreren lokalen Sprachen produziert, wie man selbst Handdesinfektionsmittel herstellt. https://www.facebook.com/pg/mongpanyouthassociation/videos/. In einer digitalen Arbeitsgruppe komponiert das von MPYA geförderte Alumni-Netzwerk gemeinsam ein Lied, das die Covid-19-Prävention unterstützen soll.

MPYA unterstützt die lokalen Gemeinschaften in ihrer Region durch Informationskampagnen und Sachmittelspenden für Familien in prekären Verhältnissen. Sie schließen damit eine wichtige Lücke, da die Informations- und Gesundheitsversorgung in Myanmar bereits vor COVID-19 in bedenklichem Zustand war.

Von Corona-bedingten Ausfällen am stärksten betroffen sind 18 Millionen Myanmarer*innen, die im informellen Sektor tätig sind. Das sind 83% der arbeitenden Bevölkerung.

In Kontakt bleiben: Live-Streaming & Messenger

Auch unsere beiden anderen Partnerorganisationen engagieren sich in der Prävention und versuchen die Friedensarbeit so gut es geht online von zu Hause aus fortzusetzen. Trainings und Forschungsvorhaben sind erstmal verschoben.

Mon Women Organization (MWO) etwa hat die wichtigsten Fakten in die Mon-Sprache übersetzt und verteilt diese gerade. Die sozialen Medien sind in der Reaktion auf die Pandemie immer wichtiger geworden. Weitere Infos folgen in Kürze.

Westliche Einflüsse: Tendenz negativ

Nach anfänglichem Zögern und teilweise auch grob irreführender Kommunikation hat die Regierung in Myanmar auf die Lage reagiert. Erste Covid-19-Fälle waren allesamt „aus dem Westen“ importiert.

Gleichzeitig inszeniert sich China in Myanmar als freundlicher Helfer und entsendet Mediziner nach Yangon. Die Tendenz, westliche Einflüsse negativ zu charakterisieren, ist seit der Rakhine-Krise und der daraus folgenden öffentlichen Verurteilung sichtbar gestiegen.

Kämpfe teils ausgesetzt

Endlich hat das Militär einen Waffenstillstand bis Ende August beschlossen. Diesen erbaten ethnische bewaffnete Gruppen, um COVID-19-Vorsorge in ihren Gebieten betreiben zu können. Auch internationale Organisationen forderten ein Aussetzen der Kampfhandlungen. Der Waffenstillstand gilt allerdings nicht in Regionen, in denen terroristische Vereinigungen kämpfen, darunter Rakhine und Chin. Dort kommt es aktuell zu den stärksten Kampfhandlungen und den meisten zivilen Opfern.

Das Militär scheint sich durch die „Corona-Ablenkung“ in Sicherheit zu wähnen – die Anzahl ziviler Opfer hat im April stark zugenommen und es kam zu Attacken in den Staaten Rakhine, Karen, Shan und Chin. Gerade kam ein UN-Fahrzeug in Rakhine unter Beschuss, das COVID-19-Tests zum Labor in Yangon fahren sollte. Der lokale WHO-Mitarbeiter wurde getötet.

Das Militär gibt die Schuld an allen zivilen Opfern den ethnischen bewaffneten Gruppen gegen die es kämpft. Das entspricht oft nicht der Realität. Damit will es die Unterstützung der Zivilbevölkerung den ethnischen bewaffneten Gruppen gegenüber schwächen.

Pressefreiheit unter Druck

Eine Internetsperre – seit über 8 Monaten – verschärft die Situation in Rakhine. Zum einen unterbindet die Regierung so den Informationsfluss zu Kampfhandlungen und Menschenrechtsverletzungen in dieser Region, zum anderen können nun auch die COVID-19 Präventionsmaßnahmen nicht verbreitet werden.

Die Unterdrückung und Bekämpfung von Zivilisten findet außerdem nicht nur mit Waffengewalt, sondern auch durch Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit statt. Diese wurde unter der Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi weiter beschränkt und nun durch COVID-19 verschärft.

Verhaftungen prominenter Redakteure, Website-Blockaden, abgeschaltetes Internet – im Wahljahr und in der Corona-Krise wird es für Myanmars Bevölkerung schwieriger, an wichtige Informationen zu kommen.

17.05.2020

Gepostet in: Aktuelles, Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern