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Als in der Provinz Salta sechs Kleinkinder aus der indigenen Gruppe der Wichí an Unterernährung und Wassermangel starben, erklärte die Provinzregierung Ende Januar den „sozial-sanitären Notstand“. Hilfsmaßnahmen sollen die betroffenen Gemeinden mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgen und sie bei Ernährung und Gesundheit beraten.

Unsere Partner-NGO Prosoco genießt das Vertrauen der betroffenen Wichí-Gemeinden. Sie beraten die Behördenvertreter und Multiplikatoren über Familienwirtschaft und Verbraucherrechte und wirken selbst bei der Verteilung von Lebensmitteln und Trinkwasser mit.

Aktuelle Bilder aus der Provinz Salta

Solidarität in Zeiten von Corona

Die durchschnittliche Kindersterblichkeitsrate lag in der Provinz Salta im Jahr 2017/18 bei 9,6 von 1000 (Quelle: Gesundheitsministerium Salta). Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende die lebensrettende Nothilfe für Hunderte Kinder aus Wichí-Gemeinden in der argentinischen Provinz Salta.

Abgehängt

Die Ruta 86 verwandelt sich im Sommer in eine Staubpiste, zur Regenzeit in eine Schlammwüste. Hier leben viele durch die Abholzung vertriebene Wichí-Gemeinden, die früher von Sammeln und Jagen gelebt haben.

Schutzlos

Diese Unterkunft bietet keinen Schutz vor starkem Regen und Wind. Hier lebt eine neunköpfige Familie. Das kleinste Kind ist ein paar Monate alt, das älteste 16.

Durstig

Ein Tanklaster von der Gemeindeverwaltung befüllt alle vier Tage die Wassertanks) der Wichí-Gemeinde Misión Perez mit Wasser. Kommt das Wasser erst nach 6 Tagen, ist das für unterernährte Kinder lebensbedrohlich.

Kein sauberes Trinkwasser

Das dünne Rohr rechts ist eine von 2 Wasserstellen im Dorf. Hinter der Decke die einzige Dusche. Auf engstem Raum wird Wasser zum Trinken und Kochen, Duschen und Wäschewaschen entnommen. Das Trinkwasser ist verschmutzt.

Prekäre Hygiene

Im Vordergrund befindet sich die Müllsammelstelle, im Hintergrund, mit schwarzem Plastik abgedeckt, die einzige Latrine für ca. 40 Menschen.

Krisensitzung

Auf einer von Prosoco einberufenen Sitzung vereinbaren Behörden- und NGO-Vertreter sowie Ärztinnen Nothilfemaßnahmen für die am Stärksten betroffenen Wichí-Gemeinden.

Nothilfe

Die Mitarbeiter*innen von Prosoco arbeiten seit langem mit den Wichí, man vertraut ihnen. Sie versorgen die bedürftigsten Gemeinden, vor allem die Kinder, mit Grundnahrungsmitteln wie Milchpulver, Mehl und Zucker.

Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende die lebensrettende Nothilfe für Hunderte Kinder aus Wichí-Gemeinden in der argentinischen Provinz Salta.

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22.03.2020

Gepostet in: Aktuelles, Argentinien: Indigene auf dem Weg in ein besseres Leben

Aktuelles

Vor einem Jahr traf Wirbelsturm Idai Chimanimani, Simbabawe mit einer Kraft, auf die niemand vorbereitet war. Dieser seit Menschengedenken tödlichste Wirbelsturm im südlichen Afrika löste Schlammlawinen und Überschwemmungen aus. 525 Menschen wurden getötet, zahlreiche Häuser und Infrastrukturen zerstört. Kurz vor Erntebeginn verwüstete der Wirbelsturm Gärten, Felder, Obsthaine und vernichtete Vorräte.

Fluten und Gerölllawinen verwüsten landwirtschaftliche Betriebe und Wohngebiete in der Projektregion. (Quelle: TSURO 2019)

Mehr als 100.000 Menschen, überwiegend kleinbäuerliche Familien, sind auch heute noch betroffen. Sie haben Anbauflächen, Saatgut und fruchtbaren Boden verloren. In der diesjährigen Anbausaison kommt die schlimmste Dürre seit 20 Jahren hinzu. Die internationalen Organisationen der Nothilfe sind inzwischen weiter gezogen. Wir arbeiten mit unseren Partnerorganisationen TSURO, CELUCT und PORET vor Ort weiterhin daran, den Hunger aus Chimanimani zu vertreiben. Vor einigen Wochen waren wir in der Projektregion, um uns dazu abzustimmen.

Junger Dorfberater leistet 4 Wochen lang Nothilfe

Wo die beiden Flüsse Nyahode und Risutu zusammentreffen, liegt Kopa, einst ein wuseliges kleines Städtchen. In der Nacht des Wirbelsturms hatten sich an einer Brücke am Ortseingang vom Fluss angespültes Geröll und Baumstämme zu einem Damm aufgeschichtet und so die Wassermassen aufgestaut. Unter dem Druck immer mehr nachströmenden Wassers und Gesteins brachen die Brückenpfeiler. Die Überlebenden erinnern sich heute noch an einen lauten Knall mitten in der Nacht. Eine riesige Flutwelle rollte ins Tal und begrub die am Ufer gelegene Siedlung. Fast 200 Menschen verloren auf einen Schlag ihr Leben.

Farai Gumisai, Dorfberater im Auftrag von TSURO, im Gespräch mit einer Saatgut-Gruppe. (Quelle: Weltfriedensdienst e.V. 2020)

Auf dem Geröllfeld treffen wir uns mit Farai Gumisai. Farai ist im Auftrag von TSURO als Dorfberater für die Region zuständig. Er hat nach dem Wirbelsturm unter unvorstellbaren Bedingungen 4 Wochen lang praktisch die gesamte (inter)nationale Nothilfe in Kopa koordiniert. Denn viele Vertreter*innen von Behörden und Polizei waren ums Leben gekommen. Dann endlich erreichten zwei Fahrzeuge von TSURO mit Hilfsgütern als erste auf dem „Landweg“ Kopa. Seine unglaubliche Heldengeschichte erzählte Farai Gumisai mit großer Bescheidenheit.

Für die Zukunft braucht die Region wieder ihr eigenes Saatgut

Mit Farai besuchen wir verschiedene Dorfgruppen, darunter eine Saatgut-Gruppe. Sie berichten, dass einige Kleinbäuer*innen ihre Felder entlang des Flusses durch den Zyklon komplett verloren haben. Der Wirbelsturm habe viel fruchtbaren Oberboden weggeschwemmt. Obstbäume, die eine wichtige Einkommensquelle sind, wurden ebenfalls schwer getroffen. Bananen wachsen infolge von Idai nur noch sehr schlecht.

Saatgut-Produzent*innen erläutern Herausforderungen in der Saatgut-Zucht. (Quelle: Weltfriedensdienst e.V. 2020)

Besonders schwer, so erfahren wir bei unserem Feldbesuch, wiegt der Verlust von Saatgut. Das Ergebnis von Jahren der Züchtung von lokal angepassten, vielfältigen und offen bestäubbaren Pflanzensorten sei praktisch über Nacht auf dem Feld oder im Lager verdorben. Saatgut spielt eine Schlüsselrolle für die Ernährungssouveränität, insbesondere für die Beseitigung von Mangelernährung. Es ist aber auch unverzichtbar bei der Anpassung an die Klimakrise sowie bei der Streuung von Anbaurisiken.

„Wir geben nicht auf“, erzählten uns die Frauen der Gruppe. Wichtig sei nun, möglichst geeignetes Saatgut in großen Mengen zu beschaffen. Es ist die Voraussetzung dafür, dass sie sich in naher Zukunft wieder selbst ernähren können. Dabei geht es um eine möglichst hohe Vielfalt und um die Berücksichtigung kultureller Nahrungsgewohnheiten. Wenn die Kleinbäuer*innen das Saatgut selbst züchterisch weiterentwickeln können, geraten sie nicht in finanzielle Abhängigkeit.

Eigenes Saatgut ist kostbar und vermeidet finanzielle Abhängigkeiten (Quelle: Weltfriedensdienst e.V. 2020)

Von TSURO haben die Dorfgruppen bereits Einiges an Saatgut bekommen, aber auch verloren gegangene Werkzeuge, Wasserschläuche für die Bewässerung und organische Dünger wurden zu großen Teilen ersetzt.

Starker Zusammenhalt und Hoffnung trotz Naturkatastrophe

Die Menschen in Chimanimani haben ihren Zusammenhalt bewahren können. Sie haben noch immer ihr Wissen über nachhaltige Landwirtschaft und schauen auf bemerkenswerte Weise nach vorn. Unsere drei Partnerorganisationen TSURO, CELUCT und PORET in der Region bleiben an ihrer Seite.

 

Für einen erfolgreichen Wiederaufbau werden Spenden weiterhin benötigt!

