Aktuelles

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Not macht erfinderisch

Obst und Gemüse-Lieferungen für das Immunsystem, einem Brotrezept aus Marula-Mehl und neuen Produkten im Handwerkszentrum – mit kreativen Ideen stärkt unsere Partnerorganisation alleinerziehende Mütter und ihre Familien.

Lockdown mit verheerenden Folgen

Namibias Regierung hat nach einem starken Anstieg der Covid-19-FälIe für Hotspots wie Windhoek und Swakopmund wieder weitreichende Beschränkungen verhängt. Besonders betroffen sind die Bewohner*innen der Townships. Schon während des ersten Lockdowns verloren Tausende von ihnen ihre Arbeit und damit die einzige Einkommensquelle. Zusätzlich sind sie aufgrund von Vorerkrankungen wie TBC und HIV/Aids besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Und an die Einhaltung der Hygiene-und Abstandsregeln ist hier aufgrund der beengten Wohn- und Lebensverhältnisse nicht zu denken. Der Verein Katutura-Projekte unterstützt seit vielen Jahren arme Gemeinden von Windhoek und Swakopmund. Er hat Wege gefunden, der Krise zu begegnen.

Abwehrkräfte stärken

Gesunde Ernährung, so analysierten die Mitarbeiter*innen, kann das Risiko einer Infektion mit Covid-19 zumindest verringern. Seit März versorgen sie die bedürftigsten 260 Familien zweier Townships wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse. Jeden Dienstag packen sie Lebensmittelpakete mit Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfeln, Orangen, Kürbissen, Karotten und Kohl sowie Maismehl, Reis und Nudeln und verteilen sie an die Familien. Monatlich sind das 5,6 Tonnen Gemüse und 2,6 Tonnen Trockennahrung.

Mitarbeiter*innen versorgen 260 Familien zweier Townships wöchentlich mit frischem Obst und Gemüse. (Quelle: Katatura Projekte/facebook.com)

Die Jüngsten im Fokus

Corona-bedingte Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten führten zum Wegfall der kostenlosen Mahlzeiten, zu Drogenmissbrauch, Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeit, häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch. Viele Eltern leiden unter emotionaler Erschöpfung, Depressionen und Angst.

Obwohl die meisten Wirtschaftszweige und auch Schulen wieder in den Normalbetrieb zurückgekehrt sind, bleiben Kinderkrippen und Kindertagesstätten geschlossen. Damit Eltern ihre Kleinkinder nicht allein zuhause lassen müssen, um die Familie zu ernähren, bekommen sie vom Verein „Katutura-Projekte“ wöchentlich ein Lebensmittelpaket und Hausaufgaben für die Jüngsten.

Mit neuen Produkten Einkommen schaffen

Marula ist ein einheimischer Baum, dessen Frucht nicht nur bei Elefanten, sondern auch bei Menschen beliebt und zudem sehr nahrhaft ist. Die Frauen einer vom Verein unterstützen Handwerkerstätte haben eine Technik entwickelt, um Brot aus Marula-MehI in geschlossenen Feuerfässern zu backen. Anschließend werden die Brote zusammen mit den Lebensmittelpaketen an die bedürftigsten Familien der Gemeinde verteilt – sehr zur Begeisterung von Groß und Klein.

Seit Neuestem recyceln andere Frauen die Beutel, in denen die wöchentlich ausgelieferten Lebensmittel transportiert werden und weben aus den Fasern Körbe. Deren Verkauf ist eine zusätzliche Einnahmequelle – in Corona-Zeiten von besonderem Wert.

 

Die Einnahmen durch den Verkauf von Körben aus Recycling-Material bilden eine wichtige Einkommensquelle in Corona-Zeiten. (Quelle: Katatura Projekte/facebook.com)

 

 

08.09.2020

Gepostet in: Aktuelles, Namibia: Katutura-Kinderprojekte

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Für unsere Geschäftsstelle in Berlin suchen wir zum 01. Januar 2021 eine*n engagierte*n
Referent*in Fundraising (35 Std./Woche)

 

Als Referent*in für Fundraising beraten Sie das Kommunikationsteam in Abstimmung mit der Bereichsleitung. In enger Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen von Online-Marketing, Spenderbetreuung, Information sowie Kampagnen- und Bildungsarbeit sorgen Sie für die Profilierung des Vereins und die Steigerung der Spendeneinnahmen. Sie verantworten die Erreichung dieser Ziele, indem Sie das bestehende Donor-Relationship-Konzept optimieren und steuern, die Neuakquise erfolgreich ausbauen sowie Großspender*innen und Unternehmen zur Unterstützung unserer Arbeit gewinnen. Den Erfolg der Maßnahmen sichern Sie durch Ihre effiziente Arbeitsweise.

