Aktuelles

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Fast zwei Jahrzehnte stand Peter Sohr von 1968 bis 1986 dem Weltfriedensdienst als Geschäftsführer vor. Ein Spagat zwischen Politik, Verwaltung und den Dörfern Afrikas, für die sein Herz schlug. Nun ist Peter Sohr im Alter von 83 Jahren verstorben.

 

Peter Sohr 1974 in Basse, Gambia. Mossebiane Malatzi (links) und Lamin Dibba im Vordergrund. Foto: Ulrich Luig

Wir trauern um Peter Sohr
(* 1. November 1937 – † 20. Juli 2021)

Peter Sohr war der erste Geschäftsführer des Weltfriedensdienst e.V. vom 1. April 1968 bis 31. März 1986. In dieser Funktion war er zentral am Aufbau und an der konzeptionellen Ausrichtung des Weltfriedensdienstes beteiligt, sowie vor allem an seiner finanziellen Absicherung. Die ersten Projekte des Weltfriedensdienstes brachte er mit auf den Weg, wie das friedenspolitische Projekt in Palästina, die regionalen Bildungsprojekte in der Elfenbeinküste, in Gambia und im Senegal sowie die integrierten ländlichen Projekte in Burkina Faso, Cap Verde und in Guinea Bissau.

Peter Sohr wirkte wesentlich mit an der Profilierung des Weltfriedensdienstes als fachkompetente NGO für Gemeinwesenarbeit in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit einheimischen Strukturen und prägte die entwicklungspolitische Diskussion in der BRD wegweisend mit in Richtung der Unterstützung unterdrückter Gruppen und Völker, insbesondere beim Aufbau nach ihrer Befreiung von kolonialer Fremdherrschaft.

Mit dieser Leistung und seiner umsichtigen, menschenrechts- und friedenspolitisch entschiedenen und von hintergründigem Humor geprägten Art bewahren wir ihn in dankbarer Erinnerung.

 

Ulrich Luig, Ursula Reich

Monika Augustin, Hermann Bach, Aldo Benini, Susanne Biberbach, Fred Blaul, Karl Hermann Blickle, Klaus Ebeling, Eckehard Fricke, Herta Friede, Ulrich Frey, Gisela Führing, Dorsi Germann, Gisela Gutmann, Walter Hättig, Joseph Hartmann, Monika Hornig, Uta Gerweck, Karin und Meinolf Hammerschmidt, Rudolf und Monika Heinrichs-Drinhaus, Gerd Hönscheid-Gross, Hilde Keilinghaus, Sophie Kotanyi, Renate Kuchenreuther, Bernd Leber, Helge Löw, Helmut Lübbeke, Hans Peter Mevissen, Theo Mutter, Peter Meyns, Helmut Orbon, Antonio Rodrigues Pires, Monika Pottgiesser, Luiz Ramalho, Traude Reck, Günter und Helga Reichow, Marlene Richter, Mario Rivas, Georg Rohde, Herbert Sahlmann, Reinhild Schepers, Peter Schrage-Aden, Torsten Schramm, Hans-Martin-Schwarz, Thomas Schwedersky, Johannes Spatz, Katrin Steinitz, Folker Thamm, Brigitte Walitzek

sowie das gesamte Team des Weltfriedensdienst e.V.

 

 

27.08.2021

Gepostet in: Aktuelles

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Frieden fördern vor Ort und weltweit: Das ist das Ziel der Bonner Friedenstage, die Ende August starten.
Wir beteiligen uns an der Veranstaltungsreihe mit einem Input zum Thema Klimawandel und Friedensarbeit aus Kenia.

 

Podiumsdiskussion „Klima. Gerecht. Gestalten! Antworten auf die Klimakrise“, 31. August 2021

Trockene, heiße Sommer, Ernteverluste, absterbende Wälder, Starkregen und Waldbrände – die Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels sind auch in Deutschland zu spüren.
Die Menschen im globalen Süden trifft die Erderwärmung noch härter. Dürren, Hungersnöte und der Verlust von Lebensraum sind dort bedrohliche Realität.

Wie kann konsequenter Klimaschutz aussehen, der die ganze Gesellschaft im Blick hat? Wie kann der Umbau zu einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft gestaltet werden?
Um diese Fragen geht es im Gespräch mit Christoph Bals (Germanwatch) und Sophia Morad (Fridays for Future).
Mali Ole Kaunga, Direktor unserer Partnerorganisation IMPACT in Kenia, wird per Zoom zugeschaltet und bringt eine Perspektive aus Kenia ein.

 

Persönlich oder online teilnehmen

Wer sich zur Präsenzveranstaltung „Klima. Gerecht. Gestalten! Antworten auf die Klimakrise“ anmelden möchte, kann eine E-Mail schicken an info@evforum-bonn.de.
Anmeldungen für die digitale Teilnahme sind auf der Website des Evangelischen Forums Bonn möglich.

 

Nutzung und das Management natürlicher Ressourcen

Der Klimawandel hat schon heute Auswirkungen auf die Arbeit unserer Partnerorganisation IMPACT. Dabei geht es vor allem um die Nutzung und das Management natürlicher Ressourcen, wie Wasser und Land. Der Fluss Ewaso Ng’iro in Kenia ist die Lebensader von etwa 3,6 Millionen Menschen. Immer häufiger entzünden sich Konflikte um die Nutzung des knapper werdenden Wassers. IMPACT setzt sich gemeinsam mit Isiolo Peace Link (IPL) für eine nachhaltige Nutzung des Ewaso Ng’iro und die friedliche Koexistenz seiner Anrainerinnen und Anrainer ein.

Regelmäßig findet dazu die „Camel Caravan Campaign“ statt: Bei einer der Aktionen machten sich beispielsweise zwei Karawanen zu einem sechstägigen Marsch nach Archers Post auf, einer kleinen Gemeinde in Zentralkenia, ebenfalls am Fluss Ewaso Ng’iro gelegen. Dort veranstalteten die Teilnehmenden aus sechs Gemeinden ein gemeinsames Kulturfestival und warben für ein nachhaltiges Miteinander. Die diesjährige Camel Caravan Campaign findet vom 16. bis 21. September statt.

Während der Bonner Friedenstage wird Mali Ole Kaunga das Projekt vorstellen und mit den Teilnehmenden diskutieren.

 

Weitere Infos

Für 24 Stunden sollen die Waffen bedingungslos ruhen! Das forderte die Generalversammlung der Vereinten Nationen und erklärte den 21. September zum Internationalen Friedenstag. Seitdem rufen Initiativen und Organisationen am UN Peace Day dazu auf, sich für ein friedliches Miteinander zu engagieren.
Ein ausführliches Programm der Bonner Friedenstage finden Sie unter bonner-friedenstage.de und auf dem Flyer der Veranstaltung.
Veranstaltet wird die Podiumsdiskussion vom Evangelischen Forum, vom Katholischen Bildungswerk, vom Netzwerk Friedenskooperative und vom Konsortium Ziviler Friedensdienst.

Infos zu unserem ZFD-Projekt zur friedlichen und nachhaltigen Ressourcennutzung in Kenia unserer Partnerorganisationen IPL und IMPACT finden Sie hier.
Über die Camel Caravan Campaign können Sie sich außerdem einen Dokumentarfilm auf YouTube ansehen.

 

Unser Tipp

Gut aufbereitete, detaillierte Informationen rund um das Thema „Frieden verbessert das Klima“ finden Sie auf der Website des Konsortiums Ziviler Friedensdienst.

 

 

 

 

 

19.08.2021

Gepostet in: Aktuelles, Kenia: Gemeinsam für eine gerechte Landverteilung

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Myanmars gewaltfreier Widerstand

Unsere Kollegin vor Ort berichtet Ihnen in dieser Ausgabe, wie die Menschen in Myanmar für einen demokratischen, föderalen Staat kämpfen, der die ethnischen Minderheiten einbezieht. Landesweit wehrt sich das Volk mit Massendemonstrationen, Streiks und zivilem Ungehorsam. Ihr Fazit: Der Versuch der schnellen Machtübernahme des Militärs durch einen Staatsstreich ist gescheitert. Lesen Sie den Bericht einer Augenzeugin.

Ökolandbau mildert Folgen des Klimawandels

Ökologische Anbaumethoden sind der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft in der Trockensavanne in Simbabwe. Mit einer cleveren Idee erreicht PORET dafür auch Jugendliche.

Wasser-Workshops für Schüler*innen

In Ihrer Familie gibt es Schulkinder? Lesen Sie in dieser Ausgabe, wie unser Bildungsteam mit Workshop und Aktionstag frischen Wind in das Klassenzimmer Ihrer Kinder bringt.

Wir stehen für eine gerechtere und friedlichere Welt. Wie Sie uns dabei unterstützen können? Informieren Sie sich im neuen Querbrief: Download hier (PDF, 6 MB)

 

 

 

 

 

18.06.2021

Gepostet in: Aktuelles, Das Mitgliedermagazin Querbrief

Aktuelles

 

Die Corona-Pandemie hat weltweit zu mehr Gewalt gegen Frauen und Kinder geführt. In Bolivien wurde 2020 offiziell an jedem dritten Tag eine Frau und an jedem siebten Tag ein Kind ermordet, meist durch den Partner oder Ex-Partner. Mit einer groß angelegten Medienkampagne tragen unsere Partnerorganisationen zum Ende der Alltagsgewalt gegenüber Frauen und Kindern bei. Dabei klären sie auch über Präventionsmaßnahmen in der Covid-19 Pandemie auf.

 

„Du kannst das besser! Mit Dialog überwinden wir die Pandemie“

Im Lockdown bündelten unsere drei Partnerorganisationen in Bolivien ihre Kräfte in der Medienkampagne „Eres mejor que eso! Con diálogo saldremos de la pandemia”. Diese schärft seit März 2021 den Blick der Öffentlichkeit auf häusliche Gewalt und fördert Inklusion und Dialog mit Frauen, Kindern und indigenen Gemeinschaften.

Die Alltagsgewalt bleibt der öffentlichen Wahrnehmung weitestgehend verborgen. Darum schafft die Medienkampagne dafür ein Bewusstsein mit offiziellen Zahlen zur Gewalt gegen Frauen und Kinder. Demnach wurden im Jahr 2020 in Bolivien 30.824 Fälle häuslicher Gewalt registriert, wobei in 4.998 Fällen sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder ausgeübt wurde. Der animierte Kurzfilm zu häuslicher Gewalt ist einer von vielen Kurzfilmen, mit denen außerordentlich viel Aufmerksamkeit geschaffen werden konnte. Sie helfen, die Problemlage aus der Perspektive der Betroffenen zu verstehen.

 

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In einem digitalen Seminar zu Gewalt und Friedenskultur konnte die Auseinandersetzung mit dem Thema vertieft werden. Auch mit diesem Angebot trafen unsere Partnerorganisationen einen Nerv. So wurde die Videoaufnahme des Seminars allein in Facebook über 300 Mal kommentiert. Für den direkteren und persönlicheren Austausch stehen darüber hinaus eigene WhatsApp-Gruppen zur Verfügung. Ein landesweiter Wettbewerb ruft die bolivianische Bevölkerung dazu auf, eigene Gewalterfahrungen in Geschichten, Gedichten oder Videos zu verarbeiten.

 

Radiobeiträge für die ländliche Bevölkerung im Süden

Nach wie vor ist die Übertragung via Radio die beste Möglichkeit, die ländliche Bevölkerung im Süden Boliviens zu erreichen. Die Wirkung der Kampagne wurde deshalb auch damit sichergestellt, dass Radio- und Fernsehbeiträge, wie etwa die Radionovelle „Maestra Pacífica“, Poster und Flyer in Spanisch, Quechua und Guaraní produziert wurden.