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20.03.2020

Gepostet in: Aktuelles, Simbabwe: Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz und Ernährungssouveränität

Aktuelles

Bislang sind die Fallzahlen niedrig in Südafrika. Doch was passiert, wenn das Corona-Virus die Townships und überfüllten Innenstädte erreicht? Zwar ist die Bevölkerung Südafrikas sehr jung, 90 Prozent sind jünger als 60 Jahre. Viele Menschen sind jedoch durch das Immunschwäche auslösenden HI-Virus oder die Lungenkrankheit Tuberkulose gesundheitlich belastet. Geschätzte sieben Millionen Südafrikaner*innen sind HIV-positiv. Davon zwei Millionen nicht in Behandlung. Möglichkeiten zur Selbstisolation gibt es in den Townships nicht.

Corona-Quarantäne im Township?

Wie kann ich mich in einem Township, in einer Blechhütte voll Menschen, selbst unter Quarantäne stellen? Wie fülle ich Vorräte auf, wenn ich von der Hand in den Mund lebe? Was bedeuten Schließungen von Geschäften für Tagelöhner? Ich frage stellvertretend für einen ganzen Kontinent.“ – Everjoice Win, Twitter (Link)

Mehr als 25 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist Südafrika immer noch eines der Länder mit der größten Ungleichheit auf der Welt. Dies wird besonders bei der Gesundheitsversorgung deutlich. 82 Prozent der in Südafrika lebenden Menschen haben keine Krankenversicherung und sind auf öffentliche Kliniken und Krankenhäuser angewiesen. Diese Einrichtungen sind überfüllt, unterbesetzt und nicht ausgestattet, um auf Infektionskrankheiten in diesem Ausmaß zu reagieren.

Fachkraft Marianne Gysae-Edkins berichtet aus Kapstadt

Unsere Fachkraft Marianne Gysae-Edkins hat sich nach ihrer Rückkehr aus Deutschland selbst unter Quarantäne gestellt. Ihre Kolleg*innen arbeiten möglichst von zu Hause. Ärmere Südafrikaner*innen jedoch nehmen die überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel, um zu ihrer Arbeit zu kommen. Südafrika hat strenge Reisebeschränkungen für alle verhängt. Grenzen zu Nachbarländern, viele Häfen und Schulen sind geschlossen und die Menschen aufgefordert, soziale Kontakte möglichst zu reduzieren. Die Versammlungsfreiheit wurde eingeschränkt. „Die Menschen, die keinen Zugang zum guten wie teuren privaten Gesundheitssystem haben, wird es am härtesten treffen. Das sind die Armen in den Townships.“ sagt Marianne am Telefon. „Daher ist der Ansatz der südafrikanischen Regierung genau richtig, auch mit drastischen Maßnahmen die Ausbreitung so weit wie möglich zu verlangsamen.“

 

Moderierte Filmvorführungen stärken verantwortliches Handeln © STEPS

 

Unsere südafrikanische Partnerorganisation STEPS hat öffentliche angeleitete Filmvorführungen und eine für Mai geplante Konferenz von Menschenrechtsaktivist*innen verschoben. Ein Schwerpunkt der Arbeit von STEPS und der Partner*innen ist es, verantwortliches Handeln zu stärken – als einzelner sich selbst und anderen in der Gemeinschaft gegenüber.

Solidarität statt Panikkäufe und Panikposts

Verantwortliches Handeln fordert auch die Südafrikanerin Theodorah Manjo. Sie veröffentlicht auf Facebook (Link) eine Mitteilung an die Privilegierten:

Bitte denken Sie daran, dass es in Südafrika über 31 Millionen Menschen gibt, die keine „Panikkäufe“ tätigen können, wie Sie es gerade tun. Wenn Sie also die Tücher, die Desinfektionsmittel, das verdammte Toilettenpapier benutzen, denken Sie an diejenigen, die am Freitag auf den Lohn warten müssen, um wenigstens einen dieser Artikel zu bekommen, […] Machen Sie sich bewusst, dass eine schlechte Gesundheitsversorgung für Millionen Menschen in diesem Land täglich Realität ist!

Genauso wenn Sie Ihre Hände für 20 Sekunden am Stück waschen, mit laufendem Wasserhahn, 12 Mal am Tag… Es gibt Gegenden, die nur von 4 Uhr morgens bis 6 Uhr morgens Wasser bekommen […] und für den Rest des Tages keinen Tropfen haben. Das sind nur ein paar Dinge zum Nachdenken, während Sie Ihre Panikposts teilen.“

20.03.2020

Gepostet in: Aktuelles, Südliches Afrika: Stärkung von Menschen- und Bürgerrechten

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Regel 5: Nach jedem Streit umarmen!

So lautet die Friedensbotschaft des Gewinners des Friedensfilmpreises 2020. Der mexikanische Regisseur Samuel Kishi Leopo nahm für seinen autobiografisch inspirierten Film „Los Lobos / Die Wölfe“ den 35. Friedensfilmpreis der Berlinale entgegen.

Bedrückend und rührend zugleich erzählt der Film aus der Perspektive zweier Kinder von Armut, Heimatverlust und Migration. Der Friedensfilmpreis ist eine Kooperation zwischen der Heinrich-Böll-Stiftung, der Friedensinitiative Zehlendorf e.V. und dem Weltfriedensdienst und wird jährlich im Rahmen der Berlinale vergeben.

Los Lobos erhält Friedensfilmpreis

Ein unmöbliertes, karges Zimmer in einem Apartment-Komplex in einer US-amerikanischen Kleinstadt. Der Teppichboden ist schmuddelig und die Wände nicht mehr ganz weiß; Die Sonne bahnt sich, gedämpft durch ein paar alte Vorhänge vor dem einzigen Fenster, ihren Weg ins Zimmer. Zwei kleine Jungen spielen Fußball mit einem zusammengeknüllten Blatt Papier. Um sie herum liegen einige wenige Spielsachen verstreut auf dem Boden, darunter ein Kassettenrekorder. Man hört ein Klacken und das Knistern des abspulenden Bandes – dann die Stimme der Mutter. Sieben Regeln hat sie für das Zusammenleben in der kleinen Einzimmerwohnung auf Kassette gesprochen. Regel 5 lautet: Nach jedem Streit umarmen!

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Der Film „Los Lobos“ taucht ein in die Welt zweier Brüder, Max und Leo. Herausgerissen aus dem Alltag in ihrer Heimat Mexiko müssen sie nun erleben, was es heißt, in einem fremden Land ein neues Leben zu beginnen. Im zarten Alter von fünf und acht Jahren werden sie konfrontiert mit den Widrigkeiten der Migration, Armut und dem Gefühl, in einem Land nicht willkommen zu sein. Während ihre Mutter in schlecht bezahlten Jobs für das Überleben der Familie kämpft, erleben die beiden Jungs lange, einsame Tage in ihrem kleinen Apartment. Nach all den Rückschlägen, die die kleine Familie in ihrer Anfangszeit in den USA erleben muss, sind es die Kinder, die immer wieder auf Versöhnung bestehen. Damit setzen sie ein bedeutendes Zeichen, das auch die Erwachsenen nicht übersehen können.

Preisverleihung auf der Berlinale 2020

Der Friedensfilmpreis wurde 1986 im UNO-Jahr des Friedens durch Berliner Friedensinitiativen ins Leben gerufen. Seitdem wird er jährlich sektionsübergreifend im Rahmen der Berlinale vergeben. Der Preis ist die weltweit einzige Auszeichnung eines A-Filmfestivals für Filme, die sich mit ihren sozialpolitischen Inhalten der Förderung eines friedvollen und gerechten Miteinanders verschrieben haben. Neben der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedensinitiative Zehlendorf gehört auch der Weltfriedensdienst zum Trägerkreis des Filmpreises. In einem regelrechten Film-Marathon nahm die diesjährige Jury während der Berlinale über 20 Werke aus allen Genres und Wettbewerbskategorien unter die Lupe. Beurteilt werden die Filme hinsichtlich ihres friedenspolitischen Inhalts sowie der ästhetischen Umsetzung.

Übergabe des Preises an Regisseur Samuel Kishi Leopo (mitte) durch Judith Ohene (rechts) und Ellen Überschär (links).

Den Höhepunkt der Preisverleihung bildete die feierliche Übergabe der Bronzeplastik des Künstlers Otmar Alt durch Judith Ohene, Geschäftsführerin des Weltfriedensdienst, und Ellen Überschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Regisseur Samuel Kishi Leopo dankte gerührt und bezeichnete den autobiografischen Film in seiner Rede als eine „Liebeserklärung an seine Mutter“. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro dotiert..

Was bringt ein Filmpreis für den Weltfrieden?

Unsere Welt ist gezeichnet von Krieg, Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Die aktuellen politischen Entwicklungen lassen vermuten, dass sich dies auch in naher Zukunft nicht so schnell ändern wird. Natürlich wird die Auszeichnung eines Filmes mit dem Friedensfilmpreis diese Zustände nicht über Nacht verbessern. Das kann und soll ein einziger Film auch gar nicht leisten. Vielmehr geht es darum, das Publikum für diese Probleme zu sensibilisieren und benachteiligten Menschen Gehör zu verleihen. Wie keinem anderen Medium gelingt es Filmen durch bewegende Bilder tiefe Emotionen in uns zu wecken, uns mitzureißen, zu inspirieren und den Einen oder die Andere zum Handeln zu motivieren.

Auch der diesjährige Gewinner „Los Lobos / Die Wölfe“ versucht nicht, große Antworten auf die Probleme unserer Welt zu liefern. Gerade darin besteht jedoch das Erfrischende. Ungefiltert und ehrlich versetzt der Film das Publikum in die Situation der beiden Brüder und führt es auf zutiefst emotionaler Ebene an das politisch hochbrisante Thema der Migration heran. „Der sensibel und zärtlich erzählte Film schlägt sich radikal auf die Seite der Menschlichkeit“, begründet die Jury ihre Entscheidung. „In diesem Film sprechen Kinder zu Kindern und auch die Erwachsenen können nicht anders, als ihnen zuzuhören. Poetisch, mutig und kämpferisch zeigt uns der Film, was es bedeutet, in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen.“

Filmdaten, Jury & Laudatio 2020

“Los Lobos”/“Die Wölfe“
von Samuel Kishi Leopo
mit Maximiliano Nájar Márquez, Leonardo Nájar Márquez, Martha Reyes Arias, Cici Lau, Johnson T. Lau
Mexiko 2019, 95 Min, Spanisch, Englisch, Kantonesisch, Untertitel: Englisch

Jury: Miraz Bezar (Regisseur), Jean Peters (Peng! Kollektiv), Tamara Erbe (Regisseurin, Produzentin), Gerd Brendel (Journalist und Theologe), Helgard Gammert (Medienpädagogin), Andreas Höfer (Kameramann), Esther Slevogt (Publizistin, Chefredakteurin nachtkritik.de)

Jury des Friedensfilmpreises 2020. (Quelle: Stephan Röhl)

Laudatio: Herunterladen (PDF, 25 kb)

19.03.2020

Gepostet in: Aktuelles

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Die Zivilgesellschaft nützt der Gemeinschaft und Gemeinnützigkeit braucht  Einmischung. Doch im letzten Jahr wurde einer Reihe zivilgesellschaftlicher Organisationen wie Attac oder Campact die Gemeinnützigkeit aberkannt. Die Politik hat es bislang versäumt, Rechtssicherheit für gemeinnützige Arbeit zu politischen Fragen zu schaffen. Eine Vielzahl von Vereinen und Stiftungen fühlt sich durch das unklare Gemeinnützigkeitsrecht bedroht. Auch der Weltfriedensdienst e.V. könnte davon betroffen sein.

Zusammen mit mehr als 150 weiteren Vereinen und Stiftungen streiten wir in der Allianz Rechtssicherheit für politische Willensbildung für eine Reform des Gemeinnützigkeitsrechts – damit politische Einmischung nicht zur Aberkennung der Gemeinnützigkeit führt.

Wir fordern die Abgeordneten des Bundestages auf:

  1. Erkennen Sie den Wert zivilgesellschaftlichen Engagements für eine lebendige Demokratie und eine ausgewogene öffentliche Debatte an.
  2. Stellen Sie sicher, dass die selbstlose Beteiligung an der öffentlichen Meinungsbildung sowie der politischen Willensbildung durch gemeinnützige Organisationen unschädlich für deren Gemeinnützigkeit ist.
  3. Erweitern Sie dafür als Sofortmaßnahme die Liste der explizit gemeinnützigen Tätigkeiten um die Förderung der Wahrnehmung und Verwirklichung von Grundrechten, Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz, informationeller Selbstbestimmung, Menschenrechten und der Gleichstellung der Geschlechter.

Helfen Sie uns dabei, indem Sie:

  • die Forderungen der Allianz hier unterschreiben.
  • Menschen in Ihrem Umfeld auf die Bedeutung der gemeinnützigen politischen Einmischung ansprechen.
  • Politiker*innen, Mitglieder und Vorstände von Parteien ansprechen, damit diese sich für Rechtssicherheit für unser Engagement einsetzen.

Link zur Petition:  openpetition.de/!gemeinnuetzig

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

13.02.2020

Gepostet in: Aktuelles