 

Ihre Aufgaben

  • Weiterentwicklung, Steuerung und Qualitätssicherung aller Kommunikationsmaßnahmen mit dem Fokus Fundraising
  • Konzeption und Umsetzung von Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von privaten Neu- und Großspender*innen
  • Koordination und Optimierung der Spendenwerbung, -kanäle und -produkte
  • Aufbau von Kooperationen mit Unternehmen, Stiftungen etc.
  • Optimierung unserer CRM-Datenbank

Das bringen Sie mit

  • Mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Fundraising, idealerweise in einer spendenfinanzierten Organisation
  • Überzeugungskraft, Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit
  • Strukturierte, ergebnisorientierte Arbeitsweise
  • Eloquentes Auftreten und prägnanter, zielgruppengerechter Kommunikations- und Schreibstil
  • Relevante Arbeitserfahrung mit CRM-Systemen
  • Gute Kenntnisse in Englisch und einer weiteren Fremdsprache
  • Eine gerechtere Welt liegt Ihnen am Herzen und Sie können sich mit den Werten und Zielen des Weltfriedensdienst e.V. identifizieren

Wir bieten Ihnen die Mitarbeit in einem engagierten Team und einen verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Aufgabenbereich in einer international tätigen Friedens- und Entwicklungsorganisation. Dabei legen wir Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Unsere Vergütung erfolgt nach einem hauseigenen Tarifsystem (Entgeltgruppe 11 TVöD Bund). Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet, mit dem Ziel der Weiterbeschäftigung.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 27.09.2020 in einem PDF-Dokument (max. 5 MB) unter Angabe der Verfügbarkeit und des Ausschreibungsortes an bewerbungen@weltfriedensdienst.de. Bewerbungen von allen Personen, unabhängig von Geschlecht, Konfession oder Herkunft sind uns herzlich willkommen. Ihre Ansprechpartnerin ist Carola Gast. Das Auswahlgespräch findet voraussichtlich in der 41. KW statt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.weltfriedensdienst.de und www.wasserraub.de

Ausschreibung herunterladen (PDF)

02.09.2020

Gepostet in: Aktuelles, Stellenangebote

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Besser Vorbeugen als heilen

Musik ist eine Sprache, die in Brasilien jede*r versteht. Mit dem Video „Schützt euch!“ betreiben Jugendliche einer Favela in Recife singend und tanzend Corona-Prävention. Produziert haben es die Jugendlichen unserer Partnerorganisation AdoleScER selbst.

Brasilien ist mit aktuell mehr als 100.000 Toten (Stand 14.8.) trauriger Corona-Hotspot in Lateinamerika. Der Virus ist mittlerweile in den armen Gemeinden angekommen. Und wie befürchtet, treffen Hunger, Arbeitslosigkeit, Ansteckungen und Todesfälle gerade die Favela-Bewohner*innen mit voller Wucht. Dort hat sich der Staat längst aus seiner Verantwortung für die Garantie der grundlegenden Menschenrechte zurückgezogen.

Unsere Partnerorganisation, die Grupo AdoleScER, die in armen Gemeinden der Stadt Recife arbeitet, suchte nach neuen Wegen, um „ihre“ Gemeinden zu schützen – mit dem Projekt „Covid-19-Nothilfe ”.

AdoleScER kennt die Favela-Bewohner*innen aus fast 20 Jahren Basisarbeit und konnte deshalb schnell die bedürftigsten Familien ermitteln. An diese sowie an die Freiwilligen, die sich als Konfliktlotsen in ihrer Nachbarschaft engagieren, wurden Hygienekits, Desinfektionsmittel, Grundnahrungsmittel sowie Obst und Gemüse aus der organisationseigenen Familienfarm verteilt. Indem AdoleScER die Lebensmittel in kommunalen Gemeindemärkten erwarb, kurbelte die Organisation zudem die lokale Wirtschaft an. Mitarbeiter*innen installierten an strategischen Punkten Wasserstationen und verteilten Tausende Masken, die Frauen und Männer aus den Gemeinden genäht hatten. Lokale Händler konnte auch gewonnen werden: AdoleScER verteilte deren gespendete Schutzhandschuhe.

 

AdoleScER verteilt Hygienekits, Desinfektionsmittel, Grundnahrungsmittel sowie Obst und Gemüse aus der organisationseigenen Familienfarm. © AdoleScER

 

Große Aufmerksamkeit gilt auch den Kommunikationsmaßnahmen. Denn der beste Schutz gegen Covid-19, da ist sich das AdoleScER-Team sicher, sind Aufklärung und Verbeugung.

• AdoleScER produzierte Aufklärungslieder, die ein eigens dafür entwickeltes „Soundbike“ in den Straßen der Gemeinden ausstrahlte.
• Mitarbeiter*innen hingen weithin sichtbar Werbetafeln auf und verteilten Aufkleber, Poster, Kühlschrankmagnete und Flyer.
• Die Jugendlichen von AdoleScER diskutierten mit der Nachbarschaft, um das Bewusstsein für die Gefahr des Corona-Virus zu verstärken.

 

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„Wir helfen uns selbst, indem wir anderen helfen! Corona ist unsichtbar, aber Empathie ist für alle sichtbar. Wir versetzen uns in die Lage anderer, helfen auf unsere Weise. Ich habe Masken genäht“, sagt Lourdes Clímaco, Freiwillige bei AdoleScER.

 

Alle Foto sind der Website und dem Social Media Auftritt von © AdoleScER entnommen

14.08.2020

Gepostet in: Aktuelles, Brasilien: Soziale Integration und Gewaltprävention durch Peer Education

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Rolf-Albert Schmitz war ein selbstloser und beispielhaft engagierter Mensch. Seine besondere Leidenschaft galt den Menschenrechten. Über viele Jahre unterstützte er mit seiner Stiftung Solidarität und Menschenrecht S.U.M. den Weltfriedensdienst und begleitete unsere Arbeit. Sein Elan, seine Aufmerksamkeit und sein guter Rat werden uns fehlen!

Foto:

Rolf-Albert Schmitz mit Natalia Sarapura, der Präsidentin der argentinischen Organisation COAJ, welche er über lange Jahre unterstützte. © WFD

11.08.2020

Gepostet in: Aktuelles

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Menschenrechte in der Krise

Der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus geht in Simbabwe mit zunehmender Gewalt gegen die Bevölkerung einher. Menschenrechtsgruppen beklagen Vorfälle, in denen die Polizei in Häuser eindringt, Menschen öffentlich schlägt und erniedrigt und Besitz zerstört.

 

„Dann schlug mich der Soldat plötzlich, und alle waren sprachlos.“

Für ein einziges Päckchen Zucker stand eine Frau in der Kleinstadt Chivu stundenlang in einer Warteschlange. Das Land leidet unter einer lähmenden Knappheit an Waren des täglichen Bedarfs wie Brot oder Maismehl. Warteschlangen waren schon vor COVID-19 allgegenwärtig. Doch die Situation hat sich durch die derzeitigen Einschränkungen massiv verschlimmert.

Soldaten kamen und wiesen die Leute an, den Mindestabstand einzuhalten. Die Frau sagte gerade zu ihren Nachbarn, sie wünschte, COVID-19 würde enden: „Ich hoffe, alles wird wieder normal.“ Doch einer der Soldaten bezog das wohl auf sich, sagte, die Frau untergrübe seine Autorität, beleidigte sie und schlug auf sie ein.

 


Stimmen aus der Bevölkerung

Die Corona-Pandemie hat die bereits bestehenden Krisen in Simbabwe verschärft. Die Zimbabwe Human Rights Association (ZimRights) ist die größte Bewegung Simbabwes, die für Menschenrechte eintritt. ZimRights hat die Erfahrungen simbabwischer Bürger*innen während des Lockdowns dokumentiert. Zwischen April und Juli veröffentlichte die Organisation 10 Berichte, z.B. in der Reihe “Their Voices Matter” (Ihre Stimmen sind wichtig). Über 600 Stimmen aus der Bevölkerung, Aussagen von Gewalt Betroffener und Stellungnahmen von Fachleuten hat ZimRights online gestellt.

 

Menschenrechte und COVID-19

Jetzt hat ZimRights diese Erfahrungen, Berichte, Zeugenaussagen und Expertenmeinungen verknüpft, um eine außergewöhnlich umfassende Einschätzung der Lage der Menschenrechte während der Corona-Pandemie in Simbabwe abzugeben. Der Bericht “Rights in Crisis” (Rechte in der Krise) analysiert darüber hinaus, welche Auswirkungen der Lockdown auf die Bürger*innen, aber auch auf den Staat und die Wirtschaft hat und gibt eine Reihe von Empfehlungen an die Regierung, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen, die sicherstellen sollen, dass Simbabwe gestärkt aus der Krise hervorgeht.

 

In einem Umfeld, in dem die Meinungsfreiheit weitgehend eingeschränkt ist, versucht ZimRights den Menschen eine Stimme zu geben, die in der Corona-Krise besonderen Risiken und Belastungen ausgesetzt sind. Daher widmet der Bericht auch ein Kapitel der Zunahme geschlechtsspezifischer Gewalt während der Corona-Krise „Wir hoffen, dass sich die politischen Entscheidungsträger durch diesen Bericht stärker bewusst werden, dass es in der Menschenrechtspolitik um reale Menschen und reales Leben geht.“, schreiben die Autor*innen.

 

Foto oben: Teil des Covers des Berichts „Their Voices Matter, Week 7“ © ZimRights

Fotos unten: Aus dem Bericht  „Their Voices Matter, Week 5″ © ZimRights

21.07.2020

Gepostet in: Aktuelles