Auf reconciliemosbolivia.org und facebook.com/reconciliemosbolivia finden Sie weitere Informationen.

 

 

18.06.2021

Gepostet in: Aktuelles, Bolivien: Prävention und Konflikttransformation

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Die Angst vor einem Rückfall in die Zeit der Militärdiktatur ist in Myanmar größer als die Angst vor dem Militär © Jella Fink

 

Unsere Landeskoordinatorin Dr. Jella Fink war vor Ort, als das Militär die gewählten Abgeordneten festnahm, den Ausnahmezustand ausrief und zum Teil das Kriegsrecht verhängte. Der 1. Februar 2021 hat das Leben der Menschen in Myanmar schlagartig verändert. Landesweit wehrt sich das Volk mit Massendemonstrationen, Streiks und zivilem Ungehorsam.

Bericht von Dr. Jella Fink

Ich bin überwältigt: Das gesamte Land befindet sich im Widerstand.” Er formiert sich generationenübergreifend in losen Netzwerken. Es gibt keine übergeordneten Leitungsstrukturen in der Widerstandsbewegung. Die Organisationen ethnischer Minderheiten und ihre Sicherheitskräfte haben der Protestbewegung ihre Unterstützung erklärt.

 

Ziviler Ungehorsam

Klar ist: Der Versuch der schnellen Machtübernahme des Militärs durch einen Staatsstreich ist gescheitert. Die Menschen wehren sich und viele riskieren Gefängnis, Folter, Jobverlust und das Überleben ihrer Familien. Die Bevölkerung entzieht sich der brutalen Gewalt des Militärs durch friedliche Mittel:

 

Streiks – Beschäftigte in Krankenhäusern, Schulen und Universitäten, Angestellte des öffentlichen Dienstes, des Banken- und Transportsektors, und Fabrikarbeiter*innen haben das Land komplett lahm gelegt.

Proteste – Obwohl sie ihr Leben gefährden, demonstrieren die Menschen mit Spontan-Protesten wie Flashmobs und anderen Aktionen, z.B. zu langsames Fahren, um den Verkehr stillzulegen.

Boykotte – Firmen der Streitkräfte werden boykottiert. In kürzester Zeit erfolgreich war der Boykott der populären Marke „Myanmar Beer“, einem Joint Venture mit einem japanischen Bierbrauer.

 

Diese Bewegung zivilen Ungehorsams (Civil Disobedience Movement) will das gesamte Land mit der Absicht stilllegen, es unregierbar zu machen. Und um den Streitkräften ihre finanzielle Grundlage zu entziehen.

Die Menschen in Myanmar bringen ihren politischen Willen für Wandel weiterhin sehr klar zum Ausdruck. Die Bürgerinnen und Bürger kämpfen für einen demokratischen, föderalen Staat, der die ethnischen Minderheiten einbezieht.

 

Brutale Gewalt gegen Zivilist*innen

Seit dem 1. Februar herrscht inmitten der Pandemie ein flächendeckender Ausnahmezustand. Das Militär setzt Kriegswaffen und Luftangriffe gegen Zivilist*innen ein. Mehr und mehr Menschen geraten in den Fokus des Militärs. Gegen hunderte Bürger*innen wurden Haftbefehle erlassen, darunter Parlamentarier*innen, Prominente, Influencer*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen. Tausende sind im Gefängnis, weil sie sich den Streitkräften widersetzt haben.

Das Militär foltert Zivilist*innen. Es richtet Protestierende mit gezielten Kopfschüssen hin und verschleppt die Leichname. Mehr als 800 Frauen, Männer und Kinder hat die Junta seit dem 1. Februar getötet, berichtet die örtliche Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP). Menschrechtsaktivist*innen, Journalist*innen und Prominente müssen sich verstecken oder ausreisen. Trotzdem posten die Protestierenden Videos in den sozialen Medien, in denen sie die Gewalteskalation der Streitkräfte dokumentieren.

Wir beobachten weiterhin gezielte Attacken gegen medizinisches Personal und Krankenhäuser. Das sind klare Verstöße gegen internationales Völkerrecht.

