Ressourcenkonflikte

Ressourcenkonflikte entstehen, wenn der Zugang zu Ressourcen nicht dem Bedarf bzw. Anspruch der verschiedenen Nutzer*innen entspricht. Es gibt Konflikte um den verwehrten Zugang zu Ressourcen wie Land, Wald oder Wasser. Und es gibt Konflikte um die gerechte Verteilung solcher Ressourcen. Häufig werden Ressourcenkonflikte lokal ausgetragen und finden sowohl in den nationalen als auch in den internationalen Medien kaum Beachtung.

Ressourcenkonflikte werfen auch Gerechtigkeitsfragen auf: Wem stehen welche Ressourcen für welche Zwecke zu – besonders wenn die betreffenden Ressourcen knapp werden? Wer bestimmt über die Zugänge und ihre Verteilung?

Als Friedensorganisation sind wir der Meinung, dass Ressourcenkonflikte nur gewaltfrei im gleichberechtigten Dialog aller Nutzer*innen durch Klärung solcher Gerechtigkeitsfragen zu lösen sind.

Ohne Ressourcengerechtigkeit gibt es keinen nachhaltigen Frieden.

 

Dürre und Wassermangel in Folge des Klimawandels führen zu Ressourcenkonflikten.

Warum gibt es Ressourcenkonflikte?

 

Häufig entstehen Ressourcenkonflikte, weil die Grundbedürfnisse von Menschen, z.B. nach Nahrung, Wohnraum oder Selbstbestimmung, eingeschränkt werden. Dies wird auch durch globale Zusammenhänge vorangetrieben, wie z.B.:

  • Globale Handelsstrukturen
  • Bevölkerungswachstum
  • Klimawandel

 

Virtuelles Wasser: Ein versteckter Ressourcenkonflikt

Von versteckten Ressourcenkonflikten wird gesprochen, wenn die Zugangs- und Verteilungskonflikte im Verborgenen wirken, weder als solche erkannt, noch offen ausgetragen werden.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist virtuelles Wasser. Das Konzept liefert einen neuen Blick darauf, wie viel Wasser zur Herstellung eines Produktes tatsächlich verbraucht wird. Dabei werden drei Arten von virtuellem Wasser unterschieden:

  • Grünes: Stammt aus Niederschlag und natürlicher Bodenfeuchte.
  • Blaues: Wird durch Bewässerungsanlagen künstlich zugeführt.
  • Graues: Ist nach der Nutzung unbrauchbar, da es im Produktionsprozess, wie z.B. dem Bleichen und Färben von Textilien, verunreinigt wird.

Als Konsument*innen von Kleidung, Nahrungsmitteln etc. bleiben uns die Wasserarten und -mengen, die zur Herstellung eines Produkts anfallen, meist verborgen. Zur Herstellung einer Jeans werden beispielsweise 8.000I verbraucht. In den Produktionsländern hingegen herrscht oftmals Wasserknappheit, was dazu führt, dass der anfallende Wasserverbrauch – vor allem des blauen und grauen virtuellen Wassers – Konflikte um Wasser und andere Ressourcen verschärfen bzw. diese überhaupt erst verursachen kann.

 

Ressourcenkonflikte und der Weltfriedensdienst e. V.

Mit unseren Partnerorganisationen stellen wir uns weltweit den Absichten internationaler Konzerne und korrupter Politiker*innen entgegen, die sich die Ressourcen indigener Bevölkerungsgruppen aneignen und ihnen sprichwörtlich das Wasser abgraben wollen. Wir stärken insbesondere lokale Gemeinschaften, die in Ressourcenkonflikte involviert sind. Damit sie ihren Ansprüchen Gehör verschaffen, Ressourcengerechtigkeit fördern und somit nachhaltigen Frieden herstellen können.

Ein Beispiel unserer Arbeit ist unsere Zusammenarbeit mit KENÉ in Peru. Die Abholzung des peruanischen Regenwalds betrifft viele lokale Bevölkerungsgruppen und indigene Gemeinschaften. Gemeinsam mit Rettet den Regenwald e.V. unterstützen wir KENÉ, damit sie mit Hilfe von Anwält*innen gegen Menschenrechts- und Umweltschutzverletzungen vorgehen.

 

©KENÉ

Anfang August letzten Jahres konnten wir gemeinsam mit KENÉ einen Erfolg feiern. Der Geschäftsführer und drei Mitarbeiter der Kakaofirma Tamshi, die ohne Genehmigung 20 km²  Regenwald abgeholzt hatten, wurden zu Gefängnisstrafen und einer Entschädigungssumme von über 4 Millionen Euro verurteilt.

Lucila Pautrat, die Chefin von KENÉ sendete mit diesem Sieg ein unmissverständliches Zeichen an andere Firmen: illegale Abholzung des Regenwaldes bleibt in Peru nicht ungestraft.

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