Aktuelles

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Der Zivile Friedensdienst (ZFD) sucht zur Umsetzung im 1. Quartal 2021 eine*n Gutachter*in für die Workshopdokumentation und Redaktion des trägerübergreifenden Länder-strategiepapiers (TLS) im Zivilen Friedensdienst in der Region der Großen Seen, Afrika

Hintergrund und Anlass

Für die Region der Großen Seen in Afrika liegen länderspezifische TLS für Burundi, Ruanda und DR Kongo vor. Aufgrund der engen Verflechtung des Konflikts in der Region und der teilweise regionalen Ansätze der 5 in der Region tätigen ZFD-Träger soll nun eine Regionalstrategie entwickelt werden, für das geographische Gebiet Burundi, Ruanda und Ost-Kongo und den Zeitraum 2021-2026.

Zweck, Ziele und Nutzung

Durch die Erstellung von trägerübergreifenden Länderstrategiepapieren (TLS) soll die Relevanz und Wirksamkeit des ZFD erhöht und sein Profil in jedem beteiligten Partnerland geschärft werden. In den TLS verständigen sich die beteiligten Träger auf die wesentlichen Aspekte der Analyse von Konflikt-szenarien und deren Relevanz, auf die daraus resultierenden Friedensbedarfe ebenso wie auf übergreifende, gemeinsam angestrebte Wirkungen und strategische Arbeitsansätze. Im Ergebnis bilden die TLS ein strategisches Dach, unter dem die beteiligten Träger weiterhin eigenständig ihre jeweiligen ZFD-Projekte planen und durchführen.

Ziel der Workshops ist es, eine Vergemeinschaftung des Verständnisses der vorab erstellten Konfliktanalyse und (darauf basierend) eine Ableitung der Konfliktfaktoren, Friedensbedarfe und -potenziale der Vertreter der ZFD-Trägerorganisationen für die drei Länder zu überprüfen, zu validieren und gemeinsam darüber entscheiden, wie der ZFD lokale Akteure unterstützen kann, um zur Verwirklichung der gemeinsamen Vision beizutragen. Zwischen Mitte Januar und Ende Februar 2021 sollen insgesamt 4 Online-Workshops durchgeführt werden, bestehend aus drei aufeinanderfolgenden länderspezifischen Workshops sowie einem abschließenden regionalen Workshop Die Ergebnisse der Workshops bilden die Grundlage für die Redaktion des finalen Strategiepapiers.

Für die Durchführung des TLS-Prozesses werden zwei Aufträge für Gutachter*innen ausgeschrieben:

  1. Ein Auftrag für die Konzeption und Moderation der Workshops (hier können sich einzelne Personen oder auch Zweierteams bewerben)
  2. Ein Auftrag für die Redaktion der TLS (einschließlich Dokumentation der Workshops).

Die folgenden Abschnitte beziehen sich auf den Redaktionsauftrag.

Aufgaben

Der/die Auftragnehmer*in ist verantwortlich für die Dokumentation der Strategieentwicklungsworkshops und die Redaktion des trägerübergreifenden Länderstrategiepapiers und übernimmt hierbei die folgenden Aufgaben:

  1. Teilnahme an den Vorbereitungssitzungen mit dem ZFD-Koordinationsteam (online)
  2. Teilnahme an den vier Online-Workshops und Dokumentation
  3. Entwurf und Fertigstellung des Strategiepapiers in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Koordinationsteam und den beteiligten Trägerorganisationen

Vorgehen

  • Bestandsaufnahme des aktuellen Portfolios des Zivilen Friedensdienst in der Region Große Seen und Studium der Konfliktanalyse
  • Teilnahme an allen vier Workshops und Workshopdokumentation
  • Erstellung des Strategiepapiers

Die Erkenntnisse aus einer 2019 bereits auf Trägerebene erarbeiteten Kontext- und Konfliktanalyse in französischer Sprache sollen im Rahmen der TLS Entwicklung mitgedacht werden und als Hilfestellung für Analyse und Zielformulierungen dienen. Eine zweiseitige Zusammenfassung der Konfliktanalyse wird in das Strategiepapier integriert.

Produkte und Leistungen

Der Vertrag umfasst die Ausarbeitung der folgenden Produkte:

  • Bestandsaufnahme des aktuellen Portfolios des Zivilen Friedensdienst in der Region Große Seen
  • Studium der Konfliktanalyse
  • Teilnahme an allen vier Online-Workshops
  • Workshopdokumentation: Ergebnisberichterstattung zu den drei Länderworkshops und Ergebnissicherung des Regionalworkshops auf Französisch
  • Debriefing mit dem Koordinationsteam und Workshopmoderationsteam
  • Erstellung des ersten Entwurfs des Strategiepapiers in deutscher Sprache, inklusive einer zweiseitigen Zusammenfassung der Konfliktanalyse
  • Abstimmung mit dem Koordinationsteam und Einarbeitung der Kommentare der ZFD-Trägerorganisationen
  • Fertigstellung des final abgestimmten Strategiepapiers in deutscher Sprache

Der Umfang des Strategiepapiers sollte 12 Seiten möglichst nicht überschreiten. Das Länderstrategiepapier ist in deutscher Sprache vorzulegen und wird anschließend ins Englische und Französische übersetzt (nicht Teil des Auftrags). Die Arbeitssprache des Auftrags ist Deutsch. Sehr gute Französischkenntnisse sind Voraussetzung zur Teilnahme an den Strategieworkshops.

Anforderungsprofil

  • Ausbildung: Hochschulabschluss (Diplom/Master) in Regional-, Sozial- oder Politikwissenschaften, Psychologie, Journalismus, Organisationsentwicklung oder anderen relevanten Studien
  • Berufliche Erfahrung: +5 Jahre Berufserfahrung in Organisationsentwicklung, Friedensarbeit/Konflikttransformation, Projektmanagement und/oder Entwicklungszusammenarbeit
  • Nachgewiesene Erfahrung im Schreiben von Strategiepapieren
  • Arbeitserfahrung oder sehr gute Regionalkenntnis in der Region der Großen Seen (DR Kongo, Ruanda, Burundi)
  • Kenntnisse des Zivilen Friedensdienstes und der Standards zivilgesellschaftlicher Friedensförderungsprozesse (Konfliktanalyse, RPP, Dialog, DNH etc.) wünschenswert
  • Erfahrung mit früheren TLS-Prozessen wünschenswert
  • Deutsche Sprachkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau, sehr gute Französischkenntnisse, gute Englischkenntnisse
  • Toleranz, Geduld, interkulturelle Kompetenz, Neutralität

Vorläufiger Zeitplan

Zeitraum des Auftrags: 01.01. 2021 – 30.04.2021 , insgesamt ca. 31 Gutachtertage

  • Auswahl und Vertragsabschluss sowie gemeinsames Auftrags- und Rollenklärungsgespräch im Dezember 2020
  • Studium vorhandener Dokumente und Unterlagen (Konfliktanalyse, bestehende Strategiepapiere, weitere relevante Informationen zu den Trägern und/oder zur Region)
  • Teilnahme am Regionalworkshop Mitte/Ende Februar 2021 und, nach Möglichkeit den 3 Länderworkshops Mitte Januar bis Mitte Februar 2021
  • Debriefing mit Moderationsteam Ende Februar/Anfang März 2021
  • Erstellung des ersten Entwurfs des Strategiepapiers bis Mitte März 2021
  • Rückkopplung mit Redaktionsteam, sowie Abstimmung und Einarbeitung der Änderungen im April 2021
  • Abgabe des final abgestimmten Strategiepapiers bis Ende April 2021

Einladung zur Einreichung einer Bewerbung

Wir bitten um die Übersendung einer Bewerbung mit Honorarvorstellung, Lebenslauf und zeitlicher Verfügbarkeit bis zum 11.12.2020 mit dem Kennwort „Redaktion TLS Große Seen“ an:

Mona Ahmed, ahmed@ziviler-friedensdienst.org

Der Vertragsschluss erfolgt im Auftrag der beteiligten ZFD-Trägerorganisationen durch den Weltfriedensdienst e.V.

01.12.2020

Gepostet in: Aktuelles, Stellenangebote

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Der Zivile Friedensdienst (ZFD) sucht zur Umsetzung im 1. Quartal 2021 eine*n Gutachter*in oder ein Gutachter*innen-Team zur Konzeption und Moderation von vier virtuellen trägerübergreifenden Strategieworkshops in der Region der Großen Seen, Afrika (Burundi, Ruanda und Ost-Kongo).

Hintergrund und Anlass

Für die Region der Großen Seen in Afrika liegen länderspezifische TLS für Burundi, Ruanda und DR Kongo vor. Aufgrund der engen Verflechtung des Konflikts in der Region und der teilweise regionalen Ansätze der 5 in der Region tätigen ZFD-Träger soll nun eine Regionalstrategie entwickelt werden, für das geographische Gebiet Burundi, Ruanda und Ost-Kongo und den Zeitraum 2021-2026.

Zweck, Ziele und Nutzung

Durch die Erstellung von trägerübergreifenden Länderstrategiepapieren (TLS) soll die Relevanz und Wirksamkeit des ZFD erhöht und sein Profil in jedem beteiligten Partnerland geschärft werden. In den TLS verständigen sich die beteiligten Träger auf die wesentlichen Aspekte der Analyse von Konflikt-szenarien und deren Relevanz, auf die daraus resultierenden Friedensbedarfe ebenso wie auf übergreifende, gemeinsam angestrebte Wirkungen und strategische Arbeitsansätze. Im Ergebnis bilden die TLS ein strategisches Dach, unter dem die beteiligten Träger weiterhin eigenständig ihre jeweiligen ZFD-Projekte planen und durchführen.

Ziel der Workshops ist es, eine Vergemeinschaftung des Verständnisses der vorab erstellten Konfliktanalyse und (darauf basierend) eine Ableitung der Konfliktfaktoren, Friedensbedarfe und -potenziale der Vertreter der ZFD-Trägerorganisationen für die drei Länder zu überprüfen, zu validieren und gemeinsam darüber entscheiden, wie der ZFD lokale Akteure unterstützen kann, um zur Verwirklichung der gemeinsamen Vision beizutragen. Zwischen Mitte Januar und Ende Februar 2021 sollen insgesamt 4 Online-Workshops durchgeführt werden, bestehend aus drei aufeinanderfolgenden länderspezifischen Workshops sowie einem abschließenden regionalen Workshop Die Ergebnisse der Workshops bilden die Grundlage für die Redaktion des finalen Strategiepapiers.

Für die Durchführung des TLS-Prozesses werden zwei Aufträge für Gutachter*innen ausgeschrieben:

1. Ein Auftrag für die Konzeption und Moderation der Workshops (hier können sich einzelne Personen oder auch Zweierteams bewerben)
2. Ein Auftrag für die Redaktion der TLS (einschließlich Dokumentation der Workshops).

Die folgenden Abschnitte beziehen sich auf den Moderationsauftrag.

Aufgaben

Der/die Auftragnehmer*in ist verantwortlich für die Konzeption und Moderation der Workshops im Strategieentwicklungsprozess zur TLS und übernimmt hierbei die folgenden Aufgaben:

1. Teilnahme an den Vorbereitungssitzungen mit dem ZFD-Koordinationsteam (online).
2. Methodische Konzeption und Moderation von vier vollständig virtuellen partizipativen Strategieplanungsworkshops, inklusive Visualisierung zur

Ergebnissicherung und Nachvollziehbarkeit.

Zur Durchführung von parallel in virtuellen Räumen stattfinden Gruppendiskussionen kann der/die Auftragnehmer*in auf Wunsch von Friedensfachkräften unterstützt werden.

Vorgehen

  • Vertrautmachen mit dem aktuellen Portfolio des Zivilen Friedensdienst in der Region Große Seen, der Konfliktanalyse sowie den Anforderungen an TLS-Strategiepapiere
  • Vorbereitung und methodische Konzeption des Strategie-Workshops
  • Moderation der Workshops

Produkte und Leistungen

Der Vertrag umfasst die Ausarbeitung der folgenden Produkte:

Konzeption und Durchführung von vier Online Strategie-Workshops nach den ToR für die Entwicklung der Länderstrategie des ZFD:

  • Konzeption der Online-Workshops
  • Erarbeitung der Agenda in Abstimmung mit dem Koordinationsteam
  • Erarbeitung von Präsentationen, der Methodik für Gruppenarbeiten in virtuellen Räumen und anderen notwendigen Produkten für die
  • Workshops unter Berücksichtigung verschiedener leicht zugänglicher und verständlicher Online-Tools
  • Leitung und Moderation von vier 5-tägigen Online-Workshops (halbtags/vormittags)
  • Debriefing mit dem Koordinationsteam und dem/der für die Redaktion zuständigen Gutachter*in

Anforderungsprofil

  • Ausbildung: Hochschulabschluss (Diplom/Master) in Regional-, Sozial- oder Politik-wissenschaften, Psychologie, Organisationsentwicklung oder anderen relevanten Studien
  • Berufliche Erfahrung: +5 Jahre Berufserfahrung in Organisationsentwicklung, Friedensarbeit/Konflikttransformation, Projektmanagement und/oder Entwicklungszusammenarbeit
  • Expertise in der Moderation komplexer transnationaler Strategieentwicklungsprozesse und Beratungskompetenz
  • Nachgewiesene Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung von partizipativen Online-Workshops und Trainings in einem interkulturellen Kontext
  • Sehr gute Kenntnisse von Online-Schulungstools wie MS Teams, Zoom, Mural etc.
  • Arbeitserfahrung oder sehr gute Regionalkenntnis in der Region der Großen Seen (DR Kongo, Ruanda, Burundi)
  • Kenntnisse des Zivilen Friedensdienstes und der Standards zivilgesellschaftlicher Friedensförderungsprozesse (Konfliktanalyse, RPP, Dialog, DNH etc.) wünschenswert
  • Erfahrung mit früheren TLS-Prozessen wünschenswert
  • Französisch verhandlungssicher, sehr gute Englischkenntnisse, gute bis sehr gute deutsche Sprachkenntnisse
  • Toleranz, Geduld, interkulturelle Kompetenz, Neutralität

Vorläufiger Zeitplan

Zeitraum des Auftrags: 01.01.2021 – 15.03.2021, insgesamt ca. 26 Gutachtertage

  • Auswahl und Vertragsabschluss sowie gemeinsames Auftrags- und Rollenklärungsgespräch im Dezember 2020
  • Studium vorhandener Dokumente und Unterlagen (Konfliktanalyse, bestehende Strategiepapiere, weitere relevante Informationen zu den Trägern und/oder zur Region)
  • Durchführung der drei Länderworkshops und des Regionalworkshops: Mitte Januar bis Ende Februar 2021 (inkl. einer zweiwöchigen Pause zur
  • Konsolidierung der Ergebnisse der Länderworkshops und Vorbereitung des Regionalworkshops)
  • Debriefing und Abschluss des Auftrags Ende Februar/Anfang März

Einladung zur Einreichung einer Bewerbung

Wir bitten um die Übersendung einer Bewerbung mit Honorarvorstellung, Lebenslauf und zeitlicher Verfügbarkeit bis zum 11.12.2020 mit dem Kennwort „Moderation TLS Große Seen“ an:

Mona Ahmed, ahmed@ziviler-friedensdienst.org

Der Vertragsschluss erfolgt im Auftrag der beteiligten ZFD-Trägerorganisationen durch den Weltfriedensdienst e.V.

01.12.2020

Gepostet in: Aktuelles, Stellenangebote

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Eigentlich vermittelt unsere Partnerorganisation PJDD zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften. Mit Auftreten des Corona-Virus haben die Mitarbeitenden ihr Arbeitsfeld kurzfristig erweitert: Derzeit leisten sie zusätzlich gesundheitliche Aufklärung – im persönlichen Kontakt auf der Straße, aber auch mittels Street-Art.

Darüber hinaus verteilen unsere Kolleg*innen Schutzmasken und Hygienekits. Dabei wird auch gegen Gerüchte und Fehlinformationen eingewirkt, um zu verhindern, dass die Pandemie zum Nährboden wird für weitere Konflikte und Gewalt.

Mit Street Work und Street Art Corona stoppen

Der Street-Art-Künstler Omar Chimère Diaw arbeitetet als lokale Fachkraft in der Öffentlichkeitsarbeit des ZFD-Projekts „Démocratie Sans Violence“ („Demokratie ohne Gewalt“). Gerade ist er vor allem mit der Sensibilisierungskampagne zum Schutz vor Covid-19 beschäftigt. Hier bringt der Senegalese seine Kreativität ein, um auf die Übertragungswege des Corona-Virus aufmerksam zu machen. In mehreren Städten Guineas hat Chimère mit Unterstützung befreundeter Künstler Wände mit Graffiti versehen, die die erforderlichen Schutzmaßnahmen aufzeigen.

Graffiti ist ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie“, sagt Chimère über seinen Ansporn. „Die Sensibilisierung durch Graffiti ist einfacher, da sie auf die Straße gerichtet ist. Wer Graffiti sagt, sagt Sichtbarkeit. Aus diesem Grund realisieren wir sie an Orten, die sehr frequentiert sind. Die Menschen schätzen die übermittelten Botschaften und reagieren daher sensibler darauf.“ Sein Ziel ist, mindestens zweihundert Wandbilder zu schaffen, nicht nur in den Städten, sondern auch in entlegenen Dörfer auf dem Land. Chimère kommt aus dem Senegal, wo er auf der renommierte Hochschule für digitale Kunst SUP’IMAX war und sich als Street-Art-Künstler in Dakar bereits einen Namen gemacht hat.

Mit Auftreten des Coronavirus hat unsere Partnerorganisation ihr Tätigkeitsspektrum adhoc erweitert:
Lesen Sie weiter auf dem Corona-Portal des Zivilen Friedendienstes (ZFD)

Weitere Arbeiten von Omar Chimère Diaw finden Sie in unserem Beitrag vom 28.04.2020.

 

Alle Fotos ©  Omar Chimère Diaw

 

 

24.10.2020

Gepostet in: Aktuelles, Guinea: Stärken von Demokratie und Bürgerrechten für Frieden

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Am Sonntag den 18.10.2020 finden die mehrfach verschobenen nationalen Präsidentschaftswahlen in Bolivien statt. Nach den Wahlen vom Oktober 2019 haben die politischen und gesellschaftlichen Spannungen, auch durch die Corona-bedingten Quarantänebestimmungen und des Lockdowns, in den vergangenen Monaten weiter an Brisanz zugenommen. Bei zahlreichen Wahlkundgebungen kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Attacken der unterschiedlichen Anhänger der großen Parteien, die um die politische Macht kämpfen*. Auch der Rückzug der Übergangspräsidentin Jeanine Áñez (Partei Juntos) aus dem Wahlkampf konnte die stark gespaltene und hochpolarisierte Gesellschaft nicht beruhigen. Daher ist zu befürchten, dass es während und nach den Wahlen zu weiteren Unruhen und Gewaltausbrüchen kommt.

Illustration zur Kampagne „¡Eres mejor que eso! Reconciliemos Bolivia con diálogo.” (reconciliemosbolivia.org / Weltfriedensdienst e.V.)

Im Kontext dieser angespannten Situation ruft der Weltfriedensdienst e.V. mit den bolivianischen Partnerorganisationen Investigación Social y Asesoramiento Legal de Potosí (ISALP), Centro Juana Azurduy und Fundación Acción Cultural Loyola (ACLO) zur Gewaltfreiheit und Dialog auf. Die Medienkampagne „¡Eres mejor que eso! Reconciliemos Bolivia con diálogo.” („Du kannst das besser! Versöhnen wir Bolivien durch Dialog.”) möchte zur Gewaltprävention und zu einem konstruktiven friedlichen Dialog innerhalb der Bevölkerung im südlichen Bolivien beitragen. Neben verschiedenen Videos und Informationsgrafiken wird auch eine Radionovelle „La Maestra pacífica“ in unterschiedlichen Medien und sozialen Kanälen veröffentlicht. Um die Reichweite und Relevanz der Medienkampagne zu steigern, wurden die Videos und die Novelle zudem in den drei verschiedenen Sprachen, Spanisch, Quechua und Guaraní, produziert. Auf reconciliemosbolivia.org können sich interessierte Leser*innen über die Medienkampagne informieren.

*Luis Arce tritt als Kandidat für die Partei Movimiento para el Socialismo (MAS) von Ex-Präsidenten Evo Morales an; der Vorgänger von Evo Morales Carlos Mesa für die Partei Comunidad Ciudadana und Luis Camacho tritt als Kandidat für die Partei Creemos an.

15.10.2020

Gepostet in: Aktuelles

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Not macht erfinderisch

Obst und Gemüse-Lieferungen für das Immunsystem, einem Brotrezept aus Marula-Mehl und neuen Produkten im Handwerkszentrum – mit kreativen Ideen stärkt unsere Partnerorganisation alleinerziehende Mütter und ihre Familien.

Lockdown mit verheerenden Folgen

Namibias Regierung hat nach einem starken Anstieg der Covid-19-FälIe für Hotspots wie Windhoek und Swakopmund wieder weitreichende Beschränkungen verhängt. Besonders betroffen sind die Bewohner*innen der Townships. Schon während des ersten Lockdowns verloren Tausende von ihnen ihre Arbeit und damit die einzige Einkommensquelle. Zusätzlich sind sie aufgrund von Vorerkrankungen wie TBC und HIV/Aids besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Und an die Einhaltung der Hygiene-und Abstandsregeln ist hier aufgrund der beengten Wohn- und Lebensverhältnisse nicht zu denken. Der Verein Katutura-Projekte unterstützt seit vielen Jahren arme Gemeinden von Windhoek und Swakopmund. Er hat Wege gefunden, der Krise zu begegnen.

Abwehrkräfte stärken

Gesunde Ernährung, so analysierten die Mitarbeiter*innen, kann das Risiko einer Infektion mit Covid-19 zumindest verringern. Seit März versorgen sie die bedürftigsten 260 Familien zweier Townships wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse. Jeden Dienstag packen sie Lebensmittelpakete mit Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfeln, Orangen, Kürbissen, Karotten und Kohl sowie Maismehl, Reis und Nudeln und verteilen sie an die Familien. Monatlich sind das 5,6 Tonnen Gemüse und 2,6 Tonnen Trockennahrung.

Mitarbeiter*innen versorgen 260 Familien zweier Townships wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse. (Quelle: Katatura Projekte/facebook.com)

Die Jüngsten im Fokus

Corona-bedingte Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten führten zum Wegfall der kostenlosen Mahlzeiten, zu Drogenmissbrauch, Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeit, häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch. Viele Eltern leiden unter emotionaler Erschöpfung, Depressionen und Angst.

Obwohl die meisten Wirtschaftszweige und auch Schulen wieder in den Normalbetrieb zurückgekehrt sind, bleiben Kinderkrippen und Kindertagesstätten geschlossen. Damit Eltern ihre Kleinkinder nicht allein zuhause lassen müssen, um die Familie zu ernähren, bekommen sie vom Verein „Katutura-Projekte“ wöchentlich ein Lebensmittelpaket und Hausaufgaben für die Jüngsten.

Mit neuen Produkten Einkommen schaffen

Marula ist ein einheimischer Baum, dessen Frucht nicht nur bei Elefanten, sondern auch bei Menschen beliebt und zudem sehr nahrhaft ist. Die Frauen einer vom Verein unterstützen Handwerkerstätte haben eine Technik entwickelt, um Brot aus Marula-MehI in geschlossenen Feuerfässern zu backen. Anschließend werden die Brote zusammen mit den Lebensmittelpaketen an die bedürftigsten Familien der Gemeinde verteilt – sehr zur Begeisterung von Groß und Klein.

Seit Neuestem recyceln andere Frauen die Beutel, in denen die wöchentlich ausgelieferten Lebensmittel transportiert werden und weben aus den Fasern Körbe. Deren Verkauf ist eine zusätzliche Einnahmequelle – in Corona-Zeiten von besonderem Wert.

 

Die Einnahmen durch den Verkauf von Körben aus Recycling-Material bilden eine wichtige Einkommensquelle in Corona-Zeiten. (Quelle: Katatura Projekte/facebook.com)

 

 

08.09.2020

Gepostet in: Aktuelles, Namibia: Katutura-Kinderprojekte