Jede und jeder lebt in einem ständigen mentalen Belastungszustand. Nachts terrorisieren Festnahmen und Schusswechsel die Nachbarschaften. Niemand schläft mehr gut. Auch mir ging es so, und das, obwohl ich selbst glücklicherweise recht sicher untergebracht war. Die meisten hingegen sind den unberechenbaren nächtlichen Attacken des Militärs schutzlos ausgeliefert. Und es gibt niemanden, den sie zu Hilfe rufen könnten. Niemand ist mehr sicher, nicht einmal Kinder im eigenen Heim.

Durch den Genozid an den Rohingya ist uns bereits illustriert worden, wozu das Militär fähig ist. Dass Ähnliches nun landesweit geschieht, bedeutet für viele ein schmerzhaftes Erwachen. Die ruhig abgelaufenen Wahlen im November 2020 und das erfolgreiche Pandemiemanagement der zivilen Regierung im letzten Jahr hatten ja für eine Rückkehr zur Normalität gesorgt. Nicht im Ansatz haben wir diese Gewalteskalation vorhergesehen.

Trotz dieser Formen physischer und psychologischer Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung ist der Wille der Menschen ungebrochen. Im Gegensatz zum Militär hat die Mitte April gegründete Nationale Einheitsregierung das volle Vertrauen der Bürger*innen.

Die Menschen protestieren weiter, in vielen Fällen unter Einsatz ihres Lebens. Ihre Solidarität untereinander und das, was sie selbst opfern, um das Land endgültig dem Militär zu entreißen, sollte uns Ansporn sein, sie darin zu unterstützen.

 

Die Zukunft ist ungewiss

Im Überblick zeigt sich somit das Bild einer starken, im Kampf vereinten, im Ziel jedoch uneinigen Widerstandsbewegung. Diese steht einem mächtigen, noch im Aufbau befindlichen Militärstaat gegenüber. Dieser hat seinen Willen zur Machterhaltung bereits mehrfach bewiesen. Demgegenüber gibt es kaum Gründe, auf eine internationale Lösung zu hoffen. So zeichnet sich ein Belagerungszustand ab: Ohne das Volk wird das Militärregime kaum regieren können. Gleichzeitig ist kaum zu erwarten, dass das Militär in absehbarer Zeit Zugeständnisse machen wird.

Wenn es der Widerstandsbewegung gelingt, die Junta über längere Zeit in ihrer Regierungsfähigkeit einzuschränken, werden wahrscheinlich andere Probleme in den Vordergrund rücken: da ist vor allem die COVID-19-Pandemie und die daraus entstehende Wirtschaftskrise, aber auch der ungebrochene Konflikt der Ethnien und Religionen. Letzteren versucht das Militär bereits durch eine Strategie des Teile-Und-Herrsche zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Es bemüht sich, ethnische bewaffnete Gruppen auf seine Seite zu ziehen – bislang mit begrenztem Erfolg.

Welche Folgen wird es haben, wenn ein kaum regierungsfähiges Regime ohne Rückhalt in der Bevölkerung über längere Zeit an diesen Problemen scheitert? Das kann nur die Zukunft zeigen. Die Energie der aktuellen Widerstandsbewegung lässt hoffen, dass es neue progressive Kräfte sind, die gerade frei werden. Myanmar wird sie brauchen.

Dr. Jella Fink, Mai 2021

 

Ihre Spende macht einen Unterschied

Beteiligen Sie sich mit einer Spende an der Finanzierung von zwei anonym angemieteten, sicheren Häusern für Menschen, die von Haft bedroht sind. Die Kosten belaufen sich monatlich pro Haus auf 280 Euro, eine Laufzeit von 6 Monaten ist angedacht.


P.S.: Wie unsere Kolleg*innen aus den Partnerorganisationen in Myanmar auf diese Krise reagieren, berichten wir Ihnen nicht. Zu groß ist die Angst um ihre Sicherheit und die ihrer Familien.

 

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27.05.2021

Gepostet in: Aktuelles, Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern